Brunnbauer im Vorstand der AG „Selbst Aktiv“

Zur Gründungs-Konferenz der Arbeitsgemeinschaft Selbst Aktiv – Menschen mit Behinderung in der Bayern SPD Ende Oktober fand in Nürnberg die Gründungskonferenz der Landesarbeitsgemeinschaft „Selbst Aktiv“ in der Bayern SPD statt. „Selbst Aktiv“ ist ein bundesweites Netzwerk behinderter Menschen in der SPD. Die aus allen bayerischen Bezirken angereisten Delegierten gründeten die Arbeitsgemeinschaft Selbst Aktiv – Menschen mit Behinderung in der Bayern SPD und wählten nach den SPDStatuten einen rechtmäßigen Vorstand. Neun Personen die alle, auf unterschiedlichste Weise selbst behindert sind, bilden den Gesamtvorstand von Selbst Aktiv in der Bayern SPD. Als Vorsitzende wurde Frau Sibylle Brandt aus Veitshöchheim gewählt. Stellvertretende Vorsitzende sind: Veronika Schwertfeger aus Bad Kohlgrub, Klaus-Peter Böhmländer aus Stadtbergen Karl Brunnbauer aus Regensburg. Weitere Mitglieder des Vorstandes sind: Ilse Hohmeier aus Veitshöchheim Udo Nowotny aus Altheim MdL Christa Steiger aus Marktrodach Ewald Strasser aus Hengersberg Christa Winter aus Pocking Aus Regensburg wurde Karl Brunnbauer zum stellvertretenden Vorsitzenden der Landesarbeitsgemeinschaft „Selbst Aktiv in der Bayern SPD gewählt. Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Stadtamhof-Steinweg-Winzer übernimmt im Vorstand der Landes-AG zusätzlich das Ressort: „Körperbehinderungen“. Gemäß dem Motto der  SPD-Arbeitsgemeinschaft Selbst Aktiv „Nichts über uns ohne uns!“ will sich Karl Brunnbauer besonders für „Barrierefreiheit im öffentlichen Raum“ einsetzen. Vor 10 Jahren gründeten Karl Finke und Franz Müntefering in Berlin das Netzwerk  „Selbstaktiv“ für Menschen mit Behinderung in der SPD. Ziel und Anliegen war es,  behinderten Menschen die Möglichkeit der politischen Mitarbeit und Mitgestaltung zu geben. Auf dem Bundesparteitag 2011 in Berlin wurde dem Netzwerk der Status  Arbeitsgemeinschaft (AG) zuerkannt.Seitdem wird jetzt auch in den einzelnen Bundesländern das Netzwerk in ländereigene Arbeitsgemeinschaften umgewandelt. Die Bayern SPD beschloss im Mai dieses Jahres die AG „Selbst Aktiv“ für Menschen mit Behinderung in der Bayern SPD zu gründen. In Nürnberg wurde Ende Oktober das Vorhaben in die Tat umgesetzt und die SPD Landes-AG gegründet. In nächster Zeit, sollen die Gründungen der AG „Selbst Aktiv“ auf Bezirksebene folgen, so dass, von der Bundes-AG ausgehend in der gesamten BRD ein komplettes Netzwerk behinderter Menschen in der SPD entsteht. Der Vorstand der Bayern-Landesarbeitsgemeinschaft „Selbst Aktiv“ hat bereits erste Beschlüsse und Resolutionen verfasst, die in die sozialpolitische Arbeit der Bayern-SPD und  in weitere übergeordnete Ebenen der Politik und Verwaltung einfließen sollen. Das Thema Behinderung ist in unserer Gesellschaft immer noch sehr unzureichend verankert. Auch wenn im Grundgesetz Art. 3 – 1994 ergänzt wurde „Niemand darf wegen seiner  Behinderung benachteiligt werden“, ist es bis heute im öffentlichen Leben nur ansatzweise gelungen, Inklusion und Barrierefreiheit zu verwirklichen. Nicht nur in den verschiedenen Bildungseinrichtungen, sondern auch im allgemeinen gesellschaftlichen Leben fehlt die konsequente Umsetzung des Grundgesetzes, des Gleichstellungsgesetzes und des SGB IX sowie der UN-Behindertenrechtskonvention die seit 2009 in der BRD – Gesetz ist. Die Behinderten Menschen werden in unserer Gesellschaft immer noch benachteiligt und von einer selbstbestimmten und gleichberechtigten Teilhabe am Leben ausgeschlossen. Hier setzt die Arbeitsgemeinschaft „Selbst Aktiv“ an. Sie bietet Menschen mit Behinderung deren Familienangehörigen und allen Menschen die an dem Thema interessiert sind, die Möglichkeit in der SPD aktiv politisch mit zu arbeiten und damit eigene Politik  zukunftsorientiert, hin zu mehr Inklusion und aktiver selbstbestimmter Teilhabe zu gestalten. Dass Behinderte keine kleine Randgruppe in unserer Gesellschaft mehr sind, zeigt ein Blick in die Auflistung des statistischen Bundesamtes aus diesem Jahr. In Deutschland sind ca. 7,3 Millionen Behinderte mit einem Behinderungsgrad von 50 oder mehr Prozent registriert. Das bedeutet, jeder 11. Mitbürger ist mittlerweile behindert und auf eine barrierefreie Gestaltung seines Umfeldes angewiesen ist. Hinzu kommen noch diejenigen, die aufgrund einer Behinderung von unter 50 Prozent nicht erfasst werden und keinen  Behindertenausweis bekommen. Ein Ziel der Arbeitsgemeinschaft Selbst Aktiv ist es daher, die Gesellschaft aufzuklären und zu sensibilisieren, damit die Belange von Behinderten Menschen in Planungen zu öffentlichen wie privaten Vorhaben Berücksichtigung finden. In der Arbeitsgemeinschaft sollen Behinderte, aber auch Interessierte oder nur mittelbar Betroffene mitarbeiten. Sie sollen ihre Anliegen einbringen, damit vor Ort das Bewusstsein für Behinderte steigt und diese rechtzeitig in die Entscheidungsprozesse auf allen politischen Ebenen in Bund, Land und den Kommunen einbezogen werden.

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