Darf man Daut noch glauben?

Auf Nachfrage von Horst Meierhofer: OB belegt Einladung von Martin Daut Die Ladung zur Stadtratssitzung wurde schon verschickt: Am 27. Januar soll dem geschassten Geschäftsführer der Stadtbau, Martin Daut, Gelegenheit gegeben werden, sich zur Bestechungsaffäre bei der städtischen Tochtergesellschaft zu äußern. Eine Gemeinschaft mehrerer Stadträte hatte auf Initiative von Günther Riepl am Dienstag einen entsprechenden Antrag gestellt (Wochenblatt digital berichtete schon vorab am Montag), dem der Oberbürgermeister gestern entsprochen hat. Im Vorfeld hat Dauts Glaubwürdigkeit allerdings schon erheblich gelitten. Gestern hat Hans Schaidinger Unterlagen vorgelegt, die offenbar belegen: Schon für den 31. Januar wäre Dauts Teilnahme ausdrücklich erwünscht gewesen. Damals sollte die Affäre um die bestechliche Mitarbeiterin Monika Z. (Wohnungen gegen Bares) aufgeklärt werden. Doch Martin Daut fehlte. In einer Presseerklärung am 8. Februar begründete er dies damit, nicht eingeladen worden zu sein. Diese Behauptung hat Hans Schaidinger nun – fünf Tage später – augenscheinlich widerlegt. Als wir bei Martin Daut dazu nachfragen wollen, erhalten wir bis Redaktionsschluss keinen Rückruf. FDP-Stadtrat Horst Meierhofer hatte beim Oberbürgermeister wegen der widersprüchlichen Aussagen zu Dauts Einladung nachgefragt. Daraufhin veröffentlichte der OB einen Briefwechsel zwischen Dauts Anwälten und der Stadtverwaltung, sowie eine E-Mail Dauts an dessen Übergangsnachfolger Klaus Nickelkoppe. Demzufolge hatte die Verwaltung am 28. Januar zum wiederholten Mal bei Dauts Anwälten nachgefragt, ob er käme. Eine Antwort gab es offenbar nicht, aber in der E-Mail an Nickelkoppe schreibt Daut: „(…) bei der Sitzung werde ich ganz bestimmt nicht anwesend sein.” Er kam nicht und Nickelkoppe, dem Daut in der E-Mail noch einige Hinweise zur Darstellung der Affäre im Stadtrat gegeben hatte, meldete sich krank. Stinksauer auf Daut ist Horst Meierhofer. „Jemandem, der mit gezinkten Karten spielt, will ich nicht auch noch ein Podium bieten”, sagt er uns gestern abend. Er will seinen Antrag auf eine Anhörung Dauts zurückziehen. Ähnliches hört man von Joachim Wolbergs. Ob das der Aufklärung dient… Nachsatz: Mittlerweile hat der Oberbürgermeister offiziell bestätigt, dass Dauts Anwalt – wie von uns am 5. Februar berichtet – eine sechsstellige Summe als Abfindung fordern will. Es geht um 180.000 Euro.

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Kommentare (1)

  • Daniela Camin - Heckl

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    Herrschaftszeiten, können unsere Herren Stadträte auch mal bei ihrer Meinung bleiben? Was soll das werden, wenn es fertig wird? Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln?
    Bitte einmal mehr Format und Durchhaltevermögen! Um herauszufinden, was da so vorgefallen und gesprochen, geschrieben oder gemailt worden ist bei der Stadtbau, wird man schon alle hören müssen! Was ist denn das für ein Gezeter, Wahltaktik?! Wenn die Herren Stadträte das nicht auf die Reihe kriegen,dann sollte der Bürger halt mal Richtung Nürnberg pilgern. Und wenn der Daut kommen will, dann lasst ihn kommen. Größer kann das Dilemma um die Stadtbau eh nicht mehr werden, vielleicht aber die Bürgerschaft um einige Erkenntnisse reicher. Auch, was den Stadtrat angeht.

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