„Das Bindeglied heißt Rassismus“

Seit der Bekanntgabe der Verleihung des Lutherpreises „Das unerschrockene Wort“ 2013, wurden zu unserer Initiative viele Fragen gestellt, welche wir beantworten möchten. Wir sehen diese Preisverleihung nicht nur als Auszeichnung unserer Initiative. Vielmehr macht die Jury damit deutlich, dass Rassismus und Rechtsextremismus bekämpft werden müssen und kön­nen. Wir wissen, nicht erst -aber- gerade nach den NSU Morden, dass es nötig ist sich aktiv für die Schaffung und Verteidigung demokratischer und menschlicher Lebensverhältnisse einzusetzen. Wir wollen mit unserer Initiative Rassisten den öffentlichen Raum entziehen, um Menschen zu schützen. Wir wenden uns gegen Rassismus, da dieser in seinen unterschiedlichen Ausformungen das Bindeglied zwischen menschenverachtenden, -feindlichen Ideologien und politischen Gruppierungen ist. Zur Zeit breitet sich Rassismus in vielen Varianten aus, vergiftet das demokratische Kli­ma und gibt Neonazis Nährboden und Auftrieb. Diese Gruppen und Personen versuchen Rassismus als normale Meinung zu etablieren. Je besser ihnen das gelingt, umso niedriger wird die Hemmschwelle für rassistische Politik, für Diskriminierung und Ausgrenzung bis hin zu Gewalt und Mord. Rassismus und Demokratie sind unvereinbar. Daher heißt es in unserer Erklärung: Die Gastronomie in Regensburg zeigt Zivilcourage gegen Nazis und Rassisten! „…Wir sagen Nein zu Intoleranz und Rassismus, die das friedliche Zusammenleben der verschie­denen Kulturen in Regensburg stören. Um die Stadt und ihre Einwohner, die Touristen, unsere Gäste und unser Personal vor diesen Übergriffen zu schützen, erklären folgende Gastronomiebe­triebe: Nazis und andere Rassisten haben in unseren Räumen nichts zu suchen. Wir dulden keine rassis­tischen, diskriminierenden Äußerungen in unserem Lokal. Wir werden diese Leute nicht bedienen“. Mit Aufklärung wenden wir uns gegen jegliche Art von Rassismus. Egal ob er äußerlich durch Klei­dung, Labels u. a. einschlägige Hinweise präsentiert, verbal kundgetan oder bei verdeckten Einmietungsversuchen erst einmal versteckt wird. Bei allen Beteiligten der Initiative sind daher In­formation, Wissen, ein offenes rechtes Auge und Aufmerksamkeit nötig. „Es setzt sich nur soviel Vernunft durch wie wir durchsetzen“ (B. Brecht) In unserem Dank zu Verleihung des Preises „das unerschrockene Wort“ auf unserer Homepage haben wir das Wichtigste gesagt: „Wir freuen uns sehr über die Verleihung des Lutherpreises „Das unerschrockene Wort“ 2013. Wir bedanken uns bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die unsere Initiative mittragen und engagiert gegen Rassismus vorgehen. Auch bei der Jury, den Lutherstädten und Prof. Dr. Bedford-Stohm. Die Preisvergabe stärkt uns und die aktuell 160 Regensburger Gastronomiebetriebe, die sich an der Initiative beteiligen und Rassisten nicht bedienen. Ähnliche Initiativen wie z. B. in Landshut, Schwandorf, Passau, Coburg, Nürnberg, Neumarkt i. d. Opf. und Hersbruck erfahren damit auch Anerkennung und werden wie wir in Regensburg motiviert dranzubleiben und weiter zu machen. Nach den Morden des NSU und zu einer Zeit in der Asylunterkünfte in Brand gesetzt werden und Flüchtlinge für Menschenwürde kämpfen, ist dieser Preis ein wichtiges Signal. Nazis und allen anderen Rassisten den öffentlichen Raum zu nehmen, damit ein friedliches Zu­sammenleben frei von Angst und Not für alle Menschen möglich wird, bleibt unsere Aufgabe. Danke für die Ermutigung.“

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