Der Donaustaufer „Asyl-Kompromiss“

Im ersten Jahr kommen maximal 25 Asylbewerber nach Donaustauf Landkreis, Markt und Betreiber finden Kompromiss Regensburg/Donaustauf (RL). Zur Unterbringung von Asylbewerbern in der Pension Walhalla in Donaustauf ist ein Kompromiss gefunden: Im ersten Jahr sollen maximal 25 Personen in der Pension untergebracht werden. Nach einem Jahr kann der Landkreis im Einvernehmen mit dem Markt Donaustauf zusätzliche fünf Asylbewerber unterbringen. Bei 30 Personen ist dann allerdings Schluss. Die Unterkunft wird maximal drei Jahre für Asylbewerber zur Verfügung stehen. Dies vereinbarten Landrat Herbert Mirbeth, 1. Bürgermeister Jürgen Sommer, 2. Bürgermeister Wolfgang Weigert und der Eigentümer der Pension, Karl Schützmeier, heute nach einem zweieinhalbstündigen Gespräch im Landratsamt. „Ohne Zugeständnissen auf beiden Seiten wären wir nicht zu einer Lösung gekommen“, erklärte Mirbeth, der durch Einzelgespräche Bewegung in die verhärteten Fronten gebracht hatte. Einerseits wurde durch die Reduzierung der Anzahl der Asylbewerber von anfänglich 45 bis 55 Personen auf jetzt 25 bis maximal 30 Personen der Bitte vieler Bürgerinnen und Bürger aus Donaustauf Rechnung getragen. Über 800 Bürger hatten sich in Unterschriftenlisten dafür eingesetzt, weniger Personen in der Pension unterzubringen. Andererseits sei es für den Betreiber ab einer zu geringen Anzahl von Personen nicht mehr wirtschaftlich, weshalb man diesen Gesichtspunkt in die Beratungen einbeziehen musste. Zum Gespräch ins Landratsamt war auch Wörths 1. Bürgermeister Anton Rothfischer eingeladen. Er schilderte, wie die 72 Asylbewerber in Wörth betreut werden. „Wir versuchen die Leute mitzunehmen, wo es geht“, so Rothfischer. Ein Kreis von rund 30 Lehramtsstudenten und Junglehrern gibt dort z.B. Deutschunterricht für die Asylbewerber, darüber hinaus kümmern sich der evangelische Pfarrer Tobias Müller und viele ehrenamtliche Kräfte aus den Vereinen um die Menschen. Die Kinder wurden in die Kindergärten integriert, ohne dass sich jemand darüber beschwert hätte. „Wir planen auch eine Weihnachtsfeier zusammen mit den Asylbewerbern“, informierte Rothfischer. Der Landrat sicherte zu, Donaustauf und Wörth bei diesem ehrenamtlichen Engagement finanziell zu unterstützen. Bürgerinformationsveranstaltung am 28. November in Donaustauf Darüber hinaus wurde festgelegt, dass am Mittwoch, 28. November 2012, das Landratsamt Regensburg zusammen mit der Marktgemeinde Donaustauf um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle in Donaustauf, Regensburger Straße 30, eine Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema „Unterbringung von Asylbewerbern in Donaustauf“ abhalten werde. Der Kompromiss – Die Vereinbarung im Wortlaut: Nach eingehender Besprechung der Thematik wird folgendes Ergebnis erzielt: Dieses gilt vorbehaltlich der baurechtlichen Zulässigkeit, der Zustimmung des Marktgemeinderats Donaustauf sowie der nachfolgenden Verhandlungen zwischen Herrn Schützmeier und dem Landratsamt Regensburg. 1. Vertragslaufzeit: Der Vertrag zwischen Herrn Schützmeier und dem Landratsamt Regensburg über die Anmietung der Pension Walhalla wird zunächst für 2 Jahre geschlossen. Im Einvernehmen mit dem Markt Donaustauf kann der Vertrag um 1 Jahr verlängert werden. Die Maximallaufzeit beträgt damit 3 Jahre. 2. Belegung: Die Pension Walhalla wird mit maximal 25 Asylbewerbern belegt. Nach 1 Jahr können im Einvernehmen mit dem Markt Donaustauf weitere 5 Asylbewerber aufgenommen werden. Diese zusätzliche Belegung gilt vorbehaltlich der Feststellung des Landratsamtes Regensburg, von Vertretern des Marktes Donaustauf, von Vertretern der Bürgerschaft von Donaustauf sowie des Pensionsbetreibers, dass sich die Unterbringung ohne Auffälligkeiten gestaltet. Der Betreiber erklärt sich bereit, die Wohnung in dem Gebäude während der Vertragslaufzeit nicht anderweitig zu vermieten. Die Gesamtbelegung der Pension darf während der Vertragslaufzeit 30 Personen nicht überschreiten.

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Kommentare (6)

  • Veronika

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    Na bitte, es geht doch! Mehr als 30 sich selbst befremdende Leute wäre wohl auch zu viel des Guten. Warum nimmt man eigentlich nicht gängige Wohnquartiere her, in denen diese Leute dann wie Gäste in Deutschland leben können? Wäre dies nicht wirkliche Integration?

  • Regina

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    Weil das ein sehr schlechte Idee wäre Veronika. Diese Leute könnten den Eindruck bekommen, sie könnten hier auf Dauer für lau leben und eine regelrechte Forderungshaltung einnehmen, die dann kein Ende mehr nimmt. – Außerdem wer soll das bezahlen? Wir können nicht die ganze Welt aushalten. – Außerdem gibt es schon genug Bio-Deutsche, die sehr arm dran sind, liebe Veronika. Nicht dass denen dann mal der Kragen platzt, das wäre ungünstig zwecks dem sozialen Frieden hier in den diesem Land. Es ist außerdem schon schwierig genug manchen unserer eigenen Leute sowas wie „Eigenverantwortung“ beizubringen, warum sollten wir uns das auch noch mit Kulturfremden antun? Warum nehmen Sie denn nicht ein paar von diesen Leuten in ihrem eigenen Wohnquartier auf?

    Veronika, ich glaube, Sie sind ein Troll!

  • Keyser Söze

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    Was soll denn die Unterscheidung in „Bio-Deutsche“ und „Kulturfremde“? Gibt es eigentlich noch bescheurtere Kategorien? Es gibt Menschen, die eine gewisse Notlage haben, und denen geholfen werden muss. Scheißegal, ob die rein-arisches Blut bis zurück ins alte Germanien haben, ob ihre Vorfahren vor ein paar Generationen aus Deutschland vertrieben wurden oder ob ihre einzige Verbindung zu Deutschland die ist, dass unser Wohlstand zum Teil auch auf der Armut in ihrer Heimat begründet ist, die sie sicher nicht einfach nur verlassen, um ein bequemes Leben in unserer sozialen Hängematte zu verbringen.

  • Dubh

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    Regina: „warum sollten wir uns das auch noch mit Kulturfremden antun“

    Na in Ihrem Fall ist das wirklich einfach zu beantworten: SIE würden möglicherweise erstmals sowas wie Kultur kennenlernen.

    SIE sind Biodeutsche? D.h. nicht mit Giften schwer verseucht?
    DAS halte ich für ausgeschlossen!

  • Der Lenz

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    Regina sagte am 23. November 2012 um 20:00 Uhr :

    „Diese Leute …“
    „… hier auf Dauer für lau leben…“
    „…wer soll das bezahlen?“
    „…mit Kulturfremden antun?“

    Das ist der übliche braune Nazisumpf, der ganz kurz unter der Oberfläche dahinbrodelt. Diese Haltung dürfte bis auf wenige Ausnahmen in D die Regel sein.

    „Wir können nicht die ganze Welt aushalten.“

    Aber ausbeuten schon, oder? Und mit Waffen beliefern. Wichtig ist, dass es uns gutgeht. Wenn dann mal die ein oder andere Fabrik in Flammen aufgeht und ein paar hundert Menschen sterben (die für unsere unersättliche Gier nach Billigprodukten wie Sklaven geschuftet haben), würde man mit der gleichen Nazi-Ideologie den Angehörigen der Toten (die jetzt keine Lebensgrundlage mehr haben), den Aufenthalt in D verweigern.

    ‚Das sind bestimmt nur wieder welche, die zu faul zum arbeiten sind. Und jetzt liegen sie uns auf der Tasche rum.‘
    ‚Stimmt. Die sollen sich mal ein Beispiel an uns nehmen. Und bleiben, wo sie hergekommen sind. Noch ein Stück Gans, Frau Nachbarin? Hab ich ganz billig beim Aldi gekauft. Die ist aus Polen. Wenigstens Gänse mästen können die da drüben.‘
    ‚Und Autos klauen.‘
    ‚Das haben jetzt aber Sie gesagt.‘

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