Die Befreiungshalle Kelheim & König Ludwig I.

Groß angelegte Ausstellung in Regensburg Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Befreiungshalle Kelheim richtet das Kulturreferat der Stadt Regensburg in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Christoph Wagner vom Institut für Kunstgeschichte der Universität Regensburg eine groß angelegte Ausstellung aus. Die Ausstellung unter dem Titel „Die Befreiungshalle Kelheim & König Ludwig I.: Geschichte – Mythos – Gegenwart“ ist vom 10. November 2012 bis zum 31. Mai 2013 im Historischen Museum der Stadt Regensburg zu sehen. Die Feier zur Eröffnung der Ausstellung findet am Freitag, den 9. November 2012, um 19.00 Uhr in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel (Bertoldstraße 9, 93047 Regensburg, 1. OG) statt. Die von den Architekten Friedrich von Gärtner und Leo von Klenze erbaute Befreiungshalle blickt als Monumentalbau des 19. Jahrhunderts auf eine ebenso bedeutende wie wechselvolle Geschichte zurück. Von König Ludwig I. als Stätte des Gedenkens an die Befreiungskriege gegen Napoleon erbaut, fand die feierliche Einweihung am 18. Oktober 1863 – dem 50. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig – statt. In der Zeit der Weimarer Republik zierte die Befreiungshalle als Motiv die Scheine des Notgeldes in den Zeiten der Inflation. 1933 missbrauchte sie Hitler als Projektionsfläche für seine großdeutschen Allmachtsfantasien. Mit der deutschen Wiedervereinigung gewann die Befreiungshalle als nationales Symbol deutscher Einheit im europäischen Kontext eine neue Aktualität. Vor dem Hintergrund dieser Geschichte lässt sich die Befreiungshalle Kelheim als Sinnbild von Brechungen in der bayerischen Geschichte und der nationalstaatlichen Selbstbestimmung Deutschlands in Europa lesen. Ein Grußwort zur Ausstellung vom Präsidenten der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, sowie die Schirmherrschaft durch den Bayerischen Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch unterstreichen diese Bedeutung. Mit der Politik Ludwigs I. nimmt die Ausstellung das vielleicht prominenteste Beispiel dafür in den Blick, Bayern durch die Kunst zu einer inneren Einheit zu führen. Aufbauend auf der Idee, ein „Baiern aller Stämme“ zu formen, war Ludwig I. schon als Kronprinz davon beseelt, einer „größeren deutschen Nation“ ein Monument zu errichten. Die Ausstellung rückt mit zahlreichen Exponaten die Befreiungshalle Kelheim und die Kunstpolitik König Ludwig I. in den Fokus der kunst- und kulturhistorischen Forschung. Mit vielen bislang unveröffentlichten Archivalien, großen Holzmodellen, Gemälden oder Foto- und Filmdokumenten zeichnet die Ausstellung die Geschichte der Befreiungshalle bis in die Gegenwart nach. Die teilweise von Privatsammlern zusammengetragenen Stücke werden größtenteils zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt. Unter Leitung von Prof. Dr. Christoph Wagner haben 34 renommierte Wissenschaftler die politischen sowie architektur-, kunst-, kultur- und wirtschaftshistorischen Aspekte dieses Nationaldenkmals ausgewertet und in einem eindrucksvollen Begleitbuch mit 544 Seiten und über 600 Abbildungen zusammengefasst. Veranstaltungsdaten: Ausstellung „Die Befreiungshalle Kelheim & König Ludwig I.: Geschichte – Mythos – Gegenwart“ Eröffnung: 9. November 2012, 19.00 Uhr, Städtische Galerie im Leeren Beutel (Bertoldstraße 9, 93047 Regensburg, 1. OG) Ausstellungsdauer: 10. November 2012 bis 31. Mai 2013, Historisches Museum der Stadt Regensburg (Dachauplatz 2-4, 93047 Regensburg) Begleitbuch zur Ausstellung: Christoph Wagner (Hg.), Die Befreiungshalle Kelheim. Mythos, Geschichte, Gegenwart, Regensburg 2012, Schnell & Steiner Verlag Weiterführende Informationen unter: http://www.uni-regensburg.de/philosophie-kunst-geschichte-gesellschaft/kunstgeschichte/medien/pdfs/die_befreiungshalle_kelheim___k__nig_ludwig_i.pdf

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