Donauanlieger: Bürgertrasse ist die günstigste Alternative

Ein neues Thema ist es nicht. Die Donauanlieger haben ihr Konzept einer Bürgertrasse schon häufiger vorgestellt. Ernsthaft geprüft wurde der Vorschlag von Seiten der Stadtverwaltung bislang noch nicht. Dabei wäre, folgt man den Ausführungen von Diplomingenieur Christian Markus, alles relativ einfach. Und vor allem: kostengünstiger als jede Ersatztrasse. Am Dienstag stellten die Donauanlieger ihr Konzept erneut und in überarbeiteter Form vor, untermauert mit Zahlen, die von der Stadt und dem RVV stammen.

Ihr Fazit: Intelligente Umleitungen der vier Buslinien, die bis vor kurzem vom Stadtnorden her die Steinerne Brücke querten (4, 12, 13 und 17), kämen die Stadt günstiger, würden weder Naherholungsgebiete (wie die Osttrasse über den Gries) noch den Welterbetitel (wie bei der Westtrasse über den Schopperplatz) gefährden und hätten lediglich minimale Fahrzeiterhöhungen zur Folge.

Knapp 2.900 Fahrgäste aus Stadtnorden und nördlichem Landkreis nutzen – Stand 2005 – die vier Buslinien; 7,8 Prozent der gesamten ÖPNV-Nutzer. Seit der Sperrung der Steinernen Brücke am 1. August wird der gesamte Busverkehr über die Nibelungenbrücke und durch die Wöhrdstraße geführt. „Durch diese Unbeweglichkeit des RVV wird erhebliches Potential verschenkt“, so Christian Markus.

Der Vorschlag der Donauanlieger unter dem Label Bürgertrasse: Die Linie 4 wird wie bisher über Nibelungenbrücke und Wöhrdstraße geführt. Die Linie 12 fährt – wie bisher schon zwei Mal täglich bei Fahrten zu den Gymnasien – über die Pfaffensteinerbrücke und über den Stadtwesten zum Hauptbahnhof. Die Linien 13 und 17 werden über die Landshuter Straße zum Hauptbahnhof geführt.

Das ergebe nur geringfügige Fahrzeiterhöhungen und sei auch langfristig kostengünstiger als jede andere Alternative, seien es nun Ost- bzw. Westtrasse oder die bisherige Umleitung über die Nibelungenbrücke, so die Argumentation der Donauanlieger. Zudem werde die Wöhrdstraße dadurch im Vergleich zur momentanen Situation ebenso entlastet wie die Achse Thundorfer-Keplerstraße. „Jede Alternative zur Steinernen Brücke bedeutet einen Umweg und jede Strecke bedeutet Mehrkosten“, so Markus.

Seine Rechnung:

Die RVV-Umleitungen der vier Linien über die Nibelungenbrücke ergeben zusammengerechnet einen Umweg von fast neun Kilometern entgegen der Routen über die Steinerne Brücke. Die entsprechenden Mehrkosten, inklusive Fahrgastverlust, beziffert Markus auf Basis von RVV-Angaben auf 700.000 Euro jährlich. Demgegenüber läge der Umweg über die Bürgertrasse bei vier Kilometern. Als Mehrkosten veranschlagt Markus, ebenfalls auf Basis der RVV-Angaben, dafür 434.000 Euro.

Rechne man Zinsen für die Investitionen in eine Ersatztrasse (acht Millionen Osttrasse, zwölf Millionen Westtrasse), Unterhaltskosten und eventuelle Tilgung mit ein, käme man bei einer Lebensdauer der Brücke von 50 Jahren im Fall der Westtrasse auf gut eine Million Euro jährliche Kosten, im Fall der Osttrasse auf knapp 800.000 Euro.

Die durchschnittliche Fahrzeit der vier Linien auf der Bürgertrasse werde sich, so Markus weiter, um drei Minuten erhöhen. Am „schlechtesten“ käme dabei die Linie 4 weg, mit einem Fahrzeitplus von sechs Minuten.

Ihr Konzept wollen die Donauanlieger nun der Stadtverwaltung zur Verfügung stellen. Der Vorsitzende, Dr. Hans Jürgen Ahrns: „Wir verstehen unser Konzept als Anregung, solche Alternativen ernsthaft zu durchdenken.“ Bleibt abzuwarten, ob der Vorschlag der Donauanlieger dieses Mal ernsthaft geprüft wird.

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Kommentare (1)

  • Radfahren in der Altstadt bleibt erlaubt » Regensburg Digital

    |

    […] um so den Stadtwesten besser anzubinden. In der Vergangenheit waren solche Vorschläge, die unter anderem vom Verein „Donauanlieger“ kamen, stets verworfen worden. Auch der RVV sah eine solche Lösung bislang skeptisch. Zunächst […]

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