Ersatztrasse: Alles auf Anfang

Der aktuelle Favorit: Modellfotos der Stadt Regensburg zur Westtrasse.

Die von manchem vielleicht erhoffte Vernichtung der „Riepl-Röhre“ war es nicht. Dennoch ist seit Dienstag klar: Zu dem Preis, wie von den Freien Wählern kalkuliert (17 Millionen Euro), ist ein Bustunnel nicht zu machen. Der von der Stadt Regensburg beauftragte Gutachter Professor Wolfgang Baltzer legte im Planungsausschuss klar: Ein Tunnel, der den höchsten Sicherheitsstandards genügt und bei dessen Bau man keine Idealstbedingungen ansetzt, kostet 33 Millionen Euro. Allenfalls eine Spanne von 20 Prozent nach unten räumte Baltzer ein. Ein zu hoher Preis für die Mehrheit des Planungsausschusses: Gegen die Stimmen von Günther Riepl (Freie Wähler) und Irmgard Freihoffer (Linke) wurde beschlossen, den Tunnel endgültig ad acta zu legen. „Das ist finanziell zu keinem Zeitpunkt zu stemmen“, so CSU-Fraktionschef Christian Schlegl. Sein SPD-Pendant Norbert Hartl bekannte sich klar zu einer Brückenlösung, Favorit sei die Westtrasse. Dass die Debatte weniger hitzig verlief als erwartet, ist zu einem Gutteil den ausgewogenen Erläuterungen Baltzers zu verdanken. Er bestätigte grundsätzlich die Kostenschätzung der Verwaltung. Ebenso, dass für höchste Standards in punkto Sicherheit und Barrierefreiheit ein breiterer Tunnelquerschnitt erforderlich sei – Einwände, wie sie etwa SPD-Fraktionschef Norbert Hartl in der Vergangenheit erhoben hatte. Panikmache vermied Baltzer dabei: Grundsätzlich sei der Bustunnel ungefährlicher als jeder Tunnel für den Individualverkehr. Für den ÖPNV seien aber höchste Standards unbedingt notwendig. Das bedeutet: Eine geringere Steigung, um adäquate Fluchtmöglichkeiten zu gewährleisten, ebenso breitere Gehwege. Weil unter diesen Prämissen die von den Freien Wählern vorgelegte Tunnelroute auf 35 Millionen kommen würde, schlägt Baltzer eine Tunnelführung um den Grieser Spitz vor, die billiger käme (33 Millionen) und höchsten Standards genügen würde. Der Nachteil: Während der Bauarbeiten müsste erheblich in die Grünflächen am Grieser Spitz eingegriffen werden. Andere Argumente gegen die Tunnellösung verwies Baltzer hingegen ins Reich der Mythen. Ein einspuriger Tunnel genügt demnach grundsätzlich den bestehenden Sicherheitsstandards. Ebenso ist damit eine „reibungslose Verkehrsabwicklung“ möglich. Nicht weg diskutieren konnte Günther Riepl, der die Tunnel-Idee seit 1998 propagiert, trotz alledem, dass man bei der Machbarkeitsstudie der Freien Wähler von sehr idealen Bedingungen ausgegangen ist. Die Kosten seien „unter bestimmten Umständen real“, erklärte Baltzer, ließ aber gleichzeitig durchblicken, dass er diese Umstände nicht als sonderlich realistisch einschätzt. Den Löwenanteil bei der Kostensteigerung macht der Unterschied bei der Tunnelbohrung aus. Während in der Studie der Freien Wähler von 6,5 Millionen Euro die Rede ist, veranschlagt Baltzer hier 17 Millionen. Er geht davon aus, dass ein neuer „Bohrer“ angeschafft werden muss, wohingegen die Freien Wähler mit einem bereits vorhandenem Bohrer kalkuliert haben, der ihnen über ein an der Studie beteiligtes Unternehmen zugesagt worden sei. „Die Maschine ist da“, so Günther Riepl. Ob das auch beim Baubeginn noch der Fall wäre, steht dagegen in den Sternen. Dass der Tunnelvorschlag nach Dienstag endgültig in der Versenkung verschwindet, ist indessen nicht zu befürchten. Eine Brückenlösung bezeichnete Günther Riepl als nicht durchsetzbar. Er bleibt bei der Überzeugung, dass man – ähnlich wie beim Stadthallen-Standort – irgendwann auf seinen Vorschlag zurückkommen werde. Anders sieht es Joachim Graf (ödp). Brücke nicht durchsetzbar, Tunnel zu teuer – da bleibe eben nur die „Bürgertrasse“. Oder, um es kurz zu machen: Es bleibt alles wie gehabt. Unverständlich bei alledem bleibt die immer wieder vorgetragene Verärgerung von Planungsreferentin Christine Schimpfermann darüber, dass man 40.000 Euro für Baltzers Studie habe ausgeben müssen. Abgesehen davon, dass in der Vergangenheit schon weit größere Summen für weit fragwürdigere Untersuchungen ausgegeben wurden – man erinnere sich nur an die hemmungslose Geldverschwendung, um eine Stadthalle am Donaumarkt durchzusetzen am Dienstag wurde auch klar: Die Argumentation der Verwaltung zum Tunnel war ebensowenig objektiv wie jene der Freien Wähler. Das ist allein dadurch belegt, dass nicht nur Christine Schimpfermann stets 250.000 Euro jährlichen Unterhalt für einen Tunnel als Gegenargument in den Raum gestellt hatte. Dazu sagt Wolfgang Baltzer: „Der Tunnel verursacht nur 70.000 bis 80.000 Euro an Mehrkosten. Den Rest haben Sie für eine Brücke auch.“

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Kommentare (18)

  • Joachim Datko

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    Meiner Ansicht nach ist sowohl der Tunnelvorschlag als auch der Vorschlag für den Standort einer Stadthalle von Herrn Riepl schlecht!

    Zitat: „Dass der Tunnelvorschlag nach Dienstag endgültig in der Versenkung verschwindet, steht indessen nicht zu befürchten. Eine Brückenlösung bezeichnete Günther Riepl als nicht durchsetzbar. Er bleibt bei der Überzeugung, dass man – ähnlich wie beim Stadthallen-Standort – irgendwann auf seinen Vorschlag zurückkommen werde.“

    Probleme bei einer Tunnellösung können schnell zu nicht kalkulierten hohen Kosten führen. Eine Stadthalle am Ernst-Reuter-Platz wäre meiner Meinung nach eine weitere Bausünde in Regensburg.

  • Veits M.

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    Es erscheint an der Zeit, der weiteren Geldverschwendung und der geplanten Zerstörung eines beispielhaften Wohnquartiers mit schützenswerter Natur einen Riegel vorzuschieben.

    Direkte Demokratie in der Kommune
    Zur Theorie und Empirie von Bürgerbegehren und Bürgerentscheid
    Andreas Paust · Beiträge zur Demokratieentwicklung von unten Nr. 14 · Verlag Stiftung MITARBEIT · Bonn 2000 · 307 S. · ISBN 978-3-928053-65-5 · 8,00 €

    Einzelheiten unter http://www.mitarbeit.de
    dort unter „Publikationen“

  • U. Lechte

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    Also ob der Ernst-Reuter-Platz heute als schön bezeichnet werden kann, wage ich mal zu bezweifeln. Der Standort ist gut gewählt, verknüpft man damit endlich eine richtige Fußgängerzone bis zum Bahnhof, vielleicht auch mal die Fertigstellung des Europabrunnens und kann ganz nebenbei die Parklplatzprobleme des Bahnhofs lösen sowie den häßlichen Betonbau mit Asbest namens Lutherheim entsorgen….

  • Veits M.

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    Bundesminister Ramsauer: Schützt natürliche und Erholungsflächen!

    Mit seinem Statement pädiert der Minister mittelbar gegen jegliche Ersatzbrücke in Regensburg.

    „Wir wollen die Zersiedlung im Außenbereich und den Verbrauch natürlicher und landwirtschaftlicher Flächen minimieren. Die Erfassung der Flächeninanspruchnahme muss sich gleichzeitig stärker an der Wirklichkeit orientieren. Für mich heißt das, die Erholungsflächen nicht als Flächenverbrauch zu rechnen.“

    Quelle:
    Ramsauer: Flächenverbrauch weiter reduzieren
    http://www.bmvbs.de/-,302.1144124/Pressemitteilung.htm

  • Pro Osttrasse

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    Die Kosten des Bürgerbegehrens zur Ersatztrasse sind grundsätzlich gut angelegt.

    Die Kosten des Bürgerbegehrens zur Ostumgehung waren wohl vermeidbar, hätten die erst spät zum Bürgerbegehren bereitgestellten Informationen der Verwaltung so früh vor der Planerörterung bereitgestanden, dass die BI-Janele sich nicht verlaufen hätte in irrigen Spekulationen.

    Das Gutachten von Prof. Baltzer hat keine neuen Ergebnisse, aber neue Sachargumente erbracht. Daher teile ich den Ärger von Frau Schimpfermann nicht.
    Der „Planungsdialog“ und insbesondere der Nachklapp von Dr. Morsbach machte zwar mutwilliges Ignorieren von Fakten und Argumenten belegbar. Ich würde solche Haltung aber nicht verallgemeinern.
    Mein Votum für die Osttrasse steht unter dem Vorbehalt neuer Fakten und Argumente.

    @Veits M. Schauen Sie irgendwann einmal nach dem Link zur OB-Wahl Böblingen?

  • Fvfu-uüiUF.e.V.

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    oje das torretsynddrom hat mich mal wieder erwischt….

  • Veits M.

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    Bürgerbegehren: „Sind Sie dafür, das keine Ersatzbrücke … gebaut wird?“

    Mit der nunmehr zeitnahen Einleitung eines Bürgerbegehrens entstünden zunächst überhaupt keine Kosten der Verwaltung. Mit der Sammlung der Unterschriften könnte eine inhaltlich – sicherlich streitbare – Auseinandersetzung des PRO und CONTRA beginnen, in dessen Zentrum die Behauptungen der Verwaltungsspitze ob der angeblichen Notwendigkeit der Brücke, der Partikularinteressen usw usf. stünden.

    Es läge in der Verantwortung der Leitung des Bürgerbegehren, die ausreichende Anzahl von Unterschriften zum richtigen Zeitpunkt – oder vielleicht erstmal gar nicht, um ein Druckmittel zu haben – vorzulegen. um dem Stadtrat die Möglchkeit der Abhilfe (Übernahme des Bürgerbegehrens) zu geben.

    Ich würde es begrüßen, wenn vom Verein der Donauanlieger das dort angesammelte Wissen (auch als „Fachleute“ ihres – einmaligen – Stadtquartiers) und die gelebte Erfahrung nochmals griffig zusammengefasst auf diese Website gebracht würde.

    Auch um die Substanzlosigkeit der behaupteten „Partikularinteressen“ zu entkräftigen und darzulegen, dass jeder verantwortliche „Welterbeschützer“ einen nicht notwendigen (!) Eingriff in Natur und Quartier ablehnt – egal ob er nun in Stadtamhof wohnt oder im Westen oder im Osten der Stadt.

    Für mich hätte ein solches Bürgerbegehren dann das Risiko, eben nicht „alle“ Bürger zu erreichen, wenn „zu spät“ mit einem solchen direkt-demokratischen Verfahren begonnen wird.

  • Veits M.

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    Ergänzung:

    Mit der „unverantwortlichen Verschleuderung von Steuergeldern“ hatte bereits die BI-Donaumarkt – siehe deren Schreiben vom 13.7.2006 – zu kämpfen, auch bereits mit dem dortigen Realisierungswettbewerb.
    Siehe auf http://www.bi-donaumarkt.de/html/archiv_10.html

    Ein Zuwarten mit dem Start eines Bürgerbegehrens zur Verhinderung einer Ersatzbrücke mag eine parallele Entwicklung hervorrufen.

  • Pro Osttrasse

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    Wer behauptet im Zusammenhang mit der Ersatztrasse, das kommende Bürgerbegehren sei “unverantwortliche Verschleuderung von Steuergeldern”? Ist das Veits’scher Popanz?

    Ob die Vereinsmitglieder aus dem Bündnis vom 25. Juni 2005 so abstimmen werden, wie die Vereinsleiter das wollen, ist völlig offen. Mit den Kernargumenten von Brückenfreunden setzte sich das Lager seit 2005 nicht wirklich auseinander – und das trotz Okkupation der Rednerlisten/ Filibusterei bei den öff. Versammlungen.

    Lange dominierte die BI-Janele/Veits das veröffentlichte Meinungsbild zur Ostumgehung. Die leicht gesammelten Unterschriften sagten nichts aus über das Abstimmungsverhalten in der Wahlkabine. Als es darauf ankam, erreichte die BI-Janele/Veits nicht einmal die Unterschriftenzahl.

  • Veits M.

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    Lieber Osttrass´ler,

    Sie verstehen hier grundsätzlich etwas falsch.
    Es gibt keinen(!) Grund, unsachlich rumzupoldern!
    Bitte erst lesen – auch den Link, aus dem mein Zitat stammt.
    Dann den Zusammenhang herstellen, mit dem was war am Donaumarkt
    und was sich bereits wieder abzeichnet ….
    vielleicht versuchen zu verstehen, was der andere sagen wollte ….
    und dann könnte man auch mal nachfragen, wenn erwas unverständlich erscheint – oder?

    Bitte zurück auf Start!
    Und einfach nochmal versuchen.
    Danke.

    Ihr Veits

    P.S.
    Legen Sie sich doch einen anderen Nicknamen zu – von der Osttrasse ist hier zu keiner Zeit die Rede;
    davon wird erst in naher Zukunft wieder die Rede sein, wenn die Forderung auf Einhausung kommt. Die Politiker werden dann nicht mehr dieselben sein …. der Lärm wird bleiben bis dann in ca 6-10 Jahren eingehaust wird.

  • Pro Osttrasse

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    Lieber M.Veits, meinen Sie wirklich eine künftige Einhausung auch für die Osttrasse?

    Die Ostumgehung hatte ich nur angesprochen, um daran zu erinnern, wie leicht Unterschriften – dann auch zu Ersatztrassen – zu gewinnen sind und wie wenig sie bedeuten.

    Schön, wenn es den „Popanz“ nicht gibt. Absichtlich hatte ich Sie nicht missverstanden. Ich erlaubte mir, mit Fragezeichen meine Zweifel zu kennzeichnen, und bitte um Nachsicht, wenn ich nicht erst alle Links verfolgte, um Missverständnisse auszuschliessen. Gern stimme auch ich Herrn Aigner zu: „Ersatztrasse: Alles auf Anfang“.

    An den Böblingen-Link darf ich – ohne Eile – erinnern.

  • Veits M.

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    Wo bleiben die Naturschützer der SPD?

    Ein LINK zur Deklaration Biologische Vielfalt – unterzeichnet von vielen Gemeinden
    http://aktionboss.de/kommunen-geben-ihre-stimme-fuer-die-biologische-vielfalt.

    In Regensburg stimmt das Reden mit dem Handlen nicht überein – man nehme nur beispielhaft die Erklärungen von SPD-Mann Hartl zur Biodiversität: gleichzeitig versäumt es die SPD, der Osttrasse entgegen zu treten, etwa mit dem klarer Ausspruch: „Nicht mit uns!“

  • gifthaferl

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    Ich las an anderer Stelle einige Beiträge, die stellten die Interessen der Menschen in der Stadt über die der Tiere, oder der direkten Anwohner – jetzt mal sehr grob gesagt.

    z.B.
    Zum Artenschutz sind andere Stellen geeigneter. Den Tieren wird ein Schutz im Bayerischen Wald genau so recht sein. Wir müssen beim Abwägen Artenschutz einbeziehen und dürfen städtische Menscheninteressen wie Mobilität, Wohnruhe, Denkmalschutz stärker gewichten.
    http://www.regensburg-digital.de/odp-fordert-gutachten-rausrucken/16022010/comment-page-1/#comment-9427

    Fledermäuse beobachten können, und darum Artenschutz?
    auch: in halbwegs „freier“ Natur spielende Kinder würden für andere Interessen instrumentalisiert?

    Ist das alles eigentlich ernst gemeint?

    Was ist ein Ökosystem?
    Hat der Mensch – und dessen Interessen damit nichts zu tun?
    Lebt der Mensch außerhalb von Ökosystemen?

    Mobilität – Straßen, Wohnruhe – schon mal ein Widerspruch zu Mobilität mit Autos, LKWs auf Straßen – Denkmalschutz – Gebäude etc.

    Das also ist’s was der Mensch zuallererst zum Leben braucht?
    Sonst nichts?

    Das Essen kommt aus dem Supermarkt, klar, da wird es wohl auch hergestellt, das trinkbare Wasser aus dem Hahn – woher und wie auch immer es dahin kommt, und Luft, ach Gottchen, die ist ja eh da, und solange man nicht tot umfällt sobald man die atmet ist doch alles o.k., da muss man sich weiter nicht drum kümmern

    Glauben manche ernsthaft, Umwelt – Arten- …..schutz und all so ein Schmarrn sei eine Angelegenheit von sentimentalen Ökofreaks oder rein von Partikularinteressen privilegierter Anwohner gefordert?

    Wie wäre es mit Totenruhe, die der Mensch zuallererst braucht?
    Die wird er bald haben, ganz ungestört, wenn die ganze Welt das mit dieser läppischen Ökologie so sieht – zuerst in der Stadt übrigens.

    Die Stadt an sich heute ist nämlich ein ziemlich lebensfeindliches Ökosystem, und könnte dankbar sein, wenn es mitten in ihr – im Zentrum noch etwas deutlich weniger lebensfeindliche Ökosysteminseln (hier ja wörtlich zu nehmen) gibt.

    Anderswo wird mit ziemlich viel Aufwand versucht, solche „Inseln“ wieder herzustellen, weil die auf vielfältige Weise das Stadtklima der gesamten Stadt in jeder Beziehung – sogar bis in die sozialen Zusammenhänge hinein – positiv beeinflussen.

    Aber freilich, Regensburg ist natürlich nicht Shanghai…………..
    http://home.wangjianshuo.com/de/20051129_polution_in_shanghai_-_part_ii.htm

    Begriffe wie Bodenversiegelung, gehemmte Luftzirkulation, Luft- und Bodenverschutzung durch Verkehr, Heizung, Industrie , Lärm, mal unsystematisch hingeworfen………………….alles durch Menschen, erst recht durch große Ansammlungen solcher wie in Städten, verursacht – unbekannt, nicht der Rede wert?

    Tiere und Pflanzen als Bioindikatoren für Verschmutzung, Vergiftung, Lebensfeindlichkeit oder eben auch nicht?
    Und freilich nicht irgendwelche Tiere und Pflanzen, sondern bestimmte und im Zusammenhang.
    Die Vögel und Fledermäuse, die am Gries wohnen dürften sich kaum einfach so beliebig im Bayerischen Wald – der aber nun ja auch alles andere als ein einheitliches Ökosystem ist – finden.
    Davon abgesehen, dass die Regensburger davon wenig hätten.

    Die Besiedelung eines Gebietes mit vielen fetten Kakerlaken spricht z.B. nicht für die allgemeine Lebensfreundlichkeit eines Gebietes.
    Kakerlaken mögen es gerne warm, Gifte aller Art in Mengen stören die wenig und zu essen gibt es für die reichlich unter Menschenmassenansiedlungen – die idealen Stadtbewohner sozusagen.
    Bei Ratten ist es ähnlich, die Abwasserkanäle für die ein Paradies.

    Ich kann es wirklich nicht begreifen, dass jemand anscheinend tatsächlich glaubt, es gebe erstens einen Gegensatz zwischen Natur, Mensch und Stadt, Natur ist was für Viecher, und Stadt für Menschen, und zweitens das habe nichts miteinander zu tun.

    Kann es denn sein, dass es sich bei Trägern solcher Meinungen um Menschen handelt, die als Kinder nie mit der „Natur“ was zu schaffen hatten, nicht mal solcher mitten in der Stadt, von weiter draußen, Wald, Wiesen, Bäche – mäandernde, Schwammerl, Beeren, Viehzeug fangen sehen – auch alleine , ganz zu schweigen?

    Ich empfehle über die Bedeutung des Regenwurms als Voraussetzung menschlicher Existenz zu meditieren, oder auch die der Haie.
    Nur Beispiele sicher – denn dazwischen und drunter ist viel, was ebenfalls unabdingbar ist – aber bedeutsame „Anker“ sozusagen.

    Evolutionsbiologen gehen nicht davon aus, dass die Spezies Sapiens die durchschnittliche Lebensdauer einer Säugetierart erreichen wird, trotzdem, die Art an sich hätte noch ein ziemliches Weilchen vor sich bevor sie so oder so ohnehin ausstirbt, wie heute etwa (geschätzt) 100 Arten täglich, von denen wir viele überhaupt nicht kennen.

    So gesehen kann uns auch der Schutz der eigenen Art reichlich wurscht sein, die meisten die hier lesen, sind schon in 50,60 Jahren ziemlich sicher tot, und WIE die anderen leben – was soll’s.

    Die Staatsverschuldung, die unsere Kinder und Enkel angeblich abzahlen müssen, um die sollen wir uns Sorgen machen, genau, das ist seit 200 000 Jahren DIE Sorge des Sapiens bezüglich seiner Nachkommen.

    Nee, die Art zu schützen, dazu gibt es wirklich keinen Grund.

    Insofern – umwühlen, abreißen, zubetonieren ………….was immer geht – machen wir’s kurz!

  • Reinhold Breuer

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    @gifthaferl
    Von Ihrem Wohnort aus ist Ihnen Busfahren zu langsam mit zuviel Umsteige-, Umweg- und Wartezwang? Zum Umstieg auf den Bus sind Autofahrer DORT wohl kaum zu gewinnen, also zur Verbesserung des Modalsplits.

    Verstehe ich Sie da richtig, Gifthaferl? in http://www.regensburg-digital.de/ersatztrasse-greipl-kommt/07042010/
    „Man muss doch schon umsteigen, wenn man nur in die Innenstadt will, also die eigentlich klassische ÖPNV Linienführung, rein in die Stadt, raus aus der Stadt.
    Bei Querwegen, fährt man sowieso dreimal um und durch die Stadt, bevor man da ist wo man hinwill, auch wenn man eigentlich hinspucken könnte.
    Selbstverständlich sind die Fahrpläne nicht abgestimmt, wenn man quer muss.
    Von Taktzeiten, gar am Wochenende oder nach 19.00 spricht man besser gar nicht.
    Dafür kommt man sicher früh ins Bett, wenn man auf den Bus angewiesen ist, war aber Stunden unterwegs.“

    Zweifeln Sie etwa daran, dass zum Gemeinwohl das Ziel „Verbesserung des Modalsplits“ richtig bleibt und in Siedlungen vergleichbarer Größe auch besser erreicht ist (meist ohne neues Stadtbahnsystem)?

    Nur im Notfall sollten wir für möglichst wenige Menschen die von Ihnen genannten Nachteile verstärken.

    Sie meinen wohl, das das Ziel „Bürgertrasse“ mit der Folge längerer Fußwege in der westlichen Innenstadt und Stadtamhof und von Umwegfahrten solcher Notfall ist.

    Ist auch das Ziel „Einsatz von Schienengroßfahrzeugen“ mit der Folge vermehrter Umsteige- und Wartezeiten solcher Notfall?

    Wirtschaftlich halbwegs tragbare Stadtbahn bei uns würde den Ersatz mancher Busdirektlinien in die Stadt voraussetzen. ALLE Studien gehen davon aus (In Siedlungsräumen vergleichbarer Größe gilt das übrigens dann nicht, wenn Siedlungen in Form einer Perlenkette hinter einander liegen, etwa in einem langen Tal.) Mit großen Schienenfahrzeugen kann man weniger Fläche wirtschaftlich abdecken und braucht man Zubringer/Verteilerbusse. Mehr Menschen, Gifthaferl, kämen in Ihre unattraktive Umsteigerlage: SchienenMALUS.

    PS Ich lese soeben Ihre letzten 3 Worte. Drum weitere Erklärung und Diskussion lieber bei besser passender Themenvorgabe seitens der Redaktion, etwa bei einem Thema „Nahverkehrsplan“.

  • Veits M.

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    R. Breuers Themenvorschlag aufgreifend und erweiternd will ich verlinken auf
    http://www.inwent.org/veranstaltungen/172212/index.php.de

    Diese Veranstaltung in Berlin wird sich befassen mit dem Klimawandel – lokal, regional, national und global.

    Themenvorschlag:

    Ich rege also an, das Thema „Nahverkehrsplan“ mit diesem erweiterten Ansatz aufzugreifen – vom aktuell diskutierten städtischen Radwegeplan – über Modalsplit – bis: das Maß des Menschen ist der Fuß.

    Es geht um

    die – verantwortliche und zumutbare – Erreichbarkeit der Altstadt, um eine Abwägung der widerstreitenden Interessen der Anlieger, Einwohner, Pendler, Besucher ….

    den – demokratischen – öffentlchen Raum, seine zunehmende Nutzung als verlängerte Verkaufstheke,
    die Eventisierung der Altstadt, ihres „Ausverkaufs“ unter dem Label des Welterbes.

    Es geht um ….

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