Für Flüchtlinge: Briefkasten verboten!

briefkastenEs ist nur ein weiteres Mosaiksteinchen, mit dem Flüchtlingen ein selbstbestimmtes Leben erschwert wird. Statt Geld oder Einkaufsgutscheinen gibt es (in Bayern) bekanntermaßen Essenspakete, anstelle einer eigenen Klingel steht häufig die Voranmeldung für Besucher beim „GU-Leiter“. Ohnehin sind die sogenannten „Gemeinschaftsunterkünfte“, in denen Flüchtlinge unterschiedlichster Herkunft zusammengepfercht werden, eine bayerische Spezialität. Ob der Vorschlag der FDP umgesetzt wird, diese Lagerpflicht aufzuheben und ihnen ein (übrigens auch kostengünstigeres) Leben in Privatwohnungen zu ermöglichen, bleibt abzuwarten. So gesehen ist die Forderung des Regensburger Flüchtlingsforums, jedem Bewohner der Regensburger „Gemeinschaftsunterkunft“ wenigstens einen eigenen Briefkasten zur Verfügung zu stellen, eigentlich keine große Sache. Doch selbst das scheint kompliziert zu sein. Post abholen: Hinweis aus der \"Gemeinschaftsunterkunft\". Foto: ArchivEine bereits vorhandene Briefkastenanlage in der Plattlinger Straße wurde vor dem Umzug der Unterkunft aus der Alten Straubinger Straße sogar extra entfernt. Post müssen sich die Bewohner beim „GU-Leiter“ abholen – zwischen sieben und neun Uhr morgens. Wer zu spät kommt, muss bis zum nächsten Tag warten. Um sieben Uhr sind einige der Bewohner bereits aus dem Haus und warten am Hafen auf Tagelöhner-Jobs. Zwingend vorgeschrieben scheint diese Schikane übrigens nicht zu sein. Wie RFF-Sprecherin Marion Puhle mitteilt, wurden im Regierungsbezirk Schwaben, in der „Gemeinschaftsunterkunft“ Nördlingen, Briefkästen für die Bewohner genehmigt. Nach dem entsprechenden Hinweis von Puhle hat die Regierung der Oberpfalz nun das bayerische Sozialministerium um eine Stellungnahme gebeten. Bis von dort eine Antwort kommt, heißt es für die Asylbewerber weiter pünktlich beim GU-Leiter anzutanzen, um an ihre Post zu kommen. „Asylbewerber sind verpflichtet, einen ordnungsgemäßen Briefkasten bereitzuhalten und dafür Sorge zu tragen, dass ihr Briefkasten gegen fremden Zugriff hinreichend gesichert ist.“ (Aus einem Urteil des Verwaltungsgerichts Frankfurt)

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Kommentare (10)

  • Gast

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    Wenn die Menschen, die (angeblich) in ihrer Heimat verfolgt und mit dem Tode bedroht worden sind in dem Land, das sie aufgenommen hat, keine anderen Sorgen haben, alsi die Geschilderten, dann geht es ihnen gut.

  • kardinal

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    @Gast

    lieber Willi Wiener, danke für diesen äusserst tollen Kommentar.
    Ich hoffe, dir geht es gerade und für alle Zukunft so „gut“ wie den „Menschen, die (angeblich) in ihrer Heimat verfolgt und mit dem Tode bedroht worden sind“.

    Friss doch lieber Würstchen in Wörth an der Donau, der Hauptstadt der „Bewegung“, und lass uns mit deinem Scheiss in Ruhe!!

  • Roland Hornung

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    @ Kardinal
    Ich kann dir hier nur voll zustimmen. Obwohl ich in Zwischenzeit nicht mehr alles auf jenen Herrn in Wörth reduzieren möchte; denn es gibt im breiten Dunstkreis des “ Stammtisch-Niveaus “ durchaus viele solcher Gesinnungsgenossen, durchaus leider auch in der ( angeblichen ) Mitte der Gesellschaft, leider….
    Euer Roland Hornung

  • Auch Gast

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    Das wird doch niemand bestreiten wollen, daß verglichen mit den Gründen, die für gewöhnlich mit einem Asylantrag geltend gemacht werden, das Nichtvorhandensein eines individuellen Briefkastens ein vernachlässigbares Problem darstellt.

  • Joachim Datko

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    Diffamieren anstatt diskutieren?

    Zitate:

    – kardinal am 07. Jan 2009, 21:13
    „Friss doch lieber Würstchen in Wörth an der Donau, der Hauptstadt der “Bewegung”, und lass uns mit deinem Scheiss in Ruhe!!“

    – Roland Hornung am 08. Jan 2009, 09:05
    „denn es gibt im breiten Dunstkreis des ” Stammtisch-Niveaus ” durchaus viele solcher Gesinnungsgenossen“

  • Marion Puhle

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    Jemand, der einem Anderen einen Briefkasten stretig macht, ist ein hoffnungsloser Fall und läßt erkennen, welch Geistes Kind er ist.
    Es geht hier nicht um einen Asylantrag, sondern darum, Flüchtlingen das Mindestmaß an Menschlichkeit entgegenzubringen und dazu gehört ein abschließbarer Briefkasten, basta.

    Wir, die selbstverständlich jeden Tag das Leben auf Kosten anderer Länder genießen, in dem wir sie wirtschaftlich ruinieren, ausbeuten, Kinderarbeit in Kauf nehmen, nur um unseren konsumverwöhnten Lebensstandard zu halten, sollten die Füsse still halten.

    Was ist das eigentlich für eine Diskussion bzw. Stil.
    Weiß unser Schreiberling eigentlich, wie degradierend es ist, wenn man sich, um seine Post entgegen zu nehmen, anstellen muss.

    Ich möchte echt die Gesichter sehen, wenn es morgen heißt, jeder müsste seine Post täglich beim Postamt abholen.

    Nicht nur, dass sich Flüchtlinge für die Abholung ihrer Post zu bestimmten Zeiten anstellen müssen, nein, sie leben seit Jahren zu siebt oder zu acht in einem Zimmer zusammengepfercht, leben von Essenspaketen und fristen somit ihr Dasein.

    Ist das vielleicht unsere Antwort, auf das wirtschafltiche ruinieren der Länder. Ist das unsere Antwort auf den Bombenterror, dem die Menschen in solchen Lädern ausgesetzt sind, ist das die Antwort darauf, dass sich Menschen vom Tode bedroht fühlen, deren Religion eine Minderehit darstellt.

    Wir alle sollten darauf achten, wie wir Menschen begegnen und nicht so tun, als hätten wir an deren Schicksal nicht eine Portion Mitschuld.

    Wer so spricht, der hat meines Erachtens nichts kapiert.

    Marion Puhle
    Regensburger Flüchtlingsforum

  • Auch Gast

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    @Frau Puhle

    Ich verstehe ja, daß Sie, aufgabenbedingt, sich zu dem Sachverhalt aufregen.

    Dennoch steht die beklagte Mühsal (kein individueller Briefkasten) in keinem Verhältnis zu den Beschwernissen, denen die Menschen die bei uns Aufnahme gefunden haben, in ihrem Herkunftsland ausgesetzt haben.

    Dazu:

    sei der Hinweis gestattet, daß wir momentan von den Menschen sprechen, die bei uns Aufnahme gefunden haben und deren Lebensunterhalt derzeit von der Allgemeinheit bestritten wird.

    Soweit zum sachlichen Teil Ihres Beitrags.

    „hoffnungsloser Fall und läßt erkennen, welch Geistes Kind er ist.“
    „Schreiberling “
    „nichts kapiert“

    Abschließend: Wie schon vom Vorposter, Herrn Datko angemerkt wurde, sollte es doch möglich sein, auf sachliche Anmerkungen ohne Diffamierungen zu antworten

  • Veronika

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    @Auch Gast

    „Das wird doch niemand bestreiten wollen, daß verglichen mit den Gründen, die für gewöhnlich mit einem Asylantrag geltend gemacht werden, das Nichtvorhandensein eines individuellen Briefkastens ein vernachlässigbares Problem darstellt.“

    Stimmt.

    Es wird „doch aber auch niemand ernsthaft bestreiten wollen“, dass es „Gast“ nicht darum ging.

    Zitat: „(angeblich) in ihrer Heimat verfolgt und mit dem Tode bedroht“

    Kann kardinal insofern nur recht geben!

  • Auch Gast

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    „“Das wird doch niemand bestreiten wollen, daß verglichen mit den Gründen, die für gewöhnlich mit einem Asylantrag geltend gemacht werden, das Nichtvorhandensein eines individuellen Briefkastens ein vernachlässigbares Problem darstellt.”“

    „““Stimmt.“““

    Schön, daß in der Sache selbst Übereinstimmung besteht.

  • Bernhard Segerer

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    Die Frage ist doch warum Flüchtliche solchen Schikanen ausgesetzt werden. Abschreckung? Ich fordere gleiches Recht für alle – weg mit der Unterscheidung Bürgerrechte/Menschenrechte.

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