Morgen, Regensburg

Auch ohne Schaum vorm Mund kann man geifern. Richtig fesch und richtig nett kam Chrstine Haderthauer (CSU-Genralsekräterin) gestern ins Kolpinghaus, um beim traditionsreichen Fischessen ihren zerstrittenen Regensburger Parteifreunden Mut zu machen. Dass so etwas mit Populismus am Besten funktioniert, weiß man als Generalsekretärin – naturgemäß sitzen auf diesem Posten die Scharfmacher einer Partei. Und wenn „a Zuagroaste” in gut-bayerischer Manier hetzt – gegen jugendliche Straftäter („Abschieben ist die beste Prävention”), „zu hohe Moscheen” (Die gibt es in ganz Deutschland nicht. Die Regensburger Moscheen sieht man nicht einmal. Aber die hiesige NPD fährt in etwa Frau Haderthauers Linie.) oder Migrantenverbände („Die hätten sich mal entschuldigen sollen für die Münchner Schläger.”), dann freut sich das Parteivolk. Die Frau Haderthauer wird’s schon wissen… Wie schön einfach doch alles sein kann und die Frau Haderthauer wird’s schon wissen. Mir vergeht beim Zuhören der Appetitt auf den Fisch, den es von der CSU spendiert gäbe. Dann, wenn ich darüber nachdenke, dass sich diese intelligente und gutaussehende Frau darüber bewusst ist, dass sie Zusammenhänge verkürzt und damit falsch darstellt. Wenn ich darüber nachdenke, dass sie bewusst eine latente Fremdenangst bestätigt und schürt. Und wenn ich darüber nachdenke, dass sie weiß, dass manche ihrer Sprüche fast wortwörtlich im NPD-Prgramm stehen. Aber am Aschermittwoch muss sie halt kräftig vom Leder ziehen. Sie will ja nicht als Lusche gelten. Außerdem bringt das Wählerstimmen. Nicht schlecht, Frau Haderthauer! Vielleicht haben Sie aber mit allem, was sie sagen recht, ich bin – um Ihre Worte zu benutzen – einer von „diesem frustrierten Protestpotential” und geifere deshalb. Meinen Schaum vorm Mund sieht man aber hoffentlich. (Ent)spannende Lektüre!

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Kommentare (9)

  • patricia wehrmann

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    Ich bin von diesem billige Populismus wirklich angeekelt. Gegen Ausländer zu hetzen, um die Wahl zu gewinnen hat schon Roland Koch probiert.
    Hat mann in der CSU die Lektion nicht verstanden?
    Die Nazi-Propaganda gegen Juden hat genauso angefangen.

  • Marion Puhle

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    Liebe Leserinnen und Leser,
    was erlaubt sich bitte schön die CSU noch. Ekelhafter geht es wirklich nicht mehr.
    Gestern schreit Erwin Huber auf dem „Politischen Aschermittwoch“. „Deutschland bzw. Bayern ist ein christlichen Land. Wir werden es nicht zulassen, das Moscheen (Minarette) höher gebaut werden, als Kirchen.
    Mit dieser Äußerung wird doch klar, wer die Scharfmacher gegenüber unseren ausländischen Freundinnen und Freunden sind. Ein Zusammenwachsen mit anderen Kulutren, davon hat sich die CSU seit Bestehen ihrer Partei distanziert. Die ewig Gestrigen, die nicht kapieren wollen, dass andere Kulturen eine Berreicherung sind, läßt die Schlußfolgerung zu, verbietet die CSU in Bayern, denn sie werden die Ausländerhetze weiter betreiben.
    Wir müssen allesamt dafür einstehen, dass Menschen egal welcher Hautfarbe, welcher Religion usw. zu uns gehören und da erscheint die CSU als ein sehr großes Übel.
    Wenn Roland Koch für seine Äußerungen von der NPD gelobt wird, die Äußerungen von Hadertauer, Beckstein und Huber auch nicht viel besser sind, dann wird demnächst wohl ein Lobgesang der NPD auf diese Herrschaften niederprasseln. Die CSU ist der Steigbügelhalter der NPD.
    Marion Puhle

  • Barbara Junghans

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    Liebe Damen Wehrmann und Puhle,
    es hat ja wohl nichts mit Fremdenfeindlichkeit zu tun, wenn gefordert wird, dass jeder, der in Deutschland lebt, unsere Rechtsnormen respektieren muß (z.B. keine Ehrenmorde, keine Zwangsverheiratungen, keine Beschneidung von kleinen Mädchen). Eine Integration kann auch nur gelingen, wenn Menschen, die viele Jahre in unserem Land sind, auch die Deutsche Sprache beherrschen. Die Ausländer, mit denen ich berufsbedingt zu tun habe, sehen diese Notwendigkeit auch ein und fühlen sich in unserem Land wohl.
    Die Bemerkung von Frau Wehrmann hinsichtlich der „Nazipropaganda“ geht am Thema der Rede der Frau Haderthauer völlig vorbei, denn gerade in Regensburg besteht ein ausgesprochen herzliches und vertrauensvolles Verhältnis zur jüdischen Gemeinde, von dem ich mich selbst schon anläßlich einer Einladungs in der Synagoge überzeugen konnte.

  • Marion Puhle

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    Guten Tag Frau Junghans,
    ich bin mir sicher, dass viele Ausländer, die seit Jahren in unserem Land leben, auch die Deutsche Sprache beherrschen.Ich arbeite seit Jahren mit Ausländern zusammen und habe was das Erlernen der Deutschen Sprache anbelangt, jedenfalls nur gute Erfahrungen gemacht. Ich hatte in meinem Kommentar vergessen, dass Herr Huber auf dem größten Stammtisch der Welt
    (Politischer Aschermittwoch)in Passau gesagt hat, „die CSU in Bayern werde Alles tun, damit die Türkei nicht in die EU aufgenommen wird. “ Huber sagte: „nie, nie und nochmals nie“. Merken Sie eigentlich Frau Junghans, wie weit sich die CSU von einem Zusammenwachsen der Völker entfernt. Die CSU hat auch von Inländerfeindlichkeit gesprochen, was bitte ist das denn?
    Hier werden mal wieder Äpfel mit Birnen verwechselt, um eine Legitimation zu haben, gegen Ausländer ( Minderheiten ) zu Felde zu ziehen. Wenn ein Ausländer von einem Deutschen niedergestochen bzw. niedergeprügelt wird, ist das genauso schlimm, als wenn ein Deutscher von einem Ausländer angegriffen wird.
    ´Von Inländerfeindlichkeit zu sprechen, wie es Herr Huber getan hat, ist eben genau so dümmlich, wie die Türkei nicht in die EU aufzunehmen. Ich plädiere jedenfalls dafür, dass wir zu einer Welt zusammenwachsen und die bestehenden Probleme friedlich lösen.
    Marion Puhle

  • reinhold breuer

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    Sehr verehrte Damen, lieber Herr Aigner,

    zwar reden Sie, Frau Junghans, ihre Vorredner an, aber anschließend an den Vorrednern /am Thema vorbei. Mit der Einleitung. „Wenn gefordert wird, …“ lenken Sie ab. Erklären Sie statt dieser Forderungen doch bitte die kritisierten Zitate von Haderthauer und Huber gegen jugendliche Straftäter („Abschieben ist die beste Prävention”), oder gegen Migrantenverbände („Die hätten sich mal entschuldigen sollen für die Münchner Schläger.” und „zu hohe Moscheen“) und die „Inländerfeindlichkeit“.
    Ob „Ausländerhetze“ intendiert war, merken wir vielleicht leichter, wenn wir Zitate etwas ändern:
    „Die Journalistenverbände sollten sich entschuldigen für eine Regensburger Journalistin, die einem Wettbewerbsverlag zweifach Reklame für ihr Buch unterjubelt unter dem Vorwand, das seien Diskussionsbeiträge.“
    Die Journalistenverbände ??
    Wenn das Beispiel nicht stimmt, nehmen wir:
    „Die Sportverbände sollten sich entschuldigen für eine XY-städter Gruppe prügelnder Sportler.“
    Die Sportverbände ?? Gibt es nicht überall mal ein schwarzes Schaf ?
    Und „die Migrantenverbände“ ?

  • Barbara Junghans

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    Sehr geehrter Herr Breuer und Frau Puhle,
    es ist nun mal meine altmodische Art, die Leute,
    denen meine Worte gelten, auch mit Namen anzureden.
    Sie werfen mir vor, am Thema vorbeizureden, gehen aber selber auf die von mir gestellten Forderungen nicht ein (Achtung unserer Gesetze).
    Da ich Herrn Hubers Rede nicht gehört oder gelesen habe, kann ich dazu auch keinen Kommentar abgeben.
    Die Worte von Frau Haderthauer sind aus dem Zusammenhang gerissen. Sie beziehen sich auf den konkreten Fall des „Mehmet“. Ich frage mich wirklich, warum wir einen Serientäter, der ja auch seine Eltern bedroht hat, unbedingt in unserem Land durchfüttern sollen.
    Nach meinen Notizen hat Frau H. nicht gesagt, die Migrangenverbände sollten sich „entschuldigen“, sondern „distanzieren“. Das ist nämlich ein gravierender Unterschied.
    Das von Ihnen gebrachten Beispiel mit den Sportvereinen hinkt insofern, als beispielsweise der Deutsche Fußballbund für Vereine, deren Anhänger Randale machen, Sperren ausspricht oder Stadionverbote für diese Fans.
    Das zweite Beispiel ist – entschuldigen Sie meine Offenheit – krass an den Haaren herbeigezogen.
    Selbstverständlich bin ich auf Seiten von Frau Puhle in dem Punkt: Es ist genauso schlimm, wenn ein Ausländer von einem Deutschen zusammengeschlagen wird, aber eben auch umgekehrt. Und wenn die Münchener U-Bahnschläger den alten Mann mit „Scheiß-Deutscher“ apostrophiert haben, dann frage ich mich, ob ich solche Leute dafür liebevoll in die Arme nehmen soll!
    Im Übrigen ist es nicht Bayern sondern die Bundesrepublik, die in der Türkei noch gravierende Mängel in der Umsetzung der Standards sieht, die für einen Beitritt in die EU gefordert werden.
    Dass die NPD ein Übel ist, bestreite ich nicht. Ich bin allerdings genau so negativ eingestellt gegenüber den Kommunisten und SED-Nachfolgern von der „Linken“, deren Vorgänger 40 Jahre lang 18 Millionen Menschen eingekerkert, geschunden und gequält haben. Das haben viele Menschen anscheinend schon vergessen, obwohl es noch nicht einmal 20 Jahre her ist!

    Mit freundlichem Gruß, (auch dies eine meiner altmodischen Floskeln)
    Barbara Junghans

  • Stefan Aigner

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    Liebe Frau Junghans,

    ohne mich in die Diskussion einmischen zu wollen, nur zwei Sachen zur Klarstellung:

    1. Selbstverständlich hat Frau Haderthauer in Zusammenhang mit den Migrantenverbänden von „entschuldigen” gesprochen. Möglicherweise hat sie auch das Wort „distanzieren” gebraucht.

    2. Frau Haderthauer hat von Fall Mehmet gesprochen, ist aber zu dem allgemeinen Schluss gekommen: „Abschieben ist die beste Prävention”; sie hat diese Aussaghe nicht speziell auf Mehmet bezogen. Insoferen ist hier keine Aussage sinnentstellend aus dem Zusammenhang gerissen.

    Beste Grüße,

    Stefan Aigner

  • reinhold breuer

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    Lieber Herr Aigner,

    mit der Struktur des neuen Wochenblatt-digital habe ich noch wenig Erfahrung. Werden „neueste Kommentare“ spurlos ersetzt, wenn neuere angekommen sind? Für diesen Fall will ich kurz dokumentieren, welche 2 Kommentare mich verwunderten. Vielleicht steckt ja noch eine Kinderkrankheit der Software dahinter.
    Aus Ihrer noch aktuellen Webseite:
    • Neueste Kommentare
    o Reiner Gottl zu Stadtbau: Martin Daut bringt Schaidinger in Erklärungsnot
    o Barbara Junghans zu Stadtbau: Martin Daut bringt Schaidinger in Erklärungsnot
    o Barbara Junghans zu Nach „Dossier Rieger” – Schlegl unter Druck
    o Stefan Aigner zu Morgen, Regensburg
    o Barbara Junghans zu „Dann gehen Sie doch”
    Der letzte Eintrag war früher zweimal enthalten. Mir störte, dass ich beim Anklicken in beiden Fällen keineswegs einen Kommentar zu „Dann gehen Sie doch“ fand, wie der Link ja verspricht, sondern jedes Mal die Homepage der mz-Autorin Junghans u.a. mit Werbung für ihr Buch.
    Da ich Frau Junghans nicht an den Pranger stellen wollte, habe ich versucht, ihr meine Kritik indirekt anzudeuten. Daher schrieb ich nur von EINER „Regensburger Journalistin, die einem Wettbewerbsverlag zweifach Reklame für ihr Buch unterjubelt unter dem Vorwand, das seien Diskussionsbeiträge“.
    Nun gibt sich Frau Junghans ahnungslos („krass an den Haaren herbeigezogen“). Vielleicht ist sie ja gänzlich unschuldig in dieses Zwielicht geraten.

    Sehr verehrte Frau Junghans,

    niemand warf Ihnen vor, dass Sie Diskussionspartner anreden oder dass Sie Münchener U-Bahnschläger nicht liebevoll in die Arme nehmen und „Mehmet“ nicht unbedingt in unserem Land durchfüttern wollen. Dafür brauchten Sie sich nicht rechtfertigen.

    Was ist das Diskussionsthema?
    Offenbar doch das, was im Ausgangsartikel „Morgen, Regensburg“ zur Diskussion gestellt wurde – nicht unbedingt alles, was irgendein Kommentator stattdessen diskutieren möchte. Dass in Bayern alle unsere Gesetze achten sollen, ist doch selbstverständlich.

    Während ich in Ihren ersten Beitrag nichts zum Artikel „Morgen, Regensburg“ fand, liefern Sie erfreulicherweise im zweiten Beitrag etwas nach: Selbst wenn Frau Haderthauer – wie Sie meinen – nur gesagt hätte „die Migrantenverbände sollten sich von den Münchner Schlägern distanzieren“, hätte die Forderung doch nur dann Sinn, wenn „die“ Migrantenverbände im Ruf stünden, solche schlimmen Ausschreitungen zu verharmlosen. Oder eben, wenn man zum eigenen Vorteil gegen die Verbände oder Ausländer allgemein Stimmung machen will.
    Sanktionsmöglichkeiten (wie beim Deutschen Fußballbund angesprochen) sehe ich hier nicht.

    Wir Bayern haben eine BESONDERS UNGERECHTE Verteilung der Bildungschancen – so PISA. Gerechtere Bildungschancen können langfristig die Zahl künftiger Jugendpöbeleien senken. Auch diese Prävention ist Regierungsaufgabe (ebenso genügend Stellen für Richter, Polizeibeamte, Sozialarbeiter und ausgebildete Lehrer). Vielleicht stimmen wir drum ohne weitere Analyse überein, dass die durch Herrn Aigner noch einmal bestätigte allgemeine Behauptung „Abschieben ist die beste Prävention“ KEINE Volkspartei von diesen Aufgaben ablenken sollte.

    Alles Gute! – Reinhold Breuer

  • Barbara Junghans

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    Barbara Junghans in eigener Sache

    Sehr geehrter Herr Breuer,

    ich habe mich erstmal halb krank gelacht, weil ich nie auf die Idee gekommen wäre, dass mit der „Journalistin“, die einer Zeitung die „Reklame für ihre Bücher unterjubelt“, ich selbst gemeint sein könnte. Ich erkläre hiermit feierlich, dass ich nichts dafür kann und erst durch Ihren letzten Kommentar davon erfahren habe. Was zu tun ist, weiß ich auch nicht. Vielleicht tröstet es Sie, dass ich mich auch immer über unerwünschte und unverlangte Reklame ärgere.

    Mit freundlichem Gruß,
    Barbara Junghans

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