Ob Gott oder Gottl – es ist jedes Mittel recht für das Wohl der Stadt

Göttlich amüsiere ich mich über ein Wahlgeschenk, das mir heute in die Hand gedrückt wird, als ich durch Stadtamhof schlendere. Ein Tütchen ist es, dessen Inhalt fürwahr christlich ist. Jürgen und Rudi Eberwein lächeln mir mit leicht geröteten Näschen von ihren christsozialen Wahlkärtchen entgegen und bitten – „näher am Bürger” – um meine und auch Ihre Stimme. Doch Amen ich sage Euch, die Eberweins sind nicht nur näher am Bürger, sondern auch näher an Gott. Ob Gott oder Gottl – es ist jedes Mittel recht für das Wohl der Stadt Der (Gott) hat seinen Stellvertreter – Benedikt XVI – als Bildchen mit Sinnspruch mit ins Tütchen gepackt, nebst einem formvollendet gestaltetem Kreuz. Eine schöne Idee. Vermutlich vom Oberbürgermeister abgekupfert, der unseren Heiligen Vater in seinem Wahlwerbespot verwurstet hat und von Gott Liebesbriefe kriegt. Wer das für Heuchelei, oder gar Blasphemie hält, dem sollte man in ohn Unterlass, voll im Chore zurufen: „Wir sind Eberwein”, „Wir sind Schaidinger”, „Wir sind super”. Ja fürwahr. Wenn es um das Wohl und Wehe dieser Stadt geht, ist jedes Mittel recht. Egal ob es nun um Gott geht – oder um Gottl. Aber wer weiß – vielleicht ist diese göttliche Wahlwerbung ja auch eine Intrige der satanischen CSB. Über solche Behauptungen amüsiere ich mich auch, aber nicht unbedingt göttlich. Gott sieht alles! (Ent)spannende Lektüre!

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Kommentare (10)

  • Daniela Camin - Heckl

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    Guten Morgen Herr Stefan Aigner, erschüttern kann eine/n Bürger/in bei diesem Wahlkampf ja nichts mehr. Ich bin auch Christin, meine Familie ebenso, aber keiner von uns wäre auf den Gedanken gekommen, den Glauben innerhalb dieses Wahlkampfes „werbewirksam“ einzusetzen. Nun gut, aber wir wissen ja nun, wem etwas heilig ist und wem nicht. Umso erfrischender finde ich den „neuen Mut“ einiger (weniger) CSU- Stadtratskandidaten. Sie „werben“ in einer Wahlwerbung „Ein geschlossenes Team für Regensburg“ mit Sätzen (Ich zitiere daraus.):
    „… Unser Ziel ist es, endlich auch in der Regensburger CSU einen neuen Politikstil zu verankern. Einen Stil des Miteinanders, des gegenseitigen Zuhörens, des aufeinander Zugehens. Was wir im letzten Jahr in unserer Partei erleben mussten, hat uns ebenso irritiert wie Sie. Die Methoden mit denen Macht um jeden Preis verteidigt wurde, haben uns zutiefst erschüttert. … Die Werte stimmen, sie müssen aber auch gelebt werden! … “
    Würde man jetzt im Umkehrschluss die Werte des bisherigen Politikstils der CSU ableiten … Oh mein Gott! Schick die Regensburger CSU geschlossen nach Altötting, laß jeden alle Sünden beichten und lege Ihnen die Buße des Nichtgewähltwerden auf, damit sie die nächsten 6 Jahre Zeit finden mögen, sich auf die angestrebten Werte wie christlich und sozial zurück zu besinnen.

  • Barbara Junghans

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    Sehr geehrte Frau Camin-Heckl,
    es ist wirklich bemerkenswert, wie Sie als „Linke“ die christlichen Werte verteidigen. Immerhin bewegen Sie sich doch in einem politischen Dunstkreis, in dem Kommunisten, alt-SED-ler und Ex-Stasimitarbeiter Seite an Seite für die sozialistischen Ideale kämpfen und den Klassenkampf und die Umverteilung propagieren, so wie in den guten alten DDR-Zeiten.
    Ob Ihre Genossen wohl so glücklich über Ihren Ausflug in die bürgerlichen Ideale sind?

  • Daniela Camin - Heckl

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    Sehr geehrte Frau Junghans vielleicht irren Sie auch ganz einfach bei Ihren Ansichten über Genossen. Vielleicht stolpern Sie ganz einfach über „Vorurteile“ die auch von diversen Medien verbreitet werden. Also beruhigen Sie sich bitte wieder. Ich bin ein Bürger, wie viele andere auch. Nur habe ich ausgeprägte soziale Werte und christlich erzogen bin ich auch. Aber es ist gut, dass Sie es angesprochen haben. Denn damit erweisen Sie sich als ehrlich in Ihren Fragen und kritisch in Ihren Überlegungen. Menschen, wie Sie braucht diese Gesellschaft, um vorwärts zu kommen. Liebe Grüße an dieser Stelle.

  • Parteiloser

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    Entschuldigung Frau Camin-Heckl, obwohl ich ein sehr liberaler und sozialer Mensch bin und Ihre Ansichten generell schätze, wenn auch nicht immer teile:
    Eine Partei, in welcher sich Leute engagieren und eingebunden werden, die tragende Säulen des 2. deutschen unsäglichen Unrechtsregimes waren, ist und bleibt einfach nicht wählbar!

  • Powerman

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    Bravo Parteiloser,
    solange die Linke Stasi-Mitarbeiter und Stasi-Kollaborateure, Alt-SEDler und Kommunisten der Prägung auf den Listen haben, die die Mauer bejubeln und die Stasi zurückhaben wollen, wie die nette kommunistische Linke-Abgeordnete in Niedersachsen gehört diese Partei nicht zum demokratischen Spektrum.
    Wenn die Linken Verantwortung übernehmen sollen ergreifen die sowieso die Flucht. Oskar geht als Bundesminsiter stiften und Gregor wirft in Berlin das Handtuch. Fazit große Klappe aber für sonst nix zu gebrauchen.

  • Daniela Camin - Heckl

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    @ Parteiloser, ich kann die „allgemeine“ Verunsicherung durchaus nachvollziehen. Aber würden Sie die CDU (falls sie diese auf Bundesebene wählen sollten) nicht mehr wählen, nur weil die amtierende BK früher „FDJ-Sekretärin“ war? Die Linke setzt sich zusammen aus Mitgliedern der früheren WASG und der PDS, neben diesen aus vielen Neumitgliedern. Zwei Parteien waren es, die sich nach Kriegsende zur SED (in der 1949 gegründeten DDR die „Mehrheitspartei“) zusammenschlossen; die SPD und die KPD. Was in der DDR zur „tragenden Säule des 2. deutschen Unrechtsystems“ war die Verfassung der DDR, diese wurde (soweit mir spontan geläufig) 3 mal geändert. Sehr zu ungunsten der allgemeinen Auffassung zur/ über Demokratie. Das trägt aber im Allgemeinen auch niemand der SPD nach. Es hat wenig Sinn, die Vergangenheit zu leugnen, es gilt aufzuarbeiten. Und soziales Unrecht wurde noch in keinem System richtig, nur weil man es so propagiert. Und zum Abschluss, bei mir muss sich prinzipiell niemand entschuldigen, wenn er kritisch und ehrlich mit mir kommuniziert. Von daher Danke für Ihren Beitrag.

  • Daniela Camin - Heckl

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    @Powerman, bitte erklären Sie mir, was Sie unter einem Kommunisten verstehen. Nennen Sie mir bitte die Stadtratskandidaten bei der LINKEN in Regensburg, die Sie als ehemalige Stasi- MA u. Kollaborateure, sowie Alt – SEDler „enttarnt“ haben wollen. Nennen Sie mir bitte noch wer von diesen Kandidaten die „Mauer“ bejubelt hat, bzw. die Stasi zurückhaben wollten. Und warum sollten sich all diese Kandidaten für den Stadtrat in einem demokratischen Wahlverfahren aufstellen lassen, wenn diese anschließend keine Verantwortung übernehmen wollen? Und abschließend: Was geschah mit Wegner? Danke für Ihren Beitrag.

  • Reiner Gottl

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    Vielen Dank Stefan Aigner. So nah an Gott war Gottl noch nie.

  • Daniela Camin - Heckl

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    Herr Gottl, es tut mit persönlich sehr leid, was Ihnen widerfährt/ widerfahren ist.

  • Stadtrats-Adventskalender 21: Weichser Radi und nackte Brüste | Regensburg Digital

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    […] Mittlerweile hat Eberwein sich den „Bürgern für Regensburg“ angeschlossen, jener Gruppierung, die plant, bei der nächsten Wahl abseits der Gugau-CSU mit einer eigenen Liste anzutreten, quasi als die bessere CSU. Dass Eberwein dabei selbst noch einmal mit von der Partie sein wird, ist angesichts seines Alters eher unwahrscheinlich. Allerdings hat er bereits beim vergangenen Wahlkampf seinen Sohn Jürgen ins Spiel gebracht und der erhielt dafür – vielleicht eingedenk des Vaters Engagements gegen blanke Brüste – sogar Unterstützung von Papst Benedikt persönlich. […]

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