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Kolumne

Morgen, Regensburg! Make Toilets Great Again!

Ist es nachhaltig, einen Klowagen vor ein funktionierendes Klo stellen zu lassen, weil man das Klo dahinter nicht aufsperren will? Und warum können Ämter der Stadt bei Manchen manchmal sehr flexibel und kulant sein und bei anderen so gar nicht?

1. Nachhaltig beschissen

Ich bin etwas einfacher gestrickt als manche Berufskollegen. Während diese sich anlässlich der Nachhaltigkeitswoche damit beschäftigten, ob die Stadt Regensburg Robert Habeck zu einem Vortrag einladen darf und ob er dafür ein Honorar verlangt, das vielleicht so hoch ist wie das von Peer Steinbrück, beschäftigte ich mich mit profaneren Dingen: Toiletten.

Eine städtische Toilette gibt es beim Donaumarkt in der Trunzergasse. Diese trägt mittlerweile den wenig schmeichelhaften Namen Brunzergasse, weil ab 20 Uhr in die Gasse uriniert und in die umliegenden Büsche defäkiert wird. Pünktlich um 20 Uhr wird die städtische Toilette nämlich zugesperrt. Da komme, was wolle.

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Zum Beispiel die Nachhaltigkeitsmeile, die im Zuge der städtischen Nachhaltigkeitswoche auf dem Donaumarkt stattfand. Was die städtischen Verantwortlichen hier bewiesen: Sie sind nachhaltig unflexibel.

Eine Toilette. Symbolbild. Foto: as

Vor dem städtischen Klo musste ein Klowagen aufgestellt werden, weil die Stadt Regensburg nicht einmal bei einer städtisch geförderten Veranstaltung in der Lage ist, die eigene Toilette länger geöffnet zu halten.

Es ist sicher nachhaltig, so einen Klowagen anzukarren, wieder wegzufahren, zu entleeren und zu reinigen, anstatt die Toilette gleich dahinter aufzusperren. Nicht!

Es darf offenbar nicht sein, was auf der Hand läge: dass eine Stadtverwaltung flexibel reagiert und bei Veranstaltungen ihre Toilettenöffnungszeiten anpasst – meinetwegen gegen Kostenersatz.

Wer sich ein Klohäusl für fast eine Million Euro auf den Schwanenplatz stellen kann, der kann auch Geld in die Hand nehmen, um für eine angemessene Reinigung zu sorgen und so länger öffnen zu können.

Vielleicht braucht es bei der Stadt ein eigenes Defäkationsamt, um künftig so eine nachhaltige, mit Verlaub, Scheiße zu vermeiden.

2. Enteignungsgleicher Eingriff

Apropos fehlende Flexibilität. Eine solche beweist die Stadt Regensburg auch beim Restaurant Mesopotamia bei der Dauerbaustelle an der Keplerstraße. Es ist offensichtlich, dass die Verantwortlichen schlicht nicht willens sind, eine Lösung umzusetzen, die die Wirtsleute Coskun vor der Insolvenz bewahrt.

Dass eine solche Lösung – ein Fußgängerweg – möglich wäre, räumt die Stadt sogar ein. Aber man bedauert: zu teuer, zu aufwändig, mit zu vielen Verzögerungen verbunden. Ein Bedauern, ein Schulterzucken und wenn die Gastronomen Insolvenz anmelden, wird das unter unternehmerischem Risiko verbucht.

Darf zwar gelegentlich sperrangelweit offen stehen, aber für einen Fußgängerweg reicht es gar nie nicht: die Baustelle am Weinmarkt.

Dass man dann irgendwann anbietet, bei Beschilderungen unterstützend tätig zu sein, hört sich gut an. Aber ich frage mich schon, warum die Stadt nicht aus eigener Initiative solche Beschilderungen angebracht hat – unmittelbar mit der Sperrung. Dann könnte man die bedauernden Worte halbwegs ernst nehmen.

Man kann den Coskuns nur raten, die Stadt zu verklagen, anstatt auf ein freiwilliges Entgegenkommen zu hoffen. Ein Stichwort, das mittlerweile mehrere Juristen mir gegenüber erwähnt haben, ist der enteignungsgleiche Eingriff, auf dessen Basis man eine Entschädigung fordern könnte. Wenn schon freiwillig nichts kommt.

Zeitgleich bekomme ich mit, dass man am Kohlenmarkt im Sinne eines Bauherren auch mal Fünfe gerade sein lässt – gerade beim Brandschutz, auf den sonst peinlichst genau geachtet wird. Mit der Begründung Brandschutz wurde 2021 beispielsweise ein Freisitz in der Altstadt abgeräumt – den es an der Stelle schon seit fünf Jahren gab. Genehmigt. 

Da drängt sich dann schon die Frage auf, was geschehen oder wer man sein muss, um von Ämtern in der Regensburger Stadtverwaltung mit so ungewöhnlicher Flexibilität und Kulanz bedacht zu werden.

Der Eindruck, der entsteht, wenn man zeitgleich mitbekommt, mit welcher peinlichen Genauigkeit manche anderen Bauherren, aber auch Gastronomen vom selben Amt bedacht werden oder wie wenig Entgegenkommen andere – das Mesopotamia – von der Stadt erfahren: Manche sind gleicher als andere.

Im Sinne der Stadtverwaltung kann ein solcher Eindruck nicht sein. Vielleicht sollten sich da mal der Chef und seine Mosaikkoalition drum kümmern.

Entspannte Restwoche!

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Kommentare (2)

  • Thomas Neuhoff

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    Zum Thema Keplerstraße: Es fallen während der Bauphase zig Bewohnerparkplätze weg. Zeitgleich werden durch private Baugerüste am Wiedfang und seit mehr als einem Jahr im Weißgerbergraben 18 Bewohnerparkplätze gestrichen. Kurz vor Baubeginn hat man noch die Fahrradstellplätze in der Thundorferstr. umgesetzt, auch 18 PP die Bewohner vor allem nach 20 Uhr bei der Suche noch retten konnten. Fakt – aktuell fehlen gut 50 Bewohnerparkplätze. Meine Anregung beim Ordnungsamt während der Bauphase den Bereich in und um die Bushaltestellen am Fischmarkt (es fahren ja Baustellen bedingt keine Busse, es gibt keinen Durchgangsverkehr, die Straße bleibt für Rettungsfahrzeuge breit genug) Bewohnerparkplätze einzurichten, wurde mit auf beiden Seiten neu eingerichteten absoluten Halteverboten quittiert und vom gleichen Amt gleich die Parküberwachung losgeschickt (bringt € 55.- pro Anwohner ;) )! Mal sehen, ob unter den neuen Bürgermeister*innen die Verwaltung künftig pragmatische Lösungen in Betracht zieht.

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  • Der sich den Wolf schreibt

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    Alles Scheiße – deine Elli!

    Toi, toi, toi zum 45. Bayerische Jazzweekend vom 2. bis 5. Juli 2026 in Regensburg

    „Scheiße im Trompetenrohr, kommt zum Glück nur selten vor“ – heladi, ladi, lo…

    „Scheiße im Blumenbeet tut den Pflanzen gar nicht gut“ – heladi, ladi, lo… [1]

    „Und das Treppenhaus mit Scheiße bohnern behagt nicht allen Hausbewohnern“ – heladi, ladi, lo…

    Verbotsschilder sind nur bedingt hilfreich. 😊

    https://www.youtube.com/watch?v=YBDl2e6cD9k (Ironie)

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