Von Hitze und Arbeit: La deutsche Vita
Von Arbeit, Hitze und warum der Acht-Stunden-Tag in der Sonne verbrennen muss, damit es aufwärts geht.

Als noch so richtig gearbeitet wurde – Eisenwalzwerk von Adolph Menzel (1875). Bild: Gemeinfrei
Sie hat uns fest im Griff – die Hitze.
Es ist so heiß, man fürchtet zu schmelzen wie Butter in einer Pfanne. Seit Tagen zeigt das Thermometer Temperaturen über 30 Grad. Bereits zum Aufstehen perlt Schweiß von der Stirn. Die Laune am Frühstückstisch ist auf dem Tiefpunkt. Denn an Schlaf ist bei der Hitze nicht zu denken.
Aber: Hitze hin, Schwitzen her. Die Arbeit ruft. Egal, wie viele Hitzetote es gibt.
Der große Bundesvorgesetzte Friedrich Merz sagt „mit Lifestyle-Teilzeit und Work-Life–Balance werden wir den Wohlstand dieses Landes nicht erhalten können“. Mit Hitzefrei auch nicht. Und so schleppt sich die Nation durch die flirrend heiße Republik. Von der Baustelle bis zur Uni. Von der Arztpraxis bis ins Großraumbüro.
Dabei könnte es so einfach sein. Nähmen wir uns nur ein Beispiel an Italien. Ganz im Sinne des europäischen Gedankens. Und kopierten respektvoll ihre Mittagsruhe „Riposo“. Oder die spanische „Siesta“. Rollos runter und Pause. Zwischen zwölf und fünfzehn Uhr. Wohlergehen vor Wachstum. Gesundheit statt Geld.
Leider ist das nicht so einfach. In einem Land dessen wichtigster politischer Mythos das Wirtschaftswunder ist. In dem wieder in die Hände gespuckt werden muss, um das Bruttosozialprodukt zu steigern. Wenn es nach der schwarz-roten Bundeskoalition geht, verbrennt selbst der Acht-Stunden-Tag an der heißen Reform-Sonne.
Zukünftige Sommer sehen dann vielleicht so aus: Dreizehn Stunden schwitzen und schuften, statt Siesta. Herzinfarkt und Hitzetod statt Schatten und Schörlchen.
La deutsche Vita – das fleißige Leben.
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Burkhard Pfaff
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Angesichts der Älteren die entsetzlich unter der Hitze leiden fällt mir das schmunzeln ein wenig schwer.