CSU: Kampfkandidatur um den Vorsitz?

OB-Kandidatur: Die Zeichen stehen auf Schlegl

„Aus dem Strohhalm ist ein Schilfrohr geworden“, sagt CSU-Fraktionschef Christian Schlegl zur Entwicklung der letzten Wochen. Im Vorfeld der Vorstandswahl am Freitag sieht alles danach aus, als ob er doch noch OB-Kandidat der CSU werden könnte. Unterdessen wird darüber nachgedacht, die Öffentlichkeit von den Wahlen auszuschließen. „Wir wollen in Ruhe diskutieren können“, sagt ein Vorstandsmitglied.
OB-Kandidat? Franz Rieger könnte sich mit Christian Schlegl arrangieren. Braucht es zuvor eine Kampfkandidatur um den Kreisvorsitz? Foto: Archiv/ Staudinger

OB-Kandidat? Franz Rieger könnte sich mit Christian Schlegl arrangieren. Braucht es zuvor eine Kampfkandidatur um den Kreisvorsitz? Foto: Archiv/ Staudinger

„Die erste Einschätzung von Franz Rieger, dass eine Mitgliederbefragung kein Problem sei, ist leider falsch. Sinnvollerweise hätte man daher einen derartigen Vorschlag im Kreisvorstand besprechen sollen.“ CSU-Kreisvorsitzender Armin Gugau am 16. April 2013
„Ich bin dem stellvertretendem Kreisvorsitzenden Dr. Franz Rieger, MdL dankbar dafür, dass er in der vergangenen Woche einen Vorschlag an die Öffentlichkeit gebracht hat, der schon vor einiger Zeit im Raum stand – eine Mitgliederbefragung.“ CSU-Kreisvorsitzender Armin Gugau am 23. April 2013
Im Vorfeld der Vorstands-Neuwahlen bei der Regensburger CSU am kommenden Freitag ist der Kreisvorsitzende Armin Gugau zurück gerudert. Beim Verfahren um die Suche nach einem Oberbürgermeister-Kandidaten befürwortet er nun rundweg den Vorschlag des Landtagsabgeordneten Franz Rieger für eine Mitgliederbefragung. Noch eine Woche zuvor hatte Gugau dies – gelinde gesagt – eher skeptisch beurteilt.

Kampfkandidatur mit ungewissem Ausgang?

Als vorgeblichen Anlass dieses Meinungsumschwungs nennt Gugau in einer aktuellen Presseerklärung eine „schriftliche Bestätigung“ der CSU-Landesleitung. Der tatsächliche Hintergrund dürfte aber sein, dass der Kreisvorsitzende seine Felle davon schwimmen sieht. Sollte es nämlich bis zum Freitag zu keiner Einigung zwischen Rieger und Gugau kommen, wird allgemein mit einer Kampfkandidatur der beiden um den Kreisvorsitz gerechnet. Ausgang ungewiss. Zwar sieht es – laut Einschätzung von Angehörigen beider Seiten – derzeit danach aus, also ob Franz Rieger eine knappe Mehrheit der Delegierten auf seiner Seite hätte. „Aber Sie wissen ja selbst, dass es Mittel und Wege gibt, den einen oder anderen umzustimmen“, so ein Mitglied des Kreisvorstands. Doch nicht nur Riegers Vorstoß bringt den Kreisvorsitzenden in die Defensive. Seit Montag kursiert ein zwölfseitiges Papier der Jungen Union, das laut dem Vorsitzenden Michael Lehner „Wege zu einer Einigung“ vorschlägt.

Vorschläge auf dem Weg zum Christian Schlegl

Dabei gehe es um Maßnahmen, die im Kreisvorstand und innerhalb der Fraktion getroffen werden müssten, so Lehner. „Mit der Bitte um Rückmeldung“ haben es Armin Gugau, Franz Rieger und CSU-Fraktionschef Christian Schlegl erhalten. Und vor allem letzterer scheint hocherfreut über die darin enthaltenen Vorschläge zu sein. Denn auch, wenn keine Namen genannt sind, so werden doch Voraussetzungen genannt, unter denen er doch noch OB-Kandidat werden könnte – eine Option, wie sie bis vor kurzem noch unmöglich erschienen wäre. „Aus dem Strohhalm, an den ich immer geglaubt habe, ist ein Schilfrohr geworden“, kommentiert Schlegl die Entwicklung der letzten Wochen, während er nebenbei Rieger und die JU mit Lob überhäuft. Die Chancen für eine „Einigung ohne Gemetzel“ am kommenden Freitag sieht er bei „Fifty-Fifty“. Er wolle alles dafür tun, dass es zu keinem Gemetzel komme, so Schlegl.

Freitag: Wird die Öffentlichkeit ausgeschlossen?

Auch Gugau spart nicht mit Lob für die „Sammlung an wertvollen Vorschlägen“, die die JU erarbeitet habe. „Ich hoffe, dass wir diese Gedanken in der nächsten Kreisvorstandssitzung ausführlich diskutieren und entsprechende Schritte einleiten können.“ Ob es bis zu dieser Diskussion so lange dauern wird, oder ob bereits bei der Vorstandswahl einige Weichen komplett neu gestellt werden, bleibt abzuwarten. Hinter den Kulissen wird derzeit viel telefoniert und miteinander gesprochen und dass die Öffentlichkeit am Freitag darüber mehr erfahren wird, ist nicht gewiss. Von einigen Seiten gibt es den Vorschlag, bei der Delegiertenversammlung mit Neuwahlen die Medien auszuschließen.

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Kommentare (2)

  • parteiloser

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    Jetzt findet der Gugau das wieder ganz toll und eigentlich war das ja schon immer seine Idee bla sülz…Hauptsache seinen A.. noch schnell retten…

    Dass es sich hierbei um einen schlechten Kapitän handelt zeigt sich ja schon daran, dass er die Zeichen der Zeit nicht erkennt und auf Teufel komm raus noch einmal antritt…Kapiert wohl nicht, dass eine Kampfkandidatur mit wem auch immer nur noch schädlich ist für die Partei..

  • CSUler seit 1847

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    @ parteiloser:

    Ich verstehe Ihre Kritik nicht.

    1. Herr Gugau hatte die Idee einer Mitgliederbefragung offenbar wirklich schon länger und sah nur rechtliche Probleme: „Ich spreche mich deutlich für Basisdemokratie aus und habe daher den Vorschlag einer Mitgliederbefragung bereits Ende letzten Jahres mit einigen in der Partei diskutiert. … Allerdings gibt es einige juristische Probleme, auf die es auch heute keine Antwort
    gegeben hat.“

    2. Unabhängig davon wie die Parteimiglieder Gugaus Arbeit bewertet, finde ich finde es gut, wenn es mehrere Bewerber gibt. Das zeigt doch, dass es verschiedene fähige Kandidaten gibt. Wichtig ist nur, dass man sich nach der Wahl zusammenreißt. Und wenn Sie in einer Kampfkandidatur einen Malus sehen, ist es wohl eher der Herausforderer, der die „Schuld“ für eine Kampfkandidatur trägt.

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