Planungsausschuss: Midibusse, Umweltzone und ein Lkw-Parkplatz

RVB-Geschäftsführer Rainer Kuschel erteilt kleineren Bussen in der Altstadt eine Absage. Foto: Archiv/ MirwaldJetzt ist es amtlich. Auf absehbare Zeit werden keine kleineren Busse durch die Altstadt fahren. Ein entsprechender Antrag der Grünen wurde bei der Sitzung des Planungsausschusses am Dienstag mehrheitlich abgelehnt. Rainer Kuschel, Geschäftsführer der Regensburger Verkehrsbetriebe (RVB), nahm im Rahmen der Sitzung ausführlich Stellung zu dem Grünen-Antrag. Kuschel begründete die – bereits bekannte – ablehnende Haltung der RVB unter anderem damit, dass Midibusse das momentane Fahrgastaufkommen nicht bewältigen könnten. Kuschel spricht von täglich 3.500 Fahrgästen, die den Altstadtbus täglich von 9.30 bis 20 Uhr nutzen. In den Jahren 1998 bis 2006 – damals setzte die RVB erdgasbetriebene Midibusse in der Altstadt ein – habe es von Fahrgästen regelmäßig Beschwerden gegeben, so Kuschel. Zu wenig Platz und zu unbequem waren demzufolge die Midibusse. Derzeit gebe es ohnehin „keine serienmäßigen Midibusse, die den Anforderungen des Linienverkehrs gerecht werden“. Auch der Anregung der Grünen, Busse mit Erdgasantrieb anzuschaffen, erteilt Kuschel eine Absage. Der RVB-Geschäftsführer wörtlich: „Unsere Fahrzeuge sind umweltfreundlich.“ Gasbetriebene Busse würden einen höheren Schadstoffausstoß verursachen als die derzeit eingesetzten Dieselbusse. Generell solle man „die Kirche im Dorf lassen“. Kuschel: „Die Leute sehen Rußwolken, wo keine sind.“ Die Taktfrequenz des Altstadtbusses von zehn Minuten sei für Fußgänger zu verkraften. Auch der Einwand von Grünen-Fraktionschef Jürgen Mistol, dass beispielsweise in Linz zunehmend auf gasbetriebene Busse gesetzt werde, überzeugte Kuschel nicht. „Es gibt durchaus unterschiedliche Ansichten. Wir sehen das ganze aber – ebenso wie viele Unternehmen – sachlich und nicht ideologisch.“ Mehrere Nachfragen gab es bei der Sitzung zu einem Lkw-Parkplatz, den die Stadt Regensburg an der Grünthaler Straße, unterhalb des Keilberg, bauen will. Dabei handelt es sich laut Informationen der Verwaltung um eine Ausgleichsfläche für die Spedition Scheck, die wegen des geplanten Baus der Osttangentenerweiterung umziehen muss. Unbestätigten Angaben zufolge gibt die Stadt dafür 1,7 Millionen Euro aus. Aufklärung gab es am Rande der Sitzung auch zu der – von Oberbürgermeister Hans Schaidinger ausgelösten – Diskussion um die Einführung einer Umweltzone in Regensburg. Wie der Leiter des Umweltamts Wolfgang Schörnig erklärte, gebe es dazu „keine offizielle Stellungnahme der Stadt Regensburg“. Nach wie vor sei der einstimmige Beschluss des Stadtrats vom Februar 2008 zur Einführung einer Umweltzone gültig. Allerdings gebe es von Seiten des Freistaats Bayern noch keine abschließende Fortschreibung des Luftreinhalteplans. Die ist nötig, damit die Stadt Nägel mit Köpfen machen kann. Schörnig: „Wir befinden uns in der Endphase.“ Sobald die Fortschreibung vorliege, laufe das Umsetzungsverfahren an. Schörnig ließ durchklingen, dass er dabei noch mit einiger Diskussion rechnet.

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Kommentare (7)

  • kardinal

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    Der Herr Kuschel soll sich mal lieber um seine Hobby-Rallyefahrenden Busfahrer kümmern.
    Am Besten wär´s, er stellte ausschliesslich Frauen ein. Die können wenigstens Auto fahren.
    Im Gegensatz zu den Herren der Piste sind Busfahrerinnen deutlich freundlicher. Ausserdem tragen sie seltener Schnurrbärte.

  • turmalin

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    Pauschalkritik ist immer schlecht.

    „kardinal“ wenn du was zu meckern hast nennen dem Herrn Kuschl Uhrzeit, Linie und Busnummer. Dann trifft´s gegebenenfalls den richtigten und nicht die Vielzahl wirklich guten und kundenfreundlichen Busfahrer in unserer Stadt.

    Was die Barttracht eines Busfahrers mit seinen sonstigen Qualitäten zu tun haben sollte erschließt sich einem nicht unbedingt – oder sollte Kardinal etwa eine ausländerfeindliche Anspielung auf die nicht deutschen Busfahrer im Regensburger Liniennetz gemacht haben?

    Für diesen Fall – wehret den Anfängen und ein kräftige „Pfui Teufel“ für „kardinal“.

  • Joachim Datko

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    Mir geht es beim Nahverkehr hauptsächlich ums Geld.
    – Was kostet der Busbetrieb jährlich?
    – Wie groß sind die Subventionen?
    – Wer trägt die Subventionen?
    – Wie viele Menschen arbeiten in den Büros?

    Ich brauche keinen besonderen Service, sondern erträgliche Preise. Wenn ich richtig informiert bin, bekommen die Stadträte „Freikarten“ für den Nahverkehr, da kann man leicht kostenträchtige Forderungen stellen.

  • Name,notwendig

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    @turmalin

    Nein nein, ich habe ausschliesslich bayerische Pornobalken gemeint

  • jean partout

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    Da muss ich dem Herrn Kardinal oder „Name, notwendig“ oder wie auch immer ausnahmsweise mal recht geben.
    Ich habe auch den Eindruck, dass die lieben Busfahrer ihr Arbeitsgerät manchmal mit dem Privatwagen verwechseln.
    Und was Herrn Turmalin betrifft, von wegen Linie und Uhrzeit, da kann man genauso gut versuchen, sich bei Herrn Mehdorn persönlich über pampige Zugschaffner zu beschweren.
    Haben Sie schon mal versucht, sich beim RVV zu beschweren, Herr Turmalin?? Wahrscheinlich nicht, denn ich hege den Verdacht, dass Sie selber für diesen Verein arbeiten oder sonstwo bei der Stadt. Jedenfallls scheint Kritik an derselben wohl Ihr wunder Punkt zu sein.

    Grüsse

  • Joachim Datko

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    Zu „22. Jan 2009, 15:59 … Ich habe auch den Eindruck, dass die lieben Busfahrer ihr Arbeitsgerät manchmal mit dem Privatwagen verwechseln.“
    ====
    Ich bin oft mit dem Bus unterwegs und sehr zufrieden. Unzufrieden bin ich mit manchen Fahrgästen ( Schuhe auf den Sitzen, Walkman laut, Imbiss kauend, …).

  • Neuromancer

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    Ha!
    Erinnert sich noch jemand daran dass bei der Einführung des Altstadtbusses mit
    „Ich komme alle 5 Minuten“ geworben wurde?
    Und jetzt fahren sie alle 10 min. erhötes fahrgast aufkommen???
    Meiner Erinnerung nach ist es so, dass diese ersten Busse auch mit Erdgas angetrieben wurden. damit wurde geworben!

    Naja Grass oder Spice ist über das alles gewachsen

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