Semesterticket: Studierendenvertretung sieht Schaidinger und Mirbeth in der Pflicht

Semesterticket: Studierende stimmen Erhöhung um 20% zu und stellen sich geschlossen gegen weitergehende Forderungen — Studierendenvertretung sieht nun OB Hans Schaidinger und Landrat Herbert Mirbeth in der Pflicht Franziska Hilbrandt, Studentischer Sprecherin, erklärt: “Das Semesterticket ist heute keineswegs gescheitert. Die Regensburger Studierenden haben mit ihrem Angebot einer Preissteigerung von 20% lediglich deutlich gemacht: Sie sind bereit, einen erheblichen Teil der Forderungen von RVV und Bahngesellschaften zu tragen und wollen das Semesterticket sichern. Sie haben aber gleichzeitig den überhöhten Forderungen von Bus und Bahn eine Absage erteilt. Die 13€ pro Semesterticket — bei 26 000 Studierendenden sind dies ca. 700 000€  pro Jahr – die nun fehlen, um die Forderungen zu erfüllen, müssen nun anderweitig ausgeglichen werden.” “Das Semesterticket entlastet die angespannte Wohnraum- und Verkehrssituation in Regensburg, es bremst die Landflucht aus den umliegenden Landkreisen, es fördert den öffentlichen Nahverkehr durch die langfristige Sicherung von Entgelten und es ermöglicht den Studierenden als finanziell schwache Bevölkerungsgruppe die notwendige Mobilität auf günstige und ökologische Weise. Stadt Regensburg und die umliegenden Landkreise sind über Jahre sehr gut mit dem Semesterticket gefahren. Es liegt nun bei den Politikerinnen und Politikern von Stadt und Region, ob das Semesterticket scheitert oder ob ihnen die Vorteile des Semestertickets 26€ pro Studierenden im Jahr wert sind.” sagt Matthias Zunhammer, Studentischer Sprecher. Im bis auf den letzten Platz besetzten Audimax haben am heutigen Dienstag, den 06.11.2012, mehr als 2.500 Studierende der Universität Regensburg in ihrer Vollversammlung ihr Votum zum Semesterticket abgegeben. Der Andrang war sogar so groß, dass die Vollversammlung mittels Livestream auf zwei weiteren Hörsäle ausgeweitet wurde. Die Abstimmung war nötig geworden, nachdem RVV und die Bahngesellschaften agilis, Vogtlandbahn und DB Regio insgesamt eine Erhöhung des Preises von 49€ auf 72€ (+47%) gefordert hatten. Studentenwerk und Studierendenvertretung hatten in den vorangegangenen Verhandlungen bereits eine Erhöhung um 10€ auf 59€ (+20%) angeboten, sich aber dazu entschieden, die Studierenden über die maximale Höhe der Preiserhöhung abstimmen zu lassen. Die versammelten Studierenden bestätigten nun mit überwältigender Mehrheit die 59€ als Maximalgebot und erteilten weitergehenden Forderungen eine Absage. In den vorangegangen Reden hatte Gerlinde Frammelsberger, Geschäftsführerin des Studentenwerks Niederbayern/Oberpfalz, bereits klargestellt, dass sie das Votum der Vollversammlung als bindend betrachtet. Weder Karl Raba (Geschäftsführer des RVV), noch Bastian Goßner (Referent der Agilis Bahngesellschaft, stellvertretend für alle beteiligten Eisenbahngesellschaften) konnten die Studierenden von der Berechtigung ihrer Forderungen überzeugen. Die ebenfalls geladenen politischen Vertreter des RVV, Oberbürgermeister Hans Schaidinger und Landrat Herbert Mirbeth, hatten ihre Teilnahme an der Vollversammlung bereits im Vorfeld abgesagt. Die Vollversammlung sprach sich am Ende der Veranstaltung gegen eine spontane Demonstration aus. Unabhängig davon zog eine Gruppe von über 50 Studierenden  in die Albertstraße um ihren Unmut über die überzogenen Forderungen Kund zu tun. Mit weiteren Demonstrationen seitens der Studierenden ist in nächster Zeit zu rechnen. Starke Unterstützung erfuhr nach der Vollversammlung auch die Petition der Studierendenvertretung zum Semesterticket. Dies wird die Zahl der derzeit über 5000 PetitentInnen, die sich online eingetragen haben, noch einmal auf über 6000 erhöhen. Die Petition finden Sie unter: https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-den-erhalt-des-regensburger-semestertickets-fair-solidarisch-oekologisch Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter: http://www.uni-regensburg.de/universitaet/sprecherrat/semesterticket/

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