SOZIALES SCHAUFENSTER

Beiträge mit Tag ‘Flossenbürg’

Vergangenen Sonntag beging die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg den 76. Jahrestag der Befreiung. Erneut musste die Gedenkveranstaltung ohne Überlebende und deren Familien stattfinden. Ungewollt hat man damit auch einen Ausblick in die Zukunft erhalten. Denn in einigen Jahren werden keine Zeitzeugen mehr leben. Das hat auch Auswirkungen auf die Erinnerungsarbeit.

Zwischen 1938 und 1945 waren insgesamt über 100.000 Menschen im KZ-Flossenbürg inhaftiert. Foto: bm

„Jetzt muss ich unterbrechen. Die Befreier sind da.“ Mit diesen Worten hält Emil Lešák am 23. April 1945 um 10.50 Uhr morgens den Zeitpunkt der Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg fest. Lešák ist einer der wenigen Gefangenen, die sich zu diesem Zeitpunkt noch im Stammlager im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab, nahe der tschechischen Grenze befinden. Unter dem Eindruck der vorrückenden Streitkräfte der Alliierten haben die Nazis wenige Tage zuvor diejenigen Inhaftierten, die noch bei Kräften waren, auf die sogenannten Todesmärsche Richtung Süden geschickt. Etwa 1.500 Kranke und Schwache bleiben zurück. Lešák setzt sich an die Schreibmaschine eines Lagerkommandanten und hält seine Erfahrungen der zurückliegenden Jahre auf Papier fest. Die Zukunft bleibt für Lešák und diejenigen, die überleben hingegen erst einmal ungewiss.

Gedenkweg am 23. April

“Ein Spiegelbild der Wiederentdeckung der Geschichte.”

„Seit sechs Jahren gedenkt die Stadtgesellschaft am 23. April allen Opfern des Nationalsozialismus“, heißt es in einer Presseerklärung der Stadt Regensburg im Vorfeld des diesjährigen Gedenkwegs, der aufgrund der Corona-Pandemie in Form eines virtuellen Rundgangs stattfindet. Doch ganz richtig ist diese Aussage nicht. Schon lange bemühten sich einzelne Regensburgerinnen und Regensburger um ein würdiges Gedenken der Opfer – ohne die Stadt. Eine kleine Geschichte der Regensburger Gedenkpolitik.

Ein vergessener Gedenkstein

Erinnern an den „Russenfriedhof“

Wofür der zwei Meter hohe Stein an der Ecke Straubinger-/Siemensstraße steht, wissen in Regensburg wohl nur die wenigsten. Vergangene Woche erinnerte die ARGE ehemaliges KZ Flossenbürg bei dem vergessenen Denkmal an die sowjetischen Kriegsgefangenen. Über 600 von ihnen wurden dort ab 1942 ohne Grabstein verscharrt.

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