Beiträge mit Tag ‘Gedenkweg’

Gedenkweg für die Opfer des Faschismus

Zwischen dem Erinnern an damals und der Mahnung für heute

Nach zwei Jahren Pause fand am Samstag wieder der Gedenkweg für die Opfer des Faschismus statt. Das Erinnern an die Vergangenheit und die richtigen Schlüsse für die Gegenwart prallen dabei vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs mehrfach aufeinander.

Rund 200 Menschen nahmen heuer am Gedenkweg für die Opfer des Faschismus teil. Foto: Bothner

Zwei Jahre ist es her, seit der Gedenkweg für die Opfer des Faschismus am 23. April zuletzt stattgefunden hat. Doch trotz dieser Unterbrechung ist es ein vertrautes Bild, das sich gegen 18 Uhr zunächst in Stadtamhof vor dem Colosseum, dem ehemaligen Außenlager des KZ Flossenbürg, bietet. Auf dem obligatorischen meterlangen weißen Banner entrollen die Mitglieder der Jugendorganisation Die Falken jene 65 Namen der Menschen, die im Colosseum den Tod fanden. Später wird das Transparent den Umzug durch die Stadt flankieren und wie schon die Jahre zuvor an jeder einzelnen der sechs Stationen die Kundgebung gewissermaßen umrahmen.

Tag der Befreiung

Erinnern funktioniert nur ohne Schlussstrich

Vergangenen Sonntag beging die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg den 76. Jahrestag der Befreiung. Erneut musste die Gedenkveranstaltung ohne Überlebende und deren Familien stattfinden. Ungewollt hat man damit auch einen Ausblick in die Zukunft erhalten. Denn in einigen Jahren werden keine Zeitzeugen mehr leben. Das hat auch Auswirkungen auf die Erinnerungsarbeit.

Gedenkweg am 23. April

“Ein Spiegelbild der Wiederentdeckung der Geschichte.”

„Seit sechs Jahren gedenkt die Stadtgesellschaft am 23. April allen Opfern des Nationalsozialismus“, heißt es in einer Presseerklärung der Stadt Regensburg im Vorfeld des diesjährigen Gedenkwegs, der aufgrund der Corona-Pandemie in Form eines virtuellen Rundgangs stattfindet. Doch ganz richtig ist diese Aussage nicht. Schon lange bemühten sich einzelne Regensburgerinnen und Regensburger um ein würdiges Gedenken der Opfer – ohne die Stadt. Eine kleine Geschichte der Regensburger Gedenkpolitik.

Gedenkweg für die Opfer des Faschismus

Opfer und Täter beim Namen nennen

Der Gedenkweg für die Opfer des Faschismus am 23. April: Über viele Jahre ein spaltendes Regensburger Politikum. Hier die Kirchen und die Bürgerlichen, dort die Gewerkschaften und die Linken. Am gestrigen Dienstag wurde der Gedenkweg zum fünften Mal über weltanschauliche und politische Grenzen hinweg gemeinsam begangen. Zumindest fast.

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