70 Jahre Kriegsende

Todesstoß für die untote Legende des Robert Bürger

Die Auseinandersetzung mit der Rolle des Wehrmachtsmajors Robert Bürger beim Regensburger Kriegsende 1945 ist auch 70 Jahre danach voll im Gange. Obwohl Peter Eiser und Günter Schießl in ihrem Buch „Kriegsende in Regensburg“ (2012) die Erzählungen Bürgers einer Revision unterzogen und grundsätzlich erschüttert haben, wird sie von ehemaligen Bundeswehrangehörigen und Stadtheimatpfleger Dr. Werner Chrobak stur verteidigt. Auf einer Veranstaltung in der Regensburger Stadtbücherei zum 70. Jahrestag des Kriegsendes kam es zu heftigen Wortwechseln. Durch neuerliche Recherchen von Regensburg-Digital im Nachlass von Nazi-Bürgermeister Otto Schottenheims können nun weitere Details von Robert Bürgers manipulativen Vorgehen aufgezeigt werden.

Hohes Interesse am Kriegsende: Weit über 100 Zuhörer kamen in die Stadtbücherei. Foto: wr

Hohes Interesse am Kriegsende: Weit über 100 Zuhörer kamen in die Stadtbücherei. Foto: wr

Über ein mangelndes Interesse am Regensburger Kriegsende können sich die Veranstalter nicht beschweren. Weit über 100 Zuhörer sind der Einladung der Stadt und der VHS gefolgt, um sich nach der Begrüßung durch Karin Martin die Rechercheergebnisse von Peter Eiser und Günter Schießl anzuhören. In einer völlig überfüllten Stadtbücherei berichteten die beiden Regensburger Autoren vergangene Woche von ihrem Buch „Kriegsende in Regensburg – Die Revision einer Legende“, das bereits im April 2012 im Pustet-Verlag erschienenen ist. Es handelt von der Legende des 1992 verstorbenen Bundeswehr-Obersts a. D. Robert Bürger. Die Revision von Eiser und Schießl stießen jedoch nicht nur auf wohlwollendes Interesse, sondern auch auf heftige Widerreden seitens ehemaliger Bundeswehrangehöriger und des Stadtheimatpflegers Dr. Werner Chrobak.

Von der Stadtverwaltung, insbesondere vom in der Sache verstrickten Stadtarchivar Heinrich Wanderwitz, wurde die Arbeit von Schießl und Eiser bislang ignoriert. Unter OB Schaidinger wäre eine Einladung der Autoren in die Stadtbücherei zur Präsentation ihrer Forschungsergebnisse kaum denkbar und unter der Regie von Kulturreferenten Klemens Unger wohl nicht gewünscht gewesen.

Wehrmachtsmajor Bürger löst SS-General Schottenheim ab

Anfang 1984 war der ehemalige Wehrmachtsmajor Robert Bürger am Ziel seiner jahrzehntelangen Bemühungen angelangt. Stolz konnte er seinen Aufsatz „Regensburg in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945“ öffentlich präsentieren und im Verlag des Historischen Vereins als Druck platzieren (VHVO Bd. 123). Damals war das eine mittlere Sensation, die auf keine Widerrede stieß. Nicht zuletzt deshalb, weil Werner Chrobak als junger Historiker des Bischöflichen Zentralarchivs ein Vorwort beisteuerte, Quellenmaterial ergänzte, das Manuskript druckgerecht gestaltete und die Druckfahnen korrigierte – so Bürger in seiner Danksagung von November 1983. Bürger selbst war ausweislich seiner Erlebnisberichte von 1955 bis 1981 keinesfalls mit wissenschaftlichen Arbeitsweisen vertraut. Über Materialsammlungen kam er aus eigenen Kräften nie hinaus.

Robert Bürger als Kommandeur der Unteroffizierschule Sonthofen um 1965. Foto: privat

Robert Bürger als Kommandeur der Unteroffizierschule Sonthofen um 1965. Foto: privat

Seit Chrobak ihn in die Sphäre wissenschaftlichen Publikationen gehoben hatte, galten Bürgers Erzählungen vom Kriegsende in der Stadtgesellschaft als historische Wahrheit. Ihnen zufolge habe Bürger als 31jähriger Wehrmachtsmajor nach einem rettenden Gedankenblitz die „Regensburger Kampftruppe“ unter dem Kampfkommandanten Major Hans Hüsson in den frühen Morgenstunden des 27. Aprils 1945 aus dem fast vollständig von amerikanischen Truppen eingekesselten Regensburg geführt. Dies geschah im allerletzten Moment, nach dem Ersetzen von Pferdegespannen durch städtische Lastkraftwagen mit Hilfe von Nazi-OB Schottenheim, auf einem allein ihm bekannten Schleichweg. Und all dies kurz vor der angeblich bereits geplanten Zerstörung Regensburgs durch die US-Truppen. Der von ihm geführte Abzug des kampfbereiten Regiments habe die Stadt vor der bereits angeordneten „Einäscherung“ durch die Amerikaner bewahrt. Für die Gläubigen sei dies ein Beweis für die göttliche Annahme von Gebeten und den Tod der Märtyrer vom 23. April. So weit Bürger, der seinen genialen Heldenmut mit göttlicher Vorsehung zu verbinden wusste.

Entstehung und Revision einer Legende

Die Regensburger Tagespresse nahm Bürgers Aufsatz 1984 bereitwillig auf, da sie die Erzählungen des SS-Generals Otto Schottenheim ein Stück weit zurückdrängten. Dies ist aus heutiger Sicht insofern skurril, da Bürgers Legende ähnlich durchsichtig und eigennützig gestrickt ist, wie die des Nazibürgermeisters Schottenheim, der seinerseits die Stadt unter Lebensgefahr und im letzten Moment gerettet haben wollte. Der wundergläubige Wehrmachtsmajor Bürger drängte also den deutschgläubigen SS-General Schottenheim etwas in den Hintergrund – was breite gesellschaftliche Zustimmung fand.

Nach langjähriger Forschung und Recherche konnten Eiser und Schießl in akribischer Detailarbeit belegen: Bürgers Schilderungen halten einer genauen Überprüfung in kaum einem Punkt stand. Mehr noch: Die Autoren gehen davon aus, dass Bürger Quellen aus Eigennutz manipulierte und seinem letzten Einsatzbefehl an die Ostfront im April 1945 nicht nachkam.

Ein weiteres Anliegen von Eiser und Schießl bestand in der knappen Würdigung des Verhaltens von Major Othmar Matzke, dem das Verdienst zukomme, die Kapitulation vom 27. April 1945 von der militärischen Seite her eingeleitet zu haben. In der Stadtbücherei schilderten Eiser und Schießl ihr Vorgehen bei dem Projekt, das sie als einen Beitrag zur Neuuntersuchung der Stadtgeschichte betrachten.

Erschöpfende Darstellung des Kriegsendes fehlt bis heute

Kriegsende in RegensburgRegensburg Digital begleitete die daraus entstehende Debatte über die stadtgeschichtlich höchst bedeutsamen Ereignisse (hier zu den Artikeln). Stadtheimatpfleger Werner Chrobak und der demnächst aus dem Dienst scheidende Stadtarchivar Heinrich Wanderwitz gerieten dabei wegen tendenziöser Quellenarbeit in die Kritik.

Es fehlt für Regensburg jedoch weiterhin eine erschöpfende historische Darstellung des Kriegsendes, die freilich weder auf den Angaben eines Tagebuchfälschers Robert Bürger noch auf Schutzbehauptungen von Nazi-Figuren aufbauen kann, sondern auf (hoffentlich) noch vorhanden Akten- und Quellenmaterial internationaler Archive. Bleibt abzuwarten, ob das neulich angekündigte Forschungsprojekt der Regensburger Universität zur Erforschung des Kriegsendes, dem die Legenden der Schottenheims und Bürgers im Weg standen, dies noch leisten kann.

Weder Original noch ursprüngliche Abschrift des Kriegstagebuchs

Bürgers wichtigste Quelle, ein von ihm behauptetes Kriegstagebuch der Regensburger Kampfgruppe, halten Eiser und Schießl für nachträglich fingiert. Viele Details seien selbstgefällig und im Hinblick auf spätere Pensionsansprüche konstruiert. Bezeichnend: Bürger konnte dieses Tagebuch nicht im Original, sondern nur als Kopie einer angeblich von ihm 1945 gefertigten Abschrift vorlegen. Diese weist zudem willkürlich geschwärzte Stellen und handschriftliche Nachträge auf. Bürger beruft sich im eigentlichen Kern seiner Darstellung auf sich selbst.

Quellenkritisch betrachtet ist Bürgers erzählend und selbstgefällig gehaltenes Kriegstagebuch schon immer mehr als zweifelhaft gewesen. Bereits 1955 hat Bürger einen eineinhalbseitigen Vorläufer des sogenannten Kriegstagesbuchs für seinen Nachbarn, den Geistlichen und Religionslehrer Franz Hiltl, verfasst, der in seinem Bericht „Weiße Fahnen über Regensburg“ im Regensburger Tagesanzeigers (23. April 1955) bemerkenswerterweise vom „Gefechtstagebuch des letzten Stellvertretenden Kampfkommandanten, Majors B.“, spricht.

Recherchen von Regensburg Digital ergaben darüber hinaus, dass der Oberst a. D. Bürger nur schlechte Kopien von unterschiedlichen Versionen des sogenannten Kriegstagebuchs in diversen Regensburger Archiven deponierte. Erstmals im Jahr 1975. Diese sechsseitige Fassung, die er im Februar 1975 im Stadtarchiv hinterlegte, beinhaltet einen Nachsatz jedoch keine geschwärzten Stellen. Anders die von Bürger im Jahre 1981 abgegebene Variante. In dieser fehlt der Nachsatz, gewisse Stellen wurden geweißt, einige geschwärzt.

Chrobaks Eingeständnis

Als Bürgers Aufsatz 1984 veröffentlicht wurde, wollte jedoch niemand genauer hinschauen. So auch Werner Chrobak nicht, der den Weg zur Veröffentlichung von Bürgers Arbeit freimachte. Im Vorwort von Bürgers „Regensburg in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945“ gibt Chrobak an, dass Bürger seinen Beitrag quellenmäßig „bestmöglich abzusichern“ suchte und sich unter anderem auf „eine in seinem Besitz befindliche Abschrift des Kriegstagebuchs der Kampftruppe Regensburger“ stütze.

„General Tolsdorff war begeistert“: Auszug aus Bürgers „Kriegstagebuch“, Stand 10.2.1975

„General Tolsdorff war begeistert“: Auszug aus Bürgers „Kriegstagebuch“, Stand 10.2.1975

Auf der Veranstaltung in der Stadtbücherei von Dienstag musste Werner Chrobak auf Nachfrage von Peter Eiser („auf Ehre und Gewissen“) erstmals kleinlaut erklären, dass auch er die Original-Abschrift des Kriegstagebuch, die Bürger Anfang Mai 1945 selbst erstellt haben will, nie zu Gesicht bekommen habe.

Auch der Vorwortschreiber Werner Chrobak hat also weggesehen oder sich von Bürgers scheinbar redlichem Auftreten täuschen lassen. Jedenfalls ist er seiner Verpflichtung zu Quellenkritik und Überprüfung der angeblichen „Original-Abschrift“ nicht nachgekommen. Mit diesem Eingeständnis, das Chrobak anscheinend nicht wirklich berührte, hat sich endlich der letzte Rest der ohnehin kaum noch vorhandenen Glaubwürdigkeit der Bürgerschen Darstellung verflüchtigt.

Füllhorn von Hässlichkeit

Dennoch hält unter anderem die Regensburger Bundeswehr-Kameradschaft (ERH) weiter an den Erzählungen des selbsternannten Retters Regensburgs fest. In der Diskussion opponierten ehemalige Bundeswehrangehörige mit Fangfragen gegen die Revision von Eiser und Schießl und bekannten sich treu-naiv zu den Darstellungen von Robert Bürger. Freilich ohne irgendwelche substanziellen Gegenargumente vorbringen zu können.

So etwa der Bürger-Adept und Feldjäger a.D. Werner Sturm, der mit Robert Bürger im kameradschaftlichen Austausch stand und in seiner Schrift 60 Jahre nach Kriegsende reichlich ominöse Angaben verwendet, die er angeblich von Bürger selbst bekommen haben will. Laut Sturm müsse man der „SS-Division Nibelungen“ für ihre vehementen Abwehrkämpfe gegen die US-Militärs Mitte April 1945 bei Bad Abbach danken, da sie die Rettung Regensburgs, wie von Robert Bürger beschrieben, mit ermöglicht hätten. Sturm weiß auch von „Nibelungen-Offizieren“, die nach dem Krieg jahrelang in den „amerikanisch-jüdisch geleiteten Konzentrationslagern Dachau und Langwasser“ gefangen gehalten worden seien.

Ein anderer höherer Offizier a.D. hielt am Dienstag ein belehrendes Gegenreferat, das die entscheidenden Fragen umging. Dieser klagte Peter Eiser allen Ernstes wie einen Untergebenen an, „ein Füllhorn von Hässlichkeit über einen Mann zu schütten, der sich für die Bundeswehr verdient gemacht“ habe.

Eine sachliche Auseinandersetzung auf Augenhöhe und nachvollziehbare Argumentationen scheint in der Bundeswehr nicht jeder gelernt zu haben.

Motorisierung und Technikidioten

Wer sich je mit Bürgers Arbeitsweise befasst und seinen Angaben kritisch nachgeht, muss immer wieder feststellen, dass mit dem Oberst a.D. ein geltungssüchtiger Blender und Wichtigtuer am Werk war. Dies zeigt sich auch an seiner vorgeblichen Zusammenarbeit mit Otto Schottenheim, als es im April 1945 um die unentbehrliche Abstellung von städtischen Kraftfahrzeugen gegangen sein soll.

Bürger hat von 1955 bis 1984 in mehreren, sich zum Teil gravierend widersprechenden Varianten (genauer siehe hier) schriftlich dargestellt, wie er in den letzten Stunden des 26. Aprils 1945 mit der Stadtverwaltung und dem Nazi-Bürgermeister Otto Schottenheim die Motorisierung der Regensburger Kampfgruppe organisiert haben will. Dies ist keinesfalls ein nebensächliches Detail: Laut Bürger war die Abstellung von zivilen städtischen Kraftfahrzeugen eine der unentbehrlichen Voraussetzung für einen gelungen Auszug der Kampftruppe und diese wiederum notwendig für die Rettung der Stadt.

Angriffen ehemaliger Bundeswehrsoldaten ausgesetzt: Peter Eiser und Günther schießl. Foto: wr

Angriffen ehemaliger Bundeswehrsoldaten ausgesetzt: Peter Eiser und Günther Schießl. Foto: wr

In ihrer Revision haben Eiser und Schießl bereits darauf hingewiesen, dass seinerzeit weder städtische Fahrzeuge zur Verfügung standen, geschweige denn innerhalb kurzer Zeit mobilisierbar gewesen wären – etwa 100 Stück hätte man dafür gebraucht. Weder Schottenheim noch Dritte, weder irgendwelche Aktennotizen noch Funde der angeblich benutzten Fahrzeuge können die Schilderungen Bürgers hinsichtlich einer Motorisierung bestätigen.

Auch aus einer praktischen Perspektive und mit einem Funken technischen Verstandes kommt eine sachliche Betrachtung zu dem Ergebnis, dass man zivile Fahrzeuge keinesfalls in drei bis vier Stunden – um Mitternacht herum – für militärische Zwecke umrüsten und fahrtüchtig machen kann. Was Bürger aber nicht daran gehindert hat, ebendies zu behaupten. Unter der Voraussetzung, so Bürger, „daß die pferdebespannten Fahrzeuge der Grenadiere durch Lastwagen der Stadt ersetzt werden und daß der Befehl umgehend gegeben wird, können wir vor Tagesanbruch die Stadt geräumt haben“. Bekanntlich hat Bürgers Story ein Happy End gefunden.

Eine köstliche Vorstellung nebenbei: Laut Bürger habe er sich zusammen mit der Regensburger Kampfgruppe, deren Moral und Kampfkraft gut gewesen seien, in ebenjenen städtischen Lastwagen bis zur Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai unbesiegt und ohne Verluste bis nach Tirol durchgeschlagen. Sozusagen im zivilen LKW und auf dem Felde unbesiegt – ein wahrer Held.

„Es grenzt an ein Wunder…“

In seiner eigens zum 70. Jahrestag des Kriegsendes geschriebenen, wunderlüsternen Zusammenfassung der Bürger-Legende wiederholt Werner Chrobak auch aktuell die Story von den flugs rekrutierten städtischen Lastwagen. In dem Aufsatz mit dem reißerischen Titel Alles für Regensburgs Zerstörung vorbereitet – Kampflose Übergabe der Alten Reichsstadt grenzt an ein Wunder heißt es: „Die Fahrzeuge, welche OB Schottenheim zur Verfügung gestellt hatte, fuhren sogar wie bei amerikanischen Truppenbewegungen üblich mit Licht … Regensburg war gerettet.“ (Kriegsende in der Oberpfalz, S. 138, 2015)

Bleibt die Frage warum Schottenheim (gestorben 1980) Bürger weder bestätigte noch widersprach. Hier helfen Archivstudien weiter.

Schottenheim und Matzke bleiben unvereinbar mit Bürger

Schießl und Eiser haben bereits 2012 darauf hingewiesen, dass Otto Schottenheim, der seinerseits die Rettung der Stadt für sich reklamierte, eine tatsächlich stattgefundene Zusammenarbeit mit Bürger als ein überaus verdienstvolles Handeln als erster betont hätte. Schon zur eigenen Entlastung, etwa im Zuge seines Entnazifizierungsverfahrens, was er aber nicht tat.

Damals sprach Schottenheim nur davon, dass er das Kommando übernommen habe, nachdem der Kampfkommandant sein Heil in der Flucht gesucht habe. Zuvor blieb Schottenheim im Rathauskeller in Wartestellung.

Gemäß der eidesstattlichen Erklärung des zweiten Nazi-Bürgermeisters Hans Herrmann von 1947 hat Schottenheim erst um 3 Uhr des 27. April in der Wehrmachtskommandantur im Thurn & Taxis-Schloss erfahren, dass die Wehrmachtseinheiten und der Kreisleiter die Stadt verlassen hätten. Auch hier findet sich keine Beteiligung Bürgers.

Als sich der ehemalige Wehrmachtsmajor Othmar Matzke im Juli 1967 an den damaligen OB Rudolf Schlichtinger (SPD) wandte und seine Rolle bei der Kapitulation gewürdigt sehen wollte, fragte die Verwaltung zur Verifizierung kurzerhand beim ehemaligen OB Otto Schottenheim nach. Wie nicht anders zu erwarten, verneinte Schottenheim jegliche Verdienste Matzkes bei der kampflosen Übergabe der Stadt und wiederholte stattdessen seine Version der Dinge, die er schon bei seiner Spruchkammerverhandlung zum Besten gegeben hatte: Er, Schottenheim, habe damals „die Angelegenheit in die Hand genommen“ und alles weitere veranlasst, nachdem ihn „Herr Matzke lediglich pflichtgemäß“ über die veränderte militärische Lage, sprich vom Abzug des Kampfkommandanten aus Regensburg Ende April 1945, berichtet habe. Von einer vorherigen Zusammenarbeit oder einem Auftreten eines Robert Bürgers ist weder Schottenheim noch Matzke irgendetwas bekannt.

Dass Schottenheim Bürger nicht einmal kannte, geht aus seinem Nachlass hervor.

SS-General Schottenheim kannte Robert Bürger nicht

Bereits im Jahre 1965 gab der damals 75jährige Otto Schottenheim seine Erinnerungen beim ehemaligen Oberstadtdirektor a.D. Joseph Dolhofer zu Protokoll. Mit der Bedingung, diese erst nach seinem Ableben öffentlich zugänglich zu machen, liegen sie seit dem Tod Schottenheims (1980) im Institut für Zeitgeschichte in München. In der bisherigen Debatte blieben dieses Angaben Schottenheims unberücksichtigt.

Ausweislich seines Nachlasses und gegenüber seinem Biografen Dolhofer blieb Schottenheim bei seiner Version, die somit als gesichert gelten kann. Demnach habe ihn „Major Matschke“ (sic) von der Befehlsstelle des Stadtkommandanten telefonisch in den Befehlsbunker gebeten und dort mitgeteilt, dass der Stadtkommandant die Stadt in Richtung Süden verlassen habe. Regierungspräsident Bommel, Kreisleiter Weigert und Polizeidirektor Popp seien ebenfalls geflohen. Daraufhin habe er, Schottenheim, die ganze Gewalt über die Stadt übernommen und in Abstimmung mit Matzke und seinem Schwager Leythäuser kampflos an die Amerikaner übergeben. (Nachlass Schottenheim IFZ ED 195, Bd. 1 S. 89). Kein Wort also von einem geordnetem Rückzug oder einem gewissen Robert Bürger.

Bürger kann nicht mit Schottenheim kollaborieren

Dieser tauchte erst zehn Jahre später, etwa im Mai 1975, beim mittlerweile 85jährigen Schottenheim auf, wollte ihm seine damalige Version vom Kriegsende schmackhaft machen und wichtige Beweisunterlagen überbringen. Obgleich Bürger sich als „Angehöriger der Kampfkommandantur Regensburg“ vorstellte, (er)kannte Schottenheim ihn nicht. Auch der von Bürger später behauptete „Geistesblitz“ und seine Zusammenarbeit mit Schottenheim anlässlich der angeblichen Motorisierung der Kampfgruppe mit städtischen Fahrzeugen waren im Mai 1975 kein Thema.

Hätte Bürger anlässlich des Abzugs von irgendwelchen Kampftruppen tatsächlich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Nazi-OB verweisen können, er hätte es unzweifelhaft getan. Schottenheim hingegen interessierte sich für Bürgers Anliegen gar nicht. Er habe mit der Sache längst abgeschlossen und verwies Bürger samt seiner Beweise rasch an seinen Biografen Dolhofer.

Eine Stunde später lief Bürger bei Dolhofer auf und trug sein damals gültiges Credo vor: Die Voraussetzung für die kampflose Übergabe der Stadt habe die Wehrmacht in den letzten Stunden geschaffen und Schottenheims Verdienst sei es, dass er sofort die Initiative zur Rettung der Stadt ergriffen habe, nachdem er vom Kampfkommandanten über den Abzug der Truppen aus der Stadt unterrichtet worden sei. So resümierte Dolhofer, der Bürger auch nicht kannte, die Aussagen des ungebetenen Besuchers. Zur Dokumentation legte er das von Bürger erhaltene sogenannte Kriegstagebuch (Einsatz der Kampfgruppe Regensburgs vom 24.4.45 bis zur Waffenruhe – Dolhofer spricht von einem „Kampfkommandantenbericht“) und ein später verfasstes Protokoll ordnungsgemäß zum Nachlass (Bd. 2, S. 68).

Der frühere Nazi-Oberbürgermeister Otto Schottenheim 1955. Foto: Stadt Regensburg

Der frühere Nazi-Oberbürgermeister Otto Schottenheim 1955. Foto: Stadt Regensburg

Von den in Bürgers Erlebnisbericht „Die militärische Lage in Regensburg vom 23. April 1945 bis zum Einmarsch der Amerikaner“ (Februar 1975) genau beschriebenen Vorgängen, wonach er am 26. April 1945 gegen 23 Uhr bei der Stadtverwaltung „die benötigten Lastwagen“ organisiert und kurz darauf Schottenheim wegen der Motorisierung der pferdebespannten Teile verständigt habe, wussten seinerzeit jedoch weder Schottenheim noch sein Biograf Dolhofer irgendetwas. Den entsprechenden Erlebnisbericht verschwieg Bürger gegenüber Schottenheim und Dolhofer.

Offenbar aus Angst zu versterben, ohne dass er die „historische Wahrheit“ festgehalten habe, deponierte Bürger im Laufe des Jahres 1975 sein sogenanntes Kriegstagebuch und ebenjenen Erlebnisbericht („Die militärische Lage in Regensburg …“) im Stadtarchiv. Mit der für Chronisten eher untypischen „Verpflichtung zur vorläufigen Geheimhaltung“ versuchte er sich gegenüber noch lebenden Zeitzeugen, die dem un-geschwärzten Kriegstagebuch zu entnehmen sind, und dem unfreiwillig zum Kompagnon gemachten Nazi-Bürgermeister Schottenheim abzusichern.

Bürgers Offensive

Mit dem Tod Schottenheims (2. September 1980) konnte Bürger in die Offensive gehen. Er modifizierte in der Folge seinen Erlebnisbericht (neuer Titel: „Regensburg in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945“), schwärzte Teile des sogenannten Kriegstagebuchs und wandte sich damit im Frühjahr 1981 an das militärgeschichtliche Archiv und Forschungsamt in Freiburg, wo man ihn mangels Substanz abblitzen ließ.

Als 1981 die Kriminalkommissarin Berta Rathsam ihr Büchlein Dr. med. Schottenheim – Mitläufer? publizierte und den Nazi-Oberbürgermeister damit demaskierte, meldete sich Bürger Ende 1981 beim damaligen Oberbürgermeister Friedrich Viehbacher mit einem sechsseitigen Brandbrief. Er übersandte seinen modifizierten Erlebnisbericht und das veränderte Tagebuch an die Stadtverwaltung. Aus demselben Grund wandte er sich ein weiteres Mal an den Schottenheim-Biografen Dolhofer. Auch diesen wies er darauf hin, dass Rathsam und andere („unberufene Personen“) die „Ehre und das Ansehen“ von Schottenheim schmälern würden.

Der obskur und zwielichtig auftretende Robert Bürger hinterließ eine gewisse Ratlosigkeit („Warum Herr Bürger mich angerufen hat, ist mir nicht so recht klar geworden.“). Dolhofer zeigte sich in seinem detaillierten Protokoll vom 25. November 1981 ausdrücklich verwundert über die Geheimniskrämerei Bürgers, der, wie gehabt, auch seinen zwischenzeitlich überarbeiteten Erlebnisbericht verschwieg.

Der Kontakt mit Chrobak bringt den Durchbruch

Wie Dolhofer akribisch anmerkt, konnte Bürger damals mangels Kleingeld nur acht Minuten von einem öffentlichen Telefon aus telefonieren. Der Hintergrund: Bürgers Familie war alles andere als einverstanden mit seiner Tätigkeit als Chronist in eigener Sache, so dass er ins Telefonhäuschen ausweichen musste. Dies hielt ihn allerdings nicht davon ab, seine wundergeladene Propaganda bereits Ende 1982 auch in einer Schulklasse zu verbreiten. Als Zeitzeuge, der mit dem „Gefechtstagebuch von Major Bürger“ auftrat, fand er beispielsweise Eingang in eine Schülerarbeit vom Frühjahr 1983. Den generellen Durchbruch schaffte Bürger jedoch erst über die Parteischiene.

Auf Empfehlung eines CSU-Bürgermeisters vermittelte ihn ein damaliger Pressesprecher der Universität Regensburg an Werner Chrobak, der 1981 seinen Dienst in der Bischöflichen Zentralbibliothek antrat. In den Jahren 1982 bis 1983 erfuhr Bürger durch Chrobak eine vorzügliche Unterstützung, die sich unter anderem aus einem gemeinsamen Interesse an den Vorgängen um die Ermordung des Dompredigers Johann Maier speiste und in der Veröffentlichung im Verlag des Historischen Vereins mündete. Noch 1990 korrespondierte man über „Beweise“ in Sachen Maier und wollte damals sogar Bischof Buchberger hinsichtlich seines unrühmlichen Verhaltens in Zusammenhang mit der Ermordung des Dompredigers rehabilitieren.

Bürgers Redlichkeit?

Als Joseph Dolhofer im April 1984 in der Mittelbayerischen Zeitung las, dass Robert Bürger seinen Aufsatz Regensburg in den letzten Kriegstagen in den Verhandlungen des Historischen Vereins publizieren konnte, fertigte er in Sachen Bürger einen dritten und letzten, pointiert, aber sachlich gehaltenen Aktenvermerk an.

Der von Bürger reklamierte Schleichweg aus der Stadt sei der Regensburger Bevölkerung und wahrscheinlich auch den Amerikanern bekannt gewesen. Schließlich seien in den letzten Kriegstagen mehrfach Fahrzeuge aus der Luft angegriffen worden, die ebendiesen Weg benutzt hatten. Es sei verfehlt, „das Verhalten Bürgers mit der kampflosen Übergabe der Stadt in Verbindung zu bringen …. Bürger regte sie nicht einmal an.“ Allein Schottenheim gebühre der Verdienst – resümiert der Biograf erwartungsgemäß.

Aus den Vorgängen und Aktenvermerken im Nachlass geht eindeutig hervor, dass Bürger mit Schottenheim und dessen Biograf Dolhofer ein manipulatives Spielchen trieb und alles andere als redlich oder sachlich vorging. Stadtheimatpfleger Werner Chrobak jedoch kann aus den Akten des Nachlasses das glatte Gegenteil ableiten.

Tendeziöses Zitieren

Als Beleg für Bürgers Redlichkeit zitierte Werner Chrobak in der Diskussion nach dem Vortrag in der Stadtbücherei aus dem ersten Protokoll Dolhofers von 1975. Es sei – so Chrobak die Autoren rügend – nicht so wie Eiser und Schießl behaupten, dass Bürger mit seiner Darstellung des Kriegsendes wartete bis Schottenheim verstorben war. Vielmehr habe er den Nazi-Bürgermeister bereits 1975 kontaktiert und in Kenntnis gesetzt.

Stadtheimatpfleger Werner Chrobak versucht nach wie vor, die Bürger-Legende zu verteidigen. Foto: wr

Stadtheimatpfleger Werner Chrobak versucht nach wie vor, die Bürger-Legende zu verteidigen. Foto: wr

Dass Bürger Dolhofer und Schottenheim täuschen wollte und Dolhofer in der Folge Bürger jedweden Anteil an der kampflosen Übergabe Regensburgs absprach, trug Chrobak freilich nicht vor. In einer direkten Erwiderung eines Zuhörers wurde ihm diese tendenziöse Unvollständigkeit vorgehalten.

Abschließend wäre noch anzumerken, dass die Veranstaltung in der Stadtbücherei bedauerlicherweise nur von vier oder fünf Damen und Herren des Stadtrats besucht wurde und sich weder ein/e Bürgermeister/in noch ein/e Referent/in für ein „äußerst wichtiges Kapitel“ (Stadtheimatpfleger Chrobak) der Regensburger Stadtgeschichte interessierte. Eine neue Linie des Gedenkens seitens der Stadtpolitik konnte man bei dieser Gelegenheit wahrlich nicht erkennen.

Bürger-Erzählungen endgültig erledigt

Die Erzählungen des ehemaligen Wehrmachtsmajors Robert Bürger sind aus wissenschaftlicher Perspektive endgültig erledigt, aber ein wundervoller Fundus, für die Frage wie in Regensburg Politik mit Vergangenheit und vergangenheitspolitisch motivierte Geschichte gemacht wird. Dass das von Oberbürgermeister Joachim Wolbergs angekündigte Forschungsprojekt der Regensburger Universität zur Erforschung des Kriegsendes 1945 auch diesen Aspekt ausleuchten und darstellen wird, wäre wünschenswert. Angesichts des bisherigen Verlaufs und der ursprünglich enggeführten Themenstellung ist allerdings eine gewisse Skepsis geboten.

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Kommentare (4)

  • Joey

    |

    Quellen müssen immer kritisch hinterfragt werden, selbstreferenzierende Quellen erst recht. Das lernt jeder (?) Mittelstufenschüler bei Caesars bellum gallicum.

    Die Selbstentschuldung der „Eliten“ nach 45 ist ein eigenes Geschichtsthema, das vielleicht noch mit den letzten lebenden Zeitzeugen angegangen werden kann. Spätverurteilungen und Selbstbeweihräucherungen („wir Jungen von heute würden friedlich gegen Nazis demonstrieren, niemals würden wir in einen Krieg…wir sind bessere Menschen als Opa!“) sollte man dabei auch vermeiden. Die Zeitzeugen sollen ihre Wahrnehmung frei auspacken, im Sinne einer Wahrheitskommission.

    Ich habe in einem kleinen Projekt zu einem Endphaseverbrechen selbst viele Leute angetroffen, die am Ende ihres Lebens noch gerne einmal Sachen auspacken, die sie belasten. Verbrechen bzw Nichteingreifen, wie auch versäumte juristische Verfolgung. Die Wahrheit kann eine Befreiung für die Seele sein, z.B. auch für einen ehem. Staatsanwalt. Wir haben amtl. Quellen nutzen können und einen qual. Historiker mit Facherfahrung beauftragt. Bei meinem Projekt habe ich aber auch „Nachkriegsveteranen“ und div. jüngere Politiker (eine Dame von der SPD) erlebt, die die Erinnerung aktiv behinderten. Die SPD wohl, weil sie nicht offiziell beteiligt wurden (bitte immer den politischen Dienstweg!). Antifaschismus ist ganz bestimmten Leuten vorbehalten, Bürgerbewegungen und gar online medien sind da nicht gerufen.

    Also weiter so und genau so!

  • pars altera

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    Nachdem nun offenbar die Robert Bürgersche „untote Legende den Todestoß“ (war’s ein Holzpflöckchen?) erhalten hat, stellt sich die die Stadtgeschichte entscheidende Frage: wer war’s denn nun?
    Robert Bürger: nein; Othmar Matzke/Matschke: nein; SS-Brigadeführer OB Dr. med Otto Schottenheim: nein (Odin/Thor bewahre!); Bürgermeister Hans Herrmann (noch NSDAP, noch nicht CSU): nein (auf gar keinen Fall wegen Schulumbenennung!); Hermann Leythäuser, der Parlamentär: schwierig, bei der vermanschten Gemengelage.

    Hermann Leythäuser wäre vielleicht eine sich anbietende Verlegenheitslösung, weil damals gesellschaftlich anerkannt:
    „…nach dem Krieg die Reitstunden im fürstlichen Marstall … der General Leithäuser (sic!) ließ die Peitsche knallen … immerhin hielt ich mich … auf meinem … Tier, wenn es unter dem unerbittlichen Kommando des abgehalfterten (sic!) Generals in Galopp fiel …“
    (Albert v. Schirnding, Nach dem Erwachen)
    „Nach dem letzten Krieg versammelten General a. D. Hermann von Leythaeuser (sic!) … eine Anzahl begeisterter Reitschüler in der fürstlichen Reitbahn“ (RSV Regensburg)
    Schlage also vor, der Leithäuser/Leythaeuser könnt’s jewesen sein: abjehalfterter Jeneral (is immer jut, da nicht Bundeswehr [kleiner Scherz!]) läßt mit unerbittlichem Kommando Peitsche knallen (is noch juter) und begeistert Reitschüler (is am jutesten).

    Unbedingt einvernommen zum Thema „wer rettete damals unser heute weltoffenes Weltkulturerbe“ gehört ein noch lebender Zeitzeuge: der Großschauspieler Eberhard August Franz Ewald Krüger alias Hardy Krüger.
    Eben jener hatte als Adolf-Hitler-Schüler an der Ordensburg zu Sonthofen nach vorhergegangener Jungstar-Rolle in „Junge Adler“ (1943) ab März 1945 eine weitere Rolle zugeteilt bekommen, die eines Soldaten in der 38. Waffen-SS Grenadierdivision Nibelungen. Diese Rieäliti-Äktschn-Rolle führte ihn in genau den hier zur Debatte stehenden Tagen in den Donaubogen bei Regensburg: „Ich habe mich nicht freiwillig gemeldet“ (klaro, Hardy, als „Junger Adler“ mit Knallplätzchen herumballern macht mehr Spaß). „Wir wurden einfach alle in Uniformen gesteckt. Als ich die SS Runen sah, wurde mir fast schlecht“ (wieso nur „fast“, Hardy-Junger-Adler-Adolf-Hitler-Schüler-Ordensburgler, dir wurde echt wirklich richtig wahnsinnig schlecht!). „Wir wurden als Kanonenfutter an die Front geschickt. Bei der ersten Schlacht kam bereits die Hälfte unserer Division ums Leben. Tausende ‚Nibelungen‘ wurden verletzt oder getötet … diese Monate waren die schlimmste Zeit meines Lebens. Ich habe lange darunter gelitten … ich wußte, daß die Nazis eine Bande von Verbrechern waren“ (wieso warst du dann Adolf-Hitler-Schüler und hast einige Reichsmark für „Junge Adler“ eingesackt, mein lieber Hardy?). „Wenn diese braunen Punkte … auf mich geschossen haben, habe ich zurückgeschossen. Das mußte ich machen, um mich zu retten. Kamen diese Punkte näher, konnte ich nicht mehr schießen, weil ich plötzlich die Gesichter … erkannte“.

  • Mathilde Vietze

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    Jeder anständige Bürger sollte ein Antifaschist sein, ohne daß er
    sich diese Anschauung ans Revers heftet. Um Antifaschist zu
    sein, bedarf es keiner Bürgerbewegung, das muß die Grund-
    haltung jedes Demokraten sein. Und – einen Vortrag krititisch
    zu hinterfragen bedeutet noch lange nicht, daß man den Re-
    ferenten nicht für glaubwürdig hält.

  • Fr.Streng

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    Wie kann es sein, dass obwohl der Stadtrat aufgrund von intensiven „wissenschaftlichen Recherchen“ des Stadtarchivs einen 250.000€-Forschungsauftrag an die Uni erteilt hatte (lt. Beschlussvorlage Oktober 2014), auf der o.g. Veranstaltungen kein Fachkundiger der Stadtarchivs oder der Universität auftrat und mal sagt wohin das Forschungsprojekt gehen soll?

    Wieso war da kein Dr. Wanderwitz, kein Dr. Smolorz, kein Prof Löffler, kein Ehm, kein Prof. Spoerer, …?
    Wieso überlassen die Herren des Stadtarchivs und die Fachleute der Universität das stadtgeschichtlich wichtige Feld den Reservisten, Ehemaligen und dem interessensgesteuerten Stadtheimatlegendenpfleger mit ihren kruden Vorstellungen?

    Von außerhalb betrachtet läuft in Regensburg immer noch einiges obskur ab.

    Mir dünkt, dass das Forschungsprojekt nur eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für gewisse Leute ist, bei dem eh nix Relevantes/Neues heraus kommen wird/soll.

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