Vodafone, Telekom und ein Unternehmer „guten Willens“

Nach monatelangem Hin und Her plötzlich reagiert: Mit zwei Fahrzeugen war die Telekom am Montag im Einsatz, um den Schaden zu beheben.
Von „zeitnah“ zu sprechen wäre übertrieben, aber immerhin: Eine Woche nach unserem Bericht über die monatelangen Verzögerungen bei der Reparatur einer defekten Telefonleitung, offene Baugruben und die Kommunikationsprobleme zwischen Vodafone, der Telekom und deren Subunternehmer scheint das Telefon von Christine und Roman Christa wieder voll funktionstüchtig zu sein. Die über einen Monat offen Baugrube vor dem Haus im Stadtnorden von Regensburg ist seit Freitag geschlossen, Techniker der Telekom haben schließlich am Montag den Anschluss wieder freigeschaltet. „Vodafone hat tatsächlich angerufen und sich für die Unannehmlichkeiten entschuldigt“, so Roman Christa. „Schuld an dem Schlamassel sei aber die Telekom.“ Die fraglichen Leitungen gehören dem ehemaligen Staatskonzern; Vodafone zahlt Nutzungsgebühr. Der wiederum von der Telekom mit den Reparaturen betraute Subunternehmer aus Mainburg sei „guten Willens“, so ein Telekom-Mitarbeiter. „Aber er hat sich bei den vielen Aufträgen wohl etwas verhoben.“ Tatsächlich schreibt die Telekom derartige Aufträge jedes Jahr aus und vergibt an den billigsten Anbieter. Den Zuschlag für dieses Jahr erhielt der Mietpark Sailer, das schwächste Glied in der Kette. Am Freitag war das Unternehmen mit zwei Mitarbeitern und Bagger sechs Stunden vor dem Haus der Christas im Einsatz, um die Baustelle fertigzustellen. „Mit drei Stunden Arbeit hatten sie gerechnet“, so Roman Christa. Um bei der Telekom zum Zug zu kommen, scheint man eben knapp kalkulieren zu müssen.

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Kommentare (1)

  • Andreas

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    Diese Schlamperei und Behinderung der Konkurrenz hat doch System. Das System heißt Deutsche Telekom und ist durch und durch krank.

    In Bonn sitzt ein Riesen-Wasserkopf, der überteuerte Produkte erfindet und „Workflows“ definiert, die hinten und vorne nicht funktionieren. Das System könnte von Kafka erfunden worden sein.

    Die Mitarbeiter vor Ort, die die eigentlich für den Kunden wertvolle Leistung erbringen, sind wegrationalisiert und durch Subunternehmer ersetzt, die viel zu schlecht bezahlt werden, um ein Mindestmaß an Qualität erbringen zu können.

    Die Leitungen, über die all die schönen Produkte laufen sollen, sind nach wie vor im Monopolbesitz des magentafarbenen Kraken und der lässt keine Gelegenheit aus, die Konkurrenz zu mobben, wenn ein Kunde es wagen sollte, seine Leistungen von eben dieser Konkurrenz beziehen zu wollen. Schließlich vermietet man die Leitungen keineswegs freiwillig, sondern nur weil die Regulierungsbehörde einen dazu zwingt.

    Insgesamt ein krasses Beispiel dafür, wie man Privatisierung nicht machen sollte. Die Leitungen im Ortsnetz hätte man nie und nimmer im exklusiven Eigentum der Telekom belassen dürfen.

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