SOZIALES SCHAUFENSTER

Archiv für 2. August 2011

Fair pinkeln

Woran merkt man in Regensburg, dass das Sommerloch vor der Tür steht? Genau: Wenn die Initiative „Fair feiern“ auf den Plan tritt und für mehr Rücksichtnahme, weniger Lärm und Schmutz in der Altstadt wirbt. Der Schachzug, den man sich dieses Mal ausgedacht hat: Um der um sich greifenden Unsitte des „Wildbieselns“ entgegen zu wirken, wird man am Neupfarrplatz die öffentlichen Toiletten in Zukunft rund um die Uhr geöffnet lassen. Eine wirklich gute Idee ist das, bei der man sich fragt, warum man das nicht schon früher gemacht hat. Bei vorhandener Toilette gibt es tatsächlich keinen Grund mehr, ans Hauseck zu pinkeln. Und für ganz Unbelehrbare gibt’s ja zum Glück den Ordnungsservice…

Versöhnliches aus dem Kulturreferat

Weniger dem Sommer, aber vielleicht einer tieferen Einsicht (die durch einen expliziten Hinweis des zuständigen Gerichts noch verstärkt worden sein dürfte) ist es zu verdanken, dass Kulturreferent Klemens Unger seine Klage gegen einen kritischen Geist zurückgenommen hat. Die Unterlassungserklärung, die Unger vom Verfasser einer Dienstaufsichtsbeschwerde gefordert hatte, ist damit vom Tisch und so kann beim ehemals Beklagten ebenso sommerliche Ruhe und Behaglichkeit einkehren wie im Kulturreferat.

Ein Kirchenheld wird angekratzt

Weniger behaglich ist ein Aufsatz über Rudolf Graber, ehedem Bischof von Regensburg, der kürzlich auf der Internetseite Hagalil erschienen ist, und auf den wir an dieser Stelle hinweisen. Innerhalb der katholischen Kirche wird Graber gern als leuchtendes Vorbild im Kampf gegen den Nationalsozialismus gefeiert. Neben Papst Benedikt gehört auch Bischof Gerhard Ludwig Müller zu den glühenden Verehrern Grabers. Beide loben, dass er „gegen den Ungeist des Dritten Reichs“ standgehalten und „die gottfeindlichen und menschenverachtenden politischen und weltanschaulichen Ideologien seiner Zeit durchschaut“ habe. Liest man den Hagalil-Beitrag, in dem Grabers Lebenslauf, seine bisweilen glühende Anhängerschaft für den Nationalsozialismus und antisemitische Weltbilder dargestellt werden, kann man sich kaum erklären, wie die beiden zu solchen Einschätzungen kommen. Aber in einer Stadt, in der Schulen nach NS-Bürgermeistern benannt sind und Gedenktafeln im Verborgenen verlegt werden, wundert einen sowieso kaum etwas…
„Ich glaube, es liegt in dem Kampf gegen das Judentum die instinktive Abneigung des ganzen Deutschen Volkes, das sich unbewußt als das auserwählte Volk der neutestamentarischen Verheißung betrachtet und nun einmal mit Recht nicht verstehen kann, warum das verworfene Israel die Welt beherrschen soll, und nicht das Volk der Mitte.“ Rudolf Graber 1933

Streik oder nicht Streik?

Gewerkschaftsmaskottchen zum Redakteursstreik: die Streik-Ente.
Wie behaglich oder unbehaglich sich die Situation in den Redaktionen von Tageszeitungen entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Am heutigen Dienstag läuft eine weitere Verhandlungsrunde zwischen DJV, verdi und den Verlegern. Sollte es zu keiner Einigung kommen, stehen die Zeichen auf Streik. Bei der Urabstimmung in Bayern haben sich 99 Prozent für unbefristete Streiks ausgesprochen. Wesentlicher Anlass: Die Verleger wollen die Gehälter für den journalistischen Nachwuchs um buis zu 30 Prozent kappen. Ob derartige Streiks dann explizit in der Mittelbayerischen Zeitung erwähnt werden oder ihr anderweitig zu entnehmen sind, man wird sehen. Wir wünschen den Kolleginnen und Kollegen schon mal viel Erfolg.

Pause im August

Streiken wird unsere Redaktion nicht (wir zahlen nicht einmal Tarif). Stattdessen machen wir im August, damit zurück zum Sommer, freiwillig Pause und werden uns nur sporadisch zu Wort melden. Wir feilen an neuen Konzepten für unsere Seite, warten weiter geduldig auf einen Verhandlungstermin mit der Diözese Regensburg vor dem Oberlandesgericht Hamburg und werden uns nebenbei auch ein bisschen erholen. Wir bedanken uns bei allen Leserinnen und Lesern fürs Interesse, bei den Kommentatoren für die rege Beteiligung und bei unseren Förderern in Verein und Werbeleiste für die Unterstützung, ohne die es regensburg-digital nicht geben würde. Einen erholsamen und interessanten Sommer.

Goethe-Turnhalle: Das Gift steckt in der Decke

Wegen erhöhter Formaldehyd-Werte ist die Turnhalle des Regensburger Goethe-Gymnasiums seit Februar gesperrt. Nun liegt der Stadt ein von ihr in Auftrag gegebenes Gutachten des Fraunhofer-Instituts vor und fest steht: Nicht das mangelhafte Lüftungssystem ist in erster Linie verantwortlich für die erhöhten Werte, sondern das verbaute Material. Als „Hauptübeltäter“ hat das Fraunhofer-Institut die an der Decke verbauten Schaumstoffplatten ausgemacht.

Infrastruktur für „kleine Leute“

Nein. Damit, dass die Regensburger Bäderbetriebe (RBB) das neue Fußballstadion bauen sollen, haben die Preiserhöhungen in West-, Wöhrd- und Hallenbad nichts zu tun. RBB-Hauptgeschäftsführer Bernd-Reinhard Hetzenecker wird nicht müde diesen Umstand zu betonen. Bereits am Wochenende ließen die RBB diese Botschaft über die Mittelbayerische Zeitung verbreiten und auch bei der Pressekonferenz am Montag, bei der […]

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