Wegen Infineon: Stadt untersagt Holi-Fest der Farben

Veranstaltungsort grenzt an Infineon und liegt im Landschaftsschutzgebiet: Keine Genehmigung für das Holi-Fest der Farben Für den 24. August 2013 ist westlich des Westbades, auf Höhe des Betriebsgeländes der Firma Infineon Technologies AG, unter der Bezeichnung „Holi – Fest der Farben“ ein Musikfestival für circa 3 500 Besucher geplant. Es wird dabei gefärbtes Maismehl ausgegeben, mit dem sich die Besucher gegenseitig bewerfen. Dabei entstehen am Veranstaltungsort und in dessen Umgebung Staubwolken. Da das Veranstaltungsgelände unmittelbar an das Betriebsgelände des Halbleiterherstellers Infineon angrenzt und sich zudem in einem Landschaftsschutzgebiet befindet, hat das Amt für öffentliche Ordnung und Straßenverkehr nach Auswertung verschiedener fachlicher Stellungnahmen für das geplante „Holi-Fest der Farben“ keine Genehmigung ausgesprochen. Produktion von Infineon gefährdet Die Produktion bei Infineon findet in Reinsträumen statt. Die Firma ist darauf angewiesen, dass keine Staub- oder Farbpartikel in diese Räume gelangen. Deshalb sind aufwändige Filteranlagen der Lüftungstechnik vorgelagert. Es besteht die berechtigte Besorgnis, dass große Mengen des feinen Farbpulverstaubs während der Veranstaltung freigesetzt werden und die Produktion der Firma Infineon beeinträchtigt wird. An einem anderen, geeigneten Standort würde das Amt für öffentliche Ordnung und Straßenverkehr die Veranstaltung zulassen. Im letzten und in diesem Jahr wurden im Regensburger Stadtgebiet, auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik, bereit zwei vergleichbare Veranstaltungen durchgeführt. Hintergrund Für das „Holi-Fest der Farben“ ist eine Erlaubnis nach Art. 19 Abs. 3 Nr. 3 des Bayerischen Landesstraf- und Verordnungsgesetzes durch das Amt für öffentliche Ordnung und Straßenverkehr der Stadt Regensburg notwendig. Im Erlaubnisverfahren beteiligte das Amt weitere Fachstellen, z.B. zu Fragen des Lärmschutzes, des Brandschutzes, des Naturschutzes oder der Sicherheit. Die Erlaubnis ist zu versagen, wenn Gefahr für Leben, Gesundheit oder Sachgüter besteht oder die Natur oder Landschaft erheblich beeinträchtigt wird bzw. wenn andere öffentlich-rechtliche Vorschriften der Veranstaltung entgegenstehen.

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Kommentare (4)

  • Ele

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    Das ist verständlich!!___Die in farbigem Maismehl Schwelgenden täten vermutlich auch besser daran, ihre Körper als Reinräume zu betrachten — wenn ich mir vorstelle, was da an giftiger Farbe in der Gegend rumschwirrt, wirds mir vom Vorstellen schon schwindlig. ___Aber viele leben in einer Spaßgesellschaft …..

  • Capital-Soziale-Union

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    „Ein anderer, geeigneter zulassungsfähiger Standort“, allerdings der Fläche wegen mit TeilnehmerInnen-Begrenzung, wäre vielleicht ein nettes mit akkurat beschnittenen Bäumen beschattetes und einem plätschernden Brünnlein dekoriertes, leider meist menschInnenleeres öffentliches Grün im Schnittpunkt des Leuchtenbergweges und der Nicolaus-Gallus-Straße im Süden des Weltkulturerbes: 1 Oberbürgermeister, 1 Bürgermeister und mindestens 2 Stadträte, davon 1 Fraktionsvorsitzender, sowie die sonstigen dort residierenden Leistungseliten könnten teilhaben an diesem lustigen, bunten und schichtenverbindenden Treiben, könnten Erinnerungen an ihre eigene Hare-Krischna-Jugendzeit aufkeimen lassen („weißt du noch, damals in Poona, wir hackedicht und vollgedröhnt, porschefrei und trotzdem tollen Sex …“), könnten den Bunt-Maismehl-WerferInnen Toskanawein und Antipasti reichen; einfach mal ein sinnfreies Tun der Sinnesfreiheit halber, das wär’s!

  • Karl S.

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    Das Verbot ist gut, richtig und absolut notwendig.

    Ich bin froh, dass Regensburg eine gute Verwaltung hat.

    Erstens schafft Infineon wichtige Arbeitsplätze und zahlt Gewerbesteuern, die in Dinge investiert werden, die den „Maismehlwerfern“ nutzen.
    Zweitens sollten diese hedonistischen Leute mal bedenken, dass Maismehl ein Lebensmittel ist. Viele Menschen auf Erden wären darüber froh und würden es nicht sinnlos herumwerfen.

    Und zu guter Letzt: Den Müll und die Dreckhaufen, die dieser wilde Mob hinterlassen wird, wer soll den beseitigen? Habe keine Lust, noch Monate nach dem „Event“ im Landschaftsschutzgebiet bei schönen Abendspaziergängen auf die Hinterlassenschaften von buntem Dreck zu stoßen, nur weil eine Minderheit meint, ihre Interessen stehen über denen der anderen Mitmenschen.
    Und das geht garantiert nicht nur mir so!

    Daher nochmals ein herzliches Dankeschön an die Stadt, dass sie uns, die normale, zivilisierte Mehrheit vor solchem Unsinn bewahrt

    Mit freundlichem Gruß
    Karl S.

  • Mirko Q

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    Eine Lobhudelei an die Stadtverwaltung ist fehl am Platz. Wenn ich den Artikel lese, ist nicht zu erkennen das die Stadt den Unsinn generell verbietet, es soll nur eine bestimmte Fa., eine wohlhabende Gruppierung oder ‚irgendeine geschützte dreibeinige Feldmaus‘ im Westen vor Lärm, Dreck, Farbe usw. geschützt werden. Es geht nicht um Umwelt, Sicherheit sondern ganz profan ums Floriansprinzip.
    Das Prekariat kann ruhig den ganzen Mist ertragen. Im Osten sind dann auch die Luxusknaben & -töchter vom Goldenen Westen und wie aus den sog. gut unterrichteten Kreisen verlautet manch jung gebliebener Stadtrat oder spätpubertierender Fleischpflanzerlverkäufer ‚gern‘ gesehen.

    http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg/artikel/mehr-als-8000-gaeste-feiern-beim-holi/924800/mehr-als-8000-gaeste-feiern-beim-holi.html

    http://www.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/Zuckerbrot-Peitsche-Das-war-der-absolute-Hammer-;art1172,190144,C::cme21955,523901

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