Zahlen im Vergleich, Menschen im Vergleich

Zahlen im Vergleich. Eine Million. Soviel müsste die Stadt zum Umbau des Baseball-Stadions am Stadtrand – in Schwabelweis – zuschießen, wenn sie die Weltmeisterschaft nach Regensburg holen will. Dafür muss die Armin-Wolf-Arena ein wenig aufgemotzt werden. Es gibt schließlich Richtlinien. Der Zuschuss läuft recht unbürokratisch. Über den Stadtrat. Und der Oberbürgermeister ist schließlich auch dafür. Verkehrt ist das nicht. Den Legionäre kommt’s nachhaltig zugute. 669 Fan-Kehlen (so der Zuschauerschnitt laut Legionäre Vorstand Armin Zimmermann) werden juchzen. Macht rund 1.500 Euro pro Fan-Juchzer.

Zahlen im Vergleich, Menschen im Vergleich

Eine andere Zahl. 73.920. Soviel Euros könnten der städtischen Busgesellschaft RVB vielleicht entgehen, wenn sie jedem der 220 Asylbewerber in Regensburg ein Monatsticket für zehn Euro verkauft. Statt 38. Geht nicht, sagt man. Es gibt schließlich Richtlinien. Der Sozialtarif ist abgeschafft. Da ist man ganz bürokratisch und spart 336 Euro pro Person und Jahr. Das wirkt auch nachhaltig. Zum Schaden der Flüchtlinge. Die bekommen vom Freistaat 40 Euro – pro Person, pro Monat. Von diesem fürstlichen Taschengeld will sich nun nicht jeder Flüchtling ein Busticket leisten, um von der „Sammelunterkunft“ am Stadtrand in der Plattlinger Straße mal ins Zentrum zu kommen. Schwarzfahren. Dafür gibt’s Geldstrafen, bei Nichtbezahlung Vorstrafen. Dann folgt schnell die nächste Zahl. 1.500. Soviel kostet eine Abschiebung bei vollem Flieger pro Person. Oder ein Juchzer. Aber solche Vergleiche verbieten sich. Es geht ja um Menschen.
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Kommentare (1)

  • Daniela Camin - Heckl

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    Wir sind ein gar merkwürdiges Volk geworden. Wir diskutieren beispielsweise über „Stuhlgremien“, leisten uns enorm viel Bürokratie, schreiben Reformen, die Gesetze nach sich ziehen, die manch einer ohne Anwalt nicht mehr verstehen kann. Wie viel geben wir für Verwaltung in Regensburg aus, 1/3 oder 1/4 des Gesamthaushaltes? Wir leisten uns Verordnungen, die besagen, dass ein leerer Anglerhaken eine Ordnungswidrigkeit darstellt, wenn er ins Wasser gelangt? Aber wie meinte doch OB Schaidinger in einer seiner unzähligen Reden, ohne Gesetze kein Recht, ohne Recht keine Freiheit, oder so ähnlich. Aber mal ganz ehrlich, kommt bei so viel Gesetz, so viel Recht nicht manchmal die Freiheit etwas zu kurz?Die Freiheit menschlich zu sein und menschlich zu entscheiden? Und ca. 670 Fans der Legionäre sind halt nach wie vor dreimal so viele Menschen, wie Asylbewerber in Regensburg. Somit sind die Asylbewerber in der Minderheit, oder? Nicht ganz! Der Sozialtarif wurde abgeschafft? Wurden damit nicht auch viele andere Mitmenschen die Möglichkeit beschnitten kostengünstig von A nach B zu kommen? Was glauben Sie, wie viele Menschen in Regensburg Taschengeld (Höhe regulär ca. 87 €)beziehen? Busfahren in Regensburg also „der blanke Luxus“ ? Immer mehr zum Luxus wird wohl auch künftig Heizen und Warmwasser werden, angesichts der Preissteigerungen ab 1. Mai bei der Rewag. Und weil wir gerade beim Thema sind, wie viele Regensburger werden sich den Kopf darüber zerbrechen, ob sie es sich noch leisten können, bei ihrer kleinen Rente, Niedriglohn, ALG II usw. die Heizung anzustellen? Aber, wir dürfen uns alle langsam einen Kopf machen, über die Preissteigerungen z. Bsp. bei Lebensmitteln. Was also passiert, wenn der Bauer lieber Raps statt Weizen anbaut, weil der besser in den Tank geht? Und was geschieht eigentlich, wenn ein Mensch jahrelang nicht in die Rentenversicherung einzahlen kann, weil er keinen Job bekommt, ALG II beziehen muss? Das Volk der Glückseligen, so lange es sie nicht selbst betrifft! Denken Sie doch mal darüber nach!

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