Neujahrsempfang der CSU Regensburg

Zuwachs im Kreis der Kandidaten-Kandidaten

Leberkäs und Bier, Wahlkampfreden, die nichts mit dem Wahlkampf zu tun haben und Gäste auf der verzweifelten Suche nach einem Oberbürgermeister-Kandidaten. Am Sonntag lud die Regensburger CSU zum Neujahrsempfang. Zumindest gab es eine Überraschung: In den Reigen der Kandidaten-Kandidaten scheint sich nun auch eine Kandidatin zu gesellen.
Stargast Horst Seehofer im Kreis des Führungsduos der Regensburger CSU: Franz Rieger (li.) und Armin Gugau. Foto: Staudinger

Stargast Horst Seehofer im Kreis des Führungsduos der Regensburger CSU: Franz Rieger (li.) und Armin Gugau. Foto: Staudinger

Ja – wenn schon mal der Ministerpräsident kommt, dann ist alles ein wenig anders. Dann wird – wegen des (erwartetem, aber nicht eingetretenem) großen Andrangs nicht das Haus Heuport, sondern das Kolpinghaus angemietet, dann gibt es statt neumodernem Sprizz und wenig sättigenden Canapés Bier, Weißwürste und Leberkäs und dann kommen die „Sechs lustigen Fünf“ gleich zu neunt, um zünftig aufzuspielen: Neujahrsempfang der CSU Regensburg. Zum vierten Mal lud das Lager um Armin Gugau und Franz Rieger heuer zum Stelldichein der Reichen, Schönen und Mächtigen und solchen, die es werden wollen – im Windschatten der beiden Vorgenannten. csu0713

Bayern an Rest-Deutschland: „Deinen Lebensunterhalt finanzieren wir!“

Zu dem Reigen an „Stargästen“, die man dazu in jedem Jahr gewinnen konnte, hat sich nach Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Fraktionschef Georg „Schüttelschorsch“ Schmid und Innenminister Joachim Herrmann in diesem Jahr Horst Seehofer gesellt. Recht hartnäckig habe er da sein müssen, erklärt Franz Rieger in seinem „kurzen“ Grußwort. Mancher Plausch im Zirbelstüberl und auf den Fluren des Landtags sei da nötig gewesen, sagt er. Und Seehofer grinst. Apropos Reden und Grußworte. Die sind nicht wirklich der Rede wert. Aber zumindest Seehofer gelingt es, auf recht kurzweilige Art, zu erklären warum Bayern nicht nur „topp“, sondern sogar die „Vorstufe zum Paradies“ ist und dass es derzeit vermutlich so gut da stünde, wie in seiner gesamte „1.500jährigen Geschichte“ nicht. Er wettert ein wenig gegen den Länderfinanzausgleich und erzählt davon, dass Berlin zwar „arm, aber sexy“ sein möge, Bayern dagegen „solidarisch, aber nicht blöd“. Stolz solle jeder hier sein und in ganz Deutschland „selbstbewusst, aber nicht arrogant“ verkünden: „Deinen Lebensunterhalt finanzieren wir auch mit“.

„…immer auf der Seite des Siegers…“

Mit Wahlkampf habe das alles nichts zu tun – der beginne ja „erst im August“. Und wenn man so zurückblicke und sich frage, worin die bayerische Erfolgsgeschichte begründet sein könnte, dann kommt Seehofer – mit Verweis auf die Wittelsbacher – zu dem Schluss: „Wir standen immer auf der Seite des Siegers und wenn nicht, dann haben wir rechtzeitig die Seiten gewechselt.“ Mal Napoleon, mal die Österreicher: So sei Bayern immer weiter gewachsen. So habe man immer wieder ein schönes Stückchen Land dazu bekommen. Was manche heute als Beliebigkeit bezeichnen, sei nichts anderes gewesen als historischer Weitblick. Womit man irgendwie beim Top-Thema wäre, dass zwar kaum die Redner, aber umso mehr die Gäste beschäftigt: Wer tritt für die CSU bei der Kommunalwahl an? Wechselt noch einer rechtzeitig die Seiten? Oder ist das gar nicht klug, weil die Seite des Siegers eine ganz andere ist, die CSU in diesem Jahr vielleicht gar keinen Stich macht? Wer hat dafür in der Regensburger CSU den historischen Weitblick?

„Manche nennen das Casting, ich nenne das Demokratie!“

Ein Name bei dieser Oberbürgermeister-Kandidat-Kandidaten-Suche ist mittlerweile bekannt: Es ist der Verwaltungsrechtler Jürgen Linhart aus Cham. Beim gemeinsamen Bierchen mit Armin Gugau, Hans Renter und Thomas Fürst hat man ihn schon gesehen. Diverse Berichte haben ihn schon zum (un)heimlichen Favoriten erkoren. Diesen Mann, den kaum einer in Regensburg kennt, von dem man aber zumindest schon weiß, dass er (den ebenfalls beim Neujahrsempfang gesichteten) Thomas Fürst kennt und damit irgendwie nicht ganz koscher sein könnte. Reizen tät es ihn „ganz gewaltig“, sich aufstellen zu lassen, sagt Linhart. Und mit den „alten Geschichten“, wie er sie nennt, habe er nichts zu tun. Einen „anständigen Wahlkampf“ würde er führen wollen. Und zu verlieren habe er ja nichts, wenn er antreten täte. Die Entscheidung nämlich, ob er diesem „gewaltigen Reiz“ nachgibt und tatsächlich antritt, lässt er sich nämlich nach wie vor offen.
Der geoutete Favorit: Jürgen Linhart. Foto: as

Der geoutete Favorit: Jürgen Linhart. Foto: as

Da gibt es schließlich noch eine Frau und drei Kinder sowie die Mitteilhaber seiner Anwaltskanzlei, mit denen er sich einigen muss. Und irgendwie gilt es doch auszuloten, ob er als Chamer, dessen politische Aktivitäten (in diversen Gremien der JU) nun auch schon ein paar Jahre zurückliegen, tatsächlich eine Chance hätte oder ob sich die CSU seiner nicht nur als „Brandkasper“ bedient, um die nächste Wahl irgendwie über die Runden zu bringen. Denn abgesehen von Linhart scheint kein Kandidat in Sicht, den die CSU ins Rennen schicken könnte. Die Promis Gugau und Rieger wollen nicht. Und abseits davon herrscht personelle Leere. CSU-Kreisvorsitzender Armin Gugau hat in seinen Begrüßungsworten die Kriterien für einen Oberbürgermeisterkandidaten wiederholt, die er schon im vergangenen Jahr genannt hat: um die 40, beruflich und wirtschaftlich unabhängig und – mit besonderer Betonung auf diesem Punkt – nicht in den CSU-Streit verwickelt. Deshalb hat Gugau bereits vor geraumer Zeit, die CSU-Mitglieder aufgerufen, Vorschläge zu machen. Einsendeschluss ist der 31. Januar. Dass es sich dabei um ein Casting handelt, wie es Oberbürgermeister Hans Schaidinger vor zwei Wochen nannte, bestreitet Gugau: „Manche nennen das Casting, ich nenne das Demokratie!“

„Diese Spekulationen sind… Spekulationen“

Die Anforderung, im CSU-Gezänk ein unbeschriebenes Blatt zu sein, erfüllen nur wenige der bekannten Gesichter auf beiden Seiten. Schon gar nicht Christian Schlegl. Der CSU-Fraktionsvorsitzende wäre der Wunschkandidat vieler Anhänger des Schaidinger-/Schlegl-Lagers, wurde vom OB auch offiziell vorgeschlagen und hätte das bekannteste Gesicht. Eine eigene Bewerbung hat er nicht mehr eingesandt. Es müsse reichen, dass er vor einem Jahr schon seine Verfügbarkeit bekannt gegeben habe, dazu noch die Empfehlung durch den Oberbürgermeister.
Das Lächeln eines Fatalisten: Christian Schlegl. Foto: Staudinger

Das Lächeln eines Fatalisten: Christian Schlegl. Foto: Staudinger

An der Offenheit des Verfahrens scheint Schlegl so seine Zweifel zu haben, hält damit aber hinterm Berg, orakelt nur: „Wie ich meinen Kreisverband kenne, ist das alles gut durchgeplant.“ Hat der Kreisverband etwa so gut geplant, dass der Kandidat eigentlich schon feststeht und das Bewerbungsverfahren eine Farce ist? Dass Jürgen Linhart nicht nur auf den Fluren vor dem Erhardi-Saal schon zum Kandidaten aller Kandidaten gekürt worden ist? Gugau bestreitet das. „Diese Spekulationen sind… Spekulationen“, sagt er auf diesen Vorwurf hin. Jeder, der sich bewirbt, würde seine Chance kriegen. Und letztlich wird dann das „demokratische Verfahren“ den Kandidaten aus den Bewerbern herausfiltern. Hinter dem werde die Partei dann stehen, auch wenn es Christian Schlegl wird, so Gugau. Seine „Bewerbung“ wurde akzeptiert, auch wenn sie nicht direkt an den Kreisvorstand gegangen sei. Schlegl werde nach dem Ende der Bewerbungsfrist am 31. Januar genauso angeschrieben wie alle anderen. Die müssen sich dann vorstellen. Und dann wird gewählt. Von wem? Von „Delegierten“, von „Wahlmännern“, wie Gugau sagt. Die sind aber noch gar nicht bestimmt. Und wie die abstimmen, ist auch irgendwie egal, denn: „Das Votum der Delegierten ist nicht rechtsverbindlich“, sagt Gugau. Dann werde im Kreisvorstand diskutiert. So schaut also Demokratie in der Regensburger CSU aus.

„Spaltung? Aber wieso denn?“

Dass Schlegl keine Chancen habe, weil er mit dem Kreisverband nicht so dicke ist, hält Gugau für ein Gerücht. Überhaupt könne er von einer „Spaltung“ der Regensburger CSU in Kreisverbandsanhänger und Anhänger der Stadtratsfraktion nicht viel wahrnehmen. Dass nicht alle die besten Freunde sind – ja mei, das kommt in den besten Familien vor. Aber Spaltung? „Das hört sich so nach 50/50 an. Was Sie hier sehen,“ – er deutet in den Raum – „sind 90 Prozent der CSU.“ Wer nicht da ist – vielleicht meint Gugau den abwesenden Oberbürgermeister, sei selber schuld. Versöhnen muss sich also niemand, denn für Gugau ist ja auch niemand zerstritten. Oder zumindest nicht gespalten. „Ich habe immer eine offenes Herz“, sagt der Kreisvorsitzende mit leicht ironischem Zungenschlag. Mit diesem „offenen Herzen“ muss Gugau nun also die Oberbürgermeisterkandidaten-Kandidaten bewerten und dem CSU-Volk zur Begutachtung vorstellen. Aus welcher CSU-Ecke (die es für Gugau ja nicht gibt) die kommen, verrät er nicht. Unter zehn sollen es aktuell sein, aber die Frist ist ja noch nicht vorbei.

Vorschlag: Rektorin des Piendl-Gymnasiums

Ein neuer Vorschlag kam beim Neujahrsempfang unerwartet dazu: Ein CSU-Mitglied tritt an Gugau heran und kündigt an, Barbara Neumann-Trüb vorzuschlagen, Biologie-/Chemie-Lehrerin und Direktorin des Piendl-Gymnasiums Regensburg. Die sei „zwar bislang noch keine Politikerin, aber bekannt und eine Sympathieträgerin“, sagt ihr Befürworter. Doch ob nun Jürgen Linhart aus Cham, Barbara Neumann-Trüb aus Regensburg oder Max Mustermann aus Musterstadt: Sofern der CSU-Kandidat nicht Christian Schlegl heißt, wird der als Spitzenkandidat mit den „Bürgern für Regensburg“ antreten, die dann möglicherweise auch einen Hans Schaidinger als Zugpferd auf ihrer Liste haben werden. Und auf wessen Seite sich dann der traditionelle CSU-Wähler schlagen wird, würden allem historischen Weitblick zum Trotz wohl nicht einmal die Wittelsbacher zu sagen vermögen.

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Kommentare (36)

  • Capital-Soziale-Union

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    @ Redaktion
    Was für eine denkwürdige Ablichtung des MP und seiner Regensburger Repräsentanzen.
    Ist die Verwendung dieses Bildes mit Urheberangabe gestattet?

  • Capital-Soziale-Union

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    B. Neumann-Trüb: ein Name fürs politische Kabarett; das sollte sich die Dame schon in dieser Hinsicht gut überlegen.

  • mfg

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    Die Schule, in der reiche Eltern ihren Kinder ein Abitur kaufen können, bzw. in der Schüler ihr Abi machen, nachdem sie in anderen Gymnasien mit ach und krach durch die Kollegstufe gefallen sind, heißt “ Pindl“, nicht „Piendl“. :)

  • Kaspar

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    Es zeichnet die CSU Regensburg aus ihren Neujahrsempfang an dem Tag zu feiern, an dem sich andere den Opfer des Nationalsozialismus Gedenken und daran arbeiten das solche Verbrechen sich nie wiederholen. „Parallelgesellschaften“

  • mfg

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    Sehr geehrter Herr Kaspar,
    der Empfang war vormittags, die offizielle Gedenkveranstaltung der Stadt Regensburg zum Holocaust-Gedenktag ist um 18. Uhr. Das heißt, Leute, die beim Empfang waren können doch tatsächlich an dieser Veranstaltung teilnehmen! Warum Sie eigentlich nicht, wo Sie anscheinend so ein Gutmensch ist? Die Veranstaltung und das Gedenken laufen seit einer halben Stunde, und sie posten hier lieber auf regensburg-digital herum?!

  • mfg

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    “ Gutmensch sind…“ !!!!

  • Bildhauer

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    Glückwunsch an Herrn Staudinger. Das Foto mit den Herren Rieger / Seehofer / Gugau ist ein richtig gutes Pressebild.

  • Mathias Beth

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    Trauten sich die beiden langjähirgen Mandatsbeitragsnichtzahler Herr Schaidinger und Herr Weber nicht Ihrem Parteivorsitzenden gegenüber zu treten?

  • Nicos erste

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    @beth: Wenn sich Hansi nix größeres zuschulden kommen hat lassen in seiner langjährigen Oberbürgermeisterschaft als eine CSU-interne Geldverschieberei nicht mitgemacht zu haben, sollte man doch seine Empfehlung für den Nachfolger bedingungslos unterstützen.

  • Johannes Mühlbauer

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    @ Nicos erste:
    Ihnen ist insoweit zuzustimmen, dass die Nichtzahlung von Beiträgen ein Probelm der CSU ist, nicht der Bürger. Allerdings wirft es schon ein fragwürdiges Licht auf Schaidinger, wenn er – im Gegensatz zu allen anderen Mitlgiedern – sich durch Nichtzahlung aus der Solidargemeinschaft der Partei, die ihn in sein Amt gehoben hat, entfernt.

    Sei es drum. Viel gewichtiger erscheint mir sein Verhalten in Sachen BayernLB, wo er seinen Pflichten als Verwaltungsrat nicht nachkam und somit dem Steuerzahler – also uns Bürgern – enorme Kosten auferlegte. Doch auch dies mag man als bayersiches Problem sehen, dass in keinem direkten Zusammenhang mit Regensburg steht.

    Tatsächlich erachte ich es als schlimm, dass Schaidinger es geschafft hat, die politische Kultur in Regensburg aufs schwerste zu beschädigen. An ein politisches Klima der Zusammenarbeit ist nicht zu denken, es geht nur jeder gegen jeden. Überall hat jeder engagierte Bürger mit Angriffen zu rechnen. Sei es, dass er berechtigter Weise als Bürger die Verwaltung kritisiert und daraufhin zurechtgestutzt wird, sei es dass er als Koalitionspartner vom OB eine übergebügelt bekommt oder dass er als Mitglied der Partei des OB von diesem mit Verleumdungen überzogen wird (zum letzten Punt erinnern wir uns an 2007, als Schaidinger „handfeste Beweise“ gegen Fürst & Co. ankündigte, diese aber bis heute schuldig blieb; angeblich wurde die Festpaltte auf der sie sich befanden zerstört). In einer Stadt, in der sich einstmals die Gesandten des hl. röm. Reiches friedlich trafen, schuf er ein politisches Klima der Angst und Unfreiheit. Das ist es, was ich ihm ankreide. Natürlich können Sie argumentieren, da gehörten immer mehrere Personen dazu, was durchaus korrekt ist. Ich habe jedoch den Eindruck, dass die Zerstörung des politischen Klimas vom OB ausging, nachdem dieser einen Machtverlust befürchten musste. Andere Auffassungen akzeptiere ich natürlich.

  • Jochen Shweizer

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    Ein kleiner Nachtrag zu den Ausführungen von Hr. Mühlbauer

    Zur Kompetenz des Herrn Schaidinger als Mitglied eines Aufsichtsorgans führt der Bericht des Untersuchungsausschusses des bayerischen Landtages, unter leitung eines CSU-Führung, auf Seite 268 aus:

    “Aufgefallen ist im Untersuchungsausschuss ferner der Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger. Er sitzt bis heute im Verwaltungsrat der Bayern LB, wusste aber selbst Ende 2010 noch nicht, was die Bank wirklich gekostet hat. Hier offenbart sich ein Desinteresse (…), dass das seiner Kollegen aus dem Verwaltungsrat noch übersteigt.”

  • Capital-Soziale-Union

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    @ Johannes Mühlbauer 28.01.2013, 10:18h
    Regensburg „eine Stadt, in der sich einstmals die Gesandten des hl. röm. Reiches friedlich trafen“?!
    Das glauben Sie doch nicht ernsthaft. Wieso nannte Friedrich II. oder Napoleon dieses Gremium „Reichsaffenhaus“, wohl deshalb, weil jene Legaten sich einstmals noch nicht einmal um die Vortrittsregelungen beim Einzug in den Reichstagssaal friedlich einigen konnten, als Beispiel.
    Schiedlich friedlich dürfte einstmals lediglich der gemeinschaftliche Besuch des „Roten Herzflecks“ mit seinen weiblichen Augenweiden verlaufen sein.
    Das wäre in der Tat eine Pazifizierungsmöglichkeit für heutige Stadtratszänkereien: nach jeder streitigen Plenarsitzung auf Kosten des städtischen Haushaltes ein gemeinsamer Puffbesuch, wie einstmals, als die Welt noch heilig und römisch war. Nur würde dann vermutlich Herr Brüderle sich um den Stadtratsposten von Herrn Meierhofer bemühen …

  • Johannes Mühlbauer

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    @ Capital-Soziale-Union:
    Doch, das meine ich ernst. Man mag während des immerwährnden Reichstages auch um Banalitäten gestritten haben („Affenhaus“), aber verglichen mit den Streitigkeiten und Kriegen im Rest des Reiches (30jähriger Krieg mit der Folge des Zerfalls des Reiches, Dualismus zwischen Österreich und Preußen, usw.) kann die Situation in Regensburg durchaus als friedlich bezeichnet werden, zumal auch die Religionskonflikte kaum eine Rolle spielten.

  • Regensburger

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    @Kaspar und mfg
    Der Gedenktag ist der gesamte Tag und nicht nur dann, wenn die Stadt dazu eine Veranstaltung macht. Also eigentlich ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt für einen Neujahrsempfang. Warum nur denke ich, dass es angesichts gewisser anwesender Personen und des veranstaltenden Vorsitzenden geradezu symbolhaft optimal passt?

  • Blauer Tintenklecks

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    @ Regensburger:
    Meinen Sie nicht, Sie übertreiben etwas arg?
    Nur mal so als Hinweis, wer gestern alles einen Neujahrsempfang abgehalten hat:
    – NRW-FDP in Düssseldorf,
    – Evang. Kirchengemeinde Detmold,
    – Stadt Neu-Isenburg,
    – Förderverein für Aus- und Weiterbildung im Tischlerhandwer e.V. in Berlin,
    – SPD-Franktion Völklingen,
    – SPD Stadtverband Elze,
    – SPD Arlheigen (Darmstadt),
    – Klinikum Wahrendorf,
    – Stadt Ibbenbühren,
    …. u.s.w., die Liste ließe sich wohl beliebig fortsetzten.
    Alles Ignoranten ohne Geschichtsbewusstsein und Anstand? Wohl kaum.
    Folge: Aus irgendeinem Grund wollen Sie hier offenbar Hetzte betreiben. Aus Unwissenheit oder Boshaftigkeit, das ist nur die Frage, die ich mir stelle. In Ihrem Sinne nehme ich mal ersteres an.

  • RuhigBlut

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    Was wollen Sie uns eigentlich mit diesen Anspielung „gewisse anwesende Personen“ und “ der veranstaltende Vorsitzende“ sagen?! Wissen Sie eigentlich, mit was für einem weitreichenden Vorwurf Sie hier grundlos anspielungshaft hantieren?!

    Herr Stadtrat Gugau war selbstverständlich wie Herr MdL Dr. Rieger (und zahlreiche weitere auf dem Neujahrsempfang anwesende Personen ebenso) auf der offiziellen Gedenkveranstaltung der Stadt mit anschließendem Gedenkmarsch zur und Abschluss in der Synagoge.

    Die unverschämte Doppelmoral des Users „Kaspar“ wurde ja hier bereits entlarvt. Diese ist für sich genommen schon peinlich genug. Sie aber, werter „Regensburger“, meinen aber da auch noch einen draufsetzen zu müssen….

    Welche Dreistigkeit wollen Sie sich eigentlich als nächstes herausnehmen? Dass Sie diese bodenlosen Frechheit des Users „Kaspar“ nicht nur übernehmen, sondern noch darauf beharren, ja sogar den Vorwurf – zumindest anspielungshaft – auch noch vergrößern, ist die Spitze der Unverfrorenheit! Sie sollten sich wirklich schämen!

    Aber anscheinend ist Ihnen inzwischen jedwede Dreistigkeit recht, um Ihnen verhasste Personen grundlos zu diskreditieren.

  • exDomspatz

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    @Blauer Tintenklecks und @RuhigBlut
    Man muss differenzieren. Veranstaltet eine politische Organisation, erst recht wenn sie in Regierungsverantwortung steht, an einen solchen Tag ein Neujahrsempfang. Und es ist durchaus bekannt wie die CSU mit Verfolgten (Flüchtlinge, etc.) umgeht. Dies unter Berücksichtigung, dass diese Partei es in der Hand hätte Humanität zum Programm zu machen. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Frage, was mit einer solchen Feier am „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ bezweckt wird, gerechtfertigt.

  • schwarzmeertanker

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    @exDomspatz und Regensburger
    Der CSU-Kreisverband veranstaltet den Neujahrsempfang seit 4 Jahren immer am letzten Sonntag im Januar. Dass dieser auf den 27. Januar – den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus – fällt ist reiner Zufall.
    Daraus böswillige Absicht zu konstruieren ist schon arg übertrieben. Diese wäre gerechtfertigt,wenn der Neujahrsempfang zeitlich parallel zu einer solchen Gedenkveranstaltung wäre. Und ein kleiner Hinweis zur Verhältnismäßigkeit: Was die Nazis im 3. Reich verbrochen haben, darf nie wieder geschehen. Dies muss man auch der jetztigen Generation immer wieder vor Augen führen. Dies ist auch wichtig, damit die Wahrscheinlichkeit, dass noch einmal so etwas geschieht möglichst klein gehalten wird.
    Aber – und das ist meine persönliche Meinung – man sollte dieses Gedenken nicht überpriorisieren und gegen andere instrumentaliseren. Damit beschädigen Sie nämlich nicht nur den Sinn dieses Gedenktages sondern fördern damit die Gleichgültigkeit oder gar die Ablehnung gegenüber solchen Gedenktagen, weil man nämlich an solchen Tagen sonst ständig Angst haben muss, dass man sonst von Leuten wie Ihnen an den Pranger gestellt werden muss. Nach Ihrer Logik dürfte nämlich eine Person in der Öffentlichkeit, die am 27. Januar Geburtstag hat an diesem Tag niemals eine große Party geben. Neiner Meinung nach feiert man man seinen Geburtstag, weil man sich des Lebens erfreuen soll. Nach Ihrer Logik darf man aber nicht zu sehr feiern und sich freuen, weil man sonst den Opfern des Nationalsozialismus Unrecht tut. Diese Logik wenden Sie auf einen Neujahrsempfang an.

    Lassen Sie es besser…

  • Relation

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    Der Vergleich, der hier gezogen wird, ist in Wahrheit eine unsägliche Relativierung der Verbrechen der Nationalsozialisten. Was hier zueinander in Relation gesetzt wird, passt unter keinen Umständen zusammen.

    Auch meiner Meinung nach ist die Behandlung von Asylanten im Freistaat inakzeptabel. Insbesondere auch die Verhältnisse der Unterbringung hier in Regensburg. Dabei sollte man allerdings nicht unerwähnt lassen, dass auch der Sozialdemokrat Wolbergs diese verteidigt!

    Nur diese Situation mit den entsetzlichen Geschehnissen und Verbrechen in der NS-Zeit vergleichen zu wollen, zeigt eindeutig auf, dass hier jemand die Dimension des damaligen Grauens nicht mehr (er)kennt! Eine zugegebener Maßen nicht würdige Unterbringung von Flüchtlingen sowie die bedingte Beschneidung deren Freizügigkeit mit der industriellen Vernichtung von Millionen Menschen vergleichen zu wollen, ist schlicht und ergreifend unerträglich, vollkommen übertrieben und durch nichts mehr zu rechtfertigen!

    Es ist aber nicht nur so, dass hier ein paar User uU nur über das Ziel hinaus geschossen sind. Denn der User „Regensburger“ hat sich hier schon oft genug dadurch ausgezeichnet, Angehörige des sog. „Rieger/ Gugau – Lagers“ durch haltlose Unterstellungen in ein ungutes Licht stellen zu wollen und ihnen – zumindest unterschwellig – das Attribut der politischen Inkorrektheit oder des Rechtsextremismus zu unterstellen. Dabei war er stets auch darum bemüht, sich selbst als „lupenreinen Demokraten“ und rechtsstaatlichen Sittenwächter erscheinen zu lassen.

    Inzwischen erkennt man aber sein tatsächliches Gesicht! Er schreckt nicht einmal vor derartig unanständigen Vergleichen zurück und offenbart damit, dass es ihm vollkommen an geschichtlichen Bewusstsein und politischen Anstand mangelt. Er schämt sich nicht, dass Leid der Opfer der NS-Dikatatur für seine billige Agitation im kommunalpolitischen KleinKlein zu missbrauchen. Das offenbart nur eines, eine unfassbare Borniertheit und eine gefährliche Ignoranz vor den Opfern dieser Zeit!

    Da wird mir einfach nur noch speiübel!

  • exDomspatz

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    @Relation: Soweit es mein Beitrag betrifft: Verbiete ich die Unterstellung ich hätte ein „Vergleich“ gezogen. Ich habe auf den „ist Zustand“ aufmerksam gemacht, der mir verständlicherweise nicht in Abrede gestellt wurde.

  • Relation

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    @ exDomspatz:

    Sie stellen auf der einen Seiten fest, dass auf dieses Datum der Gedenktag der Befreiung des Vernichtungslager Auschwitz fällt. Dann äußern sie sich in einem negativen Kontext zum Umgang der CSU mit „Verfolgten“ und stellen die Frage in den Raum, was mit einem Neujahrsempfang an diesem Datum bezweckt werden soll.
    Damit setzen Sie aber beide Ereignisse nicht nur in einen Zusammenhang, sondern auch nebst dem historischen Kontext des Holocaustes zueinander in Relation mithin logischerweise auch in einen Vergleich.

    Oder sie wollen tatsächlich nicht nur vergleichen, sondern sogar behaupten, die Asylpolitik der CSU sei faktisch genauso verbrecherisch wie die Vernichtungspolitik der Nazis. Wenn Sie das tatsächlich behaupten wollen, leisten Sie sich eine unfassbare Entgleisung! Das würde eine beschämende Verharmlosung der Verbrechen des Nationalsozialismus darstellen!!!

  • Dugout

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    @ Relation
    Vielleicht wär etwas den Ball flach halten auch mal nicht schlecht !

  • exDomspatz

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    @Relation: Was sind denn die Ziele dieses Gedenktages?

  • Johannes Mühlbauer

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    @ exDomspatz:

    Auch wenn es mir fast zu schade ist, mit Ihnen, dessen Kommentare offenbar ausschließlich von der Lust an der Hetzte gegen Dritte getragen sind, zu diskutieren:

    Der Tag gilt der Einnerung an die“Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns und Völkermordes“ sowie „der Millionen Menschen …, die durch das nationalsozialistische Regime entrechtet, verfolgt, gequält oder ermordet wurden.“ (Proklamation des Bundespräsidenten vom 03.01.1996).

    Es handelt sich also um einen Gedenktag betreffend die Taten und nicht um einen Gedanketag für die Rechte aller , wie zB der Asylbewerber. Wer aber einen solch wichtigen Tag zum Gedenktag für alle Entrechteten umformen will, würdigt die Einmaligeit der Nazigreul herab. Wenn er dies auch noch tut, um gegen demokratische Parteien (also nicht gegen Naziorganisationen) zu stänkern, stellt sich umso mehr ins Unrecht und hat die Unerschiede zwischen dem 3. Reich und der Bundesrepublik nicht verstanden.

    Setzen, sechs!

  • Johannes Mühlbauer

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    Leider sind mir zwei Wöter abhanden gekommen.

    Im dritten Absatz muss es natürlich heißen „Es handelt sich also um einen Gedenktag betreffend die Taten der Nazionalsozialisten und nicht um einen Gedanketag für die Rechte aller, …“

  • exDomspatz

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    @Johannes Mühlbauer: Bitterschade, dass Sie das Ziel dieses Gedenktages nur zur Hälfte verstehen …

  • RuhigBlut

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    @ Johannes Mühlbauer & Relation:

    So lange es gegen die Union oder generell gegen Konservative geht, ist jeder reißerische Vergleich recht, so relativierend und verharmlosend er auch sein mag….

    Bei der Lektüre der Kommentare musste ich einige Male an Henryk M. Broder denken, der sich ja schon seit langem zum strukturellen Antisemitismus äußert, der (auch UNGEWOLLT) aus den ewigen, überzogenen Vergleichen des Unvergleichbaren erwächst. Es geschah ja auch nicht grundlos, dass er mit der politischen Linken gebrochen hat.

    Die Hysterie um Herrn Augstein erkläre ich mir in dem Zusammenhang vor allem auch dadurch, dass ein Großteil der politisch immer Anständigen, die stets auf der Seite des Gerechten, Guten und Schönen in der Welt stehen, damit völlig überrascht wurde, dass auch ein Linker mal konkret mit dem substantiierten Vorwurf des Antisemitismus konfrontiert wird. Getreu dem Motto, dass einem Linken per Naturgesetz niemals solch ein Vorwurf gemacht werden kann, ganz gleich wie absurd, überzogen oder die historischen Fakten verzerrend seine Äußerung auch sein mag.

    Die Vergleiche und Anspielungen, die hier gemacht wurden, verbieten sich ohnehin. Das Beharren auf dieser Position macht die Sache eigentlich noch schlimmer, da die meisten Folgekommentare nicht milder, sondern noch relativerender wurden. Das man dann aber auch noch in dem selben Atemzug den politischen Anstand der Veranstalter dieses Neujahrsempfang in Abrede stellen will, lässt sich an Selbstgerechtigkeit kaum überbieten.

    Aber wenn die Relativierung dieser unfassbaren Verbrechen von einem der immer Anständigen kommt, darf man natürlich nicht darauf hinweisen, dann heißt es vielmehr „Ball flach halten“. Damit wird aber auch verkannt, welch gefährlich schleichendes Gift solchen Kommentare innewohnt.

    So integer, wie Sie hier alle, wäre ich auch gerne mal!

  • Dugout

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    Jetzt hab ichs verstanden !
    Kritik darf nicht sein, den das wär ja eine unglaubliche Relativierung der Naziverbrechen.

    Gut das wir darüber gesprochen haben

  • RuhigBlut

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    Nein Herr/ Frau Dugout, es geht um die Begründung der Kritik. Und hier wurden Teile der CSU – Politik sowie des Personals der Regensburger CSU in mindestens einen mittelbaren Zusammenhang mit dem Gedenktag bzw. den Verbrechen, denen gedacht wird, gesetzt.

    Es steht Ihnen völlig frei, zu sagen, an solch einem Tag sollte keine Feier bzw. ein ausgelassener Termin stattfinden. Gut, ich sehe dies ein wenig anders, aber diese Kritik ist in jedem Falle zulässig.

    Hier ist aber etwas vollkommen anderes geschehen:

    „Regensburger“ hat in den Raum gestellt, dass das terminliche Zusammentreffen von Gedenktag und CSU- Neujahrsempfang „optimal“ zu den handelnden Personen in der Partei (hier sprich „Rieger/ Gugau – Lager“) passen würde. Er stellt damit einen direkten Zusammenhang her, aus dem eindeutig auch die Unterstellung herauszulesen ist, das Rieger/Gugau- Lager stünde dem Nationalsozialismus politisch/ geistig nahe. Dieser User hat es zwar nicht direkt ausgesprochen, aber er unterstellt mit der Formulierung „passt optimal“ sogar der Parteiführung noch den Vorsatz an diesem Tag die Feier mit Absicht organisiert zu haben. Das ist keine Kritik, das ist eine Frechheit.

    „exDomspatz“ hat aber darüber hinaus die Verbrechen, denen an diesem Tag zu Recht gedacht wird, in direkten Zusammenhang mit der aktuellen Flüchtlingspolitik der CSU gesetzt. Und damit idT auch einen Vergleich angestellt! Und dies ist nicht nur unzulässig, sondern in der Kehrseite auch eine Relativierung der Verbrechen.

    Noch einmal: Es ist das eine zu sagen, „ich finde, an solch einem Tag habt Ihr nicht(s) zu feiern“. Dies ist ohne Frage zulässig.

    Etwas vollkommen anderes ist es aber zu sagen, dass es typisch für das CSU Personal sei, genau an diesem Tag zu feiern. Dies sei iZ auch noch mit Absicht geschehen. Das ist eine Frechheit!

    Noch viel schlimmer ist es aber zu behaupten, es sei kein Wunder, dass die CSU an solch einem Tag feiert und den Anspruch des Gedenkens nicht begreift, da ihre Asylpolitik ja ein genauso großes Verbrechen wäre. Dies ist relativierend und kann unter keinen Umständen gebilligt werden. Auch wenn, was ich ja zugebe, die derzeitige Asylpolitik der CSU eine Schande ist. Sie ist aber immernoch rechtsstaatlich gedeckt und demokratisch legitimiert. Der Holocaust hingegen ist in seiner verbrecherischen Dimension schlicht nur noch unaussprechlich. Hier verbietet sich jeder derartige Vergleich. Auch jeder Vergleich in die Richtung, „fast so schlimm wie“.

    Ich hoffe, sie verstehen hier meine Differenzierung. Ich halte sie für sehr wesentlich. Verschwimmt diese, wird man der Dimension des ultimativen Verbrechens durch die Nazis nicht gerecht. Wehret den Anfängen!

  • mfg

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    An die ganzen Gutmenschen hier, die am 27. Januar alle trauernd und in schwarz gehüllt daheim saßen und dann abends auch alle in der Neupfarrkirche waren: Bevor ihr euch darüber aufregt, dass eine Partei an diesem Tag einen Neujahrsempfang abhält, solltet ihr euch doch vorher mal Gedanken darüber machen, warum an diesem Tag nur einseitig gedacht wird?!?!?!
    Es ist der Gedenktag der “ opfer des Nationalsozialismus“ einige von Ihnen hier, erklären das plump mal zum „Holocaust-Gedenktag“ nur dass der Holocaust eben nur den Mord an den Juden definiert. So. Ihr findet es also anscheinend alle korrekt, dass an diesem Tag in eine jüdische Synagoge marschiert wird, aber keiner von euch beschwert sich darüber, dass man nicht einmal das Grab eines Polen oder eines Homosexuellen oder eines Sinti/Roma oder eines katholischen Priesters aufsucht, um derer zu gedenken, die aufgrund ihrer Haltung oder ihrer Herkunft zu hunderttausenden hingerichtet wurden! DAS IST DAS EIGENTLICHE VERGESSEN und nicht, ob eine demokratische Partei an diesem Tag einen Empfang abhält oder nicht…

  • Capital-Soziale-Union

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    Warum bloggen blockartig die werten polit-korrekten GütestmenschelndenInnen hier die Tatsache aus, daß die große Vorsitzende und Kanzlerin Angela Horstjewna Merkelowa(CDU) ausgerechnet am hier refluxartig(sic!) bequatschten Holokaust-Tag den ägyptischen Philosemiten und Holokaust-Leugner/-Verniedlicher Mursi (O-Ton: „… alle Juden sind Affen und Schweine …“ – siehe youtube) zu Berlinistan mit Pauken und Trompeten staatsempfängt?

  • Johannes Mühlbauer

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    @ Capital-Soziale-Union:

    Das geschah nicht am Holokaustgedenktag (27.01), sondern gestern, als sich die Machtergreifung Hitlers jährte. Immer schön bei den Tatsachen bleiben.

    In der Sache gebe ich Ihnen jedoch Recht. Auch ich erachte es für äußerst unangemessen, an einem Tag, an dem sich die Machtergreifung Hitlers jährt, einen – wenn auch „demokratisch gewählten“ – Präsidenten zu empfangen, der sich wie ein Diktator gebährdet und am selben Tag die Armee gegen die eigene Bevölkerung einsetzte. Dies ruft einfach ungute Erinnerungen hervor und zeugt von wenig Sesibilität. Wahrscheinlich besteht diesbezüglich unter den Lesern von Regensburg-Digital Einigkeit.

    Warum das hier nicht thematisiert wird liegt wohl daran, dass diese Angelegenheit schlicht und einfach nichts mit dem Thema zu tun hat. Mursi bzw. die Machtergreifung Hitlers haben weder einen Bezug zum Neujahrsempfang der CSU, noch zu Seehofer oder den 27. Januar.

  • Capital-Soziale-Union

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    @ Johannes Mühlbauer 31.01.2013, 18:05h
    Der Führer der NSDAP hat am 30.01.1933 nicht die Macht ergriffen; sie, die Macht als Reichskanzler einer (NS-Minderheits-)Koalition, wurde ihm legal verliehen.
    Wenn Sie hier von „Machtergreifung“ schwafeln, dann benutzen Sie den unsäglichen Nazi-Sprech jener Ära, da dürften insofern die Anwendungs-Liebhaber des § 130 dStGB eigentlich schon ihr Ohren- und Augenmerk Ihnen zuwenden.
    Und ob der Holokaust-Gedenktag nun am 27.01. oder an einem anderem Tag des Januar ist, ist für den polit-korrekten „Biodeutschen“ (O-Ton Bgm. Buschkowski) ohnehin nebensächlich, wie vieles Tatsächliche von damals heute in diesem Sinne nebensächlich ist/sein muß im Sinne der guten richtigen Sache – siehe Ihre „Machtergreifung“ oben -, allein das Willkommnis des Antisemiten Mursi Ende Januar ist ein skandalöses Übel allergrößten Ranges.
    In diesem Sinne ist jeder polit-korrekte „Biodeutsche“ verpflichtet, jeden Tag des Jahres auf eine mögliche NS-Kontaminierung hin zu tschäcken, ob nicht eine unselige Erblast eben just auf diesem Tag zu liegen kommt; sozusagen eine ganzjährige Polit-Korrektur der aktuellen Tagespolitik: darum geht’s!

  • mfg

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    Also wie oft noch, hier Klugscheißen alle rum und alle benennen den Tag falsch. Es ist nicht “ der Holocaust Gedenktag“ sondern der „Tag der Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“ !!!!! Ich kann nicht verstehen, warum einige anscheinend davon ausgehen, im II WK seien lediglich Juden die Opfer gewesen. Erschreckend!!!
    Der Tag gedenkt offiziell :
    „Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, politisch Andersdenkende sowie Männer und Frauen des Widerstandes, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten, Kriegsgefangene und Deserteure, Greise und Kinder an der Front, Zwangsarbeiter und an die Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden.“ Ansonsten googlet mal das Wort Holocaust wenn ihr anscheinend keine Ahnung habt…wirklich traurig…

  • Klugscheißer

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    @ mfg 01.02.2013, 02:50h
    Und was ist mit den in und nach der „Nacht der langen Messer“ ohne Gerichtsurteil ermordeten offenst homosexuellen, weil unmittelbar aus ihren Betten herausgezogenen SA-Angehörigen?
    Sind das nun auch homosexuelle Gedenkopfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, oder eher nicht, oder wie oder was?
    Bitte eine polit-korrekte, nicht homophobe Aufklärung!

  • Johannes Mühlbauer

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    @mfg:

    Natürlich haben Sie Recht, dass der 27.01. in Deutschland als „Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus“ dem Gedenken aller NS-Opfer dient und sich diese nicht auf Juden beschränken. Eine solche Einschränkung wurde aber auch nicht behauptet.

    Wieso Sie die umganssprachliche Bezeichnung „Holocaust-Gedenktag“ jedoch so entschieden ablehnen, erscheint mir rätselhaft.
    Denn „Holocaust“ bezeichnet schlicht den Völkermord und beschränkt sich nicht auf die jüdischen Opfer. Vielmehr sind damit alle systematisch hingeschlachteten Opfer umfasst.
    Auch trägt der 27.01. international die Bezeichnung „Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ (UN-Resolution 60/7 vom 01.11.2005).

    Dennoch danke ich Ihnen für die Klarstellung, das dieser Tag den Gedenken an alle NS-Opfer dient.

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