IZ-Vorstände: "Fehlinformationen und tendenziöse Aussagen"

Bauträger erwidert Kritik an LERAG-Extrawurst

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Seit 2015 beim Immobilien Zentrum, seit April 2017 Vorstand im Aufsichtsrat: Dr. Thomas Rosenkranz. Foto: pm

Seit 2015 beim Immobilien Zentrum, seit April 2017 Vorstand im Aufsichtsrat: Dr. Thomas Rosenkranz. Foto: pm

Nach unserem Bericht über die Sonderregelung für das Immobilien Zentrum auf dem neuen Baugebiet am ehemaligen LERAG-Gelände – wie berichtet, wird dem Bauträger per Bebauungsplan erlaubt, einen Teil der festgeschriebenen Sozialwohnungsquote 20 Prozent auf einem anderen Baugebiet am Brandlberg zu errichten – und der Kritik durch den Vorsitzenden des Architekturkreises Regensburg, Andreas Eckl, haben sich mit Dr. Thomas Rosenkranz und Wolfgang Herzog zwei Vorstände des Unternehmens in einem längeren Kommentar bei uns zu Wort gemeldet. Wir veröffentlichen die Zuschrift – vorerst ohne Anmerkungen – im kompletten Wortlaut und stellen sie zur Diskussion.

Sehr geehrter Herr Aigner,
sehr geehrter Herr Eckl,
sehr geehrte Damen und Herren,

mit der Berichterstattung vom 6. Oktober „LERAG Bebauung mit Extrawürsten“ und vom 13.10.2017 „ Architekturkreis kritisiert IZ – Extrawurst bei Sozialquote“ behandeln Sie eine Reihe von Themen im Zusammenhang mit der Entwicklung von Wohnquartieren in Regensburg. Leider ist der Inhalt Ihrer Ausführungen nicht geeignet, einen objektiven Einblick in den Sachverhalt zu gewährleisten. Vielmehr sind Ihre Ausführungen geprägt von Fehlinformationen und tendenziösen Aussagen. Wir möchten hierzu wie folgt Stellung nehmen – wobei Sie jeden einzelnen Sachverhalt gerne nachprüfen können:

1. Das Immobilien Zentrum erfüllt die Vorgabe des städtebaulichen Vertrags, 20 % öffentlich geförderte Wohnungen im Zusammenhang mit der Bebauung auf dem LERAG Gelände zu errichten und berücksichtigt dabei Vorzugseffekte sowie studienbasierte Marktkenntnisse.

a. Um einen zeitlichen Vorzugeffekt zu erhalten, werden Teile dieser öffentlich geförderten Wohnungen in der EOF 1 (Einkommensorientierte Förderung Stufe 1), die sich aus der Quote auf dem LERAG Gelände ergeben, derzeit im Baugebiet Brandlberg errichtet. Die Wohnungen werden zu einem Zeitpunkt fertiggestellt sein, zu dem mit den Baumaßnahmen im Bereich LERAG noch nicht einmal begonnen wurde.

-> Die öffentlich geförderten Wohnungen stehen damit zwei bis drei Jahre früher zur Verfügung.

b. Wir beschäftigen uns seit Jahren intensiv und nicht zuletzt im Rahmen teils universitärer und zugänglicher Studien mit öffentlich gefördertem Wohnungsbau sowie der Bewertung potentieller Standorte nach objektiven Kriterien. Wir sind daher der Meinung, eine gute Kenntnis darüber zu haben, wo aktuell ein Bedarf an derartigen Wohnungen vorherrscht und stimmen diese Meinung auch regelmäßig mit den Einschätzungen der Regierung der Oberpfalz und der Stadt Regensburg im Detail ab. Aufgrund dessen haben wir uns dazu entschlossen, trotz der – gemäß herrschender Rechtslage zum Zeitpunkt der Übernahme des Areals am Brandlberg in Kombination mit dem Bebauungsplanentwurf – damals nicht entstandenen Verpflichtung öffentlich geförderte Wohnungen zu errichten, nach aktuellem Planungsstand 75 öffentlich geförderte Wohnungen am Brandlberg zu realisieren, wovon 63 durch das Immobilien Zentrum errichtet werden.

c. Diese öffentlich geförderten Seniorenwohnungen der Einkommensstufe 1 (!) werden dabei unmittelbar bzw. zentral am Quartierszentrum errichtet und bedarfsgerecht barrierefrei, rollstuhlgerecht (30%) sowie mit Einbauküchen ausgestattet, um der Nutzergruppe einkommensschwacher Senioren einen lebenswerten und funktionalen Lebensraum zu schaffen.

2. Die geäußerte Meinung, dass es sinnvoll sei, im Bereich der Guerickestraße weitere öffentlich geförderte Wohnungen zu errichten entbehrt einer fundierten Recherche über lokale Gegebenheiten.

Aufgrund vorliegender und stadtteilbezogener Statistiken zur Einkommens- und Sozialstatussituation erachten wir es als nicht zielführend bzw. der gewollten Durchmischung entgegenstehend, den öffentlich geförderten Wohnungsbau im Gesamtareal weiter auszubauen. Diese Forderung steht aus unserer Sicht im strikten Widerspruch zu den ebenfalls getroffenen Aussagen des Sprechers des Architekturkreises, Herrn Eckl, eine Ausgrenzung und Konzentration von Menschen, die auf eine derartige Wohnung angewiesen sind, zu vermeiden.

Natürlich ist es – wie ausgeführt wird – im Regelfall völlig unproblematisch und auch sinnvoll, 20 % öffentlich geförderte Wohnungen im Rahmen einer Quartiersentwicklung vorzusehen. Wenn aber das Umfeld bereits einen deutlich überdurchschnittlichen Anteil von Transferleistungsempfängern aufweist, dann sind wir der Meinung, dass eine stärkere Durchmischung sozialverträglicher ist als eine weitere Konzentration. Aufgrund dessen haben wir es auch konsequenterweise als zielführend erachtet, am Brandlberg öffentlich geförderte Seniorenwohnungen zu errichten, um eine Durchmischung zu fördern und zugleich dringend benötigte Kapazitäten zeitnah bzw. zeitlich vorgezogen herzustellen.

-> Wir hätten uns sehr gewünscht, dass sich der Architekturkreis auch inhaltlich hier stärker mit der Sachlage auseinandergesetzt und vor diesem Hintergrund Aussagen überdacht hätte.

Die weiteren IZ-Vorstände: Thomas Dietlmeier und Wolfgang Herzog (v.li.). Foto: Archiv

Die weiteren IZ-Vorstände: Thomas Dietlmeier und Wolfgang Herzog (v.li.). Foto: Archiv

3. Der Wunsch von Herr Eckl nach „einer Gegenleistung für die Erhöhung des Bodenwertes“ (Zitat Artikel) deutet darauf hin, dass Hr. Eckl, als Sprecher des Architekturkreises, nicht umfassend informiert ist bzw. die Fakten nicht umfänglich recherchiert hat, welche wertmindernden bzw. kostenrelevante Verpflichtungen ein privater Grundstücksentwickler in Regensburg im Rahmen einer Baulandentwicklung zu erfüllen hat, wie im Folgenden am Beispiel LERAG ausgeführt werden darf:

1. Errichtung von öffentlich geförderten Wohnungen in Höhe von mindestens 20%
2. Errichtung eines Kindergartens (2 Krippengruppen und 2 Kindergartengruppen)
3. Errichtung von öffentlichen Kinderspielplätzen, die auch einen nicht durch das Gebiet ausgelösten Bedarf decken (Kosten ca. 300.000 – 400.000 Euro)
4. Errichtung von öffentlichen Grünflächen (8.280 m² mit Kosten von über 660.000 €)
5. Errichtung von öffentlichen Verkehrsflächen für Ver- und Entsorgung und kostenfreie Übertragung an die Stadt (Kosten ca. 1.800.000 €)
6. Entgelte für Entwässerung und Bewässerung entsprechend den gültigen Satzungen
der Stadt Regensburg
7. Errichtung und Betrieb eines Nahwärmenetzes mit einem Primärenergiefaktor von 0,25
8. Ökologische Ausgleichsflächen inklusive Beschaffung, Errichtung und kostenfreier Übereignung an die Stadt (im Bedarfsfall)
9. Übernahme der Pflegekosten für die Ausgleichsflächen
10. Folgelastenbeitrag für eventuell zusätzlich notwendige Schul- und Kindergartenplätze in Höhe von 5.200 Euro pro Haus und 3.100 Euro pro Wohnung

4. Die viel zitierte und gewünschte SOBON (Soziale Bodennutzung) Lösung „Der Münchner Weg“ auch für Regensburg anzuwenden, entbehrt erneut der fundierten Recherche und der Berücksichtigung von Marktgegebenheiten durch den Verfasser bzw. den Aussagetreffenden.

Die SOBON sieht in München wie auch in Regensburg eine Quote von 20 % für den öffentlich geförderten Mietwohnungsbau vor und nicht die von Ihnen genannten 30%. Die Differenz von 10% spiegelt bei genauerer Betrachtung öffentlich geförderte Eigentumsmaßnahmen/ Eigenwohnraum (Münchner Modell) wider. Ferner sollte darauf hingewiesen werden, dass die Erfüllung der Förderquoten in München mit EOF 1 bis 3 möglich sind und in Regensburg nur mit EOF 1 und 2. Dies ist hinsichtlich der tatsächlichen Miethöhe ein erheblicher Unterschied, weswegen die Anforderungen in Regensburg auch insoweit als deutlich höher als in München anzusehen sind.

Allgemein dürfen wir zudem anmerken, dass wir uns seit 2007 im öffentlich geförderten Wohnungsbau betätigen und damit mit Sicherheit zu einem, wenn nicht dem „First-Mover“ zählen. Die Anlagen, die wir errichtet haben oder derzeit errichten oder planen, wurden/ werden auf Grundstücken gebaut, die wir nicht von der Stadt Regensburg sondern im Wettbewerb mit anderen Marktteilnehmern zu üblichen Marktkonditionen erworben haben. Trotz der damit nicht erfahrenen oder oft unterstellten Subventionierung errichten wir als einziger Marktteilnehmer in einer Vielzahl von Fällen – freiwillig und ohne eine Rechtspflicht – öffentlich geförderte Wohnungen und glauben daher einen erheblichen Beitrag zur Schaffung der benötigten Kapazitäten im Bereich öffentlich geförderter Wohnungen zu leisten.

Dass Wohnungsbaumaßnahmen bzw. Baulandausweisungen auch vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Situation kontrovers diskutiert werden, ist aktuell nicht zu vermeiden, jedoch wäre es aus unserer Sicht wichtig, fundierte Berichterstattungen zur sachlichen Information der Leser zu gewährleisten und Abstand von Worthülsen und allgemeinen Phrasen zu nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Thomas Rosenkranz, Vorstand Projektentwicklung
Wolfgang Herzog, Vorstand Öffentlichkeitsarbeit, Marketing, Vertrieb

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Kommentare (24)

  • Helmut

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    Kennen die auch andere Antworten wie studiert, mit Stadt usw abgesprochen und Kosten? Würde nichts rausspringen, würden sie es nicht tun. Bei sozialen Wohnungen kriegen sie ja eh einen Zuschuß, ohne den würde auch nichts gehen.
    Allein bei Sondergenehmigung denke ich schon an Extrawurst.
    Wenn ich dann noch lese barrierefrei. plus Senioren etc, was wollen die am Brandlberg? Echt mal, für diese Gruppe Bürger wäre es doch einfacher in der Guericke. Hornstraße als Einkaufsmöglichkeit, Netto, Ärzte und ebener als dort oben hinten draußen. Gut recherchiert, mitgedacht …….Das sage ich jetzt einfach mal ohne Studium …….Der Gewinn wurde recherchiert, allein mit der Aussage 7. Stock würde sich gut vermieten lassen, das nenne ich aber nicht „sozial“. Es sollte umgedreht sein. Die mit Geld sollten auf den Brandlberg und die sozial Schwächeren in die Guericke. Extrawurst??????

  • Paula Könnigs

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    Ich finde die die Stellungsnahme nach sachlich vollziehbar.

  • Matthias B.

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    Solange in der Korruptionsaffäre, in der auch gegen das IZ ermittelt wird, soll die Stadt Regensburg jedwede Zusammenarbeit mit dem Unternehmen ruhen lassen. Das wäre nicht nur der Bevölkerung gegenüber angezeigt, sondern – vielleicht bin ich zu skrupulös – eine Selbstverständlichkeit.
    Hinterher kann man ja derart soziale und seniorengerechte Projekte immer noch durchziehen.

  • Christian Kirchberger

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    An der Antwort des Immobilienzentrums kann man wieder einmal sehen welche Bedeutung unsere Gesamtgesellschaft für unsere Bauträger hat. Die Auflistung der „Erschwernisse“ zeigt deutlich das keinerlei Verständnis für das agieren in einer Stadtgesellschaft vorhanden ist. Es handelt sich bei den aufgeführten Punkten um Abgaben, die jeder Bauherr auf die eine oder andere Weise zu entrichten hat.
    Diese sind nötige um unsere Stadt lebenswert funktionieren zu lassen. Ohne diese wäre die Attraktivität unserer Heimat nicht zu sichern und hiervon und durch die dadurch hervorgerufene Zuwanderung profitiert auch u. a. wieder die Immobilienbranche.
    Desweiteren refinanzieren sich einige Punkte der Liste, wie Sozialwohnungen und Kindergärten, natürlich wieder über Förderungen und Mieteinnahmen.
    Über die Nahwärmenetze und die hinlänglich bekannte Umlegung dieser Kosten auf die späteren Nutzer brauche ich hier wohl nicht näher einzugehen.
    Die aufgeführten 5.100 € bis 3.100 € für die Ausgleichsabgabe der Schulen relativeren sich obendrein, wenn man bedenkt, dass dies der Preis für 1 m² Wohnfläche pro Wohnung sein wird.
    Im übrigen muss man sich bei den angebenen Kosten abschließend immer auch die zu erwirtschaftenden Einnahmen für ca. 28.000 m² Bruttogeschoßfläche vor Augen führen.

  • Lothgaßler

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    Dann wollen wir uns doch mal mit einigen der aufgeführten Punkte auseinander setzen:
    – 8) + 9): Sorry, aber das ist doch üblich im Lande.
    – 4) diese Grünflächen stehen vermutlich in Bezug zu den Punkten 8) und 9), evtl. auch zu Punkt 3).
    – 6): Müssen das nur Immobilien-Entwickler bezahlen? Nein, auch hier trifft es alle!
    – 5): An- und Zufahrt für Müllabfuhr, Feuerwehr, Ärzte/Krankenversorgung, Dienstleister … und nicht zu vergessen den Immo-eigenen Hausmeistern und natürlich den Mietern. Warum soll das die Stadt auf ihre Kappe nehmen, ohne wäre die neu entwickelte Immobilie wohl kaum vermarktbar. Das Kaputtfahren der Straßen bei der Baumaßnahme stört Sie nicht?!
    – 2) Der Kindergarten/-Hort wird sich dann wohl einmieten, in die ERRICHTETE (nur das wird als Belastung beklagt) Fläche. Ein sicherer und solventer Mieter.

    => so viele über Gebühr belastende Punkte sinds dann doch nicht.

    Und was die Durchmischung anbetrifft: 20% sind 2 von 10. Damit zu argumentieren, damit würde das vorhandene Verhältnis noch mehr verschlechtert (Konzentration), das ist schon mathematisch bemüht. Dazu noch in einer Lage, von der aus relativ gut viele Arbeitsstellen oder wichtigen Verkehrspunkte (z.B. Bahnhof) erreicht werden können, womit dann jene einen Vorteil hätten, die auf ein Auto verzichten müssen oder wollen.
    Zudem wäre die Kombination Kinderbetreuung und günstiger Wohnraum für eine besonders von Armut gefährdete Gruppe ideal: Alleinerziehende!
    Es ist löblich, dass das IZ an armutsgefährdete Senioren und Seniorinnen denkt, wenngleich die wohl nur bedingt nach Brandlberg umziehen wollen, auch wenn am Quartierszentrum ein Netto/ Lidl/ Norma und ein Aufback-Bäcker ihre Filialen hinstellen.

    Was nicht genannt wurde, mich aber ob der Aufzählung des IZ nun doch interessiert:
    – Werden die Kosten für die Bebaubarmachung (Abriss, Entsorgung von Aushub/ kontaminiertes Material) usw. von der Stadt oder vom IZ getragen?
    – „Wir sind daher der Meinung, eine gute Kenntnis darüber zu haben, wo aktuell ein Bedarf an derartigen Wohnungen vorherrscht und stimmen diese Meinung auch regelmäßig mit den Einschätzungen der Regierung der Oberpfalz und der Stadt Regensburg im Detail ab.“ Schöne Formulierung, denn „im Detail“ gehts dann konkret um bestimmte Flächen, nicht ums Allgemeine (Wohl). Wer bei Regierung und Stadt wird über die Inhalte dieser Hintergrundgespräche informiert, und wer nimmt daran teil?

  • stadtosten

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    Dietlmeier, Rosenkranz und Herzog solten ob ihrer soziaen Wohltaten für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen werden. :-)) Nicht umsonst war Herzog bei der Sparkasse und dem blizz ein kompetenter Dampfpauderer

  • R.G.

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    Für mich stellt sich die Situation so dar, dass ein Vertreter der Wirtschaft hier sein Produkt gut verkauft, die Leistung der Firma vorteilhaft heraustreicht und dem Betrieb einen sozialen Touch verleiht. Gut gemacht!

    Offensichtlich gibt es seitens der Regensburger Politik keine größeren Visionen, die für den Bauträger und für die Mieter bessere Bedingungen ermöglicht und gefördert hätten.

    Sie könnte sich ob ihrer Einfallslosigkeit, wie soziale Durchmischung heute von Architektenseite geplant, und von den sozialen Stellen durch aufsuchende Sozialarbeit, Stadtteilarbeit etc. lebbar gemacht werden kann, mit den Ideen der bisherigen Planerseite zufrieden gegeben haben.

    Immobilienentwickler und Architekten haben den Wählerauftrag nicht, es ist falsch, wenn die Politiker sich von ihnen besondere Soziale Kompetenz erwarten oder sich an ihnen bei Fragen zu Gemeinwesenarbeit orientieren, und es ist falsch, wenn wir das hier tun.
    In die Falle sollte man gar nicht tappen.

    Die Politik ist gefordert, fundierte städteplanerische Arbeit zu bestellen und fächerübergreifende(!) Konzepte für soziale und durchmischte Wohnmodelle zu entwerfen.

  • Zaungast

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    ich frag mich echt, was da so schlecht dran sein soll.. Brandlberg is nich in ´nem Paralleluniversum, geschweige denn ein Glasscherbenviertel.. ok, Infrastruktur wie Ärztehaus muss man dann zum Gewerbepark oder zum DEZ hatschen..ebenso für s Shoppen.. Mensch is das weit.. dafür hat man aber feine Natur vor der Haustür. Brandlberg, Keilberg. tw. Landschaftsschutzgebiete mit außergewöhnlicher Artenvielfalt.
    Und die Guerikestraße aufwerten, kann ja wohl auch nicht so verkehrt sein.. Wenn da neben den Nutten auch ein paar Teslas rumstehen.. why not ? ich glaub eher, hier fangen einige, nur wenn sie Immobilienmakler hören, schon das Sabbern an wie so´n Pawlow´scher Dackel..

  • Schwalbe

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    Ja, und jetzt? Wenn man das hochgestochene Geschwurbel, das sich die Herren Herzog und Rosenkranz vermutlich in zahllosen Präsentationen bei Luxus-Kaffeefahrten angeeignet haben, erst mal hinter sich läßt, dann steht da: die 20% Sozialwohnungsquote (die die Beiden übrigens richtig Scheiße finden) für das LERAG-Gelände „erfüllt“ das IZ am Brandlberg. Nichts anderes wurde im angesprochenen Artikel behauptet. Wo sollen die „Fehlinformationen ….. und tendenziösen Aussagen“ sein?
    Eine Bemerkung noch zur mehrfach erwähnten „Durchmischung“ (nicht etwa zu verwechseln mit Durchrassung): es wird der Eindruck erweckt, geförderte Wohnungen würden gewissermaßen ganz speziell für Hartz4-Empfänger gebaut; dem ist natürlich nicht so, vielmehr weisen die Richtlinien zur Einkommensorientierten Förderung Beträge aus, die durchaus den Einkommen von schlecht bezahlten Berufstätigen entsprechen können. In der Welt der Herren Herzog und Rosenkranz werden solche Menschen vermutlich nicht vorkommen.

  • Rosalia Genoveva ; )

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    Mei, ich muss mich ganz schnell reinschleichen, solang der Bonifaz noch schlaft.

    Wie wir noch jung warn, da hab ich noch sehr schön ausgschaut, so wie die Dingsda, die Schauspielerin, bevor sie sich die Zähnt und Haar und Brust und Bauch und Kehrseite richten hat lassen.
    Damals hat der Fazi heimlich solchene Heftl von ihr heimbracht, und hat gsagt, das bedeutet nix, er denkt eh immer nur an mich.

    Wie allweil, wenn wer selber was angstellt hat, ist er dann wüterich gworden, bloß weil ich mir den Napoleon platonisch auf die Wand ghängt hab. Ich hab das aber nur getun, weil der immer so nett die Hand unter die Jacke aufs Herz glegt hat, ich mein, ich mag selbstlose Menschen, die was die ganze Welt zum Guten verändern gehn.

    Jeden Tag hab ich das Bild angschaut und ein Heintje Lied dazu gespielt. Und dann hab ich gwusst, heut pack ich den ganzen Haushalt wieder!

    Könnts euch denken, es war keine Ruh nicht, bis ich das Bild nicht runterghängt hab.
    Seither war in mir was gebrochen.

    Und gestern, da hab ich im regensburg-digital endlich, endlich einen Ersatz gefunden, endlich wieder ein Bild von einem Mann, der die Hand rührend aufs Herz legt beim Bild fast wie der Napoleon, und der was schaut, wie wenn er allein die ganze Welt verändern tät…
    Da fallt mir das Staubsaugern gleich wieder leichter.

    Herr Rosenkranz, vielen Dank schön an Sie und an ihren Fotografen!

    Sie sind mein neuer Motivator!

  • Markus Frowein

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    Ohhhh, die armen Leute vom IZ! Sie müssen Kanalgebühren zahlen!
    Das tut mir aber leid!

    Also wenn einem schon Kanalgebühren zu viel werden, dann darf man halt nicht bauen.

    Wie wär’s mit einem neuen Job? Ich hab‘ gehört, bei der SPD und bei der CSU werden
    demnächst zwei Spitzenplätze frei. Da muss man auch so schön labern können …

  • altstadtkid

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    Ist ja in­te­r­es­sant! Der westliche Teil der Stadt ist voll gebaut und ist sauteuer, also geht man jetzt in den Osten, der noch ein wenig erschwinglicher ist, und baut jetzt da alles was Stadt nah ist zu mit teuren Wohnanlagen. Dann argumentiert man damit, das man das soziale Gefüge in diesen Gegenden aufwerten würde.
    Es wäre sogar gut das die Quoten für sozialen Wohnungsbau unterschritten würden.
    Und ein SPD geführter Bunter-Stadtrat stimmt dem auch noch kritiklos zu.
    Danach wundert sich alle wenn die Leute scharenweise zur AFD überlaufen

  • Johannes Urban

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    Wenn ein Bonze das Wort „Sozialverträglichkeit“ ins Maul nimmt, heißt es Ausspucken und Reisaus nehmen.

    Der Stadtrat hat sich schon lange disqualifiziert, meinen Wahlzettel würde ich gerne umschreiben nachdem dessen Spitze nun auch tatsächlich im Knast saß.

    Man sollte, wie oben angemerkt, mit allen vom Korruptionsskandal betroffenen Firmen Geschäfte verhindern.

    Natürlich denkt die Firma an den Profit. Wir anderen alle sollten aber an Lebensqualität und Fairness denken. Der Klüngel gehört ins Gefängnis, nach harten Ermittlungen fairen Gerichtsprozessen, versteht sich.

  • Andreas Eckl

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    Sehr geehrter Herr Dr. Rosenkranz,

    wir freuen uns über Ihre ausführliche Einlassung zu unserer Kritik.

    Erstaunt hat mich, dass Sie einen Anlass sehen so umfangreich zu kommentieren. Die Kritik die wir geäußert haben ist nicht an Ihr Unternehmen gerichtet, sondern an den Ausschuss für Stadtplanung, Verkehr und Wohnungsfragen.

    Ihre sehr umfangreichen Ausführungen helfen mir nun bei der Abwägung unserer Position nicht weiter, sie liefern keinen Erkenntnisgewinn.
    Die Karte „Fehlinformationen und tendenziöse Aussagen“ sollten Sie nicht spielen, ohne dazu nachvollziehbare Argumentation zu liefern.

    Die Thematik ist nämlich sehr einfach:

    Ihrem Unternehmen wurde zugestanden von den Auflagen eines recht eindeutigen Stadtratsbeschlusses abzuweichen. Dazu besteht sicherlich kein Diskussionsbedarf, ich denke, diese Feststellung ist ein Fakt. Dies ist Anlass unserer Kritik – an die Politik, nicht an Sie.
    Die nun von Ihnen mitgeteilten Begründungen dafür sind nach meiner Auffassung nicht stichhaltig.

    Nachdem Sie sich nun äußern möchte ich zuerst folgendes klarstellen:

    Es freut mich zwar zu hören, dass Sie sich, scheinbar sogar mit Hilfe wissenschaftlicher Erkenntnisse, über das Sozialgefüge in unseren Stadtvierteln Gedanken machen. Das erwartete ich gar nicht von Ihrer Seite und ich sehe es auch nicht als Ihre Aufgabe an, festzustellen wie vorgegangen werden sollte. Hier liegt die Planungshoheit bei der Kommune.
    Ich gehe deswegen auch nicht davon aus, dass die Entscheidung zur Abweichung vom Stadtratsbeschluss auf Ihren Analysen und Erkenntnissen beruht, so fundiert die sein mögen.

    Niemand im Zusammenhang stellt in Frage, dass Sie Ihren städtebaulichen Vertrag erfüllen.

    Zur Sache selber ist festzustellen:

    Grundsätzlich ist unsere Meinung, dass der Wunsch nach Nachbesserungen in anderen Arealen, z.B. Brandlberg, und der Wunsch nach Nachbesserungen hinsichtlich der schnelleren Verfügbarkeit von bezahlbarem Wohnraum im allgemeinen, keine nachvollziehbaren Gründe für eine Abweichung vom den Vorgaben des Stadtratsbeschlusses am Lerag – Gelände liefern.

    Die Annahme, dass ca. 10% der Geschoßfläche, entweder als geförderter Wohnraum oder als klassische Eigentumswohnung, einen Einfluss auf das soziale Gefüge im Umfeld Lerag – Gelände haben könnte teile ich nicht. Ich gehe auch nicht davon aus, dass bezüglich bezahlbarem Wohnraum grundsätzlich der Einzug problematischer Nachbarschaften angenommen werden sollte, soviel zur Auseinandersetzung mit der Sachlage.

    Sehr einfach ist auch, festzustellen, dass mit der Schaffung von Baurecht für Wohnen an einem solchen Ort eine Bodenwertsteigerung verbunden ist und dass mit jedem Quadratmeter mehr Fläche auf dem Areal auch mehr Fläche für den Vertrieb entsteht. Ich kann hier keinen Denkfehler finden.

    Selbstverständlich kennen wir die Verpflichtungen, wie Sie hier nochmal auflisten, die Entwicklern in solchen Verhandlungen auferlegt werden. Eine Diskussion darüber spielt aber im Zusammenhang unserer Kritik keine Rolle.
    Übrigens ist ein Teil davon ja auch in Ihrem Interesse, beispielsweise die Anlage von hochwertigen Freiräume. Die Gestaltung ist dabei sehr quartiersbezogen, insofern profitiert vorrangig das neue Quartier.

    Ihre weiteren allgemeinen Ausführungen nehme ich gerne zur Kenntnis. Ich darf zugegeben, dass ich Ihr Unternehmen als Akteur im geförderten Wohnungsbau möglicherweise noch nicht ausreichend wahrgenommen habe. Aber auch das spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle.

    Beste Grüße, Andreas Eckl

  • Brenner

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    Man bekommt einen Eindruck, wie es in Regensburg (vermutlich nicht nur) mit der Stadtentwicklung anscheinend so läuft. Die großen Bauträger ermitteln anhand von tlw. universitären Studien den Bedarf und bewerten potentielle Standorte. Das stimmen sie dann eng mit der Stadt ab. Die schafft dann das Baurecht, ggf. auch gegen frühere Beschlüsse. Die waren ja vermutlich auch nicht so fundiert und in der Entscheidungsfindung mit tlw. universitären Studien unterlegt.

    Oder anders ausgedrückt: Der Schwanz wedelt mit dem Hund…

  • stadtosten

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    Unmittelbar neben dem Leraggeände verfügt die Stadtbau über Wohnungen beiderseits der Guerickestraße. Wäre es nicht wesentlich sinnvoller gewesen, das Leraggelände für die Stadtbau zu erwerben, als das Grundstück neben der Safferlinger Fußgängerbrücke?

  • michelle

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    Mich macht dieses selbstgefällige „weiter so“ nach Wolbergs einfach nur sprachlos. Wie kann man diesem unseligen Treiben Einhalt gebieten? Leider kann der „dumme“ Bürger erst bei der nächsten Wahl reagieren. Hoffentlich präsentiert er die Quittung. Liebe unbequeme Regensburger zeigt den verblendeten Politikern, dass wir uns nichts gefallen lassen.
    @stadtosten: Sie haben vollkommen Recht. Das bestätigt ja gerade meine Meinung, dass an der Koalition im Rathaus alles abprallt, man will nicht aus den Fehlern der Vergangenheit lernen.

  • Student*in

    |

    Was für mich vorallem interessant ist (wenn ich als eine Art Lobby auftreten darf):

    Als Soziale Nutzung gilt offenbar ’nur‘ die Nutzung durch Senior*innen und Kinder im Kindergartenalter (was anderes steht da jedenfalls nicht).
    Was ist aber mit Studierenden und Menschen in Ausbildung (egal welchen Alters oder bisherigen Bildungsgrad – es geht um das Einkommen)?

    Hier hat die Stadt – mit der das Laut Stellungnahme „im Detail [abgestimmt]“ ist – viel verschlafen oder nicht auf dem Schirm.
    Das sollten aber auch Faktoren sein, um Gebiete gut ‚durch zu mischen‘.

    Eine Stellungnahme dazu würde mich jedenfalls mal interessieren. Das es da viele Probleme gibt können Jugendverbände und politische/soziale Gruppen zur genüge berichten.

  • Lothgaßler

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    @Student*in:
    Gute Frage, aber wer soll diese nun weiter transportieren?
    Wenn „regensburg-digital“ die Frage an die Stadt richtet, wirds vermutlich lange dauern und bestenfalls ein Allerweltsstatement geben. Ich persönlich glaube nicht, dass sich in der Stadt eine Person für die Wohnungsnot von Schülern, Auszubildenden und Studenten allgemein verantwortlich fühlt. Im speziellen Fall dann schon wieder.
    Wie wäre es, wenn Sie die Vertretungen der Schüler, Auszubildenden und Studierenden in dieser Sache per Smartphone, über Facebook, Whatsapp und sonstwas zusammen trommeln, um entsprechende Fragen an die Verantwortlichen der Stadt zu richten? Diese Anfrage kann ein Medium wie „regensburg-digital“ dann begleiten.

  • Froni

    |

    Ich geh mal schwer davon aus, dass diese „universitären Studien“ eher die immoblienwirtschaftliche Vermarktung untersucht haben als das soziale Gefüge oder die Gewohnheiten und Bedürfnisse der zukünftigen Mieter.
    Mich macht das jedesmal fassungslos, dass sich die Stadt Regensburg in Sachen Wohnungsbau so dermaßen aus der Verantwortung zieht. Ein Investoreneinheitsbrei aus Beton und Plastikdämmung verschandelt die ganze Stadt (das heilige Weltkulturerbe…ach, das endet ja an den Grenzen der Altstadt) und verdrängt die Einwohner an den Stadtrand. Wie soll den Durchmischen Funktionieren, wenn z.B. vorwiegend Senioren aus der Innenstadt in irgendwelche Außenbezirke verpflanzt werden? Klingt fast schon wie eine Dystopie……ich will das gar nicht zu ende denken….
    Regensburg vergibt regelmäßig die Chance, im Wohnungsbau neue und innovative Konzepte überhaupt nur zu untersuchen, geschweige denn zu realisieren.
    Und das betrifft nicht nur den Wohnungsbau.
    Ach, Regensburg, ist echt schade um dich und deine Bewohner.

    Was ich mich noch frag: schämt sich eigentlich irgendwer in der Verwaltung mal dafür, dass der ganze Sumpf, der aufgeflogen ist und bundesweit durch die Presse gegangen ist, so völlig selbstverständlich weiter gehegt und gepflegt wird? Dürfen wir darauf hoffen, dass da mal Konsequenzen gezogen werden?….das klingt jetzt eher nach Utopie.

  • altstadtkid

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    @froni
    Die Stadt stiehlt sich aus der Verantwortung weil sie ja jetzt das 3. Kongresszentrum bauen und danach bezuschussen müssen.
    1. Continental Arena (Das Draufzahlergeschäft überhaupt)
    2. Marina, das muss sie glaub ich mieten bis zum St. Nimmerleinstag (vom IZ )
    3.Darum brauchen sie jetzt auch noch das RKK (das unter Umständen auch eine Stange Geld, Bau und Unterhaltskosten verschlingen wird)
    Wer denkt denn da noch an sozialen Wohnungsbau. Ist ja auch viel einfacher das den Bauträgern zu überlassen.Wenn die auch noch mit wissenschaftlich fundierten Studien argumentieren können, da kann nichts mehr schiefgehen.

  • Ernst R.

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    Ihr Bauträger der Welt, schaut auf diese Stadt!
    Hier fällt Euer Geld auf fruchtbaren Boden und der Bürgermeister geht für Euch in den Knast.

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