LERAG-Extrawurst mit Brandlberger Senf

Sieht so „die Welt ein wenig freundlicher aus“?

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Das Immobilien Zentrum verkauft den Bau von Seniorenwohnungen am Brandlberg als freiwillige soziale Wohltat. Tatsächlich erfüllt das Unternehmen dort im Wesentlichen nur vorgeschriebene Verpflichtungen und gleicht so die Extrawurst aus, die ihm von Verwaltung und Stadtrat für das LERAG-Areal bewilligt wurde. Die Seniorenwohnungen entstehen in der schlechtestmöglichen Lage auf dem gesamten Gebiet.

Im Hintergrund Kalkwerk und Grünthaler Straße, daneben die Osttangente: An dieser Ecke des Baugebiets am Brandlberg entsteht das "Sondergebiet Handel und Wohnen" mit 63 öffentlich geförderten Seniorenwohnungen. Foto: as

Im Hintergrund Kalkwerk und Grünthaler Straße, daneben die Osttangente: An dieser Ecke des Baugebiets am Brandlberg entsteht das „Sondergebiet Handel und Wohnen“ mit 63 öffentlich geförderten Seniorenwohnungen. Foto: as

„So sieht die Welt wieder ein wenig freundlicher aus.“ Mit diesem Ausspruch seines Vorstandsvorsitzenden Thomas Dietlmeier leitet das Immobilien Zentrum Regensburg (IZ) im März 2017 eine Pressemitteilung ein, in der die Bauträger-Gesellschaft ihren Spatenstich für das „Quartierszentrum am Brandlberg“ verkündet und das IZ als Unternehmen mit „hoher sozialer Verantwortung“ preist. Der Grund: Auf den oberen drei Stockwerke des „Quartierszentrums“ – genauer gesagt ist das ein Supermarkt, eine Bäckerei und ein Café – entstehen 63 öffentlich geförderte Wohnungen für Senioren. Das ist allerdings keine soziale Wohltat des IZ, sondern im Wesentlichen schlicht ein Erfüllen der vorgeschriebenen Quoten für den geförderten Wohnungsbau, bei denen die Stadt dem Unternehmen auch noch eine Extrawurst genehmigt hat.

Die Extrawurst für das IZ

Wie mehrfach berichtet, wurde diese Quote für das IZ auf dem Gelände des ehemaligen LERAG-Betonwerks, im Stadtosten von Regensburg, aufgeweicht. Anstatt der dort vorgeschriebenen 20 Prozent geförderter Wohnungen – rein rechnerisch wären es 63 – muss das Unternehmen nur 37 auf dem LERAG-Areal errichten und darf den Rest – 26 Wohnungen – auf seinem Baugebiet am Brandlberg ausgleichen, das mehr als doppelt so weit vom Stadtzentrum entfernt ist.

Unserem ersten Bericht und der darauffolgenden Kritik des Architekturkreises an diesem „Kuhhandel“, wie ihn die Mittelbayerische Zeitung bezeichnet, die knapp zwei Wochen später nachzog, begegneten die IZ-Vorstände Dr. Thomas Rosenkranz und Wolfgang Herzog mit einer ausführlichen Stellungnahme, die in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert ist.

Auch für den Brandlberg gibt es eine verbindliche „Sozialquote“

Zum einen suggerieren die beiden, dass das IZ sich für das 17 Hektar große Areal am Brandlberg freiwillig und ohne irgendeine Verpflichtung zum Bau geförderter Wohnungen entschlossen hätte. Doch das ist falsch. Als der Beschluss zur Aufstellung des Bebauungsplans auf dem Gebiet gefasst wurde, galt bereits eine verpflichtende „Sozialquote“ von damals noch 15 Prozent (Erst 2013 wurde die Quote auf 20 Prozent erhöht.). Entsprechend der im Stadtrat beschlossenen Planung hätte das IZ allein aus dieser Verpflichtung heraus mindestens 20 geförderte Wohnungen am Brandlberg errichten müssen.

Angesichts der Tatsache, dass sich die Zahl der zunächst geplanten Wohnungen noch deutlich erhöht hat (zumindest laut den Bau- und Werbetafeln des IZ bzw. der beauftragten Unternehmen, die dort über 200 Wohnungen vermarkten) und der erwähnten Extrawurst, mit der 26 Wohnungen vom LERAG-Areal auf den Brandlberg verschoben wurden, kommt das Unternehmen also schlicht den Verpflichtungen nach, die durch die beiden Stadtratsbeschlüsse zur „Sozialquote“ vorgeschrieben sind.

Die Behauptung einer besonderen sozialen Wohltat – sowohl in der aktuellen Stellungnahme wie auch in der eingangs erwähnten Pressemitteilung – entpuppt sich damit weitgehend als Mär und Imagewerbung, der beim Spatenstich auch noch die versammelte Stadtspitze aus Politik und Verwaltung beiwohnte.

Senioren wohnen im „Sondergebiet“

Dies wird umso deutlicher, wenn man die Lage der 63 geförderten Seniorenwohnungen betrachtet. Wie bereits erwähnt liegen diese knapp sechs Kilometer vom Stadtzentrum entfernt (auf dem LERAG-Areal wären es etwas mehr als zwei Kilometer gewesen), ein Umstand übrigens, der laut aktuellem Mietspiegel zu einem Abschlag von zehn Prozent von der Basismiete führt.

Das „Quartierszentrum“, auf das die Seniorenwohnungen aufgestockt werden (im Bebauungsplan wird eine vierstöckige „städtebauliche Dominante“ genehmigt, bei der die Gebäudehöhe „ausnahmsweise“ etwas großzügiger gemessen wird), befindet sich zudem nicht in einem reinen Wohngebiet, sondern einem sogenannten „Sondergebiet Handel und Wohnen“. Es wird eingerahmt von der Grünthalerstraße, der Osttangente und Bahngleisen. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Kalkwerk, direkt davor ein Parkplatz nebst Lkw-Anlieferung und Tiefgaragenzufahrt.

Wörtlich heißt es im Bebauungsplan dazu:

„Das Sondergebiet selbst schirmt dabei Geräusche auf der südlich des Marktes vorgesehenen Parkplatz- und Anlieferfläche ab.“

Kurz zusammengefasst ist das von Senioren bewohnte geräuschabschirmende Sondergebiet die schlechtestmögliche Wohnlage im gesamte Bebauungsgebiet am Brandlberg. Einer der wenigen Pluspunkte ist die relative Nähe zur Bushaltestelle.

IZ: Quote auf dem LERAG-Areal ist nicht sozialverträglich

Die Verschiebung der 26 geförderten Wohnungen hin zum Brandlberg, weg vom LERAG-Areal begründen die IZ-Vorstände Rosenkranz und Herzog mit „stadtteilbezogenen Statistiken zur Einkommens- und Sozialsituation“. Vor deren Hintergrund sei es „nicht zielführend“, auf dem LERAG-Gelände die Quote zu erfüllen:

„Natürlich ist es – wie ausgeführt wird – im Regelfall völlig unproblematisch und auch sinnvoll, 20 % öffentlich geförderte Wohnungen im Rahmen einer Quartiersentwicklung vorzusehen. Wenn aber das Umfeld bereits einen deutlich überdurchschnittlichen Anteil von Transferleistungsempfängern aufweist, dann sind wir der Meinung, dass eine stärkere Durchmischung sozialverträglicher ist als eine weitere Konzentration.“

In Regensburg mag das eine Neuigkeit darstellen, aber: Tatsächlich liegt die Planungshoheit – aller lobenswerten Beschäftigung des IZ mit Statistiken zur Einkommens- und Sozialsituation zum Trotz – nicht bei einem privaten Bauträgerunternehmen, sondern bei der Kommune.

Der entsprechende Beschluss zur Sozialquote, die für das LERAG-Areal gilt, liest sich auch eindeutig. Wörtlich heißt es dort:

„…die geförderten Wohnungen sind im jeweiligen Gebiet zu erstellen.“

Also nicht irgendwo anders.

Und an anderer Stelle heißt es wörtlich:

„Die Verwaltung vertritt hier den Standpunkt, dass der Wunsch einzelner Anbieter und Nachfrager nach einer vermeintlich ’störungsfreien Wohnidylle‘ nicht auf Kosten der Allgemeinheit verwirklicht werden sollte. Mit dieser Haltung liegt Regensburg im übrigen auf der Linie der Stadt München, die mit der oben beschriebenen Quotenregelung ganz bewusst und noch in einem weit höheren Maß als Regensburg auf eine Durchmischung verschiedener Einkommensgruppen abzielt.“

Anders ausgedrückt: Die Quote gilt, egal, ob es einem Bauträger passt oder nicht – so zumindest die Theorie.

Arme Senioren: Am Brandlberg hui, am LERAG pfui

Fragwürdig ist auch die implizite Gleichsetzung von „Menschen mit wenig Geld“ mit „Menschen, die für Probleme sorgen“, die Rosenkranz und Herzog in ihrer Stellungnahme vornehmen. Tatsächlich liegen die Einkommensgrenzen von Berechtigten für Wohnungen der Förderstufen I und II, die in Regensburg am dringendsten benötigt werden, teilweise deutlich über beispielsweise dem Regelsatz für Hartz IV-Empfänger (hier geht es zu einer Aufstellung der Stadtverwaltung), die – diese Selbstverständlichkeit sei nochmal erwähnt – nicht qua mangelnder Finanzen als soziale Problemfälle einzustufen sind.

Das "Quartierszentrum" wird als "städtebauliche Dominante" umgesetzt. Wesentlicher Grund für die Vierstöckigkeit: Lärmschutz für die dahinter liegenden Wohngebäude. Foto: as

Das „Quartierszentrum“ wird als „städtebauliche Dominante“ umgesetzt. Wesentlicher Grund für die Vierstöckigkeit: Lärmschutz für die dahinter liegenden Wohngebäude. Foto: as

Die Wohnungen der Förderstufe I am Brandlberg sind ausdrücklich für Senioren mit geringer Rente vorgesehen, deren Situation beim dortigen Spatenstich von IZ-Vorstand Dietlmeier beklagt wurde, die aber von seinen Vorstandskollegen Rosenkranz und Herzog als nicht sozialverträglich abqualifiziert werden – für das besser gelegene LERAG-Areal.

Ähnlich argumentiert wurde bereits beim Marina-Quartier, wo man der C.A. Immo und damit dem IZ als Bauträger die damals bereits gültige Sozialquote von 15 Prozent komplett ersparte. Auch hier wurde die Sozialstruktur des Viertels als Argument gegen mehr bezahlbaren Wohnraum angeführt. Wegen anderer Ungereimtheiten beim Marina-Quartier ermittelt – das sei am Rande erwähnt – nach wie vor die Staatsanwaltschaft.

Ungleichbehandlung: Die Verantwortung tragen Verwaltung und Stadtrat

Verantwortlich für diese Extrawürste sind nicht die Unternehmen, die solche Geschenke dankbar annehmen, sondern eine Verwaltung und ein Stadtrat, der eindeutige Beschlüsse mal umsetzt – beispielsweise bei der Zuckerfabrik, mal unter den Tisch fallen lässt – wie beim Marina-Quartier oder eben mal Fünfe grade sein lässt – wie auf dem LERAG-Areal. Die Verschiebung der Wohnungen vom LERAG-Areal auf den Brandlberg ist ein Präzedenzfall, auf den sich andere Bauträger nun berufen werden, wenn es um die verpflichtende Umsetzung der Quote geht. Denn es geht hier nicht um soziale Bedenken, sondern um finanzielle Vorteile, die sich klar beziffern lassen.

Freudiger Spatenstich für das Quartierszentrum im März 2017: Theodor Aschenbrenner (Guggenberger), Josef Hassler (REWE), Thomas Dietlmeier (IZ), Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Christine Schimpfermann (Stadtplanungsamt), Albert Dischinger (Regierung der Oberpfalz). Foto: IZ

Freudiger Spatenstich für das Quartierszentrum im März 2017: Theodor Aschenbrenner (Guggenberger), Josef Hassler (REWE), Thomas Dietlmeier (IZ), Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Planungsreferentin Christine Schimpfermann, Albert Dischinger (Regierung der Oberpfalz). Foto: IZ

Anlässlich des Beschlusses für die 15-Prozent-Quote im Jahr 2010 hat die Stadtverwaltung dies – zumindest in Ansätzen – dargelegt. Bei einer Abwägung der positiven und negativen Effekte für einen Investor beim Bau geförderter Wohnungen kam man zu dem Schluss, dass der Bau solcher Wohnungen im Vergleich zu frei finanzierten Wohnungen einen geringeren Gewinn von 270 Euro „in guter Lage“ und von 120 Euro „in mittlerer Lage“ bedeuten würde.

Nimmt man allein die Verschiebung von 26 Wohnungen mit durchschnittlich 70 Quadratmetern (diesen Richtwert setzt die Verwaltung an) von der LERAG („gute Lage“) auf den Brandlberg („mittlere Lage“) hat die Verwaltung mit freundlicher Unterstützung des Stadtrats dem IZ allein dadurch knapp 300.000 Euro gespart. Da sieht die Welt doch gleich ein wenig freundlicher aus – zumindest für manche.

Ergänzende Informationen der Redaktion

Einfamilienhaus oder Geschosswohnungsbau? Je nach Betrachtung dieser Bebauung am Brandlberg ergibt sich eine höhere oder niedrigere Verpflichtung zum Bau geförderten Wohnraums.

Einfamilienhaus oder Geschosswohnungsbau? Je nach Betrachtung dieser Bebauung am Brandlberg ergibt sich eine höhere oder niedrigere Verpflichtung zum Bau geförderten Wohnraums.

Welche Wohnbebauung wird für die Errechnung der Quote herangezogen?

Dazu sind die Angaben in den jeweiligen Beschlüssen widersprüchlich. An einer Stelle in der Verwaltungsvorlage für die 20-Prozent-Quote aus dem Jahr 2013 heißt es: „Die Ausgangsbasis, von der aus der Anteil an öffentlich gefördertem Wohnraum berechnet wird, ist die Summe aller Wohnungsbauflächen im Planungsgebiet.“ An anderer Stelle ist in Zusammenhang mit der Quote ebenfalls von der „gesamten Bruttogeschossfläche“ die Rede. 

Im Beschluss von 2010, auf den auch 2013 Bezug genommen wird, ist dagegen von einer „Beschränkung auf den Geschosswohnungsbau“ die Rede, also auf Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Das lässt sich einerseits so interpretieren, als dass die Quote zwingend als Geschosswohnungsbau umgesetzt werden muss, andererseits aber auch so, als dass nur die Fläche der geplanten Geschosswohnungen für die Berechnung der Quote herangezogen wird – Einfamilienhäuser blieben damit außen vor. Letztere, für den Investor günstigere Variante wurde sowohl am Brandlberg wie auch auf dem LERAG-Areal angewendet.

Wie berechnet man die Zahl der öffentlich geförderten Wohnungen, die verpflichtend zu errichten sind?

Auf Empfehlung der Stadtverwaltung wird die 20- bzw. 15-Prozent-Quote nicht aus der Gesamtzahl der gebauten Wohnungen berechnet, sondern anhand der gesamten Bruttogeschossfläche für Wohnungen auf einem Gebiet. In den Bebauungsplänen wird dann die gesamte Bruttogeschossfläche festgelegt, die dem geförderten Wohnungsbau vorbehalten bleibt – im Fall LERAG wären das 5.716 Quadratmeter. Als „Richtwert“ für eine Wohnung gibt die Verwaltung in der entsprechenden Beschlussvorlage 90 Quadratmeter Bruttogeschossfläche an, „das entspricht einer Wohnfläche von rund 70 Quadratmetern“.  

Wie viele Wohnungen müsste das IZ durch die 20-Prozent-Quote auf dem LERAG-Areal bauen?

Der Bebauungsplan für das LERAG-Areal gibt eine Bruttogeschossfläche von 5.716 Quadratmetern für öffentlich geförderten Wohnungsbau an. Das entspräche nach dem Modell der Verwaltung (90 Quadratmeter pro Wohnung) 63 bis 64 Wohnungen á 70 Quadratmeter Wohnfläche. Tatsächlich umgesetzt werden auf dem LERAG-Areal aber nur 3.340 Quadratmeter Bruttogeschossfläche – rein rechnerisch 37 Wohnungen zu 70 Quadratmetern. Auf den Brandlberg verschoben wurden mit der Extrawurst-Regelung 2.380 Quadratmeter – 26 bis 27 Wohnungen. Öffentlich kursiert derzeit eine Gesamtzahl von 55 Wohnungen, die sich aus der LERAG-Quote insgesamt ergäben. Diese Zahl ist – nimmt man die Richtwerte der Verwaltung – entweder falsch oder die Wohnungen wären dementsprechend größer. 

Allein

Allein LaBrique vermarktet über 100 Wohnungen am Brandlberg, die BraWo über 50. Dazu kommen die 63 Seniorenwohnungen am Quartierszentrum.

Wie viele Wohnungen müsste das IZ angesichts der dort gültigen 15-Prozent-Quote auf dem Brandlberg bauen?

Im Bebauungsplan sind – Stand 2015 – 1.830 Quadratmeter Bruttogeschossfläche für geförderten Wohnungsbau angegeben – das entspräche nach dem Richtwert der Verwaltung zwischen 20 und 21 Wohnungen. Damals war in Zusammenhang mit dem Brandlberg – ohne nähere Flächenangaben – allerdings noch von 275 Wohnhäusern und lediglich circa 135 Wohnungen die Rede, die dort entstehen sollten. Auf Bau- und Werbetafeln werden am Brandlberg aktuell 222 Wohnungen in verschiedenen Größen angepriesen. Damit dürfte auch die Gesamtzahl der geförderten Wohnungen entsprechend steigen. Allein aus der alten Verpflichtung von 2015 plus der LERAG-Extrawurst muss das IZ mindestens 47 öffentlich geförderte Wohnungen am Brandlberg errichten.

Noch ein Wort zum Richtwert von 70 Quadratmeter Wohnfläche pro Wohnung: 

Zu den Wohnflächen der geförderten Seniorenwohnungen im Quartierszentrum gibt es vom IZ selbst widersprüchliche Angaben. Nimmt man die Angabe des IZ auf einer aktuellen Bautafel teilen sich die 63 Wohnungen auf 4.073 Quadratmeter Gesamtwohnfläche auf, in einer Pressemitteilung vom März ist dagegen von 3.634 Quadratmetern Gesamtwohnfläche für dieselben Wohnungen die Rede. So oder so bleiben die Wohnungen unter dem Richtwert der Verwaltung von 70 Quadratmetern Wohnfläche pro Wohnung.

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Kommentare (17)

  • Martha Sinn

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    ‚…wichtig, fundierte Berichterstattungen zur sachlichen Information der Leser zu gewährleisten und Abstand von Worthülsen und allgemeinen Phrasen zu nehmen.‘
    http://www.regensburg-digital.de/bautraeger-erwidert-kritik-an-lerag-extrawurst/18102017/
    Wenn ich auch anfänglich über die Stellungsnahme des Bauträgers erstaunt war, so muss ich nun feststellen die Redaktion ist zum teil auch wenig bemüht sachlich zu berichten.
    ‚Die Seniorenwohnungen entstehen in der schlechtestmöglichen Lage auf dem gesamten Gebiet.‘ (Sondergebiet)
    Diese Form der Bebauung werden sie heutzutage in keinem ‚reinen Wohngebiet‘ antreffen. In dem Bebauungsplan 247 befindet sich bestenfalls ein allgemeines(!)Wohngebiet.

  • Stefan Aigner

    |

    @Martha Sinn

    Das „Sondergebiet“ ist im Bebauungsplan als solches bezeichnet. Insofern verstehe ich Ihren Einwand nicht.

  • eingeborener

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    @ Sinn : wenn die faktenlage es trägt, ist es doch völlig okay, auch mal sachlich-sauer darauf zu reagieren ?
    Egal ob CSU oder SPD, das Konzept der jeweiligen stadtspitze ist nach dieser faktenlage das immer gleiche: die wohlhabenden bis reichen noch reicher zu machen und dann stolz zu verkünden, wie toll die Stadt wächst. Die Bürger werden nach ökonomischen Gesichtspunkten bewertet und ggfs als minder-wert verdrängt.Das ist nicht die soziale Demokratie ,in der ich leben möchte, auf die sog . soziale Kälte, die daraus folgt,hab ich keine Lust. Ich mag es nämlich gern warm-mitmenschlich.

  • antonius87

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    Jetzt mal, zu den Fakten der weit, weit abgelegenen Wohnungen am Brandlberg.

    Der Weg vom Lerag Gelände zur nächsten Bushaltestelle beträgt – Luftlinie – über 500 Meter in Realität wohl ca. 750 Meter. Zum nächsten Nahversorger sind es 985 Meter.

    Und am Brandlberg? Der Nahversorger ist im Haus, Entfernung NULL Meter. Zur Bushaltestelle sind es keine 250 Meter.

    Welche Wohnung liegt für Senioren besser?

    Jetzt noch zum Aspekt Stadtnähe.
    Gehen wir mal davon aus, dass „Senioren“ in der Regel keine 2,5 Kilometer (einfach) zu Fuß laufen, so beträgt der Weg mit dem Bus (inkl. Umsteigezeiten und Wegezeiten zur Bushaltestelle) vom Brandlberg zum Dachauplatz 20 Minuten und vom Lerag Gelände zum Dachauplatz 19 Minuten.
    Sie werden zugestehen, dass dieser Unterschied von einer Minute alle Kritik dieser Berichterstattung rechtfertigt ;-)

    Also bitte, die Kirche im Dorf lassen.

    Die negative Berichterstattung bedient nichts anderes als das Feindbild vom bösen Investor.
    Gut, wir haben zu wenige (bezahlbare) Wohnungen in Regensburg. Das liegt aber nicht nur an Investoren, die zu teuer bauen und zu viel verdienen, sondern viel mehr daran, dass die Stadt jedes Jahr um 2000 bis 3000 Einwohner wächst und die Wohnbauflächen da nicht mehr mithalten können.

    Bis die Wohnungen am LERAG Gelände fertig sind, wird die Stadt wieder um etwa 10.000 Einwohner gewachsen sein.

    So lange nicht endlich die Speckgürtelgemeinden vor den Toren Regensburgs anfangen auch sozialen Wohnungsbau zu betreiben und Mehrfamilienhäuser zuzulassen wird sich an der Lage nichts ändern.
    Was wir brauchen ist massiver Wohnungsbau in allen Gemeinden im Umland, insb . dort, wo es gute Bahnanbindungen gibt.
    Kritik sollte sich an die richten, die nur die Besserverdienenden mit neuen Baugebieten für Einfamilienhäuser etc. in ihren Gemeinden abschöpfen wollen, statt sich der Verantwortung für die Region mit eigenem sozialen Wohnungsbau zu stellen.

    Das wäre eine Spielwiese für Herrn Aigner, die Baulandausweisungen im Landkreis mal zu beäugen, die vielfach auf Ausgrenzung der sozial Schwächeren ausgerichtet ist.

  • Rauberl

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    Diese Trabantensiedlung schaut optisch scheußlich aus. Hier hat man ein richtiges Getto gezaubert. So hat der romantische Brandlberg sein Ansehen verloren – schade.

  • Lothgaßler

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    @antonius87 und @martha sinn:
    Ich fand die Stellungnahme des IZ keineswegs „fundiert“. Viele was dort aufgezählt wurde trifft alle, die irgendwo bauen. Darauf zu verweisen und damit Extras rausschlagen zu wollen ist einigermaßen dreist und weist auf ein tieferes Problem.
    Die „Seniorenwohnungen“ (wie alt muss man dafür sein?) befinden sich im selben Gebäude wie der Nahversorger (direkt oben drauf). So eine Kombination dürfte am freien Markt nur bedingt vermietbar sein. Ich kenne so etwas in relativ ruhiger Lage (kein Autoverkehr aber Kneitinger) beim Netto am Arnulfsplatz (vermutlich Studenten). Das liegt aber mitten in der Altstadt. Wer solvent genug ist, der sucht sich doch lieber etwas anderes. Sollten hier öffentlich geförderte Wohnungen konzentriert entstehen, dann darf und muss kritisch hinterfragt werden, ob WIR das so haben wollen (wir fördern schließlich diese Wohnungen).
    Senioren sind nicht zwangsweise gehfaul, reiseunlustig oder passiv, und (fehlende) Infrastruktur (LERAG) wird dem Bedarf angepasst (z.B. Buslinien). Der „Vorteil“ in unmittelbarer Nähe zu einem Nahversorger einquartiert zu leben muss auch relativiert werden, schließlich führen diese nicht alles im Sortiment und irgendwann brauchts Abwechslung.

    Fazit: Die Materie ist durchaus komplex (wg. der Fachbegriffe, Berechnungsgrundlagen und Quoten), aber zu wichtig um Verwaltung und Immobilienwirtschaft vor sich hinwerkeln zu lassen.
    Die Diskussion, auch Kritik an der Kritik, eröffnet doch Perspektiven.

  • eingeborener

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    @antonius87 danke für die Info busverbindung.ändert aber nichts an der sonstigen Kritik.Diese Stadt , egal ob unter SPD oder CSU , kungelt traditionell mit den Immobiliengrossen bis hin zur Wahl-Prostitution, siehe wolbergs, Hier braucht es einen schnitt durch schärfste Beobachtung und Kritik. Das leisten aigner und friends. Nicht immer perfekt, aber pfeif drauf, die ganze MZ-Redaktion bringt vlt mal 10 % Hinterfragung, wo rd 90 % liefert.

  • Josch

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    @Antonius
    auch wenn die Bushaltestelle am Brandlberg näher ist, ist der Weg ins Stadtzentrum doch ein etwas längeres Bisserl weiter.
    Vom Lerag Gelände können Sie auch mal zu Fuß oder mit dem Radl in die Stadt.
    Teilhabe am Städtischen Leben ist nicht nur Nahversorgung.
    Klar wird, dass die für den Investoren optimierten Renditeoptionen ( Lerag a bisserl mehr Wohnungen als sonst, dafür ein bisserl weniger Sozialbindung , weil dann verkauft sich die Wohnung preismäßig ein bisserl besser, weil man in der a bisserl besseren Wohnlage ein bisserl mehr Miete bekommt ) nun schöngeredet werden sollen.
    Wenn Sie das Vergnügen hatten eine Wohnung über einem Supermarkt zu bewohnen, wissen Sie dass dieses Vergnügen zweifelhaft ist, da brummt und vibriert nachts das ein oder andere Kühlregel.
    Da wohnt man gerne ein bisserl näher am Stadtzentrum und ein bisserl weiter weg vom Supermarkt.
    Und das bisserl höher Bauen wegen dem Schallschutz gegenüber der Bahn ist doch auch super.

    Früher hat man die armen Leute die Häuser trocken wohnen lassen.

    Man kann es drehen und wenden wie man will, das IZ fällt wie eine Katze mit 7 Leben immer auf die Füße. Es bleibt die Frage ( vor allem an den Stadtrat und die Verwaltung ) unbeantwortet, warum das so ist.

  • Johann Josef

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    Der Brandlberg wird baulich regelrecht vergewaltigt. Hier entsteht wieder eines dieser Einheits-Ghettos mit Null Flair. Hauptsache die Rendite passt.

    Das IZ hat eine eigene Marketingstrategie für den Brandlberg entwickelt: BRANDLBERG WOHNEN IN DEN OBSTGÄRTEN. Mit Exposees, schönen grafischen Darstellungen, im Internet etc.. Da möchte man doch gleich eine Wohnung haben, so im Grünen, mitten in der Streuobstwiese. Das wird zumindest suggeriert. So verkaufens heute Makler wie Engel & Völkers in den Immobilienbörsen noch immer. Hier werden auch die Anlegen ganz schön hinters Licht geführt. Wenn man schönen Immobilien-Exposes ansieht und dann die Realität. Wo sind hier die Obstgärten, da passt nicht mal ein Kirschbaum zwischen die Häuser? Hauptsache alles verkauft sich zu Höchstpreisen und macht Reiche noch reicher …

    Und unsere Stadtverwaltung, die Stadträte …. ??? Hier müsste mal richtig erneuert werden. Weg mit all den HinterVorGestrigen. Weg mit dem ganzen Klüngel. Hier müsste mal ein frischer Wind durch Rathaus und Verwaltung wehen. Aber das ist leider nur ein Wunschdenken. In Regensburg wird sich diesbezüglich nichts ändern. Viel zu gross die gegenseitigen Abhängigkeiten und Verbandelungen.

    Was der eine Bauträger nie genehmigt bekommt, trägt man anderen hinterher und packt dann noch ein paar Zuckerl oben drauf. Hier wurde immer schon mit verschiedenem Maß gemessen.

  • Willy Lachner

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    Offensichtlich reagieren einige nur hysterisch um mal wieder gegen irgend etwas sein zu können, in diesem Fall halt mal Bauträger. Wo war den der Aufschrei wo im Westen oder Süden von Regensburg keine geförderten Wohnungen gebaut wurden?

  • Mr. T

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    Die Tatsache, dass der Aufschrei früher gefehlt hatte, macht ihn jetzt umso wichtiger.

  • kb

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    @antonius87: „Gut, wir haben zu wenige (bezahlbare) Wohnungen in Regensburg. Das liegt aber nicht nur an Investoren, die zu teuer bauen und zu viel verdienen, sondern viel mehr daran, dass die Stadt jedes Jahr um 2000 bis 3000 Einwohner wächst und die Wohnbauflächen da nicht mehr mithalten können.“ – Über dieses sogenannte Wachstum müßte man mal sprechen – woher kommt es, wer profitiert davon, wer und was wird dadurch geschädigt und wer fördert es.

  • Tobi B.

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    Ich kann in der Kommentar-Debatte nur wenig Diskussion um den eigentlichen Kern des Artikels – nämlich der Kritik an den wenig gestaltenden Einflüssen der Stadtpolitik – erkennen. Schade.

    Nun ja da hilft wohl nur Humor – https://www.youtube.com/watch?v=Hc4Nu_R5cQI

  • Andreas Eckl

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    @antonius87

    Ihre Abstandsberechnung in Ehren, aber wie Josch kommentiert, ein bisschen was anderes ist das schon.
    Ich will bzgl. Ihres Beitrags vor allem hervorheben:

    Ihre Anmerkung zu den Umlandgemeinden ist absolut relevant und sollte in die Diskussion mit einbezogen werden. Sowohl Wohnraumentwicklung als auch ÖPNV – Vernetzung gehören in den Betrachtungsrahmen Ballungsraum.

    Also Danke für den Hinweis!

  • Warum?

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    Der Wohnungsmarkt entwickelt sich Zyklen, deren Auswirkungen aber andere als beim vielzitierten Schweinezyklus sind. Letzterer hat kurzfristige Folgen, wogegen die des Wohnungsbaues jahrzehntelang wirken. Vor ca. 40 Jahren ließ die Stadt Regensburg im Zusammenhang mit der Aufstellung eines Flächennutzungsplans eine Wohnraumbedarfsprognose vom heute renomierten Bulwien-Institut erstellen. Damals wurden die Aussagen von vielen in Politik, Verwaltung und Verbänden als unrealistisch einegschätzt. Die Vorhersage trat zwar aufgrund der konjunkturellen Entwicklung verzögert ein, wurde aber bestätigt und ist heute total überholt. Eine Prognose kann nur so gut sein, wie die ihr zugrundeliegende Datenbasis. Eine Binsenwahrheit mit Konsequenzen. Das Ausbleiben der Volkszählung in den Achtzigern spielt dabei eine wichtige Rolle. Das ist die eine Seite.

    Die andere ist, dass Politik und Verwaltung sich in den vergangenen Jahren zu stark aus der Bauleitpanung zurückgezogen haben und dieses Feld in verstärktem Umfang wenigen Bauträgern überließen. Warum das so ist, darauf gibt vielleicht der zu erwartende Gerichtsprozess die eine und andere Antwort. Fakt ist jedenfalls dass derzeit nur zwei Investoren im Raum Regensburg aktiv sind, nämlich die Schmackgruppe uund das Immobilienzentrum. Beide sind keine Sozialunternehmen sondern auf Gewinnmaximierung ausgerichtet, wie andere übrigens auch. Deshalb werden Haus- und Wohnungstypen nurmehr vervielfältigt. Gewinnmaximierung ist natürlich auch das Ziel der im Wohnungsbau tätigen Handwerker und Dienstleister. Nach einer langen Durststrecke können sie nun wieder kräftige Schlucken aus der Pulle nehmen.
    Alles das verteuert das Bauen, mit der EndKonsequenz steigender Mieten.

    Alteingessene Regensburger sehen mit Staunen zu, wie sich ehemalige Glasscherbenviertel wie der Hafen, die Zuckerfabrik und nun das Leraggelände zwischen Guerickestraße und Bahnanlagen zu schmucken und teueren Wohngebieten verwandeln. Von begehrter Innenstadtlage ist nun die Rede. Diese Entwicklung wurde nicht von der Stadtverwaltung sondern von den Bauträgern angestoßen. Die nächsten Areale werden die Fläche zwischen der Landshuterstraße und der Zeißstraße an der Ostumgehung und die Flächen des Kalkwerkes sein. Die erste steht bereits im Eigentum des Immobilienzentrums, das sich auch das Pürkelgut gesichert hat. Was soll in diesem Bereich entstehen, wenn die Stadt die Luitpoldkaserne entwickelt?

  • Brandlberg: Noch mehr Extrawürste für das Immobilien Zentrum » Regensburg Digital

    |

    […] regensburg-digital hat bereits ausführlich über die bislang einmalige Sonderregelung berichtet, die dem IZ von den zuständigen Stellen der Stadtverwaltung mit Billigung des Stadtrats kürzlich zugestanden wurde. Auf dem LERAG-Areal muss das Unternehmen nur einen Teil der eigentlich vorgeschriebenen „Sozialwohnungen“ (öffentlich geförderter Wohnungsbau) errichten. Den Rest darf das Unternehmen am Brandlberg ausgleichen, an einer Stelle, die ansonsten für Wohnungen ohnehin keine attraktive Vermarktungsmöglichkeit biet…  […]

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