Colosseum: Die Platte bleibt!

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Freitag Vormittag in Stadtamhof: Vor der umstrittenen Gedenktafel liegen vergoldete Pflastersteine.
„Da haben wir den Salat.“ Dieser Überschrift, unter die Stadtrat Jürgen Huber (Grüne) die gestrige Debatte im Kulturausschuss zum ehemaligen KZ-Außenlager Colosseum stellte, ist kaum etwas hinzuzufügen. Zwei Stunden diskutierten die Stadträtinnen und Stadträte am Donnerstag über das Thema. Auf einen einstimmigen Beschluss konnte man sich am Ende nicht einigen. Generell bleibt die Frage, ob eine derartige Diskussion nicht eher geeignet ist, das Thema zu zerreden und Reaktionen a la „Ich kann das nicht mehr hören“ hervorzurufen. Verantwortlich dafür war vor allem ein emotionaler und wenig souveräner Sitzungsleiter Joachim Wolbergs. Auslöser für die Sitzung am Donnerstag war eine Bodenplatte vor dem Gebäude. Sowohl deren klammheimliche Verlegung als auch der verharmlosende Text gerieten dabei in die Kritik. Die Tafel erwähnt einen Appellplatz, lässt aber völlig unberücksichtigt, dass Dutzende Menschen im Colosseum ermordet wurden (Der Regensburger Historiker Helmut Halter nennt in seiner Studie „Regensburg unterm Hakenkreuz“ die Zahl 70.). Unter anderem gab es eine Protestkundgebung vor dem Gebäude. Vertreter mehrerer Fraktionen – allen voran die Grünen – forderten, die Bodenplatte zu entfernen und nun endlich Fachleute mit einer historisch korrekten Aufarbeitung zu beauftragen. Gegen die Stimmen von FDP, Linken, Grünen und Freien Wählern wurde dieser Vorschlag am Donnerstag abgelehnt.

„Historisch korrekt, anders gemeint“

Stattdessen soll die Bodenplatte vor dem Gebäude bleiben. Historisch sei sie ja korrekt, so Wolbergs. Durch Forderungen von außen – kurz vor der Sitzung hatte das „Bündnis kein Platz für Neonazis“ in einem offenen Brief gleichfalls gefordert, die Bodenplatte zu entfernen – lasse er sich nicht unter Druck setzen. „Wir sind die gewählten Vertreter. Wir entscheiden.“
Emotional und laut: Sitzungsleiter Joachim Wolbergs. Foto: Archiv
Eine ehrenamtliche Arbeitsgruppe – besetzt mit Vertretern externer Organisationen – soll aber ein darüber hinaus gehendes, angemessenes Konzept zum Colosseum in Speziellen und zur Gedenkkultur in Regensburg im Allgemeinen erarbeiten. Einen festen Zeitplan dafür gibt es nicht, ebensowenig ein Budget. „Wir werden alle, die glauben, etwas zu dem Thema zu sagen zu haben einladen“, so Wolbergs etwas süffisant. „Sie sollen uns einen gemeinsam abgestimmten Vorschlag präsentieren.“ Am Ende der Sitzung steht die Erkenntnis, dass es hier zwar Fehler und Versäumnisse der Stadtverwaltung – allen voran des Kulturreferats – gab. So zeigten sich Vertreter aller Fraktionen – mit Ausnahme der CSU – unzufrieden über den Text, dieser sei „verharmlosend“(Richard Spieß, Linke) oder „wenigstens schlecht gewählt“ (Margot Neuner, SPD). „Glücklich kann darüber niemand sein“, so Altoberbürgermeisterin Christa Meier (SPD), die in den 90ern – gegen den Widerstand der CSU – einen Gedenkstein in Stadtamhof durchsetzte. Diese Fehler werden von Bürgermeister Wolbergs zum Teil auch eingeräumt: „Es war ein anderes Gedenken gewünscht“, sagt er. Allerdings ist Kritik an diesen Fehlern unerwünscht, ja mithin empörend.

Nebelkerzen, Ablenkungsmanöver, Unterstellungen

Wolbergs reagierte am Donnerstag immer wieder emotional und lautstark auf kritische Wortmeldungen. Da gebe es ständig ungerechtfertigte „Diffamierungen“ und „Unterstellungen“. Das sei das eigentliche Problem in der Debatte. Das Misstrauen gegenüber der Stadtverwaltung und dem Kulturreferat könne er nicht nachvollziehen.
Verteidigt sich gegen Vorwürfe, die es nicht gibt: Kulturreferent Klemens Unger. Foto: Archiv
Kulturreferent Klemens Unger beschränkte sich auf Ablenkungsmanöver und Nebelkerzen. Man könne es eben einfach nicht richtig machen, beklagte er sich. Er sei „heftig dafür kritisiert“ worden, dass „keine Opferzahlen auf der Platte“ stünden, so Ungers Behauptung. Dabei habe man das bewusst gemacht, da es keine genauen Zahlen gebe. Tatsächlich hatte wohl niemand Kritik an fehlenden Zahlen geübt, sondern an der Tatsache, dass völlig unerwähnt bleibt, dass überhaupt Todesopfer im Colosseum gegeben hat. Das ließen sowohl Unger wie auch Wolbergs geflissentlich unter den Tisch fallen. Es gebe bessere Formen des Gedenkens als Tafeln und Platten, so Wolbergs durchaus richtige Feststellung. Die Frage, weshalb das Kulturreferat dazu bislang nichts vorlegen konnte, beantwortete er nicht. Stattdessen kam immer wieder die Unterstellung, es gebe Unterstellungen, stattdessen kam immer wieder der diffamierende Vorwurf, es werde irgendjemand diffamiert – sei es nun der Kulturreferent, der Bürgermeister oder die Stadtverwaltung.

„Statt jammern, mal was richtig machen“

Jürgen Huber ließ am Donnerstag die Diskussion ums Colosseum noch einmal Revue passieren. Vor dreieinhalb Jahren hat er im Kulturausschuss den Antrag gestellt, eine Tafel am Gebäude anzubringen. Der Antrag wurde nach tumultartiger Sitzung zurückgestellt, das Kulturreferat wurde beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten. In mehreren darauffolgenden Sitzungen kam das Thema immer wieder aufs Tapet – ohne Ergebnis.
„Es bringt nichts, jede Kritik zu skandalisieren.“ Stadtrat Jürgen Huber. Foto: Archiv
Die Stadträte wurden vertröstet, zum Teil mit Fehlinformationen versorgt und es passierte nichts – bis zum April dieses Jahres. Dann gab es plötzlich besagte Platte vor dem Gebäude, über deren Verlegung und Text der Stadtrat zu keinem Zeitpunkt informiert worden war; nicht einmal auf Nachfrage. „Jetzt ist es Zeit, endlich Nägel mit Köpfen zu machen.“ Huber schlug vor, den Leiter der Gedenkstätte Flossenbürg, Dr. Jörg Skribeleit, mit einem Konzept zu beauftragen. Eine Federführung durch das Kulturreferat lehnte er – ebenso wie Richard Spieß (Linke) und Horst Meierhofer (FDP) – ab. Er habe in den letzten dreieinhalb Jahren „viel Geduld und guten Willen gezeigt“, so Huber. Wenn man nun Forderungen stelle und die Arbeit des Kulturreferats kritisiere, sei das gerechtfertigt. „Da bringt es auch nichts, wenn Sie jede derartige Wortmeldung hier skandalisieren“, so Huber in Richtung Joachim Wolbergs. Anstatt zu jammern, dass man nichts richtig machen könne, sei es besser „endlich mal etwas richtig zu machen“.„Man hätte dieses Thema binnen kürzester Zeit abarbeiten können, wenn man denn nur wollte“, so Hubers abschließendes Fazit. Aber am entsprechenden Willen scheine es zu mangeln. Stattdessen steht nun eine Debatte, die sich über dreieinhalb Jahre hinzieht und die durch die eigenmächtig verlegte Bodenplatte nicht beruhigt wurde, sondern – im Gegenteil – an Schärfe gewonnen hat. Um Gedenkkultur geht es dabei nur noch am Rande. Das ist vermutlich nicht beabsichtigt, aber es passt ins Bild.

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Kommentare (31)

  • Immanuel K. Anti

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    Man vergleiche die Überschriften:
    http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg/artikel/gedenktafel_gruppe_soll_wuerdi/725480/gedenktafel_gruppe_soll_wuerdi.html

    Im Text ist dann von einer Broschüre die Rede. Es bleibt weiter peinlich.

    Ich habe mal einem Besuch aus dem Ausland am Brückenkopf stehend erklärt, was Stadtamhof so bedeutet (früher Zollgrenze wegen freier Reichsstadt usw.) und natürlich das Colosseum nicht ausgelassen. Dazu muss man natürlich das Gezerre um den Gedenkstein (nicht die Platte!) erwähnen. Ich sagte: „Na, findest Du ihn?“ Wir standen direkt neben dem Fahrradparkplatz/Hundeklo. Als ich dann darauf zeigte, gab es herzhaftes Gelächter.

  • Hinerk Schmalhofer

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    „Wir sind die gewählten Vertreter. Wir entscheiden.“ Warm anziehen, Herr Wolbergs, sehr warm! Auf einen „arabischen Frühling“ könnte bald ein „Regensburger Winter“ folgen. Und der wird für Sie noch ungemütlicher als der letzte ohne Streusalz!

  • grace

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    SCHANDE, SCHANDE, SCHANDE!

    Treten Sie zurück, Herr Wolbergs

  • Keyser Söze

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    Die Platte und ihre Inschrift müssen genau so erhalten bleiben – als Mahnmal für Ignoranz, Geschichtsklittierung und Verdrängung! Diese peinliche Laviererei der derzeitigen Stadtoberen darf nicht in Vergessenheit geraten, vor allem nicht bis zur nächsten Wahl. Wenn man sich von den Geschehnissen in der Vergangenheit distanzieren will, muss man offen damit umgehen. Wenn man nicht offen damit umgeht, will man sich anscheinend nicht distanzieren.

  • Fr.Streng

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    Es ging tatsächlich nicht um eine Debatte um Gedenkkultur, vielmehr wollen Unger, Wollbergs und Co sich nicht ins gedenkpolitische Handwerk puschen lassen.
    Wolbergs scheint ein gewaltiges ICH-bin-die-Verwaltung-und-der-3.Bgm-Identitätsproblem zu haben, und nur so kann man seine emotional-groben Ausraster bzw. sein Schlegelmäßiges Geschwafel von sinnlosen „Platten“ erklären. Es scheint dem SPD-Kandidaten unvorstellbar zu sein – welch Realitätsverlust -, dass es nicht wenige Leute gibt, die ihm grundsätzlich misstrauen. Ich gehöre dazu!

    Unger hingegen beschränkte sich aufs Kerngeschäft: Ablenken, Tarnen und Täuschen.
    Er weigere sich eine Zahl für die Toten aus dem Außenlager Coloseum zu nennen – so sein Versuch von der Themaverfehlung im Inschriftentext abzulenken – da alle, die sich wissenschaftlich mit dem Thema Coloseum beschäftigen, sagen würden, man KANN keine Opferzahl nennen. Unger zitierte hierbei den Verfasser des Inschriftentextes, wahrscheinlich (Name von der Red. gelöscht), der sich dabei auf die Arbeit von Helmut Halter, Stadt unterm Hakenkreuz, Seite 368 beruft.
    Liest man nach bei Halter, so finden sich unter der von Unger genannten Seite 368 nur allgemeine Zahlenangaben über Zwangsarbeiter in Nazideutschland. Was Unger unterschlägt ist, dass Halter auf S.378 durchaus Zahlen zum Coloseum nennt: „70 Mann des Außenkommandos seien in den genau fünf Wochen seines Bestehens gestorben“.
    Unger lügt also wieder mal den Ausschuss an. So what.

    Im Wochenblatt dieser Woche sagte Unger, man könne in diesem Zusammenhang nur falsch handeln. Schreibe man die eine Zahl hin, komme bestimmt wer und sage, eine andere sei richtig usw. oder so ähnlich. Dass Unger im seinem gedenkpolitischen Sinne schnell und direkt handeln kann, zeigte er z.B. bei der Statue von König-Ludwig-dem- Allerersten und bei seiner Herzensangelegenheit, dem Napoleon-Hass. Bei der Inschrift im Pylonentor ließ er – ohne Beteiligung des Stadtrats bzw. des Kulturausschuss – eine sachlich falsche Inschrift anbringen. Hier störte ihn die einhellige und gegenteilige Forschungslage keineswegs. Franzosenhass muss eben sein bei den bayerischen Königstreuen. Denn nur so gelingt es einer Figur wie Unger, die Realität, dass Napoleon sein Bayerisches Königreich geschaffen hat, (nicht) zu verarbeiten.

    An einem angemessenen Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus oder gar an einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit den geschichtlichen Hintergründen hat Unger schlicht kein Interesse, gewisse Anträge und Bemühungen sitzt er aus und Wolbergs sitzt und verhält sich daneben.

  • frage

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    Ich finde diese Diskussion spiegelt genau das wieder, was Bundesweit in der Politik passiert. Hier wurde ein Fehler gemacht und eine verharmlosende (nett ausgedrückt) Innschrift angebracht. Anstatt sich hinzustellen und zu sagen: „Sorry – das geht so mal gar nicht. Hier haben wir Mist gebaut und das wird schnellstens behoben“ versucht man mit Kosten- und Zeitintensiven Diskussionen, die mehr Geld verschwenden als eine Änderung der Innschrift voranzutreiben, einen klaren historischen Fehler glattzubügeln.

    Ich verstehe nicht warum die (berechtigten) Einwände hier nicht aufgegriffen wurden. Fehler muss man machen um zu lernen, diesen aber nicht einzusehen spiegelt die Politische Landschaft in Deutschland wieder. Den meisten geht es ja nicht mal um die Sache, sondern nur darum Recht zu bekommen. So werden Meinungen in einer aggressiven Art und Weise vertreten, dass man das nicht mehr für gut heissen kann.

    Ich muss gestehen, ich wusste bis ich hier auf RD gelesen habe nicht, dass das Colosseum eine KZ Aussenstelle war. Wenn ich mich auf die Innschrift verlassen hätte, wäre ich immer noch dumm. Zum Glück gibt es aber das Internet, in dem man sich auf verschiedenen Seiten KOSTENLOS informieren kann. Hätten die das mal vorher gemacht, wäre innerhalb eines Tages eine saubere Innschrift entstanden, die informiert, nichts beschönigt und nichts weglässt. Für die Verbrechen der Nazi Zeit kann unsere heutige Stadführung nichts. Wie man aber mit Gedenken umgeht und wieviel Geld man dafür ausgibt schon.

    Regensburg hat keine guten Politiker. Man kann sich immer nur entscheiden zwischen Not oder Elend. Ich warte auf den Tag, an dem sich einer mal hinstellt und sagt: „Sorry, war ein Fehler. Wir bügeln diesen Fehler aus.“ Den würde ich wählen. Dann kann man davon ausgehen, dass derjenige Eier hat. In dieser, eigentlich sehr einfachen Sache, hat sich gezeigt, dass die nicht mal Luft zwischen den Beinen haben.

    So stärkt man nicht das Vertrauen für grössere Projekte.

  • Antigone

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    Herr Wolbergs zeigt sein wahres Gesicht. Früher wäre er zusammen mit der SPD für eine historisch eindeutige Gedenkplatte eingetreten. Jetzt zementiert er Fehler. Aber dass die SPD zum Polit-Chamäleon wird, sobald sie mitregieren darf, wissen wir ja nicht zuletzt aus der Bundespolitik. Je länger Wolbergs in der Stadtpolitik seine Bühne erhält, umso deutlicher wird, wofür er eigentlich steht: Für Nichts. Nur für sich selbst.

  • Matthias Beth

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    Herr Wolbergs war noch vor kurzem mit der SPD für eine historisch eindeutige Gedenkplatte eingetreten. Jetzt vertritt der den gemachten Fehler. Er ist halt ein Polit-Chamäleon! Abiturient mit Führerschein, nichts gelernt, nichts wissen, der für sich selbst steht!

  • Sysyphos

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    Vor allem unter Stress zeigt Herr Wolbergs immer wieder, wie er wirklich tickt: Kritikunfähig und autoritär.

  • Bernhard Segerer

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    Da hat Herr Wolbergs aber noch ganz anders geklungen als er bei der Demonstration vor ein paar Wochen das Wort ergriffen hat. Ich habe da noch was von Fehlern, die eingeräumt werden und Anstrengungen, diese zu korrigieren im Ohr.

    Diese „Basta“-Position irritiert und enttäuscht mich. Und auch die restlichen Parteien (inklusive FDP) scheinen da mehr Gespür zu haben als dieses schwarz-rote Gespann.

    Statt die richtigen Signale zu setzen – Jürgen Hubers Vorschlag finde ich gut – scheint sich Herr Wolbergs jetzt die unverständliche und merkwürdige Bockigkeit seines Kollegen Schaidinger bgzl. des Umgangs mit der Vergangenheit zu eigen gemacht zu haben.

    Sehr schade!

  • solomon

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    Lieber Herr Wolbergs, sie meinten: „Wir sind die gewählten Vertreter. Wir entscheiden.“

    Ich wollte ihrer vor demokratischem Selbstbewusstsein strotzenden Binsenweisheit ja gerne bedenkenlos zustimmen, musste mich aber dann doch noch vorher fragen, von welchem „Wir“ Sie eigentlich sprachen?
    Das Ergebnis in dieser Sache lässt ja nicht vermuten, dass Sie damit den ganzen Stadtrat gemeint haben. Dann hätten Sie nämlich mit ihren Argumenten, die die Entfernung der bestehenden Bodenplatte nicht zulassen, erfolgreicher überzeugen müssen. Das haben Sie nicht geschafft. Ein anderes „Wir“ wäre möglich gewesen, wenn sie nicht gegen FDP, Linke, Grünen und Freien Wähler gestimmt hätten, und sich statt dessen jetzt zur Korrektur der gemachten Fehler entschlossen hätten. Auch dieses „Wir“ kam nicht zustande.

    Ihr „„Wir sind die gewählten Vertreter. Wir entscheiden.“ sollte Sie als SozialDEMOKRAT, Herr Wolbergs, selber am stärksten beunruhigen. Gemessen am bisherigen Stand der Dinge in der Angelegenheit „Gedenkplatte zum Colosseum“ lässt sich dieses „Wir“ möglicherweise am besten mit einer einzigen Zahl charakterisieren: 41,87 Prozent. Sie verstehen?

  • Fragezeichen

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    kann man auch mal wieder damit aufhören?

    Da wird wegen einer Platte die einen halben Quatratmeter groß ist seid Monaten gequasselt. Wolbergs wird gelobt und beschimpft, Natürlich auch Unger. Jeder gibt seinen Senf dazu.

    Mit dieser Diskussion (?) wird eine gut gemeinte, jedoch vielleicht schlecht durchdachte Würdigung noch mieser gemacht. Das haben die Opfer nicht verdient. Es reicht.

  • Bert

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    Das Kind ist leider schon in den Brunnen gefallen…

  • Hinerk Schmalhofer

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    Du meine Güte! Glauben Sie, wir empören uns hier aus Selbstzweck? WIR SIND DIE STIMME DER OPFER. Die können nicht mehr protestieren, aber wir. Wes Geistes Kind sind Sie eigentlich? Empörend ist ihr Kommentar hier. Und wenn die Platte nur 10 qcm groß wäre. Verharmlosung bleibt Verharmlosung. Geschichtsklitterung bleibt Geschichtsklitterung.

  • Bernhard Segerer

    |

    Es reicht dann wenn die Konsequenzen gezogen werden und zumindest der Text angemessen korrigiert wird.
    Das es dazu überhaupt so einer Diskussion bedarf ist schon traurig – aber bestimmt nicht der Fehler derjenigen, die sich in dieser Diskussion FÜR eine angemessene Erinnerung an die Opfer einsetzen.
    Wenn Sie die Diskussion so langweilt/nervt nehmen Sie doch einfach nicht daran teil – dann wäre zumindest IHR Problem gelöst.

  • Fragezeichen

    |

    Im Beitrag habe ich eindeutig den Schutz und das Gedenken an die Opfer hervorgehoben.
    Ich finde es bedauerlich und verwahre mich dagegen in irgendeine Ecke geschoben zu werden.

    Bemängelt habe ich das Abdriften der Diskussion, welche in mir Angst auslöst, z.B. hier zitiert:

    @Hinerk Schmalhofer vom 11.11.2011
    „Warm anziehen, Herr Wolbergs, sehr warm! Auf einen “arabischen Frühling” könnte bald ein “Regensburger Winter” folgen. Und der wird für Sie noch ungemütlicher als der letzte ohne Streusalz! „

    @Bernhard Segerer 12.11.2011

    „…als dieses schwarz-rote Gespann“.

    Das hat in dieser Diskussion nichts zu suchen und ist empörend!

  • Weiße Rose

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    Zitat von Ihnen, Herr/Frau Fragezeichen: „kann man auch mal wieder damit aufhören?

    Da wird wegen einer Platte die einen halben Quatratmeter groß ist seid Monaten gequasselt.“

    Also für mich spricht diese Aussage Bände. Über Empörung dürfen Sie sich da nicht wundern.

  • Sysyphos

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    Ich schätze, die Diskussion in Regensburg um den richtigen Text auf der Gedenkplatte wird nicht aufhören, bis die Inschrift eindeutig ist und alle bekannten Aspekte des Flossenbürg-Aussenlagers Colosseum abgedeckt sind. Dem würdigen Gedenken schaden nicht diejenigen, die dafür eintreten, sondern diejenigen, die seit Jahren rumlavieren. Dazu gehört auch der Senffabrikant, der kein Regensburger ist, den Regensburgern aber Steine in den Weg legt.
    Jeder Politiker erlebt irgendwann einmal sein Waterloo. Für Herrn Wolbergs könnte es schneller kommen, als er geglaubt hat. Blumensträuße als Sozialbürgermeister an 100-Jährige zu verteilen und dann mit netten Fotos in der Zeitung zu stehen, ist einfach. Aber wie sich ein Politiker in kritischen Konfliktsituationen verhält, daran zeigt sich, wie er gestrickt und was ihm wichtig ist.

  • peter sturm

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    lieber herr aigner,

    die berichterstattung zu diesem thema sollte die regensburger politiker nicht mehr miteinschließen. die angelegenheit ist zum parteienhick-hack geworden und das kann getrost in den vier wänden des sitzungssaals bleiben.

    berichtenswerter, wäre diese aktion von regensburger jugendlichen:

    http://www.domtauben.de

  • Sysyphos

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    So eine geistige Verstiegenheit! Das Thema hängt doch an den Politikern, die je die Entscheidung für oder gegen Platte, wo die Gedenkplatte liegt und was auf ihr steht, treffen. Wollen Sie Zensur und Herrn Aigner jetzt bei jedem Thread (siehe unten den zur Freiheitlichen Partei) sagen, wann er ihn schließen soll, weil Ihnen die Richtung der Diskussion nicht passt?

  • Bernhard Segerer

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    Also was jetzt an „dieses schwarz-roten Gespann“ empörend sein soll verstehe ich nicht.
    CSU & SPD fahren doch in dieser Sache anscheinend einen gemeinsamen Kurs während die anderen Fraktionen dagegengestimmt haben. Ich habe keine Ahnung, was Sie in diese Aussage anderes hineinlesen.
    Sie ist weder herabsetzend noch sachlich falsch, oder?

  • Andreas Schmal

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    Ich sags mal so. Platte bleibt, Text geht.

    Aber es hat mich tierisch gefreut, dass in der Sitzung des Kulturausschusses immer wieder auf den Brief von „Kein Platz für Neonazis“ eingegangen wurde. Ein gutes Zeichen, dass der nicht einfach weggeworfen oder ignoriert wird sondern quer durch alle Fraktionen angeführt wurde. Stadtratsmitglieder, die solche Briefe ernst nehmen, das ist doch schon sehr gut.

  • peter sturm

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    nur keine panik,
    der vorschlag war reine polemik.

  • Andreas Schmal

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    Weil ich gerade gefragt wurde… mit „Platte bleibt, Text geht“ ist natürlich gemeint, dass der Text weg geht…

  • Stattamhoferer

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    Während Bgm Wolbergs immer noch glaubt, dass die gegen ihn und „seine“ Veraltung gerichtete Kritik als böse Unterstellung abzutun sei (ein alter Trick), der Referent Unger higegen noch nicht fertig damit ist, ALLE Wissenschaftler zum Thema KZ-Außenlager Colosseum zu befragen, steht die Geschichte bereits in der wikipedia:
    http://de.wikipedia.org/wiki/KZ-Au%C3%9Fenlager_Colosseum

  • grace

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    Besser wär:
    Unger geht.

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