SOZIALES SCHAUFENSTER

Archiv für 24. November 2011

Oberbürgermeister Hans Schaidinger trinkt nur grünen Tee. Im Büro von Bürgermeister Gerhard Weber kommt nur ganz selten Kaffee zum Ausschank, er präferiert deutsches Mineralwasser, doch dafür gibt es im Einflussbereich von Bürgermeister Joachim Wolbergs ausschließlich fair gehandelten Kaffee. Damit ist schon mal ein Kriterium erfüllt, damit Regensburg das Siegel „Fairtrade Stadt“ erhalten kann. Bei den Stadträten im Verwaltungs- und Finanzausschuss stieß dieses Ansinnen am Donnerstag auf einhellige Zustimmung und das nicht nur, weil der Kaffee, der bislang im Plenum gereicht wird, „furchtbar greislich“ schmeckt, wie Norbert Hartl (SPD) mehrfach anmerkte. Vor einem Jahr hatte der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, zu überprüfen, ob Regensburg reif für den Titel ist. Die Kampagne wird vom Verein Transfair e. V. getragen, der selbst nicht mit Produkten handelt, aber ein entsprechendes Siegel für fair gehandelte Produkte vergibt, die Herstellern – vor allem in der Dritten Welt – Preise garantieren, die ein menschenwürdiges Arbeiten und Leben ermöglichen und z.B. Kinderarbeit ausschließen. Wichtige Hauptprodukte sind Kaffee und Kakao. Rund 40 Städte in ganz Deutschland führen derzeit den Titel, der nach leichten Startschwierigkeiten im Jahr 2009 mittlerweile recht imageträchtig geworden ist. Gerade im Oktober und November machten mehrere Städte mit dem Erhalt dieses Siegels Schlagzeilen. Die Kriterien, um dabei als Stadt mitzumischen, scheinen nicht wirklich schwer zu erreichen und werden in Regensburg bereits zum größten Teil erfüllt. Es braucht entsprechende Beschlüsse des Stadtrats und eine flankierende Berichterstattung in den Medien (vier Artikel pro Jahr). Eine Stadt von der Größe Regensburgs soll mit mindestens 25 Geschäften, die entsprechende Produkte anbieten, aufwarten können; laut Joachim Graf (ödp) sind es hier über 70. Je eine Schule, ein Verein und eine Kirche sollen in Sachen fairer Handel aktiv sein – auch das ist in Regensburg längst der Fall. Jetzt braucht es lediglich noch eine Steuerungsgruppe, an der sich die Stadtverwaltung beteiligt; dann steht der Sache nichts mehr im Weg, abgesehen vom fair gehandelten Kaffee im Stadtratsplenum – aber das dürfte kein Problem sein: Momentan schmeckt der sowieso „greislich“ und vielleicht auch deshalb hat Bürgermeister Gerhard Weber zugesagt, die geringen Kaffeemengen in seinem Einflussbereich künftig aus fairem Handel zu beziehen. P.S.: Unmittelbar nach dem Beschluss hat IHK Regensburg davor gewarnt, dass eine Polarisierung zwischen Fairtrade und normalem Handel „nicht zielführend“ wäre.

Applaus für das Millionen-Team!

„Der schmückt sich mit fremden Federn“, heißt es über den einen. „Der kann nicht anerkennen, dass auch andere sich eingesetzt haben“, hört man über den anderen. Doch zusammen sind sie ein unschlagbares Team: Der Landtagsabgeordnete Franz Rieger (CSU) und Stadtrat Norbert Hartl (SPD). Eine Millionen Euro erhält die Stadt Regensburg als Zuschuss vom Freistaat für […]

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