Applaus für das Millionen-Team!

„Der schmückt sich mit fremden Federn“, heißt es über den einen. „Der kann nicht anerkennen, dass auch andere sich eingesetzt haben“, hört man über den anderen. Doch zusammen sind sie ein unschlagbares Team: Der Landtagsabgeordnete Franz Rieger (CSU) und Stadtrat Norbert Hartl (SPD). Eine Millionen Euro erhält die Stadt Regensburg als Zuschuss vom Freistaat für den Neubau des Bürgerheims in Kumpfmühl. Aus Mitteln der bayerischen Landesstiftung. Und zu verdanken ist das diesen beiden! Hartl hatte die Fördermöglichkeit für das Bauprojekt überhaupt erst entdeckt und den notwendigen Antrag auf den Weg gebracht, Rieger führte im Landtag Hintergrundgespräche, um den Zuschuss für Regensburg zu befördern. Das Geld kam – eitel Freude all überall. Über das Geld – und über den persönlichen Erfolg! Franz Rieger war am schnellsten. Als Landtagsabgeordneter verfügt er über einen gewissen Informationsvorsprung, wenn es Zuschüsse gibt und so verkündete er am Dienstag via Pressemitteilung die frohe Botschaft und ließ dabei zuvorderst nicht unerwähnt, dass er sich „massiv für die Bezuschussung eingesetzt“ habe. Hartl blieb dabei außen vor. Das trübte freilich dessen Freude etwas. Am selben Abend machte der SPD-Fraktionschef bei einer Delegiertenversammlung der SPD seinem Ärger über „diese Sauerei“ Luft und regte sich darüber auf, dass solche Pressemitteilungen in der Mittelbayerischen Zeitung immer einfach so eins-zu-eins abgedruckt werden. Wenigstens dem Ärger konnte abgeholfen werden: Am Mittwoch verschickte die Stadt Regensburg eine Pressemitteilung, in der Hartls Engagement hervorgehoben wurde – und Rieger außen vor blieb – und auch diese Mitteilung wurde in den wesentlichen Teilen wieder im Originalwortlaut abgedruckt – mit Hartls Namen in der Überschrift. Alle nun zufrieden? Offiziell halten sich die beiden bedeckt – etwas zerknirscht teilen sie ihre „große Freude“ über den Millionenzuschuss mit und geben sich bescheiden. Lob fordert keiner von ihnen, geschweige denn Dank! Gott bewahre! Es geht doch nicht um Personen, um Eitelkeiten oder gar parteipolitisches Geplänkel, sondern darum, dass in Regensburg etwas vorwärts geht. Ein unschlagbares Team eben! Weiter so!

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Kommentare (9)

  • Pragmatiker

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    Wie bitte – zu verdanken ist das diesen beiden??

    Ich würde sagen, zu verdanken ist diese Million Euro Zuschuss all jenen Bürgern, die brav ihre Steuern hier in D bzw. BY gezahlt haben. Was die o.g. Politiker damit zu tun haben sollen, ist mir komplett unklar.

  • tina

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    Ich für meinen Teil danke der namenlosen und ungenannten Sachbearbeiterin, die sich durch sieben Tonnen Antragspapiere wühlen musste, um alles fristgerecht abzuschicken. Das war vermutlich der einzige Teil dieser Arbeit, der den Namen verdient.

  • Uwe Fritz

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    Schön das dieses Geld in Regensburg fruchtet. Was würden die Kommentatoren „Pragmatiker und tina“ wohl schreiben wenn solche Mittel nicht abgerufen würden?
    Genau deswegen und für vieles mehr ist Franz Rieger der richtige Mann im Landtag!
    Nun sollte das Geld sinnvoll und sozial für die BürgerInnen dieses Heimes sozial abgewogen eingesetzt werden, ist doch prima!
    Dem Hartl fällt auch mal ein guter Satz aus der Lade, bevor andere das längst gedacht haben könnten, und schon denkt er der Franz würde für ihm Werbung laufen.
    Typisch Regensburger SPD, die die gegen ein Sozialticket stimmten, untertänlichst, oder sind die so?

  • domiNO

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    Ach Fritz, im Artikel wurde doch nur zu treffend darauf hingewiesen, dass sich der Rieger Franz nur deshalb ins Rampenlicht stellen konnte, weil der Hartl Norbert die „Vorarbeit“ geleistet hat, aber naturgemäß von den Landtagsbeschlüssen später Kenntnis erlangte als der MdL. Auch kann ich es mir nicht vorstellen, dass ein anderer Regensburger MdL anders gehandelt hätte als der von Ihnen so Verehrte. Für Ihren Angriff auf Hartl seh ich nun wirklich keinen Rechtfertigungsgrund.

  • Pragmatiker

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    „Was würden die Kommentatoren “Pragmatiker und tina” wohl schreiben wenn solche Mittel nicht abgerufen würden?“

    Äh… ist ja schon recht, lieber Herr „Fritz“ – aber wieso nur sollte man eigentlich jemandem dankbar dafür sein, der lediglich das erledigt, wofür er gut bezahlt wird?

    Oder anders gefragt: Muss ich jetzt weinen, weil mir alle meine Freunde, Bekannten, Auftraggeber und Kunden nicht täglich für meine ganz normale (und vergütete) Alltagsarbeit danken?

    Ich denke: nein.

  • Bürgerblick

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    Hase (SPD Hartl) und Igel ( CSU MdL Dr.Rieger)

    solten eigentlich die Margit Wild (SPD MdL) fragen , ob sie nicht auch sich für den Zuschuss eingesetzt hat und es nur keinem von beiden sagte. Dann wäre das „Medienrennen“ wieder völlig neu zu werten.

  • domiNO

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    Das Anführungszeichen bei ‚Fritz‘ dürfte überflüssig sein, er wird sich seinen Namen nicht rausgesucht haben. Ich glaube, Herr Fritz ist einer des harten Gugau-Rieger-Kerns, der hier nur begründen wollte, weshalb Herr Rieger darauf verzichten „muss“, sich als OB-Kandidat zur Verfügung zu stellen.

  • CSU-Mitglied

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    Was sagt eigentlich die CSU-geführte Staatsregierung dazu, dass MdL Dr. Rieger behauptet, die Vergabe sei nicht nach Recht und Gesetz, sondern nur auf Grund seines politischen Einflusses erfolgt? Im Prinzip beleidigt Dr. Rieger damit doch nicht nur die Beamten, die diese Entscheidung getroffen haben, sondern auch die Mitglieder der Staatsregierung, die angeblich so eine Geldvergabe je nach politischem Einfluss zulassen.

  • Pragmatiker

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    Auch wenn’s schmerzt – da muss ich Ihnen jetzt aber mal ausdrücklich zustimmen!

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