"Wir sind das Volk!!!!!!"

Der „besorgte Bürger“ hat Regensburg erreicht

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Bei der zweiten Diskussion um die geplante Flüchtlingsunterkunft beim Jugendzentrum Königswiesen wurden 450 Unterschriften gegen die Pläne übergeben. Doch Initiatoren arbeiten mit falschen Informationen. Doch ein Großteil der Anwesenden am vergangenen Freitag scheint an Informationen ohnehin nicht interessiert zu sein.

Die Initiatorin übergibt 450 Unterschriften gegen eine Flüchtlingsunterkunft an OB Wolbergs. Fotos: as

Die Initiatorin Anne Michelle Schott übergibt 450 Unterschriften gegen eine Flüchtlingsunterkunft an OB Wolbergs. Fotos: as

Der Chauffeur drückt seine Zigarette aus. Es ist kurz nach acht, als er sich verabschiedet, zusammen mit Joachim Wolbergs zu dessen Dienstwagen geht und abfährt. Über drei Stunden hat sich der Oberbürgermeister zuvor im Jugendzentrum Königswiesen der Diskussion gestellt. Zunächst etwa 30 Kindern und Jugendlichen, um deren Wünsche für die künftige Gestaltung der Einrichtung zu hören. Das verläuft ruhig, in gelöster Atmosphäre. Anschließend kommen annähernd 80 Bürgerinnen und Bürgern, die sich auf die Bänke und Tische gequetscht haben, einige stehen, um über die geplante Flüchtlingsunterkunft zu reden. Die Diskussion verläuft oft laut, hysterisch. Schon nach den ersten Sätzen kommt der erste Zwischenruf. Annerose Raith vom Amt für kommunale Jugendarbeit muss immer wieder energisch dazwischen gehen, damit Wolbergs sein etwa 20minütiges Eingangsstatement überhaupt zu Ende führen kann.

„Nächstenliebe“ – höhnisches Gelächter

Das wird an diesem Abend immer wieder vorkommen. Immer wieder redet oder schreit jemand einfach dazwischen. Als Wolbergs irgendwann einmal das Wort „Nächstenliebe“ in den Mund nimmt, folgt höhnisches Gelächter. „Das ist ein Zeichen der Aufregung“, raunt ein schlaksiger junger Mann dem Berichterstatter zu und grinst. Etwas später wird er aus einem Artikel der Tageszeitung Welt vorlesen, in dem davon die Rede ist, dass die Kieler Polizei angehalten sei, kleinere Straftaten bei Flüchtlingen nicht zu verfolgen. Dass diese Behauptung sich wenig später etwas anders darstellte, scheint er nicht zu wissen oder nicht wissen zu wollen. Aber es scheint ohnehin klar zu sein, dass hier nur die wenigsten der Polizei oder irgendwelchen offiziellen Stellen trauen.

Die Diskussion wirkt wie eine Steigerung des Termins vor einer Woche, bei der es vor allem Aussiedler waren, die sich – durchweg ablehnend – zu Wort meldeten und den Abend dominierten. Das ist heute nicht viel anders. Zwar sind ein paar wenige positive Stimmen zu vernehmen. „Ich verstehe viele Ihrer Befürchtungen“, sagt etwa Detlef Staude vom Stadtjugendring. Er habe aber in seiner Vereins- und Jugendarbeit durchweg positive Erfahrungen gemacht. Man solle doch mal versuchen, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Doch solche Beiträge werden nicht selten durch empörte Zwischenrufe und lautes Geraune unterbrochen oder einfach übergangen.

„Sie werden nicht lange Bürgermeister bleiben.“

Eine junge Frau, Anne Michelle Schott, übergibt dem Oberbürgermeister irgendwann eine Liste mit 450 Unterschriften gegen die Unterkunft. Mehrere junge Männer in ihrem Schlepptau sind es, die sich häufig zu Wort melden und immer wieder neue, andere Vorbehalte gegen die Unterkunft vorbringen. Wenn etwas passiere, müsse Wolbergs zurücktreten, heißt es einmal. „Wir sind die Bürger“, „Wir sind das Volk“ hört man mehrfach und wenn dieses Volk diese Unterkunft nun mal nicht wolle, dann habe er die Pflicht, diesem Willen auch zu folgen. „Sie werden nicht lange Bürgermeister bleiben“, ruft ein junger Mann in Lederjacke dem OB zu. Dann sei das eben so, gibt Wolbergs zurück.

Zwei Drittel des Bolzplatzes werden mit der Unterkunft überbaut.

Zwei Drittel des Bolzplatzes werden mit der Unterkunft überbaut.

Anderen wiederum bezweifeln die Glaubwürdigkeit der Polizei, kritisieren die Politik im Allgemeinen, die NATO und die USA. Gegen Flüchtlinge habe man ja eigentlich nichts, aber die meisten seien ja gar keine. 80 Prozent seien Männer. Als Wolbergs versichert, man werde in Königswiesen vor allem Familien unterbringen und erklärt, dass in der Regensburger Erstaufnahmeeinrichtung derzeit zwei Drittel der dort Untergebrachten Familien seien, wird gelacht und „Das ist doch nicht wahr“ gerufen. „Haben Sie eine genau Liste mit den Geschlechtern?“, fordert eine – es ist nicht immer sofort auszumachen, wer da gerade etwas fragt, sagt oder einfach schreit – männliche Stimme. „Der Deutsche ist doch heute nichts mehr wert.“, ereifert sich ein älterer, etwas korpulenter Mann mit Schnauzer, der mit empörtem Blick in einer der vorderen Reihen sitzt, immer wieder.

„Ich habe Angst, dass diese Unterkunft hier irgendwann brennt.“

„Was ist denn mit Köln? Was ist denn mit Köln?“, wird öfter gerufen. „Gegen Straftäter muss man rechtlich vorgehen, egal, woher sie kommen“, erwidert der OB. Und als Wolbergs irgendwann von einem Erlebnis in einer Disco erzählt, wo ein Mann einer seiner Mitarbeiterin von hinten unter den Rock gegriffen habe, der aber „zufällig Bayer“ gewesen sei. Kreischt eine Frau dazwischen: „Aber der war ja betrunken.“

Es ist durchaus bemerkenswert, dass Wolbergs, der eher dafür bekannt ist, auch mal aus nichtigem Anlass ohne Not die Fassung zu verlieren und laut zu werden, sich an diesem Abend so im Griff hat und immer wieder versucht, die Wogen zu glätten. Doch der Versuch scheitert. Am Ende ist man sich einig, dass sich der Oberbürgermeister auf der einen und die überwiegende Mehrheit der Anwesenden nicht einig sind. „Ich war eigentlich hier, um etwas zu fragen und mehr zu erfahren“, sagt eine Frau mit längeren grauen Haaren dem Berichterstatter. „Ich hatte erst Bedenken wegen der Flüchtlinge. Jetzt nach diesen ganzen Wortmeldungen habe ich Angst, dass diese Unterkunft hier irgendwann brennt.“

Sprachliche Feinheiten eines Flugblatts

Als der Oberbürgermeister den Ort des Geschehens schon verlassen hat, kommt der Berichterstatter draußen vor der Tür mit Initiatoren der Unterschriftensammlung ins Gespräch – junge Männer um die 30. Man tauscht sich aus – über die Weltpolitik, Kriegsgründe, soziale Ungerechtigkeiten und Fehler der Politik. Durchaus mit Interesse daran, was der jeweils andere sagt. In einigen Punkten ist man sich sogar einig, wenngleich selten in den Schlussfolgerungen. Schott, die die Unterschriften übergeben hat, geht recht rasch etwas abseits. Sie will offenbar nicht diskutieren. Vielleicht ist ihr aber einfach kalt.

Und als der Berichterstatter erwähnt, dass auf dem Flugblatt, mit dem man die Unterschriften gesammelt habe, die Unwahrheit stehe, dass dort behauptet werde, dass das Jugendzentrum wegen der Flüchtlingsunterkunft geschlossen werde und dass das ja nicht stimme, wird er mit ungläubigen Blicken bedacht. Das stehe da überhaupt nicht, sagen sie durchweg immer wieder, trotz längerer Diskussion, über die sprachlichen Details des Textes. Wenn der Berichterstatter das schreibe, dann sei das unfair und gelogen.

Als einer erklärt, dass das schon alles so stimme, weil ja der Bolzplatz weg müsse und der Berichterstatter anmerkt, dass das Wort „Bolzplatz“ auf dem Flugblatt ja nicht einmal vorkomme, beginnt das zuvor trotz aller Meinungsverschiedenheiten respektvolle Gespräch etwas emotionaler zu werden. So sei das eben mit der Presse. Die schaue gerne weg oder manipuliere. „Verschwörungstheorien“, seien das meint einer der Männer etwas lauter und sichtlich aufgebracht. Irgendwann kommt die Schott zurück. Sie sei jetzt müde, ihr sei kalt und der Berichterstatter wolle doch auch heim. So verabschiedet man sich höflich und verlässt den Ort des Geschehens.

Vorurteile pflegen, Informationen verfälschen

"...& jetzt wird ein Asylheim draus..." Was bedeutet dieser Satz? Zum Vergrößern des Flugblatts klicken.

„…& jetzt wird ein Asylheim draus…“ Was bedeutet dieser Satz? Zum Vergrößern des Flugblatts klicken.

Ein Mann, der gegen die Unterkunft unterschrieben hat, bleibt noch etwas. Er wirkt nachdenklich und zumindest am Austausch und einer Lösung der Situation interessiert. Bei den Initiatoren der Unterschriftensammlung kann man das nicht erkennen. Sie verfolgen ein klares Ziel, bei dem es nicht wirklich um Argumente geht: Sie sind einfach gegen diese Unterkunft und da scheint jedes Mittel recht, um Stimmung zu machen. Auf einer entsprechenden Facebookseite („Wir sind das Volk!!!!!!“) wird weiter Stimmung gegen die Unterkunft gemacht. Es werden Ressentiments gepflegt und Informationen, die diesen Vorurteilen nicht entsprechen, konsequent ausgeblendet.

Das Flugblatt veröffentlichen wir vollständig, um jedem die Möglichkeit zu geben, sich über dessen inhaltliche Aussage eine Bild zu machen. Tatsache ist: Das Jugendzentrum wird nicht geschlossen werden. Es wird auch kein Naturdenkmal zerstört. Die Unterkunft wird zwei Drittel des Bolzplatzes einnehmen. Langfristig, etwa 2018, soll das JUZ entweder saniert oder etwas weiter nach vorne versetzt, komplett neu gebaut werden. Alle Informationen zu den Planungen und bislang geäußerter Kritik können in unserem Dossier nachgelesen werden.

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Kommentare (27)

  • Andreas S.

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    Bedauerlich, dass diejenigen mit Unwahrheiten am schamlosesten hantieren, die am lautesten von de Lügenpresse fabulieren.
    Lügner schreien gerne Lüge um von den eigenen abzulenken.

  • norma litwin

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    und was hat den eigentlich Wolbergs in seinem 20Min Statement überhaut gesagt?

  • Stefan Aigner

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    @norma litwin

    Er hat in etwa dasselbe erläutert, was bereits bei der letzten Versammlung zur Sprache kam:

    http://www.regensburg-digital.de/russlanddeutschen-demo-verlagert-sich-ins-jugendtreff/29012016/

    Genauere Infos gibt es hier im Bericht zur Sitzung im Stadtrat:

    http://www.regensburg-digital.de/csu-lehnt-asylunterkunft-ab/22012016/

    Insofern habe ich das nicht noch einmal wiederholt. Dann ging es noch um Grundzüge des Asylrechts, wie die politischen Verantwortlichkeiten auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene verteilt sind, Kriminalitätsstatistiken (laut Polizei gibt es rund um Unterkünfte in Regensburg keine Auffälligkeiten) und seine schon oft wiederholte Aussage, dass Regensburg Flüchtlinge aufnehmen müsse und dies auch wolle. Auch das habe ich nicht nochmal wiederholt. Es gab keine wesentlich neuen Aussagen, es waren nur mehr Leute anwesend.

    Im Grunde ging aber der Versuch des Eingangsstatements schon von Anfang an in die Diskussion über.

  • joey

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    Die Polizei in Kiel hat sich das Mißtrauen redlich verdient. „Die Kieler Polizei hat monatelang kleinstkriminelle Flüchtlinge nicht erkennungsdienstlich behandelt“ – hat die SZ im verlinkten Artikel recht? Es wurde weggeschaut, denn ohne erkennungsdienstliche Behandlung gibt es keine Erkenntnis, ob das eine kleinkriminelle Einzeltat ist oder Serie. Daß die Staatsanwaltschaft da überhaupt ein Papier zustande bringt und dies auch noch rausgeht und 7 Tage in Kraft bleibt…

    Sicherheit ist die Kernaufgabe des Staates. Köln ist das klassische Beispiel für politische Verbiegungen der Polizeiführung – wo ein Polizeipräsident sich vor die Kameras stellt und glatt lügt – und die OB so kompetent mit reinnickt. Kein Wunder, daß das einen Dammbruch bewirkt hat.

    Ob in Politik oder Verwaltung: Vertrauensverlust ist die Katastrophe. Die höheren Ebenen der SPD helfen Wolbergs nicht durch gefühlte Kompetenz. Und die Kanzlerin mitsamt ihren Parteien auch nicht.
    Man glaubt nicht, daß irgendwer hier zu Lande einen Plan hat, wenn öfters Täter mit mehreren Identitäten gefaßt werden und 5000 Kinder in Deutschland glatt verschwunden sind…

    Das alles rechtfertigt keine Bürgerwehren, keine Hysterien und Pauschalgeschrei. Schon gar nicht irgendwelche Anschläge – und wenn es nur Schmierereien sind.

    Den Fehler, daß die Wirtschaft in seltener Einigkeit mit Linken versucht, dem ganzen Schengenraum eine Masseneinwanderung ohne definierte Grenzen reinzudrücken und das eben nicht politisch abzustimmen, kann Wolbergs nicht lösen und sonst auch keiner so schnell.
    Die Unterkunft muß wohin, am glaubwürdigsten wäre sie in der Nachbarschaft von Wolbergs.-)

  • bernd

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    „Sicherheit ist die Kernaufgabe des Staates.“ Wie kommst du denn da drauf?

    Den Vertrauensverlust, den irgendwer erleidet, weil sich das Volk irgendwas einredet, kann man halt auch niemand anhängen.

    Wie kommst du auf die Idee, das verschwundene Kinder mit Flüchtlingen zusammenhängen?

    Wenn die Polizei in Kiel einen Fehler macht (oder korrupt ist, oder was auch immer)
    beweist das keine generelle Verschwörung. Beweis per Beispiel geht nicht.

    Welcher SZ-Artikel überhaupt?

    Zum Artikel: Es ist schon maximal ungeschickt, die Unterkunft an diesen Platz zu stellen. Damit entsteht ein (wenn auch schwaches) Argument. Gibt es sonst kein geeigneten Ort? Wie fiel die Wahl denn auf den Bolzplatz? Nicht bebaut und in städtischem Eigentum?

  • Schreiner

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    Kommentar gelöscht. Langsam reicht es, werter Pseudonym-Wechsler.

  • Tobias

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    joey hat mal wieder vermutlich mal wieder DEN User-Beitrag geschrieben. Diese Ausgeglichenheit kann ich bei dem Thema nicht wahren; ich habe schon zu viel negatives mit Moslems erlebt – damit meine ich NICHT die Migranten, die freiwillig nach Deutschland kamen und sich nicht an diesen „Hype-Train“ dranhängen. (Das ist häufig das verbotene „Ja, aber“. Differenzieren ist nicht erlaubt, sagen die Linken. Wie lächerlich-heuchlerisch). Ich hätte das übrigens auch ohne den letzten Absatz geschrieben, der sich mit einem meiner älteren Kommentare deckt.

    Wie gesagt – in Oberisling (dort wohnt er so viel ich weiß) ist sehr viel Platz. Zwischen Uniklinik und dem Örtchen kann man genug Bauland ausweisen. Oder sogar in Schwabelweis, direkt vor meiner alten Wohnung (Donaustauferstraße 308). Da ist ein Acker, beim LIDL. Ach nee, Straßen sind bereits gebaut und Infrastruktur ist schon verbaut. Die alte Wohnung von mir wird, wie die ganze Siedlung, teuer umgebaut, dass viele dort ausziehen möchten. Zu teuer. Da würde sich das nicht anbieten. Da klopft man das ganze doch lieber nach Tegernheim ins Hotel beim Netto..

    Es ist eine Schande, dass überall wo (alte) Hochhäuser stehen (Altmühlstraße eingeschlossen) oder aber Königswiesen, die „Flüchtlinge“ untergebracht werden – dort, wo die Eigenheime oder Invenstoren die Hand darüber halte nicht.

    Was ich allerdings für sehr schade finde, dass die Gegner meistens ein grottenschlechtes Deutsch vorweisen. Falsche Formatierungen, kaufmännisches „Und“-Zeichen im Fließtext, Nomen klein geschrieben… Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass die Kritiker sich durchaus mit der Materie (und Weltgeschichte, Finanzen und Demographie) auskennen und demzufolge auch einen gewissen orthographischen Standard mitbringen. Aber immer, wo ich eine Webseite öffne oder auch hier ist es immer der „Pöbel“. So funktioniert das nicht mit der Glaubwürdigkeit..

  • Stefan Aigner

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    @Tobias

    Zwischenzeitlich wohnt der OB nicht mehr in Oberisling. Das nur am Rande.

  • heinz

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    „dort, wo die Eigenheime oder Invenstoren die Hand darüber halte nicht.“
    „Aber immer, wo ich eine Webseite öffne oder auch hier ist es immer der „Pöbel“. So funktioniert das nicht mit der Glaubwürdigkeit..“

    Tja, da hab‘ ich echt ein Problem, mich zu entscheiden… Was törnt mich jetzt eigentlich mehr ab ? Beiträge, die semantisch, grammatikalisch und/oder orthographisch grenzwertig sind oder Beiträge, bei denen auch noch der Inhalt von dünnflüssiger Konsistenz ist…

  • esteha

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    Es gibt immer zwei Seiten. Natürlich.

    Aber der klar erkennbare rechtspopulistische Hintergrund der „Diskutanten“ ist erschreckend.

    Noch erschreckender ist für mich die Tatsache, dass die Mehrzahl dieser angeblichen Vertreter des Volkes („Wir sind das Volk“), selbst einen Migrationshintergrund haben.

    Nur, das haben sie wahrscheinlich zwischenzeitlich vergessen, nachdem sie z. T. schon Jahrzehnte unsere Demokratie, unseren Sozialstaat mit all seine Vorzügen, Annehmlichkeiten, berechtigt, genießen.

    Da spielen sich angeblich so besorgte Eltern auf, beleidigen den OB (den ich nicht unbedingt unterstütze), fragen aber nicht die wirklich „betroffenen“. Die Jugendlichen, die oftmals mehr „Hirn“ beweisen als ihre „Erzieher“.

    Wenn Herr Wollbergs hier, bei dieser Standortfrage, nachgeben würde, dann hat er, wir alle, verloren, weil er, wir, damit „erpressbar“ wird/werden.

    4xx Unterschriften? Bitte, was ist daran repräsentativ?

  • joey

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    @Bernd
    die 5000 Kinder sind minderjährige Flüchtlinge. Diese waren in „Obhut“, konnten aber nach Lust und Laune die Unterkünfte verlassen (macht ja nix, ist wieder Platz für die Neuen ?)… Ob die Kinder nun bei Verwandten sind oder in den Händen von Kinderschändern ist schlicht unklar. Obhut schaut anders aus, Einwohnermeldewesen ebenso.

    Der Sz Artikel ist im Artikel von Stefan Aigner verlinkt. (19 Zeilen unter dem Foto)

  • Russe-Migrant-Aussiedler-mir_doch_egal: REGENSBURGER !!!!!

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    @esteha
    Gehört es nicht zu Demokratie „die Unterschriften sammeln“ und protestieren in Form von Demonstrationen? Erschreckend, dass du es „Erpressung“ nennst!

    Was wir da z.T. genießen kann ich dir erklären: die Menschen mit Akademischen Graden arbeiten Jahrzehntelang bei euren „Leifirmen“, z.T. für einen „Hungerlohn“. Ich habe schon einen Kernphysiker, Musiklehrer und einen Richter am Fließband gesehen! Wir jammern aber nicht, wir verdienen unsere „Brötchen“. Wir sind in Das Land gekommen, den unsere Vorfahren immer „Heimat“ nannten nur weil wir unseren Kindern Stabilität und Sicherheit gewünscht haben-nicht eure Soziale Leistungen.

    Sind wir „angebliche“ Vertreter des Volkes oder tatsächliche, wenn ich und meine Familie diesen OB gewällt haben?

    Wir haben uns lange genug fern von Politik gehalten und fleißig in eure (unsere) Rentenkasse einbezahlt um uns jetzt zu erlauben unser Wort zu sagen. Oder habt ihr schon in letzten Jahrzehnten was von einem „Russendemo“ gehört?

    Wer „Hirn“ hat der versteht , dass die Eltern nicht „angeblich“ besorgt sind und weißt , dass für Jugendliche immer noch die „Erzieher“ die Verantwortung tragen und Entscheidungen treffen .

  • Tobias L.

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    @Tobias. Ich wohne in der Altmühlstraße mit direktem Blick auf die Turnhalle in der die Flüchtlinge untergebrtacht sind. Am Anfang war ich mir auch unsicher ob das alles freidlich bleibt.

    Naja was soll ich sagen, das einzige worüber man sich aufregen kann ist dass da viele Familien untergebracht sind und diese Kinder auch mal draßen spielen. Ansonsten hört man nix! Die Sicherheitskräfte mit ihren Funkgeräten machen wesendlich mehr lärm als die Flüchtlinge.

    Leider gibt es LEUTE die zwar ne aussage treffen bei den Hochhäusern bringen sie Flüchtlinge unter um sie von da, oder da weg zu halten. Das mag schon so stimmen, aber rede erst mit den Menschen die da Wohnen wie sie es erleben.

    Hiermit lade ich dich auf einen Kaffee bei mir in der Altmühlstraße ein mit direktem Blick auf die Turnhalle, um dich davon zu überzeugen dass es hier sehr friedlich ist.

  • eine Russlanddeutsche

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    Ich finde den Standort nicht ganz glücklich gewählt. Was ist mit Kumpfmühl? Westen? In den Stadtteilen, in denen etwas wohlhabender ist. Königswiesen hat sich grade nach allen „Russlanddeutschen“ erholt. Trotzdem finde ich sehr traurig, dass dort so wenig Gegenstimmen gibt! Warum waren nur wenige Stimmen FÜR eine Asylunterkunft an dem Abend dabei? Wo sind die Gegenunterschriften, dass wir Flüchtlingen helfen sollen, uns zwar auch vor der Tür? So entsteht der Eindrück, was „Russlanddeutssche“ immer wieder sagen: „Deutsche sind auch gegen Flüchtlinge, sie trauen sich einfach nicht auf die Straße!“ In den Gemeinden, in denen heftig gegen Unterkünfte protestiert wurde – haben sich ganz schnell darauf starke Unterstützerkreise gebildet. Da funktioniert die Hilfe sehr gut und es gibt kaum Probleme. Ohne ehrenamtliches Engagement ist es nicht zu schaffen. Wo bleibt dieses Engagement in Königswiesen?

  • esteha

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    @Russe-Migrant-Aussiedler-mir_doch_egal: REGENSBURGER !!!!!

    Auch deutsche Akademiker ohne Migrationshintergrund arbeiten überqualifiziert in Leiharbeitsfirmen.

    Wer dafür sicher nicht verantwortlich ist, sind die Flüchtlinge.

    „Wir haben uns lange genug fern von Politik gehalten und fleißig in eure (unsere) Rentenkasse einbezahlt um uns jetzt zu erlauben unser Wort zu sagen.“

    Unbestritten ein demokratisches Recht, das in unserem Land jedem zusteht.

    Aber nicht in der Art und Weise, wie es an der hier diskutierten Versammlung geschehen ist.

    Die verbalen Entgleisungen, Beschimpfungen entbehren jedweder Grundlage einer demokratischen Diskussion.

    Und die Motivation der heutigen Flüchtlinge ist nichts anderes, als der von ihnen genannte Wunsch nach Stabilität, Sicherheit und Frieden, welcher ihnen nach deutschen und internationalen Recht zusteht.

  • peter sturm

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    mich würde interessieren warum der standort boelckestraße so schnell außen vor war.
    dass ein bauvorhaben ein bauordnungsverfahren mit sich bringt hat man doch schon gewusst als man den standort in erwägung zog.
    weiß das jemand?

  • Schröck Hans

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    Kurz zu meiner Person: Ich bin 1990 nach Regensburg gezogen (mit Frau und zwei Kleinkindern) und befand mich in Umschulung, Geld war also knapp. Am Wohnungsamt habe ich dann erfahren, daß momentan Aussiedler bevorzugt behandelt werden und ich also keinen Anspruch hätte. Nun gut, ich schlug mich ohne staatliche Hilfe durch und war deshalb noch lange kein „Russen-Feind“. Hatte ich doch schon in meiner Gewissensprüfung für Wehrdienstverweigerer die Frage vorgelegt bekommen: „Sie gehen mit ihrer Freundin durch den Park und da kommt eine Horde Betrunkener. Sie haben eine Waffe dabei (Es waren Russen gemeint, wir waren ja im kalten Krieg).“ Ich hatte genug „Eier in der Hose“, den Dienst an der Waffe abzulehnen, um einige von ihnen nicht erschießen zu müssen, die nun behaupten, das Volk zu sein. Auch bin ich auf der Straße gesessen und habe mich gegen die Mittelstreckenraketen zur Wehr gesetzt, die auf diejenigen gerichtet waren, die mir nun erklären wollen, was Deutschsein bedeutet. Ich habe 25 Jahre in Königswiesen gelebt, meine Kinder sind dort zur Schule gegangen und ich habe immer Partei für die besoffenen „Russlanddeutschen“ ergriffen, die sich beim Netto mit Wodka eingedeckt hatten und vor dem Fenster meiner Arbeitsstelle sich die Kante gegeben haben. Die Argumente der aufgebrachten Alteingesessenen habe ich immer wieder versucht, zu entkräften. Meine Kinder sind auch im Jugendzentrum aktiv gewesen und mir wäre nie im Traum eingefallen, die noch nicht ganz integrierten Einwanderer (bin selbst ein Arbeitsmigrant aus dem bayrischen Wald!) ausschließen zu wollen.
    Und nun wollen mir diese 150prozentigen Volksgenossen erklären, wie mit diesem Jugendzentrum verfahren werden soll, nur weil sie vergessen haben, welche Unterstützung ihnen selbst wiederfahren ist? Ich unterscheide nicht zwischen „deutscher“ Herkunft und Kriegsflüchtling, habe auch nicht die „Sprache des Blutes“ gelernt. Für mich gibt es Menschenrechte und ein Grundgesetz, das durch den Staat und seine Bürger verteidigt werden soll. Dazu gibt es ein Strafrecht und die dazugehörige Exekutive, die zur Zeit ein wenig überfordert sind. Daraus ein Recht abzuleiten, das Gesetz in die eigenen Hände nehmen zu dürfen, ist für mich präfaschistisch und es sollte uns allen klar sein, daß diese demagogischen Hetzer, die ständig unterschwellig mit Selbstjustiz drohen, die größere Gefahr für unsere Demokratie darstellen.
    Daß diese Entwicklung möglicherweise von höherer Stelle gerne gesehen wird, möchte ich nicht bestreiten. Ein hoher Anpassungsdruck ist eine wohlfeile Voraussetzung für einen wirtschaftsfreundlichen Lohndruck – wenn ihr dann auf der Krim im Dreck liegt (wie mein Vater vor Stalingrad) bin ich hoffentlich schon im Exil und verzichte dann eine Weile auf mein „Deutschsein“.

  • esteha

    |

    @Russe-Migrant-Aussiedler-mir_doch_egal: REGENSBURGER !!!!!

    Ihre persönliche Antwort „schulden“ sie mir immer noch?

    Warum war ich mir sicher, dass sie mir nicht antworten werden?

    Ich kann mich inhaltlich nur @Schröck Hans anschließen.

    Dennoch:

    Er, sie, es,

    Frau, Herr oder…..

    @Russe-Migrant-Aussiedler-mir_doch_egal: REGENSBURGER !!!!!

    Ihre persönliche Meinung wäre mir an dieser Stelle wirklich sehr wichtig.

  • esteha

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    @Schröck Hans

    Offen, ehrlich und objektiv auf einen Punkt gebracht.

    Respekt vor dieser Zivilcourage!

  • Silvia Gross

    |

    Wer am lautesten schreit , ist noch lange nicht das Volk. Ein Teil des Volkes engagiert sich für Flüchtlinge und leistet damit genau diejenige Integration, von der gegenseitiges Verständnis und unser Gesellschaftsfriede abhängen. Diese Menschen haben keine Zeit, Blödsinn zu brüllen..

  • Ziander

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    B eide sind Teil des Volkes.. aber warum wollen sie die Flüchtlinge integrieren wenn es doch eigentlich nur um Schutz vor Krieg geht.Sie haben keine Zeit Blödsinn zu brüllen?Aber auch keine zum Nachdenken vor welchen Karren sie sich da spannen lassen.Übrigens:Moralischer werden sie durch ihr Engagment für die paar Hanseln auch nicht..auf der Welt gibt es circa 60 Millionen Flüchtlinge..wenn sie davon nur 1 Million aufnehmen handeln sie genauso selektiv.Wer A sagt muß dann auch B akzeptieren…Ich behaupte das es vielen dieser Gutmenschen nur um ihr eigenes gutes Gewissen geht und sie die sozialökonomischen Folgen borniert ignorieren..ganz abgesehen von den kulturellen Verwerfungen.

  • Stefan Christoph

    |

    „Wo Recht zu Unrecht wird…“

    Erstaunlich, unter welchen Zitaten sich Asylgegnerinnen und Asylgegner heute versammeln: Der (angebliche) Urheber des Zitates „Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“, seinerseits Dramatiker und Dichter Bert Brecht, könnte mit derlei Lamentieren sicher wenig anfangen. Brecht selbst musste aufgrund des menschenverachtenden Nationalismus 1933 aus Deutschland fliehen. „Wo Recht…“, das muss heißen das Recht auf Asyl, das Menschenrecht auf Asyl. Das muss heißen das Recht auf das eigene Leben, das von Krieg und Gewalt bedroht ist. „…zu Unrecht wird…“, und Unrecht ist nicht die Einrichtung eines Flüchtlingswohnheimes vor der eigenen Tür. Unrecht sind vielmehr geplante Asylrechtsverschärfungen. „…wird Widerstand zur Pflicht“, meint nicht den Widerstand gegen Geflüchtete. Widerstand muss es geben gegen den Unwillen, Fluchtursachen endlich zu bekämpfen. Nur so können wir Flüchtlingszahlen senken, denn niemand flieht gerne aus seiner Heimat.

    „Keinen verderben lassen
    auch nicht sich selbst
    jeden mit Glück zu erfüllen
    auch sich, das
    ist gut“, schrieb Brecht.

    Es ist wichtig, die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger ernst zu nehmen. Dazu gehört eine sachliche Debatte, wie sie der Oberbürgermeister immer wieder führt. Populistisch formulierte Unterschriftenlisten helfen hier niemandem weiter, sie vergiften das gesellschaftliche Klima. Sie verderben eine künftige Debatte um die Entwicklung des eigenen Stadtteils. Was wir jetzt brauchen ist mehr Offenheit, mehr Miteinander, mehr Willkommenskultur – anstatt uns über die Unterbringung von Geflüchteten spalten zu lassen!

    Stefan Christoph,
    93047 Regensburg

    Anmerkung der Redaktion: Herr Christoph nimmt u.a. auch Bezug auf diesen Artikel in der MZ: http://www.mittelbayerische.de/region/regensburg-stadt-nachrichten/koenigswiesen-der-widerstand-waechst-21179-art1341137.html

  • wahon

    |

    „Besorgte Bürger“ ist ein Euphemismus für kleinkarierte Jammerlappen, die nichts anderes im Kopf haben als ihren eigenen Vorteil. Sie sind geizig, neidisch und missgünstig gegenüber denen, die Hilfe brauchen. Diese menschlichen Wracks, die sich als „besorgte Bürger“ aufspielen, sind als Bürger völlig unbrauchbar. Und eine Gesellschaft, die diesem asozialen Bodensatz Einfluss und Macht überlässt, wird scheitern. Was wir statt des Pegida-Pöbels brauchen, sind vernünftige, mitmenschliche und aufgeschlossene Menschen, die über den Horizont ihrer eigenen Befindlichkeit hinausschauen und denen tatkräftig Hilfe leisten, die sie nötig haben.

  • Mr. T

    |

    wahon +1

  • Gegenwind für „das Volk!!!“ » Regensburg Digital

    |

    […] Wie berichtet, wird auf einem Flugblatt unter anderem behauptet, das JUZ werde wegen des Baus geschl… Tatsächlich wird das Gebäude, in dem vornehmlich Familien untergebracht werden sollen, etwa zwei Drittel des angrenzenden Bolzplatzes einnehmen. Bis zu einem Neubau des Jugendzentrums, den OB Joachim Wolbergs, über den wieder Freiflächen hinzugewonnen werden sollen und den Wolbergs etwa für 2018 in Aussicht gestellt hat, soll es Ersatz auf dem Gelände des ESV 1927 geben. […]

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