Diskussion um Flüchtlingsunterkunft

Russlanddeutschen-Demo verlagert sich ins Jugendtreff

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Bei der Diskussion um die geplante Flüchtlingsunterkunft in Königswiesen schlägt dem Oberbürgermeister geballter Protest entgegen – vor allem von Russlanddeutschen.

Anstrengender Termin für OB Wolbergs. Bei der Diskussion im Jugendtreff ging es vor allem um Befürchtungen und Vorurteile gegenüber Flüchtlingen. Foto: Witzgall

Anstrengender Termin für OB Wolbergs. Bei der Diskussion im Jugendtreff ging es vor allem um Befürchtungen und Vorurteile gegenüber Flüchtlingen. Foto: Witzgall

Als „Russentreff“ war das Jugendzentrum Königswiesen in seinen Anfangsjahren verschrien. Viele Aussiedler-Familien leben in diesem Stadtteil. Und die Vorurteile, die es ihnen gegenüber gab und zum Teil heute noch gibt, trafen auch das JUZ, in das einige von ihnen ihre Kinder schickten, die damals auch die größte Gruppe von Besuchern und Nutzern stellten. Kriminalität, Drogen, Alkohol – Vorurteile, die keine tatsächliche Basis hatten.

Der Leumund des JUZ hat sich heute nicht nur schon seit längerem verbessert. Der Treffpunkt habe beigetragen, Vorurteile abzubauen, ist ein wichtiges Integrationsprojekt im Stadtteil und mittlerweile spielt es – zumindest für die Kinder und Jugendlichen – kaum eine Rolle, ob sie nun aus einer deutschen, russlanddeutschen oder sonstwelchen Familie kommen. „Das ist bunt gemischt“, erzählt eine Mitarbeiterin.

Zur Diskussion mit dem OB ist das JUZ voll

Am späten Freitagnachmittag sind die Stühle und Bänke voll besetzt – etwa 60 Menschen sind gekommen, um mit Oberbürgermeister Joachim Wolbergs über die Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge zu diskutieren, die auf dem Bolzplatz – gleich hinter dem JUZ – entstehen soll.

Der Baubeginn ist für Juni geplant. Rund 130 Menschen sollen hier untergebracht werden und die Stadt werde ihren Einfluss nutzen, damit es vor allem Familien sein werden, verspricht der OB. Das JUZ selbst werde auch nicht, wie stellenweise kolportiert, geschlossen, sondern voraussichtlich 2017 sogar erweitert. „Der Bolzplatz wird nicht mehr nutzbar sein“, stellt Wolbergs klar. Allerdings sei man gerade mit dem ESV 1927 im Gespräch, um dort Teile der nahegelegenen Freiflächen nutzen zu können. Der Bau ist bereits vom Stadtrat beschlossen – gegen die Stimmen der CSU und von CSB-Stadtrat Christian Janele.

Das ursprüngliche Ansinnen von Wolbergs, mit den Jugendlichen nun darüber zu reden, wie man die verbleibenden Freiflächen rund ums JUZ im Zuge des Baus nun so gestalten könne, dass sie am meisten davon haben, gelingt allerdings nicht. Zwar sind die Kinder und Jugendlichen in der Mehrheit. Es kommt aber nur ein Junge mit einem konkreten Vorschlag zu Wort. Ansonsten wird die knappe Stunde vor allem von Erwachsenen und älteren Jugendlichen dominiert. Die meisten von ihnen sind – das betonen einige selbst ausdrücklich – Russlanddeutsche. Und nicht wenige von ihnen waren schon bei der Demonstration am Sonntag dabei.

Angebliche Vergewaltigung erweist sich als Räuberpistole

Anlässlich der angeblichen Vergewaltigung einer 13jährigen in Berlin, die je nach Version, mal von mehreren Arabern, mal von „Südländern“ verübt worden sein und über 30 Stunden gedauert haben soll, gingen sie damals auf die Straße. Mittlerweile hat sich nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft herausgestellt, dass es sich um eine Räuberpistole handeln dürfte. Das Mädchen habe die Nacht bei ihrem Freund verbracht, um sich wegen schulischer Probleme vor ihren Eltern zu verstecken. Bei dem 19jährigen seien einige Sachen von ihr gefunden worden und der junge Mann habe zugegeben, dass das Mädchen in der fraglichen Nacht bei ihm gewesen sei. Zu sexuellen Handlungen sei es demnach nicht gekommen. Gegen den Freund werde auch nicht ermittelt. Er sei nur ein Zeuge.

Am Sonntag demonstrierten rund 400 Menschen. Der konkrete Anlass erweist sich nun als Lügengeschichte. Foto: Aigner

Am Sonntag demonstrierten rund 400 Menschen. Der konkrete Anlass erweist sich nun als Lügengeschichte. Foto: Aigner

Im JUZ spielt dieser Fall keine Rolle, allerdings wird der Oberbürgermeister, nachdem es anfänglich noch recht geordnet zugeht, zunehmend mit Fragen, Befürchtungen und Vorwürfen bombardiert, die auch am Sonntag schon zur Sprache kamen. „Es kommen nur Männer. Und was sind das für Männer? Würden Sie ihre Familie zurücklassen?“, ruft eine Frau. „Die sollen zuhause kämpfen“, ergänzt ein junger Mann.

„Wer garantiert hier für die Sicherheit?“, lautet eine Frage. „Die Polizei“, sagt Wolbergs. Höhnisches Gelächter. Geraune. „Die Kriminalitätsstatistik belegt, dass Flüchtlingen nicht krimineller sind als Deutsche“, gibt Wolbergs zurück. Die Polizei dürfe nicht die Wahrheit sagen. Da werde gelogen. „Sie gehe schon seit einem halben Jahr aus Angst nicht mehr abends raus“, ruft eine Frau.

„Dieses Haus wird nicht lange stehenbleiben.“

Lageplan der Unterkunft. Zum Vergrößern anklicken. Plan: Stadt Regensburg

Lageplan der Unterkunft. Zum Vergrößern anklicken. Plan: Stadt Regensburg

„Dieses Haus wird nicht lange stehenbleiben“, sagt ein Mann. „Hier wird 100.000prozentig etwas passieren“, prophezeit ein anderer. Wieder ein anderer erzählt, er arbeite bei einem Sicherheitsdienst. „Ich weiß aus Erfahrung, dass bei 80 Prozent der Fälle bei Flüchtlingen Drogen im Spiel sind.“ „das glaube ich Ihnen nicht.“, gibt Wolbergs zurück. „Bei welchem Sicherheitsdienst arbeiten Sie? Ich würde das gerne von dort erfahren?“ Der Mann stottert. Das stimme schon, aber genau wisse das die Polizei. So viel habe er damit nicht zu tun. Er habe außerdem nicht in Regensburg, sondern in Straubing gearbeitet. „Sagen Sie mir die Firma. Ich will das wirklich wissen“, hakt Wolbergs nach. Die Sicherheitsdienste in den Regensburger Unterkünften hätten keine solchen Erfahrungen gemacht. „Wozu braucht man einen Sicherheitsdienst, wenn nichts passiert?“, schreit eine Frau.

Die Situation eskaliert nicht. Wenn Wolbergs um Ruhe bittet, manchmal muss er etwas vehementer fordern, ausreden zu dürfen, dann wird das akzeptiert. Dennoch ist die Stimmung permanent angespannt. Eine Mitarbeiterin versucht, Ordnung in die Reihe der Wortmeldungen zu bringen. Und so kommen nun auch ab und an doch wieder Kinder und Jugendliche zu Wort. Er habe selbst Vorurteile erlebt, sagt ein dunkelhäutiger Junge. Erst vor kurzem sei er zur Flüchtlingsunterkunft in der Nähe gegangen und habe dort mit anderen Kindern Fußball gespielt. „Die haben sich total gefreut. Die waren total nett. Diese ganzen Anschuldigungen hier. Das zerbricht irgendwie mein Herz“, sagt er mit etwas brüchiger Stimme. Ein paar der Anwesenden applaudieren. Es gibt aber auch ein, zwei verschämte Buh-Rufe.

„Ist alles falsch, was gestern in der BILD stand?“

„Es gab doch auch so viele Vorurteile gegen Aussiedler“, sagt Wolbergs zu einer Frau, die eben erwähnt hat, dass sie Russlanddeutsche sei. „Damals habe ich mich auch dagegen gestellt.“ Genau so seien pauschale Vorurteile gegen Flüchtlinge falsch. „Wir haben gearbeitet. Wir haben uns integriert. Russen werden überall eingestellt“, wird die Frau nun laut. „Die arbeiten nicht. Die kriegen Geld. Und wir müssen das auch noch zahlen.“ Man könne gemeinsam zu BMW fahren und sich anschauen, wer dort arbeite, schlägt der OB vor. Dort seien auch Syrer. Ungläubiges Gelächter. Tumult.

„Das ist doch ihr Problem mit den Flüchtlingen und nicht unseres“, ruft ein Mann. Wieder meldet sich der Junge zu Wort. „Früher waren es die Juden. Dann die Russen und Polen. Jetzt sind es die Flüchtlinge“, sagt er langsam. Diese Vorurteile seien doch Unsinn. „Das stimmt vielleicht zu zehn Prozent.“ Wieder etwas Beifall. Wieder leise Buh-Rufe.

Die Liste mit den Vorschlägen der Kinder und Jugendlichen bleibt fast leer. Sie kamen kaum zu Wort. Foto: Witzgall

Die Liste mit den Vorschlägen der Kinder und Jugendlichen bleibt fast leer. Sie kamen kaum zu Wort. Foto: Witzgall

Die knappe Stunde ist fast vorbei. Er müsse weg, sagt Wolbergs. Es werde nächsten Freitag einen neuen Termin geben. „Wen soll ich mitbringen? Jemanden von der Polizei? Von einem Sicherheitsdienst?“ „Die haben doch alle den Mund zu. Die sagen doch sowieso nur, was Sie wollen“, ruft jemand. Die Polizei dürfe nicht die Wahrheit sagen. „Oder war das alles falsch, was gestern in der BILD stand?“ Wolbergs bittet um Ruhe.

Er werde am Freitag zu zwei Terminen kommen. Von 17 bis 18 Uhr werde er mit den Kindern und Jugendlichen darüber sprechen, was sie sich für die Neugestaltung der Freiflächen wünschen. Dann könne man über die Flüchtlingssituation sprechen. „Aber kündigen Sie das mal an“, ruft ein Mann im Gehen. „Ganz Königswiesen soll es wissen.“

als die Diskussion vorbei ist, setzen sich 20 Jugendliche zusammen an ein Tisch, machen Musik an und reden in Ruhe über das Thema. So geht es auch.

In einer dubiosen Facebook-Gruppe wird derweil am selben Tag eine Unterschriftensammlung gegen die Unterkunft beworben. Das JUZ werde geschlossen, wird darin behauptet.

Video von der Demo am Sonntag

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Kommentare (65)

  • Lili

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    Liebe Leute,

    nach nun fast vier Wochen im Erstaufnahmelager, finde ich endlich mal die Zeit ein paar Zeilen zur wirklichen Situation vor Ort zu schreiben und diese in Absprache mit der Camp-Leitung hier zu veröffentlichen.
    In der aufgeheizten Stimmung zwischen allen politischen Lagern können ein paar Fakten aus erster Hand nicht schaden. Ich habe mir vorgenommen, diesen Bericht möglichst neutral zu verfassen. Das ist mir allerdings aufgrund der erschütternden Realität nicht gelungen und am Ende ist doch die Polemik und meine eigene Meinung mit mir durchgegangen…aber das wird man ja wohl noch sagen dürfen…

    Ich bin zur Zeit als Arzt für die medizinische Erstversorgung der neu in Deutschland ankommenden Flüchtlinge zuständig. Diese findet nahezu vor jedem weiteren Schritt statt. Also vor der Registrierung (inkl. Fingerabdrücke und Foto!), der Versorgung mit gespendeter (Marken-)Kleidung, der Möglichkeit sich zu duschen, etwas zu essen oder der Verteilung auf das restliche Bundesgebiet etc. Das heißt im Klartext, dass man hier einen Eindruck in Reinform über die tatsächliche Situation der ankommenden Flüchtlinge erhält.

    Dieser Eindruck ist pur und absolut ungefiltert. Ich kann Euch versichern, dass es absolut unmöglich ist, z.B. einen Fuß mit Erfrierungen zu versorgen, der über 500km in kaputten Schuhen, mit nassen Strümpfen durch den Winter marschiert ist und dabei durch eine „naive rosarote Gutmenschbrille“ zu schauen. Oder einen 4 Wochen alten Säugling in feuchter Kleidung mit Lungenentzündung zu behandeln, der zusammen mit einem Einjährigen und einer Vierjährigen, ganz alleine von der Mutter über das Mittelmeer, über Griechenland bis hier her geschafft wurde und sich dann den Vorwurf der Weltfremdheit anzuhören. Das hier ist die Welt! Und das hier ist sehr real und nirgends „rosarot“! Der Vater der 3 Kinder kam übrigens in Syrien ums Leben.

    Diese Menschen kommen in einem absolut desolaten und erbarmungswürdigen Zustand hier an. Sicher wird es manchen erstaunen, dass es sich nicht zu 90% um junge, gesunde Männer handelt. Das hat das Wanken der Nachzugsreglung erfolgreich zum Schlechteren gewendet. Ich sehe pro Schicht etwa 300-500 Flüchtlinge. Mindestens 40% davon sind KINDER! Es gibt Familien, es gibt Alte und ja – es gibt auch junge Männer. Warum auch nicht? Allen gemein ist, dass sie absolut entkräftet und fertig sind. Ich habe bisher nie so viel Elend und Verzweiflung auf einem Haufen gesehen.
    Neulich haben wir zum Beispiel eine Frau versorgt, deren Beine komplett verbrannt waren. Keine Ahnung wie sie es überhaupt bis zu uns geschafft hat. Wir haben allein eine halbe Stunde gebraucht, um die festgeklebten, schmutzigen und stinkenden Verbände von den vereiterten Wunden zu lösen. Da war aber kein Klagen und da war keine Anspruchshaltung. Diese Frau hat Dankbarkeit ausgestrahlt, weil sie endlich in Sicherheit ist und sich jemand um sie kümmert. Selbstverständlich ist sie nur ein Beispiel. Und selbstverständlich lassen sich mit Sicherheit auch Arschlöcher unter den Flüchtenden finden – wovon wir selbstverständlich schon genug unter den Eingeborenen haben.

    Übrigens haben die Flüchtenden natürlich ihre Smartphones dabei. „Die“ haben vorher nicht in der Steinzeit gelebt und sind aus irgendwelchen Buschhütten und Höhlen gekrochen. Und vielen ist es zunächst wichtiger ihre Handys aufzuladen, als etwas zu Essen zu bekommen. Und dreimal dürft ihr raten warum? Was habe ich als erstes gemacht, als ich, bequem mit meinem Auto, trotz Glatteis, sicher im 500 km von zu Hause entfernten Camp angekommen bin?
    Dass sie ein Lebenszeichen an die Lieben schicken zu wollen, wird diesen Menschen allerdings regelhaft zum Vorwurf gemacht und als Beleg für die fehlende Hilfsbedürftigkeit gesehen. Mit Verlaub – das ist weltfremd und obendrein arschig! Als würde es eine Pflicht geben, sich vor einer Flucht in Lumpen zu hüllen und bloß alle Wertgegenstände zurück zu lassen – inklusive der einzigen Möglichkeit zur Kontaktaufnahme zu den Angehörigen in Form eines Telefons.

    In der aktuellen Situation müssen wir uns verdeutlichen, welchen Selbstanspruch wir an unsere Kultur haben. Natürlich könnten wir die Grenzen dicht machen und so tun als wäre Merkel an allem Elend dieser Welt schuld. Aber glaubt denn wirklich irgendwer damit wäre das Problem gelöst? Ich höre hier im Lager durchgehend weinende Kinder. Und ich weiß, dass sie dann halt vor unseren Grenzen weinen würden. Würden wir damit unsere Zivilisation retten? Nur weil wir es dann nicht mehr sehen und im Fernsehen einfach bequem umschalten können? Es zeugt schon von einer bemerkenswerten Moralvorstellung, wenn man auf fb das Elend eines gequälten Hundes anprangert und gleichzeitig sehenden Auges all diese Menschen vor unseren Grenzen krepieren lassen will – und wenn es nur durch Unterlassung ist. Ob das ein schützenswertes Abendland ist?

    Natürlich müssen Lösungen vor Ort gefunden werden. Und natürlich können wir nicht die ganze Welt aufnehmen. Aber löst man einen Konflikt auf der Welt indem man gegen Flüchtlinge wettert und dumpf der Kanzlerin Verrat am Volk vorwirft? Sieht so die Rettung der Welt aus? Wo bleiben die wirklich konstruktiven Vorschläge und Initiativen der ach so besorgten Bürger?

    Durch ihr „wir schaffen das“ hatte ich zum ersten Mal so was wie Respekt und Anerkennung für die Kanzlerin übrig. Weil sie ohne mit der Wimper zu zucken ihre politische Karriere riskiert hat, um eben jene Menschen nicht vor unseren Grenzen krepieren zu lassen und sie die enorme Herausforderung angenommen hat anstatt ihr übliches Teflonspiel des Aussitzens zu treiben. Und nie hat jemand behauptet, dass es eine leichte Herausforderung wäre. Und sind wir doch mal ehrlich: Wer von all den Hetzern ist denn WIRKLICH so arm, dass er befürchten muss durch die Flüchtlinge plötzlich weniger vom deutschen Wohlstandskuchen abzubekommen? Ist bisher WIRKLICH jemand deshalb ärmer geworden? Ist WIRKLICH jemand deshalb aus seiner Wohnung geflogen? Ist WIRKLICH jemand von einem bösen Asylanten aufgegessen worden? Und damit meine ich nicht denjenigen, der einen kennt, dessen Großcousine einen Nachbarn hat blabla.
    Und Nein! Ich möchte nicht „so was“ wie in Köln gutheißen und bin sehr wohl für Sicherheit und Ordnung und eine härtere Bestrafung bei Gewaltdelikten jeglicher Couleur. Übrigens war ich schon bekennender Feminist als der Großteil der jetzigen „Frauenrechtler“ noch fröhlich Tittensprüche gemacht haben.
    Was sich für Deutschland in erster Linie durch den Flüchtlingsstrom geändert hat, ist die Tatsache, dass wir zum ersten Mal eins zu eins mitbekommen, was in den armen Ländern dieser Welt absolut üblich ist: Wir nehmen Flüchtlinge im großen Maßstab auf und beweisen dadurch Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und sind bereit wenigstens einen kleinen Teil der Zeche zu zahlen, die die westliche Welt mit ihrer Außen- und Wirtschaftspolitik arrogant hat anschreiben lassen.
    Damit sage ich ausdrücklich nicht, dass ruhig jeder hier her kommen soll und machen kann was er will. Natürlich fordere ich Integrationswille und Verfassungstreue ein – aber auch und vor allem von meinen eigenen Landsleuten! Schließlich hätten die schon seit ihrer Geburt die Chance gehabt humanistische Werte zu lernen. Und nicht selten profitieren sie schon viel länger als die Flüchtlinge von unserem Sozialstaat…

    Klar muss sich auch „der Islam“ bewegen, möglicherweise eine Reformation durchlaufen, um unseren Lebensstil und die Regeln unseres Zusammenlebens bedingungslos in unserem Land zu akzeptieren. Aber sowas passiert doch nicht indem man alle Flüchtlinge nach Möglichkeit in Ghettos sperrt und die Türen zur gesellschaftlichen Teilhabe tunlichst geschlossen hält. Ein Blick in die Pariser Vororte sollte eigentlich ausreichen um zu erkennen wohin das dann führt. Und ja – dann werden all die Hetzer recht behalten.
    Natürlich ist es verlogen, die radikalen Formen des Islam zu tadeln und zu bekämpfen, während man gleichzeitig z.B. mit den Saudis fröhlich Geschäfte macht ohne irgend eine Form des politischen Drucks aufzubauen. Ist ja nicht so, dass es nicht saudisches Geld wäre, welches weltweit Hassprediger mit extremsten Auslegungen des Islam finanziert.
    Unabhängig von der moralischen Verpflichtung Menschen in Not zu helfen, verstehe ich einfach nicht, warum die große Chance dieser Flüchtlingswelle nicht erkannt wird. Noch vor wenigen Monaten war die größte Gefahr für unser christliches Abendland das Fortpflanzungsverhalten der Deutschen. In 30 Jahren ist unser Sozialstaat und unser Rentensystem am Ende. Deutschland überaltert. 2060 wird jeder dritte Deutsche über 65 Jahre alt sein. Jeder Zweite ist dann mindestens 51. Aktuell haben wir 49 Millionen Erwerbstätige im Alter zwischen 20 und 64. Im Jahr 2060 werden es nach aktueller Entwicklung nur noch 34 Millionen sein. Diese 34 Millionen müssen dann nicht nur unsere Rente zahlen, sie müssen auch unser gesamtes Gemeinwesen am Laufen halten, dafür sorgen, dass wir satt sind und es warm haben und uns im Zweifel auch den Hintern abwischen und uns das Erbrochene aus dem Gesicht waschen. Außerdem müssen sie natürlich weiterhin innovativ und produktiv sein, damit die Wirtschaftsmacht Deutschland auf dem Parkett des internationalen Markts nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwindet und sich unsere Kinder und Enkel den Luxus der Altenbetreuung überhaupt leisten können, bei immer mehr zu stopfenden Greisenmäulern.
    Wer glaubt, er könne dem Dilemma 2060 durch früheres Versterben entgehen muss leider enttäuscht werden: Schon 2035 werden wir fast 8 Millionen Menschen weniger im Erwerbsalter haben. Ich möchte an dieser Stelle daran erinnern, dass wir schon heute – also mit 8 Millionen Erwerbstätigen mehr – über knappe Rentenkassen und ein späteres Renteneintrittsalter diskutieren müssen und man ohne private Vorsorge real von Altersarmut bedroht ist.
    Und genau jetzt hat ein weltweiter Exodus begonnen, der ohne jedes Anwerben den wichtigsten Zukunftsrohstoff überhaupt zu hunderttausenden in unser Land schwemmt: Menschen im erwerbs- und zeugungsfähigen Alter.
    Natürlich bin ich kein Depp und ich weiß genau, dass wir es hier nicht mit einer Schwemme an Fachkräften zu tun haben (wobei es unter den Flüchtenden sehr wohl auch Fachkräfte gibt. Ich habe schon so einige im Lager getroffen.) und es riesige kulturelle Unterschiede gibt (die sich übrigens auch immer mehr in unserem eigenen Volk kristallisieren). Deshalb schrieb ich auch ROHstoff.
    Jetzt können wir folgendes tun: Entweder wir kasernieren und isolieren die Neuankömmlinge, zeigen ihnen die kalte Schulter, fördern die Ghettobildung und versuchen sie schnell wieder abzuschieben und weg zu jagen, oder aber wir fangen an in etwas größeren zeitlichen Dimensionen zu denken.

    Fast jeder von uns hatte doch in der Grundschule irgend ein asiatisches Kind sitzen – oder? Diese Kinder waren die ersten in Deutschland geborenen Nachkommen der mit offenen Armen importierten asiatischen Krankenschwestern im großen Pflegenotstand der 60er und 70er Jahre. Enorm viele dieser Kinder sind heute staatstragende DEUTSCHE: Politiker, Richter und Anwälte, Pfleger, Ingenieure, Geschäftsleute, Lehrer und Professoren und auch einige meiner ärztlichen Kollegen gehören dazu.
    Das war funktionierende Integration durch frühe Förderung und Bildung. Investition in die Zukunft. Und genau diesen Schritt jetzt zu wiederholen wäre doch eine riesen Chance um diesen Rohstoff – die Kinder der jetzigen Zuwanderer – zu nutzen. Wenn wir uns das leisten wollen. Oder geht es am Ende etwa doch nur um Neid und eine reine Blutlinie?
    Für den Neid möchte ich dann nochmal an den erquicklichen Sachverhalt erinnern, dass 62 Personen so viel besitzen wie die Hälfte der Erdbevölkerung. Ich warte noch immer auf den Aufschrei der Empörung und den Futterneid diesbezüglich, den man ja regelhaft gegen die ärmsten der Armen kultiviert.

    Vielleicht noch ein kleiner „Gimmick“ zum Abschluss:
    Letzte Nacht hatten wir unter vielen, vielen anderen Einzelschicksalen eine junge Schwangere im Lager, die keine Kindsbewegungen mehr gespürt hat. Sie sorgte sich, dass durch das lange Treiben im Mittelmeer – nachdem der Schleuserkutter gekentert war – nun auch ihr letztes Kind gestorben sei. Ihre zwei anderen Kinder sind bereits auf der Flucht im Meer ertrunken weil sie keine Kraft mehr hatte….So eine Sozialschmarotzerin aber auch!

    Menschen leiden und sterben. Jetzt. Und wir können das verhindern. Wir schaffen das ;)

    P.S.: Ich habe nirgendwo das Wort „Nazi“ benutzt. Wer sich trotzdem als ein solcher hingestellt fühlen möchte – bitte sehr: Du Nazi!

  • Lili

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    Es ist ein Bericht von Raphaele Lindemann – einen Arzt

  • ruskyhuskykapusky

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    Video läßt sich bei mir nicht abspielen. unter firefox mit request policy sieht man einen Verhau an Cross site references, dazu dann die Message im Player-fenster läßt mich nur noch zweifeln.. html5 im Flash Container ? wtf ? .. mal neugier-halber mit nem anderem Browser direkt auf ok.ru gegangen. ohne noscript etc, nur adblocker, spielt 5 sek. ab , hängt dann und leitet einen auf Hauptseite ok.ru zurück.. na Danke. sorry, würd s mir ja gern anschauen, aber dann vielleicht doch einfach youtube ?

  • Stefan Aigner

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    Hab es auf Youtube nicht gefunden. Ich suche morgen mal nach ner Lösung.

  • johncongleton

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    mein senf : das was gerade über die geflüchteten gesagt wird haben wir deutschen vor 10-20 jahren noch über die russlandeutschen behauptet: russenlandeutsche sind wodkasaufende psychopathen die dich aus dem geringsten anlass totschlagen wohlen. kein witz, keiner wollte mit ihnen zu tun haben aus meinem bekannten kreis, jetzt nachdem wir gelernt haben dass das nicht so ist machen, russlanddeutsche(u.deutsche) genau das mit den neuen imigranten was ihnen selbst passiert ist , Ausschluss aus der deutschen Gesellschaft. aus Angst fragt mal eure deutschen freunde und arbeitskollegen. ps man verzeihe meine grammatikalischen und rechtschreibtechnischen defezite

  • joey

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    Das Problem kann nicht in Regensburg gelöst werden und auch nicht hier im Forum. Aber es hat noch nie geschadet, etwas zu diskutieren. Dank an Stefan Aigner, daß er das Faßl hier nochmal aufmacht, Dank aber auch an OB Wolbergs, daß er sich den Bürgern stellt.

    Die Leute, die Regensburg nehmen muß, müssen irgendwo hin. Dieses Problem muß Regensburg lösen.

  • Hans Dampf

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    Originalquelle https://m.facebook.com/raphaele.lindemann/posts/1129635500380936

    https://www.unimedizin-mainz.de/anaesthesiologie/patienten/mitarbeiter/oberaerzte.html

    Absoluten Respekt fuer den Herrn. Vielleicht fuehren derartige Berichte auch ein wenig zum Nachdenken Derjenigen die sich im vorherigen Thread so Halbstarkenmaessig verhalten haben.
    Die Welt ist nicht nur Schwarz und Weiss und das gilt fuer alle. Ja wir brauchen Regeln aber ja auch jeder hat sich an sie zu halten.
    „Der“ Fluechtling, „der“ Fussballboss,“die“ Rentnerin,“der“ BILD-leser, „der“ Deutsche, „der“ Russlanddeutsche, „die“ Aussenminister und auch die ganzen Aufrechten die auch Gewalt als probates Mittel einsetzen wuerden.

    Das Problem sind nicht die Fluechtlinge sondern ein immer mehr schwindendes Vertauen in alle Institution unserer demokratischen Gesellschaft. Teils auch berechtigt. Aber JEDER ist dazu angehalten darueber nachzudenken in welcher Welt er leben moechte. Und auch danach zu handeln.

    Verstoss gegen Regeln gehoert geahndet und das betrifft oben genannte Personengruppen wie auch jeder anderen Herkunft Kultur und Alter. Ja auch Alter! (Kleiner Verweis nach Berlin… 30 Stunden und so).

    Und ja es gilt hier immer noch das Grundgesetz http://dejure.org/gesetze/GG/1.html

    Also vielleicht mal kurz durchschnaufen,das Messer zwischen den Zaehnen wegpacken, Hirn einschalten und demokratisch-kultiviert handeln.

    Schoenes Wochenende

  • bürni

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    Man kann bei der Diskussion sehen, dass einige Menschen, die früher in ein Ghetto gesperrt und aufgrund ihrer Herkunft diskriminiert wurden, nun das Gleiche gegenüber anderen versuchen und ihnen mit derselben Ablehnung begegnen, mit denen ihnen begegnet wurde. Leider ein Fehler, der nicht rückgängig gemacht werden kann, allerdings haben wir/die Stadt Regensburg noch die Chance etwas daraus zu lernen und es in Zukunft anders zu machen. Ansonsten werden die Geflüchteten von heute die „Russlanddeutschen“ von morgen…..:(

  • Nazienkel

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    …überall das gleiche Spiel. Sich unterprivilegiert fühlende, denen es gut geht, hetzen gegen die Aufnahme von Flüchtlingen. Da wird jeder Anlaß genommen und alles geglaubt, um die eigene Hetze und den Hass zu rechtfertigen.

  • Jackermeier Karl

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    Ich finde schon, dass es hinsichtlich der Gefahren die von einem Bereich, in dem sich ausschließlich Zuwanderungswillige, bzw. Asylbegehrer aufhalten, einen großen Unterschied ausmacht, ob es sich um vollständige Familien oder junge Männer handelt. Spätestens seit den massenhaften Gewaltausbrüchen, insbesondere gegen Frauen, in Köln, Hamburg, Stuttgart usw. ist das jedem, dessen Wahrnehmung nicht durch eine rosarote Brille getrübt wird, klar.

  • Mr. T

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    Das mit den vollständigen Familien wird halt etwas schwierig wenn deren Nachzug jetzt erschwert wird. Aber auch von alleinstehenden jungen Männern geht nicht unbedingt mehr Gefahr aus. Gegen Straftaten muss man vorgehen, egal ob sie von alleinstehenden jungen Männern aus dem Maghreb, rothaarigen Frauen über 50 aus der Levante oder christlichen Oberhäuptern neunköpfiger Familien aus Niederbayern verübt werden.

  • Toribio

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    @ Lili am 29. Januar 2016, um 22:01 | #
    Hätten Sie die letzten beiden Absätze lieber nicht geschrieben.
    So kann man auch nach viel Bemühen wirkliche Sachverhalte zu erklären und offenzulegen, schnell viel Positives bzw. alles wieder in ein negatives Licht puschen und seine wahre Gesinnung outen.
    Könnte es sein, dass auch Sie außer markigen Worten in Ihrem sehr pressverdächtigen Jargon und medialer Berichterstattung im Umgang mit Verbalinjurien gegenüber Andersdenken nicht sehr viel dazugelernt haben und auch nur so gestrickt sind, wie der normale Mensch aus dem Volk?
    Ihr übriger Bericht hätte mich eigentlich mehr Niveau vermuten lassen.

  • falsche Angst

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    Die „fremden Mentalitäten“, die anderen Kulturen – die allermeisten Menschen egal woher sie kommen sind meistens friedlich und keine Straftäter. Wer vor ihnen generell Angst hat, sich bedroht fühlt und gegen sie hetzt, macht mobil und bereitet Gewalt vor. Wer Unschuldige verleumdet und gegen sie aufrüstet ist selbst der Täter. Abscheulich. Hört auf damit! Euere eigene überzogene Angst ist die Quelle der Gewaltbereitschaft.

  • joey

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    @falsche angst
    es muß gar nicht strafbar sein und ist trotzdem ein Problem…:
    Typischer Fall Selbstverständnis / Rolle der Frau mit Beispiel Auto. Es wäre rechtlich unzulässig, wenn ein Mann seiner Frau den PKW Führerschein verwehrt, jedoch ist es möglich, daß die Frau „freiwillig“ keinen will, in Wirkung aus dem sozialen Umfeld einer (Groß-) Familie oder der religiös oder ethnischen Community. Der Mann fährt mit dem Auto in die Arbeit, die Frau mit dem Rad. Die Frau verzichtet auf eine gewisse Mobilität. Bitte jetzt keine ÖPNV Ablenkungsdiskussion, es geht beispielhaft um das Rollenverständnis und seine Auswirkungen in einer Gesellschaft.

    Der geschlechtsspezifische Ausgleich ist ja auch in mitteleuropäischer Kultur noch nicht abgeschlossen – und wird es wohl auch nie. Aber ein Gewicht auf der falschen Seite der Waage ist nicht hilfreich bei der Weiterentwicklung unserer mitteleuropäischen Gesellschaft.

  • Tobias

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    Gewisse Fragen sollten auch einem Arzt in den Sinn kommen:
    Wenn Kinder mit nassen Klamotten oder Frauen mit verbrannten Beinen oder Leute mit kaputten Füßen hier ankommen – warum unternimmt man dann die Abenteuerreise nach Deutschland? Wenn ich dermaßen ausgelaugt bin bleibe ich in einem der vorangegangen sicheren Ländern. Geht es dabei um Sicherheit oder „Germoney“?

    Die benannten „moralische Verpflichtung zu Helfen“ gab es in den letzten sechs Dekaden auch. Und immer noch. In Berlin fahren einzelne Busse herum, die obdachlosen ihre Erfrierungen und Infektionen behandeln – Freiwillig und ohne Medienrummel. Aber die Obdachlosen und Hilfsbedürftigen haben halt keine Lobby hinter sich wie die Asyllobby.

    „Was sich für Deutschland in erster Linie durch den Flüchtlingsstrom geändert hat, ist die Tatsache, dass wir zum ersten Mal eins zu eins mitbekommen, was in den armen Ländern dieser Welt absolut üblich ist: Wir nehmen Flüchtlinge im großen Maßstab auf und beweisen dadurch Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und sind bereit wenigstens einen kleinen Teil der Zeche zu zahlen, die die westliche Welt mit ihrer Außen- und Wirtschaftspolitik arrogant hat anschreiben lassen.“

    Dass es in einer globalisierten Welt immer Verlierer gibt ist nicht zu ändern. Überprüfen Sie mal die Kleidung in ihrem Schrank: Woher kommt das Material, die Baumwolle? Wer näht das? Die Milch, die Sie kaufen, dafür müssen Bauern auf dem Zahnfleisch laufen. Und ist immer noch zu teuer. Häufig höre ich auch, etwa die Kolonialisierung sei für Armut Verantwortlich. Das ist ebenso Unsinn. Da hat „der Weiße“ Strukturen in diese Länder gebracht, die sie selber in 1000 Jahren nicht erreicht hätten. Seit Erlangen der Unabhängigkeit wickelt sich das wieder rückwärts ab. Man kann nicht immer „den Westen“ für alles Verantwortlich machen. Vieles liegt an einer kruden Religion, in dessen Namen getötet und Clanfeden ausgeführt werden. Was habe ich damit zu tun?

    Das lässt sich ewig so weiterspinnen.
    Für einen Bericht eines Akademikers ist der Text, anders als angegeben, zu oberflächlich, zu tendenziös. Die „Ungefilterten“ Eindrücke werden am Ende mit „Vielleicht“, „Bestimmt“ und ähnlichen Wörtern beendet. Es wird vor allem viel ausgelassen, weil das Ankratzen dieser – nachvollziehbarer Weise – besser nicht erwähnten Themen diesem extrem subjektivem Essay doch einen faden und eventuell sogar ironischem Beigeschmack gegeben hätte..

  • Tobias

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    Ach ja, total vergessen in diesem Kontext:
    Die Russlanddeutschen haben sich aber vergleichsweise gut integriert. Nicht perfekt und ab und zu sind starke Spuren einer Verweigerungshaltung zu sehen, was ich häufig im Kontakt meiner Kunden sehe. Da liest man russische Medien und tut sich mit den lateinischen Buchstaben schwer, obwohl diese ja in den ganzen Jahren ins Blut übergangen sein sollte.

    Hält man nun aber die Einwanderer- und Gastarbeiterfamilien aus dem arabischen Raum dagegen fällt einem auf, dass die „Russen“ weniger eine gefestigte Parallelgesellschaft aufgebaut haben. Ich war 2015 im Ostenviertel unterwegs und dort gab es ein „Fest zur Migration“. Vollverschleierte Frauen, nur türkisch und arabisch zu hören und selbst der Ansager mit Mikrofon/Megaphon sprach kein Deutsch. Das einzige „Deutsche“ war das Plakat, dass es dabei um ein „Integrationsfest“ handelt.

    Subjektiv empfinde ich das so, dass die „Russen“ ihre Kultur beibehalten aber auf einen „Deutschen“ Modus umschalten können. Hybrid. Auch, wie gesagt, auf Arbeit. Viele Muslime allerdings treffen sich ausschließlich mit Ihresgleichen. Ist ja klar, ihre Religion verbietet ja den Umgang mit Ungläubigen. Kleines Beispiel, um das etwas genauer zu beleuchten, da das Thema recht heikel ist: Die Dame (konnte es nur an ihrer Stimme erkennen) in meinem Geschäft – mit Vollschleier – frage mich etwas, und ich habe ihr in die Augen geschaut, wie es sich gehört. Sie hat sich darauf abgewendet, weil ich das auch nicht darf. Wo ist das Integration? Ich kann dafür JEDEM Russen in die Augen schauen.

    Das finden jetzt bestimmt wieder viele als gefundenes Fressen um mir wieder alle möglichen Tendenzen anzuhängen, aber das muss und tu ich aushalten. Ist mir auch Wurscht. Wenn der Eingangkommentar sogar nicht auf das „Nazi“ (*gähn*) verzichten sei mir meine Subjektivität und Abneigung gegen den Islam erlaubt. „Fremdenfeindlich“ ist das nicht, da Asiaten und Amerikaner auch „fremd“ sind. Und „Islamophobie“ ist das auch nicht, da es keine unbegründete Angst ist („Phobie“). Ein Blick in die Islamstaaten sollte einem die Augen öffnen. Und nein, das ist nicht des Westens Schuld.

    Schönen Abend.

  • falsche Angst

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    @Tobias
    Sie sollten sich mal eine Polt-Auftritt ansehen, der kann das Kabarett des dumm-häßlichen Deutschen noch einen Tick besser. Spricht Ihnen bestimmt aus der Seele.

  • Paul

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    Liebe Lili,
    eine wirklich sehr anrührende Schilderung – nur eben leider höchst subjektiv und mit immensen Scheuklappen verfasst. Man könnte auch sagen: Die von Ihnen geschilderten Szenen entsprechen nicht der Wahrheit.

    Ein Beispiel? Gerne – Sie schreiben:

    „Ich sehe pro Schicht etwa 300-500 Flüchtlinge. Mindestens 40% davon sind KINDER!“

    Tatsächlich? Wieso nur besagen dann die Zahlen des bafm* etwas ganz anderes? Wie jeder des Lesens Kundige dort nachlesen kann, betrug der Anteil der Kinder UND Jugendlichen bei den Asylerstantragsstellern im Jahr 2015 nicht „mindestens 40“, sondern 26,5 Prozent (der Anteil der Kinder OHNE Jugendliche dürfte sogar noch weit darunter liegen, also bei schätzungsweise 10-15 Prozent). 10-15 sind aber nicht gleich >40…!

    Mit Ihren definitiv falschen, auf die Tränendrüse drückenden Behauptungen, liebe Lili, spielen Sie den Radikalen wunderbar in die Hände. Den wirklich hilfsbedürftigen Flüchtlingen schaden Sie damit auch. Wollen Sie das wirklich? Oder sind Sie womöglich gar kein Arzt, sondern nur eine begabte Märchenerzählerin?

    (*Quelle: https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Downloads/Infothek/Statistik/Asyl/statistik-anlage-teil-4-aktuelle-zahlen-zu-asyl.pdf?__blob=publicationFile)

  • CarlSagan

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    @Tobias
    Was willst du denn mit deinem Beitrag genau aussagen?
    Dass muslimische Menschen, die wegen Krieg, Folter und Zerstörung zur Flucht aus ihrem Land gezwungen wurden, weniger schutzbedürftig wären, als all die Wirtschaftsflüchtlinge aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, die seit Anfang der Neunziger nach Deutschland strömten?
    Wenn jemand Gefahr läuft im Krieg zu sterben, gefoltert zu werden oder im Mittelmeer zu ertrinken, dann hat es einem gefälligst einen feuchten Kehricht zu interessieren, ob die Person nun muslimisch, katholisch oder russisch-orthodox ist!
    Es spielt dabei erstmal überhaupt keine Rolle, wie gut sich diese Leute in die deutsche Gesellschaft integrieren lassen, wenn man sie nicht vor irgendwelchen Stacheldrahtzäunen verrecken lassen oder so wie Frauke Petry gleich erschießen will!

  • Ziander

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    Zitat: „Und genau jetzt hat ein weltweiter Exodus begonnen,der ohne jegliches anwerben den wichtigsten Zukunftsrohstoff überhaupt zu hunderttausesnden in unser Land schwemmt:Menschen in Erwerbs und zeugungsfähigen Alter“

    Der Essay tarnt sich vordergründig als moralistisches Plädoyer für Humanität..aber die zitierte Textzeile entarnt den vermeintlichen Gutmenschen als perfides Kalkülsubjekt:Er definiert Menschen als „Rohstoff“,als verwertbare Ressource die UNS nützen soll.
    Zwar wird eingeschränkt das nicht alles Fachkräfte sind…aber damit indirekt betont das man sie auch für billige Drecksarbeiten gebrauchen kann ,wenn es denn keine sind.
    Es wird von einen weltweiten Exodus geschwafelt(bisher wurde doch immer betont das es nur um Kriegsflüchtlkinge ginge),“ohne jedes Anwerben“(was war den der Beschluss Merkels zur Öffnung der Grenzen anders) und mit keinen einzigen Wort geht der ganze Text auf die völkerrechtswidrigen Kriege des Westens,speziell der USA gegen Afghanistan,Irak,Libyen usw, ein..die das ganze Inferno überhaupt entfacht haben.Von Kapitalismuskritik ganz zu schweigen.
    Statt dessen wird ein peinliches Hohelied auf die Kanzlerin angestimmt..auf die gleiche Person die als Oppositionsführerin mit in den Irakkrieg gezogen wäre,die eine eisenharte Austeritätspolitik z.b. gegen Griechenland fährt was dort zu Massenarmut führt usw.Das zeigt auf das es im Text nur darum geht mit möglichst viel Moralsoße das gemeine Volk (das ja zu allererrst sowohl auf den Arbeits wie auf den Wohnungsmarkt zwangsl,äufig mit den Migranten konkurrieren muß u. die kulturellen Verwerfungen ertragen soll) in den Dienst der nationalen Aufgabe zu pressen.Den das WIR SCHAFFEN DAS gilt natürlich nur für den Arbeiter und Steuerzahler d. h.die Verluste werden wieder einmal sozialisiert während die Gewinne privatisiert werden.Für die Herrschenden bietet die Migration folgende Vorteile:
    a)sie können eine neue Reservearmee an Billigarbeitskräften aufbauen
    b)sie können dadurch den Konkurrenzkampf unter der arbeitenden Bevölkerung anstacheln..die schon aufgrund der sprachlichen u.kulturellen Differenzen sich nicht mehr einheitlich wehren können
    c)sie können unter den Verweis ihrer angeblichen Humanität ihre Militärmaschine weiter aufrüsten und neue Interventionen starten
    d) die innere Überwachung verstärken im Zuge des Kampfes gegen den Terror..da man ja den Moslem faktisch zu sich nach Hause gebracht hat(Das dürfte in den nächsten Jahren ein Evergreen werden )
    e)im speziellen Falle Syriens versucht man dieses Land gezielt auszubluten um einen Regime Change zu erzwingen..deshalb auch die Sonderbehandlung der Syrer und der Selektionsprozeß unter den Migranten
    Übrigens ist es zutiefst egoistisch und widerlich einen Flüchtlingsstrom als EIGENE Chance wahrzunehmen..das klingt so als ob es erfreulich sei das Krieg und Elend sich verbeiten weil WIR so unser Potential aufstocken können….genau diese Intention enthält der scheinheilige Artikel.Die Länder die durch diesen Brain Drain auch viele intellktuelle Potenzen verlieren werden umsomehr zu „Failed States“.
    Das ganze wird abgerundet,wenn man sich die Kooperation Merkels mit Erdogan,den türkischen Sultan zu Gemüte führt:Der soll zukünftig weitere Massen am Zuzug hindern und die Drecksarbeit für die Gutmenschen übernehmen.
    Eine Flüchtlingspolitik die sich nicht mit der sozialen Frage(und auch den Sorgen der Einheimischen) befasst,die nicht die imperialistischen Kriege im Focus hat muß zwangsläufig zu einer Apologetik des Merkelschen Pseudomoralismus verkommen,wie es dieser Artikel beweist.

  • Mr. T

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    Wer hat Euch rechtem Pack eigentlich in den hohlen Kopf gepflanzt, dass unsere Kanzlerette „die Grenzen geöffnet“ hat? Unsere Grenzen sind seit langer Zeit offen. Vielleicht habt Ihr Euren Arsch schon lange nicht mehr aus Eurem Gau herausgebracht und beim letzten Italien-Urlaub mit den Eltern habt Ihr noch Grenzkontrollen in Kiefersfelden gesehen. Kann ja sein, aber die Realität ist, dass man sich bis vor kurzem grenzenlos in Europa bewegen konnte. Das einzige was Merkel gemacht hat, ist, dass sie etwas nicht gemacht hat. Und zwar gegen das Recht auf Asyl und die Menschenrechte zu verstoßen und die Grenzen zu schließen damit die Zuflucht Suchenden irgendwo verrecken oder ersaufen aber eben nicht in Deutschland auftauchen. Und dafür schätze ich sie mittlerweile.
    Klar müsste man schon lange die Gründe für die Flucht bekämpfen, aber dafür ist es aktuell für die bedrohten Menschen zu spät. Auch klar, dass man diese Menschen viel besser verteilen müsste in Europa und wesentlich mehr Druck auf unsere Nachbarn ausüben müsste. Vielleicht wäre bis dahin ein Verteilungsschlüssel sinnvoll, der sich danach richtet, woher die Waffen kommen, mit denen die Menschen aus ihrer Heimat vertrieben werden …

  • joey

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    @Mr.T
    „Pack“ sehe ich hier nicht, die Beschimpfung falle auf Sie zurück. Ich hoffe, daß man hier auch nicht wieder in hysterische Dimensionen abgleitet wie beim Artikel über die „Lisa“Demo.

    Es ist schön, wenn wir die Asylpolitik diskutieren, allerdings wird das ziemlich lang. In anderen „Zeitungsforen“ kommen da locker mal 300-999 Beiträge zusammen – bin gespannt, wie lange die Freischaltung hier durchhält.

    Ich hätte da eine Frage zu Regensburg: wie stellt sich eigentlich die Statistik hier dar? Wie viele Asylbewerber sind hier im Vergleich zur Gesamtbevölkerung, wie verteilen sich Altersgruppen, Geschlecht, Religionen… Kriegt man (Medien) da offizielle Zahlen?

    Dann wüßten wir, von was wir eigentlich reden. Denn jeder von uns hat ein persönliches Erfahrungsfeld, das auch richtig sein kann, oder auch nicht.

  • heinz

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    Ich finde es schwer erträglich, wenn Kommentatoren über Dinge spekulieren und andere Mitbürger der Lüge bezichtigen, die man mit einfachsten Mitteln im Web selbst verifizieren kann. Dies gilt z.B. bezüglich des Beitrags von „Lili“, bei dem es sich um einen Arzt aus Mainz handelt – https://www.facebook.com/raphaele.lindemann – der seit ein paar Wochen im Erstaufnahmelager in Erding tätig ist. Aus welcher Schublade nimmt sich hier ein Kommentator das Recht und die Gewissheit, dessen Angaben und Erfahrungen als Lüge zu bezeichnen ? Für mich sind es gerade diese selbstherrlichen Kommentatoren, die mit ihrer Hysterie und Selbstdarstellungsbedürfnis scheinbar kein anderes Lebensziel mehr haben, als ihrer Untergangssehnsucht zu frönen…

  • Russe-Migrant-Aussiedler-mir_doch_egal: REGENSBURGER !!!!!

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    In Köln waren alle mit verbrannten Beinen und Säuglinge ? Ach ne, es waren die Ehememänner von Frauen mit verbrannten Beinen und die Vätter von Säuglingen , die nur feiern wolten .. oder waren es doch Menschen von dieser Sorte:

    (Achtung! Putins Propaganda , da es auf Russisch was deschrieben steht ! der Fall aus Schweden ):

  • Russe-Migrant-Aussiedler-mir_doch_egal: REGENSBURGER !!!!!

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    Kommentar gelöscht. Wir sind hier nicht im Kindergarten.
    Das gilt auch für @Bert.
    Es gibt sicher auch Youtube-Videos über Links spammende Trolle.
    Künftig werden wir solche Kommentare ohne Anmerkung löschen.

  • falsche Angst

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    Der dumm-häßliche Deutsche ist aggressiv, pöbelt herum, am liebsten gegen Schwache und ganz Bevölkerungsgruppen. Er hat Angst um seinen Gartenzaun und er genießt es, seinen Rachegefühlen mal freien Lauf lassen zu können. Das baut ihn auf, das macht in größer. Der dumm-häßliche Deutsche sieht in Fremden nur eine Bedrohung, keine Bereichung, keine Möglichkeit etwas zu erfahren oder zu lernen. Er versprüht sein Gift gerne mit der Gießkanne gegen DIE und DIE oder DIE. Den dumm-häßlichen Menschen gibt es auf der ganzen Welt: die eine Dumm-Gruppe fühlt sich als etwas besseres als die andere. Wenn er Angst hat, ist er zu allem in Lage, er beißt, schlägt um sich, er schießt, er baut Lager. Er erregt sich an irgenwelchen Ereignissen und schüttet dann seine Empörung über alles was ihm nicht gefällt.

    Typisch ist immer die Erregung an irgendwelchen Berichten über Gewalt, Frauen, Kinder. Sein Beschützerinstinkt wird wach. Er kommt in Fahrt. Jetzt fühlt er sich groß und hat keine Angst mehr. Jetzt ist er mal am Drücker. Dann zieht er los und pöbelt gegen jeden, der dem Täter irgendwie ähnlich ist. Ob seine Opfer unschuldig sind oder nicht ist ihm egal. Sie sind dem Täter ähnlich, das reicht. Unschuldsvermutung oder das Prinzip der individuellen Schuld existieren für ihn nicht. Er ist aggressiv gegen alles ÄHNLICHE. War’s ein Mann, geht’s gegen die Männer, waren es Muslime, geht’s gegen die Moslems, war es ein Gerücht, egal, geht’s gegen die Araber, war’s ein Rothaariger … Wer dem Täter irgendwie ähnlich ist, ist schuld.

    Das ganze erinnert auch an den Kreuzzug der Katholiken gegen die Albigenser im Jahr 1209. Die Stadt Beziers wurde eingeäschert und erobert. Auf die Frage der Kreuzritter, wie sie denn nun die Schuldigen erkennen sollen, antwortet der päpstliche Gesandte: „Tötet sie alle! Gott wird die Seinen schon erkennen.“ Die gesamte Bevölkerung, 20.000 Menschen wurden massakriert.

  • joey

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    @falscheAngst
    beim Albigenserkreuzzug waren wahrscheinlich recht wenige Deutsche dabei. Nehmen Sie mal einen anderen Kreuzzug oder lassen Sie das Mittelalter lieber. Was war das Thema hier…?

  • Russe-Migrant-Aussiedler-mir_doch_egal: REGENSBURGER !!!!!

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    Leider sind wir schon lange nicht im Kindergarten hier.
    Das mit Links posten höre ich auf , es bring ja sowieso nix.
    Propaganda gib’s von allen Seiten ! Dieses Foto mit totem Flüchtlingsjungen ist auch Propaganda, da es schliesslich viele Berichte gab wo es gezeigt wurde wie IS auch Kinder und Frauen hinrichtet , aber nur das Foto erschüttert die Herzen von Befölkerung , und zwar in dem Moment wo die Menschen sich langsam Gedanken machen über Flüchtlingsstrom.. und Hoppala: jedem wird das Foto in Kopf reigepresst, und jeder schämmt sich für seine „Unmenschliche“ Gedanken .. Jetz ist wieder soweit – die Menschen machen sich wieder Gedanken und Hoppala- der „Artz“ soll sein Brief schreiben und unendlichen Leid von Schutzsuchenden beschreiben ..

    Ich verstehe , dass diese Webseit zu Antifa und Co. gehört , die für „Bleiberecht für Alle“ stehen . Meine Frage an Euch : wie lange werdet ihr in der Ländern überleben , aus welchen wir jetzt „Kulturrelle Bereicherung“ aller Art bekommen ?!
    Würdet ihr auch dort ihren Glauben nachgehen können und ihre Demokratische Werte ausleben ?
    Werdet ihr von Regime verfolgt oder einfach von euren Nachbarn dort gelyncht? .. Es ist schliesslisch nicht die Regierung die dort Frauen steinigt … Und werden sich diese Menschen ändern nur weil die übers Mittelmeer geschaft haben ?

    Der Fall “ Lisa“ .. Da sehe ich gewisse Parallelen zu anderem Fall der hier in Regensburg passierte:
    eine Frau wurde von 3 Männer vergewaltigt und nackt beim Alex Center ausgesetzt.Die Frau hat einige Tage im Krankenhaus verbracht und laut der Berichte von Wochenblatt hat Polizei sich überhaupt keine Bedenken über Glaubwürdigkeit Ihrer Aussagen gemacht . Es gab doch eine Ärtztliche Untersuchung die die Aussagen bestätigte !!!!!
    Die Bevölkerung war „beunruhigt“ und erwartete von Polizei endlich Erfolge, aber dann “ beruhigende Nachricht“ – sie hat es alles nur ausgedacht.. Es gab KEINE ENTFÜHRUNG und KEINE VERGEWALTIGUNG ..Und Hoppalla: es geht uns allen schon viel besser und wir traeun uns wieder nachts auf die Strasse.
    Die Frage ist – wie konnte die Frau mit solchen kranken Fantasien die Ärtzte und Polizisten , Wochen- oder Monatelang „um die Nase führen“ , und WARUM überhaupt ?? …

  • falsche Angst

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    @joey
    „Den dumm-häßlichen Menschen gibt es auf der ganzen Welt“. Und um den geht es hier: um Verleumdung und Verunglimpfung von Unschuldigen, um pauschale Verdächtigung, um Vorverurteilung, um Aburteilung nach ÄHNLICHKEIT, kurz um Dummheit und primitive Aggression.

  • Lothgaßler

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    @Aigner
    Musste diese Schlagzeile wirklich sein? Wenn in der Gegend viele Deutsche mit russischer Vergangenheit sich angesiedelt haben, dann ist deren Anwesenheit bei Informations- und Diskussionsrunden doch normal. Im Vergleich zur Demo war das nix, und eine pauschale Charakterisierung der „Russlanddeutschen“ (wurde der Begriff eigentlich zur Stigmatisierung erschaffen?) ist doch hoffentlich nicht beabsichtigt.
    Die betroffenen Jugendlichen zu informieren ist eine Bringschuld der Stadt. Der OB (andere natürlich auch) hat einen Informationsvorsprung, den er möglichst nicht als Herrschaftswissen gegenüber den unwissenden Bürgern instrumentalisieren sollte. Der OB (oder einer der was zu sagen hat) könnte den Jugendlichen auch das ESV-Gelände vor Ort zeigen (nicht vom Zaun aus). Eine Veranstaltung misslingt auch dann, wenn sie nicht gut vorbereitet wurde, oder wenn sie schlecht moderiert wird.

  • Stefan Aigner

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    @Russe etc.

    „Ich verstehe , dass diese Webseit zu Antifa und Co. gehört , die für „Bleiberecht für Alle“ stehen “

    Bitte unterlassen Sie doch Ihre Verschwörungstheorien. Wer soll denn das immer sein „Antifa & Co“? Ein Unternehmen? Werden Sie mal konkret. Ein Bericht über eine Demo, in der „Bleiberecht für alle“ gefordert wird, ist im Übrigen etwas anderes, als wenn der Autor des Berichts „Bleiberecht für alle“ fordert. Ebenso gut könnten Sie behaupten, wir hätten irgendeine der Parolen bei der Demo am Sonntag selbst aufgestellt, weil wir sie zitiert haben.

    Die Aussagen der Polizei zu dem angeblichen Vergewaltigungsfall im Stadtnorden haben Sie offensichtlich falsch in Erinnerung. Die Polizei gab einen Fahndunsaufruf heraus und ermittelte. Das ist in solchen Fällen normal. Erst als sich herausstellte, dass es Zweifel gibt, wurde dieser Aufruf zurückgenommen. Auch das ist normal. Aber das kann passieren, wenn man sich auf duie reißerische Berichterstattung im Wochenblatt bezieht.

    Dazu interessant ist vielleicht dieser Bericht (damals war noch unklar, ob diese Vergewaltigung stattgefunden hat oder nicht):

    http://www.regensburg-digital.de/vom-normalzustand-vergewaltigung/04082014/

    Den Fall „Lisa“ machte ausschließlich das russische Fernsehen in offensichtlicher Verhetzungsabsicht öffentlich. Staatsanwaltschaft und Polizei reagierten darauf, um zu beruhigen, aber das half nichts mehr, weil die Demonstranten dem russischen Fernsehen offensichtlich mehr Glauben schenkten, als offiziellen Stellen in Deutschland. Misstrauen ist sicher nichts schlechtes, aber dann bitte Misstrauen gegenüber allen Seiten.

    Ich empfehle das Video zu der Demo am Sonntag in Regensburg:

    „Woher wissen Sie, dass das mit der Vergewaltigung stimmt?“
    „Das haben wir in unserem Blut.“ Dann noch ein paar Sätze, die keinen Sinn ergeben, dann stürmischer Beifall….

    Wer so agiert, der will nichts wissen. Der will glauben.

  • Stefan Aigner

    |

    @Lothgassler

    Einige der Anwesenden haben, so steht es auch im Text, selbst ausdrücklich betont, dass sie Russlanddeutsche oder Aussiedler seien. Ein Großteil von Ihnen, insbesondere ein recht lautstarker Wortführer, war auch bei der Demo.

    Ebenfalls steht im Text, dass Aussiedler bzw. deren Kinder längst nicht mehr die dominante Gruppe im JUZ sind. Bei den anwesenden Erwachsenen schon und nur die wenigsten hatten etwas mit den anwesenden Kindern und Jugendlichen zu tun. Die ließ man vor lauter Empörung gar nicht zu Wort kommen. Die Diskussionsrunde hatte aber gerade das zum Ziel und war auch so angekündigt.

    Deshalb: Ja. Die Schlagzeile musste sein.

  • Russe-Migrant-Aussiedler-mir_doch_egal: REGENSBURGER !!!!!

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    Zu einem „Verschwörungstheoretiker “ kann man jedem erlären , dessen Sicht von Geschehnissen nicht zu offiziellen , oder gaar eigenem subjektiven Sicht passt.

    Warum Antufa und Co.?? Auf eurer Hauptseite sind einige Wappen(Logos) zu sehen , fangen wir bei den ersten an : VVN-BdA -Antifaschistinen und Antifaschisten ..Die fordern unter anderem „Flüchtlingen ist uneingeschränkte Aufnahme zu gewähren.“

    Dann Die Falken : vor kurzem Im August 2015 haben die Flugblättern verteillt und demonstriert mit einem Aufruff “ Bleiberecht für Alle, sonst gibt’s Krawalle“ … Alleine das hat mir gereicht um mir meine Meinung zu bilden ..

    http://linksjugendingolstadt.blogspot.de/2015/08/bleiberecht-fur-alle-sonst-gibts.html

    Ich schreibe hier keine Kommentare mehr ..da die Menschen hier lassen sich sowieso nicht von Aussagen überzeugen , aleine deswegen , dass diese von ehemaligen “ Migranten “ geschrieben werden . Egal ob in diesen Vernunft da ist oder auch nicht ..

  • dugout

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    @ Russen. Migrant……usw. :
    “ Es ist schliesslisch nicht die Regierung die dort Frauen steinigt … Und werden sich diese Menschen ändern nur weil die übers Mittelmeer geschaft haben ?“

    Wenn sie nicht am laufenden Band solchen Blödsinn schreiben würden oder auf längst geklärte Falschmeldungen über Flüchtlingsverbrechen zurückgreifen würden, dann wär Regensburg auch etwas sicherer. Verstanden?
    Diese elende Hetzerei mit nachweislich falschen Anschuldigungen vergiftet die Stimmung zehn mal mehr als es alle Straftaten , die es ja zweifelsfrei gibt, zusammen je könnten.
    Dieses elende Neidgejammere: “ die kriegen alles und wir haben nix bekommen“ kotzt mich so an!
    Habt ihr Idioten den überhaupt eine Ahnung davon was bis jetzt für Blödsinn über euch tollen Deutschen erzählt wird? Genau die selbe Scheisse!
    Langsam bereue ich es das ich gefühlte hundert mal irgendwelchen Deppen versucht habe zu erklären das die „Russen“ keine 25.000€ Begrüßungsgeld bekommen und keine Wohnung umsonst und kein Geld vom Staat für ein Haus! Sondern das die meisten sehr hart arbeiten.
    Genau solche schwachsinnigen Gerüchte glaubt ihr jetzt von den Flüchtlingen .
    Die meisten Flüchtlinge flüchten vor genau diesen Zuständen wie sie in meinem Zitat von Ihnen beschreiben.

  • Lili

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    @Toribo 30 Januar 2016, um 14:28
    Sehr geehrter Toribo, ich habe den Bericht von einem Arzt zitiert, nicht von mir geschrieben. Und diesen Mensch, den Arzt, bewundere ich von ganzem Herzen. Das er am Ende so emotional geworden ist, zeigt nur mit wieviel seelischen Einsatz er dabei ist und wie sehr bestimmter Art von bornierten Zeitgenossen ihm auf die Nerven gehen.
    Und an meiner Begriffsgenossen, den s.g. (Spät)Aussiedler, nach meiner Familiengeschichte mit zwei Großväter im Gulag, beiden Großmütter, die als „Volksdeutsche“ von Ukraine, die letzten zwei Kriegsjahren im“Reich“, in der Nähe von Dresden, den Schicksal den Deutschen voll geteilt haben, danach in Sibirien den ganzen Schrecken des stalinistischen Zeit erlebt, als deren Tochter und Enkelin, bin ich immun für immer gegen Rechts, verstehe wieviel Leid haben die Flüchtlinge erlebt. Deutschland ist ein starkes Land, wird auch das meistern. Horen sie endlich auf, euch für russische und deutsche Rechte nützlich machen. Bitte, den Hirn und das Herz schalten.

  • Lili

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    … gegen russischen und deutschen Rechten (NDP, AfD, russischen Rechten und deren Propaganda ) …

  • Russe-Migrant-Aussiedler-mir_doch_egal: REGENSBURGER !!!!!

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    dugout
    wenn es dicht so getroffen hat dass du mich hier offen beleidigst dann sage ich dir auch was.“Die meisten Flüchtlinge flüchten vor genau diesen Zuständen wie sie in meinem Zitat von Ihnen beschreiben.“ Die meisten ! Nicht ALLE!!!!!!!!!!! und diese restliche „nicht ALLE“ -es gibt nicht wenige , oder sogar zuviele von , die machen hier „das Gesamtbild “ ! Da muss du dir anhören , was genau diese „die meisten“Menschen erzählen überZustände in welchen die Leben und von Verfolgung und Mob in ERSTAUFNAHMEEINRICHTUNGEN von diesen „nicht allen“ .. du Idiot.. Google mal “ Silvesternacht“..

  • johncongleton

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    @Russe-Migrant-Aussiedler-mir_doch_egal: REGENSBURGER !!!!! dug0ut hat dich nicht beleidigt, er hat nur versucht dir zu erklären das dass was man mit den flüchtlingen jetzt macht ; mit euch( russlandeutschen) auch gemacht wurde. deutschland ist einfach asozial.

  • johncongleton

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    ihr wollt glauben , nicht wissen .
    und hassen statt zu verstehen.

  • johncongleton

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    blind aus liebe ist ein bisschen dumm ,
    aber blind aus hass ist absolut saublöd,

  • joey

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    @Russe-…
    Ja, die Falken sind Extremisten. Die drohen regelmäßig mit Gewalt, aber das ist (in Regensburg) nur Rhetorik. Eigentlich können die nur Wände vollschmieren und arbeiten damit voll gegen sich, so überzeugt man keine Leute. Wenn sie mal mit irgendwelchen Fahnen rumlaufen, werden sie eher für den aktuellen Zirkus gehalten.

    Man darf in diesem Deutschland die Meinung haben, daß alle Wandernden willkommen sein sollen. Vielleicht haben sie schon gemerkt, daß nicht alle hier dieser Meinung sind.

    Wir müssen in einer Diskussion niemanden „überzeugen“. Die Meinung, die nicht meine ist, ist die wertvollste für mich. Denn sie bringt mich dazu, meine eigene Meinung zu reflektieren – und manchmal ändert sich dadurch (langfristig) etwas, oder es bestärkt mich, daß ich recht habe. Eine gute Diskussion ergibt keinen weißen Sieg, sondern viele Grautöne. Jeder kann (wenn er will) was mit „nach Hause“ nehmen, alle haben was davon.

    also: auch Ihre Meinung zählt, sie wird gelesen. Deswegen: schreiben Sie weiter.

  • eine Russlanddeutsche

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    Es ist ein bestimmtes Milieu, dass auf die Straße geht und im Jugendtreff sich aufplustert. In der Regel haben sie selbst Diskriminierungserfahrungen, sind mit ihrem Privat- und Berufsleben unzufrieden. Man will nicht richtig „deutsch“ sein, deswegen immer diese Abkapselung zur Russlanddeutschen.
    Man führt sein Leben auf Vorurteilen, Vorurteile gegenüber Deutschen (egoistisch, keine Kinder mögen, Männer sind Feiglinge, kein Humor und kein Zusammenhalt) und gegenüber anderen Migranten (Sozialschmarotzen, Vergewaltiger, voll verschleiert alle, nicht integrationswillig). Wenn man mit so einer „schwarzen“ Brille durch das Leben geht, dann ist es schwierig etwas anderes dahinten zu sehen. Die meisten von diesen Menschen hatten selbst gar keine Erfahrung mit Flüchtlingen gemacht. Aber sie haben mal was gehört, mal was gesehen. Wichtig dabei ist: AUFZUKLÄREN! Reden und Diskutieren. Meistens berufen sie sich auf ihre deutsche Nachbarn und Kollegen, die auch gegen Flüchtlinge sei. Von Engagement der ehrenamtlichen Helfern haben sie noch nie gehört. Viele posten und finden „Klass“ die Videos und Texte von Pegida. Auch sie ist in den russischen Sozialwerken voll auf dem Marsch und findet viel Zuspruch. Im Internet ist alles erlaubt.
    Die „bessere“ Integration von Russlanddeutschen ist dank vieler Faktoren gelungen: ab sofort sicherer Status und sogar Einbürgerung in Deutschland, unabhängig von der Integrationswille; flächendeckende Deutschkurse, am Anfang mehr Geld als damalige Sozialhilfeempfänger (Eingliederungshilfe – 6.Monate) . Auch jetzige Neuankömmlinge von Russlanddeutschen werden in Friedland separat in Hotels untergebracht, NICHT zusammen mit den Flüchtlingen. Vorteile der weißen Rasse?
    Einige packen schon die Koffer und wollen zurück nach Russland, dort verspricht die Regierung eine Willkommenskultur, Startgeld und neue Häuser für alle! Bald haben wir wieder Russlanddeutsche aus Deutschland nach Russland zurück – alte Heimat- neue Heimat!

  • Lothgaßler

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    @Aigner
    Ich verstehe schon, aber ich möchte nicht ein verzerrtes Bild von „Russlanddeutschen“ verbreitet sehen. Wenn einige Lautsprecher sich im Namen der „Russlanddeutschen“ produzieren, dann sollte das auch so rüberkommen. Zudem halte ich es für keine gute Sache das „Russlanddeutsche“ zu betonen, was soll das denn sein? Am Ende fühlt sich diese Gruppe nur wegen ihrer russischen Vergangenheit angegriffen. Agiert hier eine bestimmte Gruppierung? Diese bloßzustellen wäre zielführend.

    @eine Russlanddeutsche
    „Einige packen schon die Koffer und wollen zurück nach Russland, dort verspricht die Regierung eine Willkommenskultur, Startgeld und neue Häuser für alle!“
    Sollten diese Versprechungen tatsächlich gemacht werden, dann sollten auch russischhörige „Russlanddeutsche“ doch langsam ins Grübeln kommen: Das klingt nach Propaganda und Verarsche! Erst wurden „Russlanddeutsche“ in Russland verfolgt und benachteiligt, jetzt soll es plötzlich für diese Manna vom Himmel regnen? Davon abgesehen kriegt man im Leben nix geschenkt.
    By the way: Die gewährten Integrationshilfen wollen wir dann aber von den Alt-Deutsch-Neu-Russen zurück haben (das war ein Witz).

  • Paul

    |

    @Lili:

    „ich habe den Bericht von einem Arzt zitiert, nicht von mir geschrieben. Und diesen Mensch, den Arzt, bewundere ich von ganzem Herzen.“

    Hm… so sehr bewundern Sie diesen Herrn, dass Ihnen vollkommen egal ist, wieviel von diesem Bericht Wahrheit ist, wieviel davon Übertreibung und wieviel komplett erfunden?

  • menschenskind

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    Es ist allmählich an der Zeit Herrn Aigner allergrößten Dank zu sagen für die interessanten Themen, die er bringt, und die er auch, wenn es nötig ist, höchst professionell moderiert.

    Überrascht hat mich, dass ausgerechnet russlanddeutsche Themen ein so großes, und vor allem, ein so emotionales Echo hervorrufen. Anscheinend sind die Gegensätze zwischen eingesessenen und russlanddeutschen Bayern schwerwiegender als ich angenommen hatte. In ihren Inhalten, bzw. in ihrem Stil, unterscheiden sich die hier auf RD diskutierende Bayern und Russlanddeutsche nur geringfügig von einander, sind halt alles nur Menschen.

    Persönlich habe ich im alltäglichen Leben ab und zu kleinere Streits zwischen beiden Gruppen erlebt und dabei feststellen können, dass ich diese Auseinandersetzungen (auch ohne Polizei) ganz einfach habe schlichten können, mit ein paar Worten.

    Auch noch so wütenden Russlanddeutschen, denen ich freundlich aber bestimmt begegne, die ich in russischer Sprache anspreche und nach ihren Befindlichkeiten frage, entpuppen sich als die nettesten (und oft auch gebildete) Zeitgenossen. Man muss die Leute einfach sich aussprechen lassen. Klar, dass bei vielen nicht in Deutschland aufgewachsenen „Russen“ der deutsche Wortschatz nicht ausreicht, um innerste Gefühle und Nuancen zu artikulieren. Wenn sie die dann auf Russisch bei mir los geworden sind, fühlen sie sich genau so wohl wie meine alte niederbayerische Nachbarin, die sich bei mir am liebsten in ihrem Freyunger Dialekt ausweint.

    Einmal hatte ein russlanddeutscher Klassenkamerad meinem Neffen wehgetan und eine kleine Sachbeschädigung an der Haustür meiner Schwester begangen. Daraufhin suchte ich auf Russisch das Gespräch mit der überlasteten, alleinerziehenden Mutter des Knaben. Nur wenig später schickte die einen Verwandten, der die Tür mustergültig reparierte, und entschuldigte sich persönlich bei meiner Schwester (mit der sie inzwischen befreundet ist) mit einem Blumenstrauß. Der Sohn und mein Neffe haben übrigens inzwischen, zehn Jahre später, eine kleine aber erfolgreich operierende, Firma aufgebaut.
    Alles nur, weil jemand zum rechten Zeitpunkt, und in einer gleichberechtigten europäischen Kultursprache, die richtigen Worte gefunden hatte.

    Vor allem meine bayerischen Landsleute (jawohl ja, ich bin gebürtiger Bayer) tun sich mit Sprachen schwer. Die Faulheit und die Trägheit san halt scho‘ schwer zu überwinden; fernsehen am Abend ist doch schon so zur Gewohnheit geworden… – „Na, von mir kann wirklich neamds erwarten, dass ich mich noch abends auf die VHS-Bank setze und wieder anfange, Sprachen zu lernen“, lautet ein gern angebrachter Einwand – schade – antworte ich darauf, denn ich selber möchte nicht auf die Kontakte und Gespräche mit Menschen anderer Kulturen, einschließlich derer mit meinen russlanddeutschen Verwandten, verzichten.

  • Jürgen

    |

  • joey

    |

    @Menschenskind
    da muß ich mich jetzt direkt entschuldigen, daß ich so bayerisch faul bin und meine Gefühle nicht in Russisch ausdrücken kann. Derzeit verbessere ich mein Englisch im Bereich Bau und Geschichte, da bleibt keine Zeit für Türkisch (das hier umgangssprachlich in der x-ten Generation untereinander gesprochen wird). Vorgestern hätte ich Farsi gebraucht und übermorgen brauche ich vielleicht Paschtu.

    Die Italiener aus der 1. Einwanderungsgeneration können sich eigentlich ganz gut auf Deutsch ausdrücken, auch in komplexen Situationen und auch die Griechen unterscheiden sich nur noch durch spezielle Betonungen, die Grammatik sitzt weitgehend. Meine Ex-Frau mit russisch griechischer Herkunft hat innerhalb weniger Jahre perfekt Deutsch gelernt (bevor wir uns hier kennengelernt haben), ja, sie konnte Gefühle sehr korrekt auf Deutsch ausdrücken.

    Tip: Das ist Deutschland. Wer hierherkommt und hier bleiben möchte, sollte dringend die Landessprache lernen. Sonst bleibt er der reine Hilfsarbeiter.
    Anwälte aus 2. und 3. Generation mit türkischer Herkunft (gibt’s auch in Regensburg) beweisen, daß es geht. Die USA beweisen es im großen Stil: man kann Sprachen perfekt lernen und schon in der 1. Generation komplexe Aufgaben übernehmen, die einen exakten Sprachausdruck erfordern (Billy Wilder, Marlene Dietrich, Fritz Lang…).

  • Paul

    |

    @Jürgen: Aha, und wenn Bild, Focus und Stern das schreiben, muss es also stimmen?
    (Ihr Kommentar war ironisch gemeint, ich weiß)

  • schneidermeister

    |

    Sehr lustig:
    Russlanddeutsche soll man nicht Russlanddeutsche nennen, hieß es in der Diskussion zur ersten Demonstration, weil sie ja nuuuuur Deutsche sind. Komischerweise nennen sie sich selbst so auf dem neuen Demoflyer für Deggendorf, laut dem sich Gemanen uns Slawen solidarisieren sollen. Und es gibt ein Museum für sie in Detmold. Und einen Bundesverband der „Deutschen aus Russland“. Und eine webseite „Informationsportal der Russlanddeutschen“
    Integriert sind sie hervorragend, sie haben insbesondere die deutsche Sprache gepflegt und ihre Kenntnisse seit der Heimkehr ins geliebte Deutschland perfektioniert, wie man dem hervorragenden Ausdrucksvermögen und den Grammatikkennntnissen entnehmen kann, die einige der Anti-Flüchtlings-Pro- Russlanddeutsche-Kommentatoren hier präsentieren.

    Auch gab es nie polizeiliche und „Anpassungs“Probleme mit ihnen seit der großen Welle an Rückkehrern in den 1990ern. Oder etwa doch? Und zwar ganz ähnliche wie die jetztigen Probleme, wegen derer Waldemar & Co. gegen Flüchtlinge hetzen ?

    z.B. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8608165.html
    und https://www.polizei.bayern.de/content/4/3/7/19_kriminalitaet_aussiedlern.pdf

    Und die gelungene Integration setzte sich in den Nullerjahren sogar fort:
    http://www.dw.com/de/russenmafia-im-jugendknast/a-715281
    Da helfen alle link in der Diskussion über die erste Demonstration, die „Olga, die mit dem Deutschen verheiratet ist“ (einem deutschen Mann? Die deutsche Sprache kann es kaum sein) nichts. Abgesehen davon, dass sie dort mehrfach von kriminellen „Asylförderern“ schreibt…Was das wohl sein soll?

  • Kanonikus2L

    |

    @johncongleton: Genau so wurde speziell in Bayern „gedacht“ und „gesprochen“, als es um den Zuzug „Rußlanddeutscher“ ging.

    Mich würde mal brennend interessieren, ob unser Deutschland für Heimatvertriebene und sonst entsprechend zuziehende Deutsche, die völkerrechtlich ja eigentlich gar keine Deutschen mehr wären, irgendeine finanziell so ertragreiche Sonderregelung hat, dass sowohl Regionen mit Heimatvertriebenen wie aktuell auch Rußlanddeutschen so gegen die Aufnahme neuer Vertriebener/ Flüchtlinge sind.
    Gibt es da vielleicht Regelungen, dass sich die finanziellen Leistungen dann alle Vertriebenen / Flüchtlinge – auch die schon länger im Land lebenden „….deutschen“ mit den Neuen teilen müßten.
    Es scheint als wäre dem so, denn nur aus der Gruppe dieser „….deutschen“ hört man derartige Aggression.

  • Kanonikus2L

    |

    @schneidermeister:

    „(…) auf dem neuen Demoflyer für Deggendorf, laut dem sich Gemanen uns Slawen solidarisieren sollen.“
    ———————————–
    Darauf freue ich mich schon jetzt. Da fliegen dann aber jede Menge Leute raus, auch diejenigen die sich „deutsch“ nennen, noch nie aber keinen Mililiter „teutsches Blut“ in sich trugen. ;-)
    Hühnenhafte Statur, strahlend blaue Augen und weiße Haut ????? Ich lach mich kringelig, *grins*

  • eine Russlanddeutsche

    |

    @ an Kanonikus
    „Russlanddeutsche“ glauben fest daran, dass Deutschland sie eingeladen hatte. Diese Genehmigung auf die Umsiedlung hieß sogar bei Menschen im Gespräch – Einladung:-)
    Dieses Programm gibt’s immer noch, aber man muss Deutschkenntnisse nachweisen und sämtliche Unterlagen nachreichen. An den Deutschkenntnissen scheitert es bei manchen. Deswegen ärgern sie sich über Flüchtlinge, die ohne Deutschkenntnisse kommen und noch mit Kuscheltieren empfangen werden. Das Asylbewerberstatus nicht zu beneiden ist – ist für manche nicht logisch. Dafür, glaube ich, musste einer oder anderer „Russlanddeutscher“ mit einem Flüchtling tauschen…statt Wohnung – Asylunterkunft, statt dem deutschen Ausweis – eine Aufenthaltsgestattung, kein Arbeitserlaubnis, dafür aber ein Interview beim BAMF.
    Ich will nicht alle aufklären, was wir für Vorteile (auch finanzielle) gegenüber Flüchtlinge hatten und haben, aber es gibt sehr viele.
    Dieses Glück hatten wir aber rein zufällig. Für dieses Glück haben wir persönlich nichts gemacht. Wir hatten das Glück „richtige“ Eltern, meistens sogar Großeltern, zu haben.

  • eine Russlanddeutsche

    |

    Ach ja, meiner Familie wurden komplett die Tickets nach Deutschland bezahlt, uns zwar vom deutschen Steuerzahler! Ich musste zum Glück weder mit dem Schlauchboot schwimmen noch zu Fuß nach Deutschland marschieren. Jetzt aber jubelt man, dass der Familiennachzug für Flüchtlinge erschwert wurde:-(

  • johncongleton

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    @Kanonikus2L in einigen teilen der bevölkerung “ teutschlonds “ gehörst du halt nur dazu , mit ner leicht rassistischen grundeinstellung. and die teilnehmer dieser besagten „russendemo“: ihr habts geschafft ihr gehört jetzt auch dazu, ihr seid jetzt echte deutsche. das ist mein voller ernst.

  • Russe-Migrant-Aussiedler-mir_doch_egal: REGENSBURGER !!!!!

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    @ schneidermeister
    Danke für ein sehr interessantes Dokument!

    https://www.polizei.bayern.de/content/4/3/7/19_kriminalitaet_aussiedlern.pdf

    An der Seite 82 sehen wir ein Diagramm, welchem wir entnehmen können, dass die Aussiedler im Jahr 1997 weniger Straftaten begangen haben als Deutsche im Jahr 1997 und 1998, und die Nichtdeutsche haben in beide Jahren mehr Sch..e gebaut als die Aussiedler und Deutsche zusammen!

    Ein besonderes Lob an Polizei für diese Aussage :Seite 92
    „Die Einschätzung der von uns befragten polizeilichen Dienststellenleiter wird gestützt von Dietz/Roll
    , die ausführen, dass vor allem Gewaltdelikte, bei denen Täter und Opfer
    Spätaussiedler sind, nur in Ausnahmefällen angezeigt werden. Ursächlich dafür seien ein traditionelles Misstrauen gegen staatliche Institutionen, das Bedürfnis als „Neubürger“ nicht aufzufallen sowie ein vor allem unter den Männern weit verbreiteter Ehrenkodex, wo-
    nach eine Anzeige das Ansehen der Gruppe schädige und nur der
    staatliche Instanz nützlich sei. Werte wie Zusammenhalt, Männlichkeit und Stärke gebieten die selbständige Regelung sozialerKonflikte in der Großfamilie.“

    Also (laut Polizei) haben wir Ehrenkodex und unsere Werte sind Zusammenhalt, Männlichkeit und Stärke! Ist das nicht toll? )
    Und sogar wenn wir „SOOO“ kriminell sind, waren wir auch Sexualstraftaten und Messerstechereien in dem Maß anfällig, wie wir heute bei Neuankömmlingen beobachten? Haben wir auch in Gruppen Frauen angegriffen?

    Ich persönlich habe einige Menschen begegnet, die im Krieg waren, und ich weiß, dass die durchaus traumatisiert sind, und nach „einem Tropfen“ Alkohol unberechenbar werden. Daher sehe ich bau eines Asylheim in der Nähe von JUZ fahrlässig und kriminell! Warum reißt ihr den JUZ nicht komplett ab und baut zwei Asylheime denn ich würde mein Kind sowieso nicht mehr hingehen lassen! Und das auch noch :

    http://www.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/ueberregionales/Dem-BKA-liegen-mehr-als-250-Hinweise-auf-Terroristen-unter-Fluechtlingen-vor;art5578,350471

    Ich persönlich habe einige Menschen begegnet, die im Krieg waren, und ich weiß, dass die durchaus traumatisiert sind, und nach „einem Tropfen“ Alkohol unberechenbar werden. Daher sehe ich bau eines Asylheim in der Nähe von JUZ fahrlässig und kriminell! Warum reißt ihr den JUZ nicht komplett ab und baut zwei Asyllheime, denn ich würde mein Kind sowieso nicht mehr hingehen lassen!?
    Da die deutsche „Tornados“ in Syrien „guten Job “ machen, fliehen immer mehr IS Kämpfer nach Türkei .Also mit neuen „Lieferungen“ werden wir „Rohstoffe“ „von feinsten“ bekommen. Hurra-Hurra, unsere Rente ist da!!!

  • schneidermeister

    |

    @Russe-Migrant….
    Sie müssen die Statistik auch lesen können. Es geht nicht um die absoluten Zahlen (auf S.82). Denn angenommen es leben in Deutschland 100.000 Spätaussiedler und 900.000 Deutsche (ich weiß, die Spätaussiedler sind auch Deutsche…) und es gibt 1000 kriminelle Spätaussiedler und 1000 kriminelle Deutsche ist zwar die absolute Zahl gleich, und auch die Kriminalitätsrate bezogen auf die Gesamtbevölkerung gleich (1000/1000000). Aber relativ gesehen ist nur jeder 900ste Deutsche, jedoch jeder 100ste Spätaussiedler kriminell.

    Deshalb sind die entscheidenden Zahlen nicht die auf S. 82, sondern auf Seite 84 unten und 85 oben. Und da schneiden die damals (1998) jugendlichen bzw. noch nicht strafmündigen Aussiedler, die jetzt in der Altersklasse 30-40 Jahre sind, recht schlecht ab. Der Ehrenkodex galt wohl nur für die deutlich weniger (auch im Vergleich zu den Deutschen) kriminalitätsbelasteten älteren Spätaussiedler, die ihn ihrem Nachwuchs wohl nicht ausreichend vermittelt haben. Abgesehen davon, dass ein Ehrenkodex, der z.B. Schläge vorsieht, dazu führt, dass Körperverletzungsdelikte von Spätaussiedlern nicht in die Kriminalitätsstatistik einfließen und damit ein zu positives Bild erzeugt wird.
    Ob man auf derartige Kriminalität in den eigenen 4 Wänden stolz sein kann, ist dann die andere Frage.

    Ein weiteres schönes Dokument mit Stand ca. 2004:

    https://www.polizei.bayern.de/content/6/4/9/aussiedler04.pdf

    „Neben den Tötungsdelikten (9,3%) und der Rauschgiftkriminalität (8,7%) erreichen
    Aussiedler bei den Rohheitsdelikten ihren höchsten Anteil an allen entsprechenden
    in der PKS registrierten Straftaten (8,2%).“

  • Russe-Migrant-Aussiedler-mir_doch_egal: REGENSBURGER !!!!!

    |

    @schneidermeister

    Ich gehöre zu der Großfamilie und weiß die Sache ganz genau: soll es zu einem Konflikt zwischen einen RD und D kommen, in Falle der fehlenden Argumenten greifen die Deutsche oft zu der „letzten Waffe „: „.. Ihr Russische Schweine“, „..Drecks Ausländer“ etc. .Dadurch bekommt ein D ein blaues Auge und ein RD landet in der Statistik.
    „…selbstberichtete Gewalt junger Aussiedler erwies sich in unseren Untersuchungen wie auch in der Studie von Strobl und Kühnel als niedriger als bei Ausländern; bei multivariater Kontrolle besteht kein relevanter Unterschied zu den einheimischen Deutschen mehr; … Eine Reihe von Erkenntnissen scheint also in die Richtung zu weisen, dass die Eindrücke, wie insbesondere Polizeipraktiker aus Ballungsgebieten der Aussiedler schildern, verzerrt sein könnte.“
    „Zugleich wiesen allerdings deliktsspezifische TVBZ darauf hin, dass Aussiedler tendenziell eher schwerere Gewaltstraftaten begehen. So sei deren Belastung bei Raubstraftaten und bei gefährlichen/schweren Körperverletzungen höher als die der einheimischen Deutschen.
    Im Rahmen einer Aktenauswertung für die Jahre 2001 und 2002 geht Gluba 12
    zusätzlich auf die Intensität
    der Gewaltkriminalität ein.
    Einerseits entfielen zwar auf
    einen tatverdächtigen Aussiedler durchschnittlich mehr Opfer als auf einen deutschen Tatverdächtigen und zudem stünden Aussiedler bei der
    Tatbegehung häufiger unter Alkoholeinfluss,
    andererseits benutzten deutsche
    Tatverdächtige häufiger
    Waffen und seien auch öfter polizeilich bekannt. Glubas Fazit: Gewaltstraftaten von
    Aussiedlern sind im Vergleich zu denen der Deutschen nicht schwerwiegender –
    Aussiedlerkriminalität wird auch in dieser Hinsicht in der öffentlichen Meinung über-
    bewertet.“

  • altstadtkid

    |

    Baut doch die Unterkunft an den Rennplatz, dann werdet Ihr Proteste und Wutbürger erleben.
    Auf den Russlanddeutschen rumzuhacken ist doch ein Popanz, überall wo eine Unterkunft geplant wird gibt es Proteste.
    Und wenn dann noch die Rendite der Eigentumswohnung sinken könnte wird am meisten protestiert und geklagt.
    Das ist doch alles wieder eine verlogene Diskussion sonders gleichen.
    „Heiliger Sankt Florian zünd mein Haus nicht an zünd’s Andere an“

  • menschenskind

    |

    schneidermeister meint besserbayrisch und mit erhobenem Zeigefinger:
    „Ob man auf derartige Kriminalität in den eigenen 4 Wänden stolz sein kann, ist dann die andere Frage.“

    Ob man auf jene Kriminalität der wohl in erster Linie einheimischen bayerischen Täter stolz sein kann, weiß ich auch nicht:
    http://www.hagalil.com/2013/10/bayern-2012/
    Und das sind die Fälle von vor drei Jahren! Inzwischen war von einer Zunahme solcher Verbrechen um 30 % zu hören.

    Auch angesichts unserer einzigartig intoleranten bayerischen Vorgeschichte ist davon abzuraten, sich als besser als andere zu dünken, meisterschneider!
    So wie wir Bayern im Glashaus sitzen, können wir es uns nicht leisten mit Ziegeln umanand zu schmeißen.

  • schneidermeister

    |

    @menschenskind:
    Ich bin kein Bayer, von daher muss ich mich nicht darum kümmern, was ich aufgrund wessen Vergangenheit schreiben oder nicht schreiben darf(???)/kann/sollte.
    Es geht bei der Disussion hier darum, weshalb ausgerechnet RUS-D sich gegenwärtig als Retter des Abendlandes und Verteidiger gegen Migranten aufspielen.
    Jedenfalls sind die teils vehementen Kommentare der RUS-D-Fraktion sowohl unter dem Bericht von r-digital über die Demonstration als auch hier, ebenso wie ihre Plakate (aufgrund einer erfundenen Vergewaltigungsgeschichte) teilweise ziemlich daneben und sie sollten mal vor ihrer noch aktuell nicht ganz sauberen Haustür kehren und sehen, wie gut sie selbst sprachlich, kulturell und was die Kriminalitätsbelastung angeht, integriert sind, ehe sie gegen Migranten aus anderen Ländern hetzen.

  • Die Ausladung der Woche » Regensburg Digital

    |

    […] neben dem Jugendzentrum Königswiesen eine Flüchtlingsunterkunft zu errichten. Bei mehreren Diskussionsveranstaltungen offenbarten Teilnehmer ein breites Repertoire an Vorurteilen und Ignoranz. Mit Flugblättern […]

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