Holocaustvergleiche und Hetzparolen

„Friedensdemo“ der Israel-Hasser

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Als Friedensdemo war es angekündigt – doch was sich am Samstag in der Regensburger Altstadt abspielte war ein teils fanatischer Hetz-Marsch gegen Israel.

Aggressive Stimmung bei der Friedensdemo: Gegen Ende gingen Teilnehmer aufeinander los. Foto: as

Aggressive Stimmung bei der Friedensdemo: Gegen Ende gingen Teilnehmer aufeinander los. Foto: as

Die Demonstration läuft noch keine zehn Minuten, als der erste Holocaust-Vergleich fällt. Hitler habe die Juden umgebracht, brüllt ein etwas korpulenter Mann in die Menge. Mit Israel und den Palästinensern sei es „genau dasselbe“. Jubel. Applaus. Dazwischen immer wieder „Allahu akbar“-Sprechchöre. „Schüler und Azubis“ sind es laut Mittelbayerischer Zeitung gewesen, die unter dem Motto „Free Palestine“ für diesen Samstag zu einer „Friedensdemo“ aufgerufen hatten. Im Vorfeld hatte es Aufregung gegeben, weil sich – angesichts des Mottos wenig überraschend – auf Facebook einschlägig bekannte Neonazis als Teilnehmer angekündigt hatten. Am Samstag sind unter den gut 200 Menschen, die sich am Vorplatz des Regensburger Hauptbahnhofs versammelt haben, keine einschlägig bekannten Gesichter auszumachen. Aber die braucht es gar nicht. Israel-Hasser sind auch so genug gekommen.

Die Zionisten sind an allem schuld

Das Ziel der Friedensdemo wird bereits einleitend von einem jungen Mann in „Killuminaten“-T-Shirt klargestellt. Es bleibt die einzige Rede im Verlauf der gesamten Demo. „Wenn es um Gerechtigkeit geht, sind wir alle Palästina“, sagt er in seiner immer wieder von Beifall unterbrochenen Rede. Das Recht auf Frieden habe nämlich „jeder Mensch, ob nun in Syrien, Palästina, Irak oder Somalia“. Israel sei bei dem Krieg im Gaza-Streifen der „größere Aggressor“. Schuld daran seien nicht die Juden, aber „die Zionisten“. Bevor sie gekommen seien hätten Juden und Palästinenser miteinander Babys gesittet. „Israel tötet. Die USA unterstützt. Deutschland finanziert“, ruft er in die Menge. „Wir sind 99 Prozent.“ Dann beginnen bereits die ersten lauten Sprechchöre.

IMG_0876„Kindermörder Israel“, wird gebrüllt. Dazu wird rhythmisch geklatscht. „Die Polizei heißt sie auf der Demonstration herzlich willkommen“, hört man aus einem Lautsprecher, ehe sich der Zug in Bewegung setzt. In der ersten Reihe: Mehrere junge Frauen mit T-Shirts, auf denen ein Gesicht abgebildet ist, dass durch den Davidstern geknebelt wird.

 „Ihr seid schlimmer als Hitler“

Die Demo wird von Muslimen dominiert, die sich in Palästina- und Türkei-Flaggen gehüllt haben. Und der Aufruf, dass es hier nicht für oder gegen irgendeine Religion gehe, verhallt bei ihnen ungehört. Immer wieder hört man „Allahu akbar“-Rufe. Ob sich unter den Teilnehmern Islamisten befinden? Ein Beamter des Staatsschutzes zuckt auf Nachfrage mit den Schultern. Gerade wird „Gestern Opfer. Heute Täter“ in Richtung Israel gebrüllt. Passanten kommen nur schwerlich an dem Demozug vorbei. Er nimmt die gesamte Breite der Straße ein. Immer wieder wird angehalten, um sich selbst zu beklatschen und zu jubeln. Mehrere Männer wechseln sich dabei ab, die Menge anzuheizen – mal auf deutsch, weitaus häufiger aber arabisch.

Richtiggehend aggressiv wird die Stimmung, als sich der Demonstrationszug auf Höhe der Köningsstraße befindet. Dort haben mehrere linke Gruppierungen eine Kundgebung unter dem Motto „Free Gaza from Hamas“ angemeldet. „Ihr seid schlimmer als Hitler“, hört man aus der Demonstration, während sich ein Pulk jünger Männer schimpfend, die Fäuste und Stinkefinger reckend in Richtung der Polizeikette drängt, von der die beiden Veranstaltungen getrennt werden. Gebrüll. Es gibt erste Drohungen gegen Journalisten. Sie werden am Fotografieren gehindert und mit Gegenständen beworfen.

 „Deutsche macht die Augen auf. Holocaust ist wieder auf.“ 

Später, auf dem Rückweg, dasselbe Bild. Doch die Stimmung innerhalb des Demonstrationszugs ist jetzt schon aufgeheizter. Aggressiver. Laute Beschimpfungen und Gebrüll. Drohende und beleidigende Gesten. Es kommt zu einer kleineren Prügelei innerhalb der „Free Palestine“-Demo. Einige der Männer scheinen ihre Emotionen nicht mehr im Griff zu haben. Ein kleines Grüppchen jüngerer Teilnehmerinnen schlüpft zwischen den Polizeiketten durch und verlässt die Demonstration. Einschreiten muss die Polizei nicht.

Von der Polizei abgeschirmt: Die Gegenkundgebung mit rund 50 Teilnehmern.

Von der Polizei abgeschirmt: Die Gegenkundgebung mit rund 50 Teilnehmern. Ihre Botschaft: „Wir sind gegen einseitige Schuldzuweisungen und Darstellungen des Nahost-Konflikts und plädieren für eine friedliche Beilegung.“

Doch zuvor gibt es am Domplatz wieder vielerlei Sprechchöre, die vom Vorsprung des Westportals frenetisch, um nicht zu sagen fanatisch angestimmt werden. Wieder Applaus und Jubel, dessen Anlass zum Teil nicht auszumachen ist. Aus der Menge stimmt jemand an: „Deutsche macht die Augen auf. Holocaust ist wieder auf.“ Es wird dankbar aufgegriffen. Und immer wieder „Kindermörder Israel“, manchmal auch variiert zu „Frauenmörder“. In der ersten Reihe lächelnde Gesichter. Es scheint richtig Spaß zu machen, wenn der Hass sich Bahn bricht.

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Kommentare (72)

  • Mathilde Vietze

    |

    Es ist seit längerem bekannt, daß die Rechtsradikalen ver-
    suchen, „in die Mitte der Gesellschaft“ zu kommen und
    damit „salonfähig“ werden.
    Danke „regensburg-digital“, daß Du unverzüglich die
    Machenschaften dieser braunen Meute aufgezeigt hast.

  • jesus an die macht

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    braune masse was labert mathilde für miss das ist reines salafissten pack das heute aufmarschiert ist mit ihren allah rufen, und auf dem Rückweg rufe nach bomben auf israel und der gleichen als nächstes wünschen sie sich isis an die macht. das hat nix mit frieden sondern mit hass zu tuhn und ist purer islamissmus

  • eltorco

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    Welche braune Meute?

  • Patrick

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    Es ist eine Schande. Mehr gibt es dazu einfach nicht zu sagen. Ich bin beschähmt und kann mich noch nicht so recht entscheiden in welche Richtung ich das zeigen soll.

    Ein Hoch auf die ca. 50 Gegendemonstranten.

  • Aaron Blenheimer

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    Gilt bei Demos nicht das Vermummungsverbot? Ich sah nur Kopftücher! Und islamische Machos! Pfui Deibel!

  • Wolfgang Rupp

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    Schön, dass auch der Autor selbst zu so differnzierten und klischeefreien Betrachtungen fähig ist.

    Zitat: „Die Demo wird von Muslimen dominiert“ – Der Autor hat diese Erkenntnis sicherlich aufgrund repräsentativer Befragung der Demonstranten gewonnen und nicht nur einfach von deren Aussehen auf deren Religionszugehörigkeit geschlossen.

    Zitat: „Immer wieder hört man „Allahu akbar“-Rufe. Ob sich unter den Teilnehmern Islamisten befinden?“ – Was am Ausruf „Allahu akbar“ (dessen Bedeutung dem Autor geläufig sein dürfte) anstößig sein sollte, bleibt ebenso schleierhaft, wie der Rückschluss des Autors, dass dort, wo dieser Ausruf fällt, automatisch „Islamisten“ am Werk sein sollen. Oder würde der Autor auch diejenigen, die am Ende der Fronleichnamsprozession das „Großer Gott, wir loben dich“ anstimmen, als christliche Fundamentalisten bezeichnen?

  • Helmut

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    In der islamischen Kultur ist der Antisemitismus tief verwurzelt, das sollte nun wirklich nichts Neues sein.

    Wie soviele andere -ismen wird dies bei aktuellen Asyl-Debatten vor lauter Offenheit und Toleranz gerne mal vergessen. Das gilt auch für Regensburg Digital.

  • jesus an die macht

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    es sei dazu zu sagen das der rechte diesinger aus regenstauf auch am bahnhof gesehen wurde wo er mit kammeraden saß warscheinlich verbünden die.nazis sich mit den isis Kämpfern

  • Grag Schinkenbrecher

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    Antisemitismus ist natürlich nicht hinnehmbar und die Islamisten hatten diese Demo mit ihren widerlichen Parolen fest in ihrer Hand.
    Bei den „linke Gruppierungen“ musste ich mich aber wundern. „Wir sind gegen einseitige Schuldzuweisungen und Darstellungen des Nahost-Konflikts und plädieren für eine friedliche Beilegung“? Wer wurde denn da gefragt?
    Sollte der „Bomber Harris do it again“ – Mob zu einem mehrdimensionalen Weltbild fähig sein?
    Das ist man von in völkischen Kategorien denkenden und in einem starren Freund-Feind-Schema verhafteten Antideutschen ja gar nicht gewohnt.
    Bedingungslose Solidarität mit Israel und die Brandmarkung jeglicher Kritik als Antisemitismus ist jedenfalls auch nicht zielführend.

  • Joachim Datko

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    Zur Erinnerung:

    Siehe: http://www.n-tv.de/politik/Israel-boykottiert-UNO-article1237976.html

    „“Niemand verhört unsere Soldaten“ Israel boykottiert UNO


    Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte nach Angaben seines Sprechers: „Israel arbeitet nicht zusammen und nimmt nicht teil an einem Gremium, das israelische Soldaten verhören will.““

    Wann wird der Tag kommen, an dem jedes Land den Einsatz seiner Soldaten bei militärischen Einsätzen vor der Weltöffentlichkeit rechtfertigen muss?

  • Nazienkel

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    Würde sich die „Friedensdemo“ oder „Dienstagsmahnwache“ nicht offen für ‚Antizionisten‘ und Antisemitismus zeigen, würde sie auch nicht die israelhassenden „Free-Gaza“-Aktivisten und antisemitische und gewaltbereite Islamisten anziehen.

    Sowas kommt von sowas.

    Aber so sieht man wenigstens, woran man ist…

  • Wahrheit

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    Das es Ausländerfeindlichkeit in Deutschland gibt ist mir bekannt, aber die Islamfeindlichkeit hat die Überhand genommen.

    Mir ist es egal, wer wie was sieht, schließlich leben wir in einer Demokratie. Die Wahrheit sollte dabei nicht mit Füssen getreten werden, das gehört zu meinem Lifestyle.

    „Friedensdemo der Israelhasser“? „Aggressive Stimmung bei der Friedensdemo?“ Gehts noch? Wer das schreibt und noch veröffentlicht, hat das Statement der Demo nicht verstanden. Setzen sechs!

    Keine Masse, die momentan auf den Strassen als mündige Bürger ihre Stimme erhebt, hasst Israel. Nur die ungerechten Taten sollen ein Ende finden und nicht die Palestina als F&E der Israelis Waffenindustrie genutzt werden! Wenn es zur Ausschreitungen kommt geschieht das durch hochschaukeln von Gefühlen. Z.b. Heute durch die Gegenkundgebung „Free Gaza from Hamas?!“ „Gegen jeden Antisemitismus“? Wir in Deutschland kennen das Gefühl nicht, die Familie durch Bomben einschläge zu verlieren – zum Glück. Die Palestina/ Araber schon, was auch in Kundgebung für einen aussen stehenden Interkulturell-Schwachen aggressiver vorkommen kann!

    Fakten 355 Tote, 83 umgebrachte Kinder (Bilder in Facebook täglich neue) und 2500 Verletzte. Rechnet mal, die Wahrscheinlichkeit der Hamas und Zivilen Palestina heraus!

    Die Israelis beklagen 15 Tote, das zum größten Teil durch friendly fire! Ist dafür jetzt auch die“Hamas“ schuld? Wo ist die Hamas, laut Islamfeindlichen? Seit fast zwei Wochen wird schon im Ramadan bombardiert.

    Antisemitismus? Israel ist nicht hermetisch abgeriegelt sondern umgekehrt! Warum dann noch der Waffenbeschuss? Dürfen wir Israel nicht mehr kritisieren, weil sonst die Karte das ist Antisemitismus gespielt wird? Warum die hohe Zivilrate an Toten? Ist das noch EU konform? Dürfen Moslems dieses in Demos nicht kundgeben?

    Zur Interkulturellen Kompetenz noch ein paar Worte. Einem Islam- u./o. Ausländerfeindlichen interessiert das nicht, also weghören, den Rest erkläre ich diese Übersetzung von Allahu akbar rufe.

    Allahu akbar/ekber = Allah ist groß

    Die Bedeutung Allah sieht alles. Wenn ein Moslem dieses von sich gibt, bringt er nichts weiter als Ausdruck, das er sich ungerecht behandelt fühlt nicht und Allah alles sieht, und nicht das er sich hochjagt! Für die deutsche Medienlandschaft sind Araber nicht verantwortlich!

  • Norbert E. Wirner

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    oh? die realität besucht uns in wurschtkuchlhausen…?

  • pazifist

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    als linker kann man sich für seine kollegen nur schämen, die in nationalistischer u religionsstaat befürwortender manier entsprechende flaggen zeigen, die die opfer verhöhnen u provozieren.
    diese kriegstreiber fahne zu zeigen oder neben sich zu dulden, aber bei der dt. wm schwenkerei abzugehen ist inkonsequent

  • Uschi Grandel

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    Lieber Stefan Aigner,
    der Artikel ist skandalös, weil er nicht einmal im Ansatz Berichterstattung versucht. Sammlung individueller Freund-Feind Schemen = Journalismus? Ist oft so, war ich aber von regensburg-digital bisher nicht gewohnt.

    Israel ist im Gaza-Streifen inzwischen für mehr als 300 Tote verantwortlich, darunter viele Zivilisten. Die Angriffe des israelischen Militärs auf Gaza, auf eine der am dichtesten besiedelten Regionen der Welt, haben nichts, aber auch gar nichts mit Selbstverteidigung zu tun. Die Bevölkerung ist den Angriffen völlig schutzlos ausgeliefert. Angesichts dieser Situation haben sich die Organisatoren und die Demonstrationsteilnehmer um eine friedliche Demonstration bemüht. Nazis und jede Art von Rassismus würden nicht toleriert – das wurde im Vorfeld auf Facebook publik gemacht und am Anfang der Demonstration verkündet – es wurde auch niemand gesichtet. Viele junge Frauen waren dabei, oft mit selbstgemalten Plakaten, wie z.B. „Stoppt den Krieg“ oder „Man muss kein Muslim sein, um gegen die Angriffe auf Gaza zu sein. Es reicht, Mensch zu sein“. „Stoppt den Krieg“ war übrigens auch ein Slogan, die gerufen wurde.

    Wer angesichts der vielen Toten in Gaza das Motto „Free Gaza from Hamas“ wählt, ist kein Israelfreund. Er ist vielleicht Apologet israelischer Hardliner, aber er hilft nicht denen in Israel, die für Frieden und Aussöhnung mit den Palästinensern eintreten. Mit linker Politik hat so ein Spruch nichts zu tun. Denn unter dem Motto, es gehe ja gegen die Hamas, führt Israel gerade einen Krieg mit Kollektivbestrafung der fast 2 Millionen Einwohner von Gaza. Den Ärzten dort gehen inzwischen die Medikamente aus, um die vielen Opfer dieser Angriffe zu behandeln.

    Ich möchte ausserdem darauf hinweisen, dass die Hamas von der palästinensischen Bevölkerung demokratisch gewählt wurde und damit in Gaza ein politisches Mandat hat. Ob uns das gefällt oder nicht.

  • Roland Hornung

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    Danke, regensburg-digital!

    Als unverbesserlicher Optimist war ich zur sogenannten Friedensdemo gegangen und hatte gehofft, dass vielleicht doch etwas „Friedliches“ stattfindet.

    Dann war es doch nur der übliche Dreck. Schade.

    Als Israelfreunde stehen wir klar zu Israel. Aber wir verbitten uns – deutlichst – jedwede Unterstützung von Seiten dubioser Rassisten und Populisten jeder Art!

    Man kann den Teufel nicht mi dem Belzebub austreiben.

    Euer Roland Hornung

  • thomas r.

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    @nazienkel: ja frau ditfurth, sie brauchen aufmerksamkeit, ist ok. die haben sie jetzt auch wieder gekriegt. ich persönlich sehe es nur als asozial an was sie hier grundsätzlich an den tag legen.
    ich persönlich schäme mich dafür mich mal als links bezeichnet zu haben bei diesen sachen hier, die in regensburg hier abgehen.
    ihr linken aus regensburg habt mich gelehrt: so will ich nicht sein. so einen kindergarten, was ihr hier gestern veranstaltet habt? ihr predigt, man sollte genauer hinsehen, mehr differenzieren? was habt ihr skandiert? solidarität mit israel? ihr seid nur auf stress aus, völlig unreflektiert. MAN KANN EUCH NICHT MEHR ERNST NEHMEN.
    und dann greift ihr noch leute an, die sich aus dieser links/rechts dreck komplett raushalten wollen und sagen wir sind weder das eine noch das andere? ALLES LÄCHERLICH WAS IHR HIER BRINGT. von reflektiert keine spur. euch möchte ich mal sehen, wenn auch nur ein familienmitglied von einer bombe zerfetzt worden wäre. das geht gar nicht. gutbürger, das ist alles was mir hier noch einfällt. verkopft? dachte ich mal, eher normal. auch nicht besser wie die andere seite.

  • Stefan Aigner

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    Liebe Uschi Grabdel,

    eine Friedensdemo kann man schon machen. Sie ist aber leider so abgelaufen wie hier beschrieben. Das kann man wahrnehmen oder nicht. Die Situation in Gaza zu analysieren wage ich – im Gegensatz zu so vielen anderen – nicht. Aber selbst wenn man es so sieht wie Sie, rechtfertigt es keine solche, von Hassparolen dominierte Demo. Das war einseitige Hetze und nicht umsonst haben reinige Leute die Demo verlassen.

  • Robert Rickler

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  • Marion Puhle

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    Ich verweise auf den Artikel im Tagesspiegel vom 20.07.2014.
    Gaza-Konflikt in Berlin : AJC stellt Strafanzeige wegen Volksverhetzung auf Araberdemo

    von Jörn Hasselmann

    „Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein“ – immer wieder skandierten Araber diese Parole auf einer Demo in Berlin. Das American Jewish Committee stellte jetzt Strafanzeige.

    Seit der Nazizeit sind in Berlin nicht mehr so offen und ungehindert antijüdische Parolen gegrölt worden wie bei den jüngsten arabischen Demonstrationen wegen des Gaza-Konflikts. Am Donnerstagabend war auf dem Kurfürstendamm der bisherige Höhepunkt des Hasses erreicht. Immer wieder wurden diese Parolen von überwiegend jungen Männern und Frauen gebrüllt: „Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf‘ allein“, „Netanjahu, feiges Schwein“ sowie „Zionisten sind Faschisten, töten Kinder und Zivilisten“. Das American Jewish Committee (AJC) erstattete jetzt Strafanzeige bei der Berliner Polizei, wie die Organisation mitteilte.

    In einem Offenen Brief an die Mitglieder des Deutschen Bundestages rief das AJC zur Wachsamkeit auf. In ganz Deutschland finden derzeit Palästina-Demonstrationen statt, auf denen nach Angaben des AJC „Antisemitismus immer offener verbreitet wird“.

    „Die Grenze zum Antisemitismus ist bei zahlreichen Sprechchören eindeutig überschritten. Wir befürchten, dass es jetzt keine Tabus mehr bei solchen Protesten gibt, Antisemitismus offen zu propagieren. Um die Sicherheit der jüdischen Bevölkerung zu sichern, müssen solche Äußerungen sofort durch die Polizei unterbunden werden, um zu zeigen, dass Antisemitismus keinen Platz in dieser Gesellschaft hat“, sagte Deidre Berger, Direktorin des Berlin Ramer Institute for German-Jewish Relations, die in der Hauptstadt den AJC vertritt. Unterstützung kommt dagegen aus der rechtsextremistischen Ecke: Der Berliner NPD-Chef Sebastian Schmidtke teilte auf seiner Facebook-seite mit: „Meine Solidarität gilt Palästina und dessen unterdrücktem Volk! Schluss mit dem Zionismus.“

    Die Polizei schritt nicht ein
    Die Polizei protokollierte diese Parolen, schritt aber nicht ein. Die Pressestelle des Präsidiums teilte am Sonnabend mit, dass derzeit die Strafbarkeit geprüft werde. Ein leitender Beamter sagte dagegen, dass die Formulierung „Jude, feiges Schwein“ auf jeden Fall strafrechtlich relevant sei, „das ist nicht hinzunehmen“. Anders ist es mit der Parole „Kindermörder Israel, Frauenmörder Israel, Massenmörder Israel“, die ebenfalls gebrüllt wurde. Seit Tagen gibt es immer wieder anti-israelische Demonstrationen in Berlin, bei denen teilweise auch die Polizei angegriffen wurde. So war am Sonnabend vergangener Woche die Polizei regelrecht überlaufen worden, als arabische Demonstranten die Fanmeile stürmen wollten. Die Demonstration der palästinensischen Gemeinde am Freitagabend hingegen war deutlich gemäßigter , sie führte vom Adenauerplatz über den Ku’damm zum Breitscheidplatz.

    Der Tagesspiegel 20.07.2014

  • Roland Hornung

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    Danke, Her Aigner

    Ich kann Ihnen nur vollkommen zustimmen.

    Danke auch an Frau Puhle.

  • Roland Hornung

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    Im Gegensatz zu (wahrscheinlich) allen hier Schreibenden war ich schon dort

    In Gaza
    In der Westbank
    In Israel

    Teilweise sehr lange.

    Ich vermag auch vieles zu erklären, manches wage selbst ich nicht zu analysieren.

    Der „rote Faden“ Hitler- Hadsch Husseini /Großmufti und Muslimbruder) – Hamas, politisch und ieologisch, ist Fachleuten bekannt.

    Ein ähnlicher roter Faden scheint sich zwischen Altnazis und Hamas-Anhängern heute gebildet zu haben.

    Wer ehrlich zu den Menschen in Gaza sein will, und ihnen wirklich helfen will, muss eindeutig und klar sagen

    FREE GAZA FROM HAMAS

  • Christian Feldmann

    |

    Danke für dieses mutige Streiflicht, Stefan Aigner. Einer der wenigen, die nicht zwischen bösen (die schlagen im Gazastreifen ein, von Mördern geschickt) und guten Raketen (treffen Israel, recht so) unterscheiden und zwischen edlen und heimtückischen Friedensfeinden. Dass es auf beiden Seiten eine kleine, tapfere Friedensbewegung gibt, die laut und fantasievoll unterstützt werden sollte (gerade von Großdeutschland, das viel zu viel Dreck am Stecken und Blut auf der weißen Weste hat, um irgendeinem Juden auf der Welt in den nächsten fünfhundert Jahren arrogante Ratschläge erteilen zu dürfen), ist den Brüllern offenbar noch nicht aufgefallen.

  • @feldmann

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    stimmt, nachdem d schuld an der vertreibung der palästinenser ist, sollte man sich auch mit waffenlieferungen an den staat zurückhalten, der dank seiner macht nicht nur vertrieb, sondern auch weiterhin aggressiv vorgeht.
    habe wir (westen) schon ein land ausgewählt, wo wir willkürlich leute vertreiben, damit dort sinti u roma angesiedelt werden. z.b. teile indiens oder pakistans?

  • Dietmar Kuschke

    |

    Lieber Herr Hornung,

    mal vorweg: Vorurteile, haben grundsätzlich immer nur die Anderen.

    Doch doch, auch ich war dort, in den Jahren 1989 und 1990, sowohl in der Westbank wie auch in Israel selber, wo ich in Ma’Agan in einem Kibbuz gearbeitet habe – eine Zeit, die niemals missen möchte.
    Die Hamas war damals noch überhaupt kein Thema, zur Zeit der 1.Intifada. Die Hamas begann erst eine Rolle zu spielen, nachdem der bereits in die Wege geleitete Friedensprozeß wieder aufgekündigt wurde. Sie ist also ganz klar eine Folge und nicht die Ursache jener aggressiven Nahostpolitik.

    Wer einfach meint, nur die Hamas müsse verschwinden, dann seien alle Probleme gelöst, hat den dortigen Konflikt nicht in seinem kompletten historischen Kontext erfaßt.

    Die einzig vernünftige Losung kann nur lauten:
    Zurück zu einer Politik des von (israelischen) Extremisten ermordeten Yitzhak Rabin, nur so, durch eine Politik „erkennbar“ guten Willens, wird es möglich sein den (islamischen) Extremisten das Wasser abzugraben.

    Auch die „sogenannte“ linke autonome und was-weiß-ich-nicht-alles Antifa wäre gut damit beraten sich diesen unvergleichlichen Politker einmal zu Herzen zu nehmen. Das bellizistische und haßerfüllte Schwenken von Israel-Fahnen wird weder der Situation gerecht noch trägt es zu jener von ihr so vehement geforderten „differenzierten“ Sichtweise bei, sondern ist einfach nur disqualifizierend peinlich und gefährlich dumm.

  • Roland Hornung

    |

    Lieber Herr Kuschke,

    Schalom!

    Gut, dass noch jemand in Israel war – ansonsten lesen wir hier ja nur irgendwelche primitivste abgeschriebenen Parolen aus irgendwelchen parteipolitischen Traktaten :-(

    Wenn ich so manches Gesabber hier lese, das wohl direkt aus der NPD-Feder stammt, graust es mich.

    Natürlich haben sie teilweise Recht, wenn Sie sich eine Rückkehr zu Rabins Politik wünschen.

    Leider verderben Sie sich Ihren anfänglich guten Kom- mentar, indem Sie in mehr als dubiose Parteipropaganda-Parolen verfallen :-(

    Wenn Sie Streit mit Anifa haben – Ihr Problem. Ich fand es wichtig und wohltuend, dass junge Antifaschisten gestern der faschistischen Demo deutlich und richtig Paroli geboen haben.

    …und warum das Schwenken von Israelfahnen bellizistisch sein soll, das von Nazi- und Islamistenfahnen nicht, entzieht sich völlig meinem Verständnis.

    Ihr Aufsatz war anfänglich gut, Sie zeigen gute Ansätze, die weiteren Teile waren miserabel.

    Setzen, vier!

  • hf

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    Weil der Flakhelfer Grass sowas nicht sagen darf, muss der Jude Fried es eben sagen: „Ihr habt überlebt/die zu Euch grausam waren/lebt ihre Grausamkeit/in Euch jetzt weiter?“ (Höre Israel, 1966)
    Fast die gesamte Binnenwirtschaft Israels ist Kriegswirtschaft: Aggressive Land- und Wassernahme unter militärischem Schutz. Man kann weder Terrorismus noch Antisemitismus unterstützen, und muss doch anerkennen, dass die von Israel eingestzte Gewalt nicht zu weniger Gegengewalt führen wird.

  • Nazienkel

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    @thomas r.

    „Fr. Dithfurt“?
    ->Paranoia olé…

    Abgesehen von Ihrem restlichen Geschreibsel offenbart der Anfang Ihres Posts schon die an wahnhafte Paranoia und Ihr Feindbild.

  • grundsatz

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    natürlich sind die flaggen eines landes, dass durch (neo)kolonialismus u imperialismus u als gottesstaat besteht abzulehnen. in anderen städten gibt es auch andere antifa. dann viel spaß mit den parteisätzen von afd u pi. oder der faktischen poltik der regierungsarteien

  • Ludwig Bruckbeck

    |

    Bin ja mal gespannt, wie lang die Regensburger Staatsanwaltschaft braucht, bis sie dieses frei Haus gelieferte Beweisfoto entdeckt (haben die inzwischen schon Internet?), auf dem ein junger Mann in die Kamera blickt, der demonstrativ und geradezu lehrbuchmäßig den rechten Arm zum Hitlergruß hebt. Ort und Datum werden in der dazugehörigen Reportage genau genannt. Die Staatsanwaltschaft ist oft hinter Straftätern her, von denen sie noch nicht mal ein Phantombild hat. Hier hat sie ein gestochen klares Foto. Achja, und dann müßte die Staatsanwaltschaft natürlich auch noch im Strafgesetzbuch den § 86a finden, der das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, wozu der Hitlergruß gehört, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren belegt.

  • Joachim Datko

    |

    Zu 20.07.14 – 14:29 „Wenn ich so manches Gesabber hier lese, das wohl direkt aus der NPD-Feder stammt, graust es mich.“

    Man kann es sich natürlich immer leicht machen und Gegenpositionen diffamieren!

    Daher hier wieder blutige Realität:

    „Ein anderer Soldat berichtet, wie eine alte Frau beim Überqueren der Straße erschossen worden sei: „Ich weiß genau, dass mein Offizier Männer aufs Dach schickte, um sie aus dem Verkehr zu ziehen . Es war kaltblütiger Mord.““

    Siehe: http://www.berliner-zeitung.de/archiv/israelische-soldaten-berichten-von-kriegsverbrechen-der-eigenen-armee-in-gaza–es-war-kaltbluetiger-mord-,10810590,10627838.html

  • Moritz Haberland

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    Und was sagt unser OB zu diesen Vorfällen in dieser unserer Stadt?

  • ANNAF

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    Ehrlich gesagt hab ich mich gewundert, wie wenige Frauen da Kopftücher getragen haben, ich war übrigens eine davon, hitzebedingt. Ich hab vor allem junge Leute gesehen, dass viele Fahnen mitschleppten, kann ich ned nachvollziehen, das konnt ich aber auch bei der WM ned. Die Parolen am Anfang der Demo „Stop the war“ „Free palestine“, das ist ganz klar antisemitisch, denn 1. führt die israelische Regierung keinen Krieg, sie verteidigt sich … und zweitens: Wer unterdrückt denn Palästina? Niemand! Is das denn nicht klar!? Zum Hitlergruß: Leute, da kann ich von jedem von euch, wenn ich über den Tag verteilt Fotos von der Person mache, eins finden, das einen Hitlergruß zeigt. Wer stellt sich für das Experiment zur Verfügung????

  • Tijuana

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    @Joachim Datko: Ihr Artikel ist zwar schon 5 Jahre alt, er zeigt aber etwas sehr wichtiges: nämlich, dass es in Israel eine kritische Öffentlichkeit gibt, eine Zivilgesellschaft, die derartige Verbrechen thematisiert, sie kritisiert und verurteilt. Überhaupt, dass sich Soldaten trauen (können) Verbrechen öffentlich zu machen ist der demokratischen Gesellschaft zu verdanken.
    In Gaza ist so etwas nicht möglich, dort werden abweichende Meinungen nicht toleriert (unvorstellbar sind zum Beispiel Demonstrationen gegen Hamas, obwohl sie seit Jahren stetig an Rückhalt in der eigenen Bevölkerung verliert). Auch wird die Berichterstattung massiv zensiert: haben Sie schon mal ein Bild eines getöteten Hamas-Kämpfers gesehen? Nur Bilder toter Zivilisten sind von Hamas erwünscht. Und gestern schloss Hamas die Grenzübergänge nach außen, um ausländische Journalisten an der einfachen Ausreise zu hindern.

    Weitere interessante Aspekte:
    Mit Anwälten und Prüfungen gegen Vorwürfe von Kriegsverbrechen
    http://www.welt.de/politik/ausland/article130219660/Israel-stellt-jedem-General-einen-Anwalt-zur-Seite.html

    Das Tunnelsystem von Gaza:
    http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-07/gaza-hamas-tunnel/komplettansicht

  • Marion Puhle

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    Antisemitismus bei Gaza-Demo in Berlin : Berlins Polizei kuscht vor Juden-Hassern

    von Jörn Hasselmann

    Angesichts des Gaza-Konflikts gab es in Berlin in den vergangenen Tagen mehrere pro-palästinensische Demonstrationen. Am Donnerstag wurden dabei antisemitische Parolen gerufen. – Foto: dpa
    „Jude, Jude, feiges Schwein“: Seit der Nazizeit sind nicht mehr so offen antisemitische Parolen gegrölt worden wie bei den jüngsten arabischen Demos wegen des Gaza-Konflikts. Und die Berliner Polizei? Unternahm nichts.

    Es ist ein doppelter Skandal. Dass wütende Araber in Berlin auf einer Demo „Jude, Jude, feiges Schwein“ skandieren dürfen, ist beschämend genug. Ist Skandal Nummer 1. Viel schlimmer ist das Verhalten der Polizei. Sie unternahm – nichts. Nicht nur Tausende Berliner und Touristen hörten am Donnerstag das unsägliche Gebrülle auf dem Kurfürstendamm, auch Hunderte Polizisten. Und keiner unternahm etwas. Das ist Skandal Nummer 2. Er wird nicht dadurch kleiner, dass die Polizei am Wochenende versicherte, die Strafbarkeit werde „geprüft“.

    Aha, geprüft. Zu spät. Die Parolen sind gebrüllt, und sie beschädigen das Ansehen Deutschlands.

    Seit der Nazizeit sind nicht mehr so offen antisemitische Parolen gegrölt worden wie bei den jüngsten arabischen Demos wegen des Gaza-Konflikts. Ein Polizist, der es wissen muss, sagt: „Das ist strafbar.“ So sieht es auch das American Jewish Committee (AJC), das Strafanzeige erstattete. Bei einer NPD-Demo wäre „Jude, Jude, feiges Schwein“ einmal gebrüllt worden, die Polizei wäre sofort eingeschritten. Vor aufgehetzten Arabern kuscht die Polizei, das ist unerträglich. Der AJC sorgt sich um die Sicherheit von Juden – zu Recht.

    Der Tagesspiegel 21.07.2014

  • Ludwig Bruckbeck

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    Ja, schon klar. Wenn man einen Schnappschuß macht von einer Menschenmenge, das sieht immer so aus, als würde der eine die Faust ballen und der andere den Stinkefinger zeigen. Dabei hält der eine gerade in der Faust ein Marienkäferchen fest, und der andere betrachtet seinen Fingernagel. Es gibt ja auch diese Fotos von den Nürnberger Parteitagen, wo es so aussieht, als würden hunderttausend Uniformierte gleichzeitig den rechten Arm heben. Dabei war das totaler Zufall! Wie der renommierte Historiker Guido Knopp herausfand, wurden die Hunderttausend nur von der Sonne geblendet und hielten deshalb die Hand gegen die Sonne! Und wie’s der Teufel will, war das bei allen Hunderttausend die rechte Hand! Wegen so einem saublöden Zufall hat Deutschland soviel Reparationszahlungen leisten müssen!

  • aber hallo

    |

    Einem Großteil der Demonstranten, die auf dem obrigen Bild zu sehen sind, geht es ja in keinster Weise um die Befriedung des Nahen Ostens. Es ist der reine Hass auf Israel und die jüdischen Mitbürger, der sie auf die Straße treibt. Die Polizei ist hier dringend gefordert, jede Form von Antisemitismus sofort zu ahnden und es unter keinen Umständen, wie in Berlin, zu dulden.

  • Dolittle

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    Ähnliches auch in Berlin: http://www.tagesspiegel.de/meinung/antisemitismus-bei-gaza-demo-in-berlin-berlins-polizei-kuscht-vor-juden-hassern/10226896.html

    Frieden im Nahen Osten kann es nur geben, wenn sich die gemäßigten Kräfte auf beiden Seiten durchsetzen. Das Existenzrecht Israels ist genauso anzuerkennen, wie das Existenzrecht der Palästinenser. Siedlungsbau ist genauso kontraproduktiv wie Raketen auf Israel. Die Logik des Krieges schadet allen Bewohnern Palästinas.

    Doch derzeit haben die Hardliner das Sagen. Es regieren Angst und Hass. Verpufft ist das gemeinsame Gebet von Perez und Abbas beim Papst. Verpufft die vielen hoffnungsvollen Friedensinitiativen der letzten 20 Jahre. Schuld daran sind beide Seiten.

  • AAron

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    Ich kann dem Herrn/der Frau „Wahrheit“ und Frau Grandel nur zustimmen.

    Zudem kommt bei mir die Frage auf, weßhalb man nicht über die Juden und ihren religiösen Vertretern berichtet,
    die für Palestina demonstrieren, wie in Tel Aviv, London oder New York.


    http://jews4big.wordpress.com/
    http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/middleeast/israel/10967613/British-Jews-fast-to-call-for-end-to-violence-in-Israel-and-Gaza.html
    http://jews4big.wordpress.com/2014/07/14/why-our-boycott-campaign-against-israel-makes-sense/
    http://mondoweiss.net/2014/07/jewish-stand-people.html

    Sind das nun auch Antisemiten, weil sie gegen den Zionismus und gegen die Menschenrechtsverletzungen demonstrieren?

    Ich möchte dazu noch erwähnen, dass Anti-Islamismus genauso abscheulich ist, wie Antisemitismus. Genauso grausam finde ich es,
    wenn man Menschen mit einer schwerwiegenden Unterstellung des Antisemitismus einen Riegel vor den Mund setzt und dieses sensible
    Thema ausnutzt, um seine eigene Antipathie zu verschleiern.

    Die Früchte werden geerntet, Hollywood und Presse zeigen ihre Wirkung. Begrifflichkeiten wie radikal islamistisch/
    rechtspopulistisch/ antisemitisch/ Pro-… sind nun das neue Vokabular. Das Bild des aggressiven Arabers/Moslems haben unser
    Bild geprägt.

    Und Sie tragen auch leider Ihren Beitrag dazu.

    Ob Allahu Akbar oder nicht – dies ist übrigens kein Kriegsgeschrei, wie ständig versucht wird uns einzutrichtern – diese Menschen
    sind gegen Menschenrechtsverletzungen eingetreten.
    Und wenn ein paar aus dem Raster fallen heißt es nicht, dass gleich die „ganze“ Menge dieselben Parolen unterstützt.

    Letztendlich wurde niemand verletzt, es gab KEINE ernste Auseinandersetzung, wie man mitbeobachten durfte.
    Aber dies so darzustellen, nur um mit dem großen Strom mitschwimmen zu dürfen, finde ich ebenfalls verwerflich.

  • hf

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    „Schuld daran sind beide Seiten.“ – Dran verdienen tun aber nur die Israelis, während die Palestinenser hauptsächlich sterben. Mit so einer gerecht verteilten Schuld lässt sich dennoch gut leben, nicht wahr?

    nur: http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-12/israel-waffengeschaefte-gaza

    Mit Verlaub, wir als Geldgeber für Israels Militärmaschinerie sind auch mit Schuld; das Assoziierungsabkommen mit der EU kann so nicht länger aufrecht erhalten bleiben. Da hatte der Martin Schulz schon gute Ansätze, die aber ebenso zerredet worden sind, wie alles was unter den dehnbaren Begriff „Israelische Staatsraison“ fällt.
    Fakt ist: Alle Einwohner in beiden Staaten haben gleichen Anspruch auf Siedlungsland, Trinkwasser und humanitäre Standards. Israel verhindert gezielt die Konsolidierung eines demokratischen, rechtsstaatlich verfassten Palästinas, vereitelt sogar humanitäre EU-Hilfswerke, die einzige Hoffnung gegen die Terroristen.
    Man kann, mit ein wenig gesundem Menschenverstand, nicht umhin zu unterstellen, dass ein paritätischer Frieden genau das ist, was die wenigen wirklich mächtigen Familien des Zwergstaates Israel partout verhindern wollten. Die verdienen sich nämlich dumm und dämlich am Status Quo (Wohnen, Lebenshaltung, Sicherheitstechnik: alles Schweineteuer), während in Palästina die Kindersterblichkeit gegen den globalen Trend weiter ansteigt.
    Indem man sich hier drüber streitet, wer überhaupt würdig ist, das Unrecht zu benennen, hat man sich schon mitschuldig gemacht. Israelis und Palästinenser täten gut daran, gemeinsam gegen das eine Prozent ultrafaschistischer Juden vorzugehen. Unsere Aufgabe muss es sein, sie dabei zu unterstützen.

  • grundsatz

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    in ein land einmarschieren u den leuten wegnehmen, war schon nicht ok. v.a. wenn europäische kolonialmächte die den unterdrückten muslimen aufzwangen

  • Oki

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    Also wirklich! Natürlich sind die Menschen wütend und hasserfüllt! Auch ich bin schwer enttäuscht von unserer Regierung. Israel hat KEIN recht auf Selbstverteidigung, denn es handelt sich hierbei nicht um Selbstverteidigung!

    Schonmal jemand nachgelesen ab wann etwas Selbstverteidigung ist? Selbstverteidigung muss mit ANGEMESSENEN Mitteln stattfinden. Es ist durchaus strafbar wenn man einem unbewaffneten Schläger mit einem Messer ersticht, da das Mittel Messer nicht gerechtfertigt war!

    Dieser Artikel ist die reine Propaganda!
    Anstatt nüchtern zu erzählen was beide Parteien bewegt, erzeugt er hetzerische Bilder und verhärtet Fronten!

    Und ob Israel proffitiert! Vielleicht nicht im ersten Moment, aber es ist ihnen alles Geld der Welt wert die Palästinänser von „ihrem“ Grund und Boden zu vertreiben. Wie viel müssen sich Palästinenser noch gefallen lassen? Die andauernden Provokationen durch Israel sind nicht gerechtfertigt! Ich sage nur: Nahrungsmittel und Wasserumverteilung, Siedlungsbau!

    Ich sage nicht, dass die Hamas oder IsIs wunderbare, heilsbringende Organisationen sind, aber man muss über seinen Tellerrand hinwegsehen können und versuchen zu VERSTEHEN!

    Diesen Hass aufeinander können wir bequemen Sesselpuper doch garnicht nachvollziehen und doch spielen wir uns auf und sehen weiterhin darüber hinweg welche Verbrechen Israel begeht!

    Armes Deutschland, das zu feige ist sich einmal ehtisch korrekt zu entscheiden, das zu feige ist den Mund aufzumachen. Lasst uns aus bequemlichkeit doch lieber den U.S.A in den Hintern kriechen!

    Armes Deutschland!

  • Lothgaßler

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    Ich bin froh mitten im friedlichen und wohlhabenden Mitteleuropa zu leben. Keine Kriegstreiber weit und breit, keine Lust auf Krieg und Terror. So soll es bei uns auch bleiben! Krude Meinungen müssen wir aushalten. Stellvertreter-Auseinandersetzungen in unserem Lande aber nicht!

    Israel als Staat, als Nation, als Heimat hat sein Existenzrecht und muss sich und seine Bürger verteidigen.

    Die Palästinenser brauchen ebenfalls eine Heimat, einen Staat, und auch dieser muss seinen Bürgern Heimat, Sicherheit, Wohlstand und Zukunft sichern können. Leider versagt die lokale, regionale und internationale Politik seit Jahrzehnten an dieser Aufgabe. Hier muss endlich eine Lösung gefunden werden. Danach wird sich dieses ständig wiederholende Wechselspiel aus Gewalt und Gegengewalt von selbst beenden.
    Die Lösung zu finden und durchzusetzen ist eine große Aufgabe und wird kosten. Ich weiß auch nicht wie das Staatsgebiet eines Staates Palästina gebildet werden kann. Geben Ägypten, Jordanien etwas ab?

    Die aktuelle Aggression von Seiten der Hamas werte ich als Kriegsverbrechen, das primär gegen die eigene Bevölkerung gerichtet ist. Die Hamas ist vollständig destruktiv, damit lässt sich kein Land aufbauen. Palästina braucht neue politische Kräfte.

  • hf

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    Wenn die so schmerzhaft lernen müssen, wie Deutschland und Frankreich, anstatt von Deutschland und Frankreich zu lernen, dann gute Nacht.

    „Die Lösung zu finden und durchzusetzen ist eine große Aufgabe und wird kosten.“

  • dugout

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    Was am Samstag in Regensburg zu sehen und vor allem zu hören war hat mit dem legitimen Wunsch nach Frieden nicht, aber auch gar nichts zu tun. Hier wurde genau eines zur Schau gestellt, der blanke Judenhass.
    Wer glaubt das seih alles nicht so schlimm oder gar versucht dummdreist mit berechtigter Wut, oder wie auch hier geschehen einfach die Anzahl der Toten gegeneinander aufrechnend daraus eine nicht gegebene Selbstverteidigungssituation Israels ableitet kann nicht mehr bei Trost sein.
    Wenn nicht eine handvoll Antifaschisten im Vorfeld der Free Palestine Demo massiv auf die Orga eingewirkt hätte, wären am Samstag radikale Hamas Anhänger mit Neonazis Hand in Hand durch Regensburg marschiert, gegen Israel und kaum kaschiert gegen Juden.
    Den Antifaschisten kann man nicht genug danken dafür dass Regensburg diese Schande erspart geblieben ist.
    Wer glaubt das seih ja alles nicht so schlimm kann sich gerne informieren was in Deutschland im Jahr 2014 wieder möglich ist

    https://www.facebook.com/DeutscheZustaende

  • dugout

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    +++ Jüngste Antisemitische Vorfälle in Deutschland und Frankreich. Eine unvollständige Sammlung. +++

    PARIS, 13. Juli 2014. In Zentralparis wurden Jüd*innen in eine Synagoge gedrängt und diese dann angegriffen. Mehr als 100 Menschen waren bedroht.
    https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10153379025907316&set=a.279044817315.179332.73528002315&type=1

    BREMEN, 13. Juli 2014. Ausschreitungen bei Demonstration, Verletzte, Polizei griff nicht ein. http://taz.de/Eskalation-bei-Demonstration/!142364/

    GELSENKIRCHEN, 12. Juli 2014. Demonstrant ruft „Hamas, Hamas, Juden ins Gas.“ http://youtu.be/AixPXzvRyBI?t=4m44s
    Auch in anderen Städten soll diese Parole wie auch „Tod den Juden“ und „Juden ins Gas“ skandiert wurden sein.

    FRANKFURT, 12. Juli 2014. Ausschreitungen, Polizei wurde angegriffen. Zur „Deeskalation“ erlaubte die Polizei anschließend die Nutzung des Lautsprechers des Polizeiwagens zum Ausrufen antisemitischer Parolen. http://www.fr-online.de/frankfurt/protest-gegen-israel-gaza-demo-eskaliert-in-frankfurt,1472798,27795726,view,asFirstTeaser.html

    BERLIN, 12. Juli 2014. Ausschreitungen, nachdem die Demonstrant*innen vergeblich versuchten die Fanmeile zu stürmen. http://www.tagesspiegel.de/berlin/protest-gegen-israel-palaestinensische-demonstranten-wollten-fanmeile-stuermen/10191256.html

    STUTTGART, 12. Juli 2014. Ebenfalls Ausschreitungen. http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.free-palaestina-demo-in-stuttgart-ausschreitungen-auf-dem-schlossplatz.f5d21b4b-4983-41da-912e-730f7f6c491c.html

    FRANKFURT, 11. Juli 2014. Synagoge beschmiert. https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10152254164268932&set=a.365876903931.154490.541558931&type=1

    DRESDEN, 11. Juli 2014. Synagoge beschmiert. http://www.lvz-online.de/leipzig/polizeiticker/polizeiticker-mitteldeutschland/unbekannter-beschmiert-dresdner-synagoge–ueberwachungskamera-filmt-taeter/r-polizeiticker-mitteldeutschland-a-246366.html

    PARIS, 11. Juli 2014. In der Nähe von Paris wurde eine Synagoge mit einem „Molotowcocktail“ angegriffen: http://www.jta.org/2014/07/13/news-opinion/world/synagogue-firebombed-near-paris-in-fresh-string-of-violence / http://www.02elf.net/politik/israel/frankreich-synagoge-mit-brandbombe-beworfen-663435

    ESSEN, 10. Juli 2014. Sturm auf eine Synagoge konnte noch verhindert werden.
    http://www.derwesten.de/staedte/essen/anti-israel-versammlung-sorgt-fuer-grossaufgebot-der-polizei-id9584277.html

    PARIS, 8. Juli 2014. Ein Mädchen wurde mit Pfefferspray angegriffen und als „schmutzige Jüdin“ beschimpft. http://www.02elf.net/politik/israel/frankreich-synagoge-mit-brandbombe-beworfen-663435

    WUPPERTAL, 5. Juli 2014. Angriff auf Pro-Israel-Aktivist*innen. http://www.ruhrbarone.de/wuppertal-angriff-auf-pro-israel-aktivisten/82599

    Bei einer FB-Veranstaltung der Linksjugend Solid wurde massiv antisemitische Propaganda von Usern geteilt. http://www.ruhrbarone.de/linkspartei-jugendverband-solid-mit-hitler-gegen-israel/83201

    HAMBURG, 20. Juni 2014. Antisemitisch motivierter Angriff auf einen älteren jüdischen Mitbürger bei einer Mahnwache für die entführten israelischen Jugendlichen. http://hamburg-israel.de/?p=288

  • aber hallo

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    @dugout: Absolut richtig! Es ist offensichtlich purer Hass gegen die Juden und den Staat Israel und unabhängig von der politischen Lage zu betrachten. Man könnte sogar behaupten, dass diese Herren auf dem obrigen Bild nur einen Anlass für die öffentliche Zurschaustellung ihres Judenhasses gesucht und ihn jetzt gefunden haben.

  • auch ein Pazifist

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    @Roland Hornung

    Werden sie eigentlich für Ihren beharrlich plump formulierte Pro Israel Nationalismus bezahlt?
    Ich halte Sie für einen Rassisten, der ganz bewußt über das Leid der anderen Gruppe hinwegsieht und für den die einen Menschen mehr wert sind als die anderen. Sie pflegen einen Chauvinismus, der einer friedlichen Lösung des Konflikts im Wege steht. Im Grunde sind sie nichts anderes als ein recher Scharfmacher, ein Kriegstreiber im Engelskostüm. Ich wundere mich nur darüber, wie Sie es schaffen immer wieder linke Gruppierungen mit ihrem Nationalismus zu infiltrieren.

  • Roland Hornung

    |

    Ein -als Pazifist verkleideter – Antisemit versucht mich hier „anzumachen“ :-)

    Wenn Antisemiten mehr als zwei Meter mal von ihrem Stammtisch weg gingen und die Menschen in anderen Ländern kennen und schätzen würden, wäre die Welt ein wenig besser.

    Mit dümmlichen Unterstellungen aus gewissen Richtungen und von „den üblichen Verdächtigen“ kann aber die Welt nicht besser werden :-(

  • auch ein Pazifist

    |

    @Roland Hornung,
    … sie sind ein lebendes Vorurteil. Ich bin also ein Antisemit, nur weil ich Sie kritisiere? Sie bedienen sich lediglich Ihrer Reflexe. Und sie sind alles nur nicht Teil einer jüdischen Friedensbewegung.

  • Dubh

    |

    Uschi Grandel : „Nazis und jede Art von Rassismus würden nicht toleriert – das wurde im Vorfeld auf Facebook publik gemacht und am Anfang der Demonstration verkündet – es wurde auch niemand gesichtet. “

    „Das Ziel der Friedensdemo wird bereits einleitend von einem jungen Mann in “Killuminaten”-T-Shirt klargestellt. Es bleibt die einzige Rede im Verlauf der gesamten Demo.“ s. Artikel

    Kein Rassist gesichtet?
    Da würde ich doch mal annehmen – DIESER Rassist/
    Antisemit war von den Veranstaltern offensichtlich legitimiert!

    Von wem – und in welchem Zusammenhang wird der Ausdruck „Illuminaten“ heutzutage (ernsthaft) benutzt?

    „Die anti-illuminatische Verschwörungstheorie wurde Ende des 19. Jahrhunderts antisemitisch aufgeladen, indem man behauptete, Weltjudentum und Freimaurer bzw. Illuminaten würden an einem Strang ziehen oder seien letztlich identisch.[32] Die englische Faschistin Nesta Webster zog seit den 1920er Jahren Parallelen zwischen den angeblichen Komplotten der „Weisen von Zion“ und denen der Illuminaten.[33] Rechte und rechtsextremistische Gruppen und Personen verbreiten heute weiterhin Verschwörungsthesen über die Illuminaten:[34] so etwa die amerikanische John Birch Society, der christliche Prediger Pat Robertson[35] und der Verschwörungstheoretiker Des Griffin“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Illuminatenorden#Mythen_und_Verschw.C3.B6rungstheorien

    „Schuld daran seien nicht die Juden, aber „die Zionisten“. Bevor sie gekommen seien hätten Juden und Palästinenser miteinander Babys gesittet.“ s. Artikel

    „Die Zionisten sind schuld“ ist nicht weniger rassistisch/antisemitisch, weil auch da einer Menschengruppe – heute in Israel lebenden Juden – pauschal zugeschrieben wird eben sie wären Zionisten – dann sind es wieder nur einfach „Juden“, die schuld sind – oder wer genau soll gemeint sein mit „Zionisten“ heute ?

    DIE ersten kamen bereits im vorvorletzen Jahrhundert 1882!
    DIE also – welche bitte?
    http://de.wikipedia.org/wiki/Zionismus#Geschichte_bis_1945
    http://de.wikipedia.org/wiki/Zionismus#Geschichte_seit_1945
    http://de.wikipedia.org/wiki/Neo-Zionismus

    Wenn der Staat Israel gemeint gewesen wäre, bzw. dessen Regierung, dessen aktuelle Politik, warum beschränkt man sich nicht darauf den ausschließlich zu nennen?

    Wenn die VeranstalterInnen offensichtlich nicht in der Lage sind Rassismus/Antisemitismus zu erkennen, wenn er gut sichtbar vor ihnen steht, vom Gequatsche noch ganz abgesehen, und sie ja vorher darauf hingewiesen wurden, wer da mitmischt – WAS sind diese VeranstalterInnen dann, wenn ihnen noch nicht mal bei „Killuminaten“ irgendetwas negativ auffällt?

    Einfach beim saudümmlich – aber eindeutig nichtrassistisch „Ein bißchen Frieden, ein bißchen Freiheit“ trällern, wie seinerzeit Nicole das liebliche Mädchen beim Grand Prix 1982, ist es ja auf dieser Demo durchaus nicht geblieben………………..

  • hf

    |

    “Die Zionisten sind schuld” ist nicht weniger rassistisch/antisemitisch, weil auch da einer Menschengruppe – heute in Israel lebenden Juden – pauschal zugeschrieben wird eben sie wären Zionisten – dann sind es wieder nur einfach “Juden”, die schuld sind – oder wer genau soll gemeint sein mit “Zionisten” heute ?

    na, zum beispiel
    http://www.welt.de/kultur/article13813401/Wie-Ultraorthodoxe-den-Judenstaat-zerstoeren.html
    … logo, der broder sollte eigentlich auch sein antisemitisches, weil deutsches maul halten, aber lassen wir ihm seine meinungsäußerung, so lange er nicht von kinder- und frauenmördern redet, oder?

    und eine frau ist er schließlich auch nicht, so wie das mädchen das neulich erst vergewaltigt und dann erwürgt worden ist, weil sie einen minirock trug…

    http://www.welt.de/politik/ausland/article13786527/Wie-Frauen-aus-der-Oeffentlichkeit-verbannt-werden.html

  • hf

    |

    und dann noch die springerpresse zitieren… wie antisemitisch ist das denn schon wieder :-)

  • Helga Hanusa

    |

    Während die Regierung in Israel, getrieben von der extremen Rechten, die Menschen im Gazastreifen aus ihren Wohnungen bombardiert und massenhaft tötet, versammelten sich einige RegensburgerInnen unter der Parole „Free gaza from hamas“. Völlig akzeptiert scheint dieser kriegstreiberische Zynismus. Kein Gedanke, kein Wort gegen den Krieg, zu einem gerechten Frieden, einer Zweistaaten Lösung für Israel und Palästina. Ohne Kenntnis(?) oder Interesse(?) für die Bemühungen der Friedenskräfte in Israel und in den palästinensischen Gebieten.
    Juden und Araber, steht auf und macht Frieden
    von Mohammad Bakri
    1
    Volk Israel, Shalom,
    ich habe mich entschlossen, Euch zu schreiben, weil
    ich glaube, dass Ihr Euch wie ich und alle Menschen nicht mehr und nicht weniger nach Frieden und Ruhe sehnt. Denn was letztlich wünscht sich ein Mensch?
    Über die Lage werde ich Euch nichts erzählen. Wir alle fühlen uns schlecht, wir alle sorgen uns sehr, was passiert. In der Luft liegt der Geruch des Todes, der einer roten Warnlampe gleicht, die uns diesmal anzeigt, dass etwas Schreckliches geschehen wird, wenn wir uns nicht bewegen.
    Ich glaube, dass die Mehrheit der Menschen in diesem kleinen Land eine endgültige Lösung für einen echten Frieden und für gesellschaftlich-politische Gerechtigkeit will. Es gibt unter uns eine
    kleine Minderheit, welche die Unruhe und einen Zustand der Feindschaft zwischen beiden Völkern genießt. Wir alle wissen, wer diese Minderheit ist. Diese Minderheit erhebt sich jedes Mal und tut etwas, was den Friedensprozess sabotiert und einen Keil zwischen uns allen treibt.
    Die Lösung ist einfach: das Kind beim Namen nennen
    2
    .
    1
    Aufruf in „Haaretz“ 10. Juli 2014 (Hebr.). Moham
    ed Bakri ist der bekannteste arabisch-israelische Schauspieler und Filmemacher.
    Übertragung von Judith Bernstein, München.
    2
    Im hebräischen Original: „den Hund beim Namen nennen“.
    http://www.reiner-bernstein.de/genferinitiative/ge_erklaerungen/Bakri_10.07.14.pdf

  • Tijuana

    |

    @Helga Hanusa:
    Sie vermischen hier verschiedene Dinge: es geht nicht um Israel gegen „die Plästinenser“, sondern Israel gegen die Terrororganisation Hamas. Lesen Sie die Charta der Hamas, dann werden Sie erkennen, dass Verhandlung über deren Ziele grundlegend „schwierig“, wenn nicht unmöglich sind. Die Bevölkerung Gazas leidet auch unter dem Regime und ist quasi in Geiselhaft.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hamas#Gr.C3.BCndungscharta
    Die blutige Strategie von Hamas beschreibt der Cicero sehr ausführlich:
    http://www.cicero.de/weltbuehne/trugbilder-im-gazakrieg-die-blutige-guerrilla-taktik-der-hamas/57966

    @hf: Au ja, bitte noch mehr Artikel, die nichts mit der Sache zu tun haben und mehrere Jahre alt sind. Ihnen geht es offensichtlich nicht um die Sache, sondern um eine Dämonisierung Israels.

  • hf

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    @tijuana: wenn israel ernsthaft die hamas bekämpfen wollte, dann würde es in palästina statebuilding betreiben, wirtschaftlichen und sozialen aufschwung fördern, bildung und arbeitsplätze ermöglichen.

    indem man immer neue unschuldige familien zerstört, die ohnehin schon kaum etwas zu verlieren hatten, außer ihrem dach über dem kopf, macht man die hamas erst zu der letzten hoffnung, die sie für viele verzweifelte ist.

    es bracuht einen marschallplan für gaza und die westbank, nicht noch mehr zäune, kontrollen und kollektive militärische racheakte.

    das gegenteil zu behaupten grenzt in deutschland eigentlich an volksverhetzung, denn wird sind den israelis verpflichtet, den fortbestand ihres staates in frieden zu unterstützen, nicht sie zum gegenteil zu ermuntern.

  • Dubh

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    Tijuana: „…..es geht nicht um Israel gegen “die Plästinenser”, sondern Israel gegen die Terrororganisation Hamas.“

    Ja, theoretisch – völkerrechtlich………………wobei „wir“ letzteres mal in den Hut und mal aus dem hut zaubern – wie es grade passt

    Praktisch sind die Palästinenser aber da, und werden von beiden Seiten der politischen Führungen plattgemacht, da sich Hamaskämpfer und israelische Armee meines Wissens nicht Mann gegen Mann „ehrenhaft“ auf offenem – LEEREM – Felde gegenüberstehen.

    Die Palästinenser sind also von der Hamas in Geiselhaft genommen, und die Israelis von der extremen nationalen religiösen Rechten, der die Regierung Israels, die ja durchaus nicht voll in deren Hand ist, nichts entgegensetzt, denen nicht Einhalt gebietet, ob sie nun weiter Siedlungen bauen, oder Frauen aus der Öffentlichkeit verbannen wollen.

    Feine Sache, wenn auf beiden Seiten nationalistische Gotteskrieger den Ton angeben.

    Da wird schon mehr passieren müssen, wenn das nicht einfach so weitergehen soll, als dass einfach nur die Hamas weg wäre – zumal es der bei derartigem Vorgehen Israels an Nachwuchs nicht mangeln dürfte.

  • Robert Rickler

    |

    Hier noch weitere Hintergrundinformationen zu der Thematik:
    http://robertrickler.blogspot.de/2014/07/14-kolumne-von-caroline-glick-ins.html

    Bemerkenswert ist u.a. folgendes Zitat:
    „Selbst palästinensische Beamte bestätigen, dass ihre Raketenoffensive, die im letzten Monat begann, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist.

    Mit anderen Worten, der eigene Vertreter der PLO sagte, dass Israel unschuldig ist und dass die Palästinenser schuldig der Durchführung von Taten des Völkermordes sind.“

  • hf

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    @robert rickler: ja, der hamas Terror ist unmenschlich. Und Israel weiß genau, dass ein versagender weil nicht existierender staat Palästina weder seine noch israelische Bürger vor diesen verbrechern schützen kann. Das nennt man politisches Kalkül.

    Ihr Denkfehler: sie setzen hamas und Palästinenser gleich und plädieren für kollektivstrafen. Israel trifft keine Schuld am tod von unschuldigen Zivilisten? Da unterstelle ich ihnen jetzt einfach böswilligkeit, weil so dumm kann man nicht sein.

  • Reinhard Hanausch

    |

    Fast genau vor 45 Jaharen, am 25.7.1969 veröffentlichte Jean Amery folgenden Artikel in der Zeit:

    Der ehrbare Antisemitismus
    Die Barrikade vereint mit dem Spießer-Stammtisch gegen den Staat der Juden von Jean Amery

    De Gaulle fiel. Manch einem war trüb zumut wie einem Heineschen Grenadier; mir auch, mir auch. Nur leider, daß in New York dem französischen UNO-Delegierten Armand Berard nichts Besseres einfiel, als verzweifelt auszurufen (laut Nouvel Observateur vom 5. Mai): „C’est l’ or juif!“ Und kein Dementi. Rechter Hand, linker Hand, alles vertauscht. Der Antisemitismus schafft’s und, wie es einst bei Stefan George hieß: er reißt in den Ring.“
    Das klassische Phänomen des Antisemitismus nimmt aktuelle Gestalt an. Die alte besteht weiter, das nenn ich mir Koexistenz. Was war, das blieb und wird bleiben: der krummnasige, krummbeinige Jude, der vor irgend was – was sag ich? der vor allem davonläuft. So ist er auch zu sehen auf den Affichen und in den Pamphleten der arabischen Propaganda, an der angeblich braune Herren deutscher Muttersprache von einst, wohlkaschiert hinter arabischen Namen, mitwirken sollen. Die neuen Vorstellungen aber traten auf die Szene gleich nach dem Sechs-Tage-Krieg und setzen langsamerhand sich durch: der israelische Unterdrücker, der mit dem ehernen Tritt römischer Legionen friedliches palästinensisches Land zerstampft. Anti-Israelismus, Anti-Zionismus in reinstein Vernehmen mit dem Antisemitismus von daznmal. Der ehern tretende Unterdrūcker-Legionār und der krummbeinige Davonlāufer stören einander nicht. Wie sich endlich die Bilder gleichen!
    Doch neu ist in der Tat die Ansiedlung des als Anti-Israelismus sich gerierenden Antisemitismus auf der Linien. Einst war das der Sozialismus der dummen Kerle. Heute steht er im Begriff, ein integrierender Bestandteil des Sozialismus schlechthin zu werden, und so macht jeder Sozialist; sich selber freien Willens zum dummen Kerl.
    Den Prozeß kann man nutzbringend nachlesen im dem schon vor mehr als einem Jahr in Frankreich bei Pauvert erschienenen Buch Gauche contre Israel“ von Givet. Es genügt aber auch, gewisse Wegmarken zu erkennen, beispielsweise eine in der Zeitschrift konkret erschienene Reportage zu lesen: „Die dritte Front“. „Ist Israel ein Polizeistaat?“ heißt da ein Zwischentitel. Die Frage ist nur rhetorisch. Natürlich ist Israel das. Und Napalm und gesprengte Häuser -friedlicher arabischer Bauern und Araber-Pogrome in den Straßen von Jerusalem. Man kennt sich aus. Es ist wie in Vietnam oder wie es einstens in Algerien war. Der krummbeinige Davonläufer nimmt sich ganz natürlich ans als Schrecken verbreitenden Goliath.
    Es ist von der Linken die Rede und keineswegs nur von den noch mehr oder minder orthodoxen kommunistischen Parteien im Westen oder gar von der Politik der Staaten des sozialistischen Lagers. Für diese gehört der Anti-Israelismus, aufgepropft auf den traditionellen Antisemitismus der slawischen Völker, ganz einfach zur Strategie und Taktik einer so und so gegebenen politischen Konstellation. Die Sterne lügen nicht, die Gomulkas wissen, worauf sie rechnen dürfen. Ca bonne guerre! Darüber ist kein Wort zu verlieren.
    Schlimmer ist, daß die intellektuelle Linke, die sich frei weiß von Parteibindungen, das Bild übernimmt. Jahrelang hat man – um einmal von Deutschland zu reden – den israelischen Wehrbanem gefeiert und die feschen Mädchen in Umform. In schlechter Währung wurden gewisse Schuldgefühle abgetragen. Das mußte langweilig wenden. Ein Glück, daß für einmal der Jude nicht verbrannt wurde, sondern als herrischer Sieger dastand, als Besatzer. Napalm und so weiter. Ein Aufatmen ging durchs Land. Jederkonnte reden wie die Deutsche National- und Soldaten-Zeitung; wer links stand, war befähigt, noch den Jargon des Engagements routinemäßig zu dekorieren.
    Fest steht: der Antisemitismus, enthalten im Anti-lsraelismns oder Anti-Zionismus wie das Gewitter in der Wolke, ist wiederum ehrbar. Er kann ordinär reden, dann heißt das „Verbrecherstaat Israel“. Er kann es auf manierlichere Art machen und vom „Brückenkopf des Imperialismus“ sprachest, dabei so nebstbei allenfalls in bedauerndem Tonfall hinweisen auf die mißverstandene Solidarität, die so ziemlich alle Juden, von einigen löblichen Ausnahmen abgesehen, an den Zwergstaat bindet, und kann es empörend finden, daß der Pariser Baron Rothschild die Israel-Spenden der jüdischen Bevölkerung Frankreichs als eine Steuer einfordert.
    Der Antisemitismus hat es leicht allerwegen, Die emotionelle Infrastruktur ist da, und das keineswegs nur in Polen oder Ungarn. Der Antisemit ‚denystifiziert“ den Pionierstaat mit Wohlbehagen. Es fällt ihm ein, daß hinter dieser Staatlichem Schöpfung immer schon der Kapitalismus stand in Form der jüdischen Plutokratie: Auf diese letztgenannte geht er nicht ausdrücklich ein, das wäre ein ideologischer lapsus linguae, jedoch – „c’est l’or juij“! – niemand wird „im täuschen über die tatsächliche Bestelltheit eines Landes, das am einer schlechten Idee geboren, am schlechten Orte errichtet, einen oder mehrere schlechte Kriege geführt und Siege erfochten hat,
    Mißverständnisse sind nach Möglichkeit zu vermeiden. Ich weiß so gut wie irgendwer und jedermann, daß Israel objektiv die unerfreuliche Rolle der Besatzungsmacht trägt. Alles zu justifizieren, was die diversen Regierungen Israels unternehmen fällt mir nicht ein. Meine persönlichen Beziehungen zu diesem Land, von dem Thomas Mann in der Josephs-Tetralogie gesagt hat, es sei „ein Mittelmeer-Land, nicht gerade heimatlich etwas staubig und steinig“, sind quasi null: Ich habe es niemals besucht, spreche seine Sprache nicht, seine Kultur ist mir auf geradezu schmähliche Weise fremd, seine Religion ist nicht die meine. Dennoch ist das Bestehen dieses Staatswesens mir wichtiger als das Irgendeines anderen,
    Und hiermit gelangen wir an den Punkt, wo es ein Ende hat mit jeder beratenden oder analysierenden Objektivität und wo das Engagement keine freiwillig eingegangene Verbindlilchkeit ist, sondern eine Sache der Existenz, das Wort in mancherlei Bedeutung verstanden.
    Über Israel, den modischen Anti-Israelismus, den altmodischen, aber stets in jegliche Mode sich wieder einschleichenden Antisemitismus spricht existentiell subjektiv, wer irgendwie „dazugehört“ (Juden, Personen, die im Sinne des Reichsbürgergesetzes vom 15. September 1935 als Juden gelten) – und erreicht am Ende vielleicht gerade darum eine Objektivität annähernd naturrechtlichen Charakters. Denn schließlich mündet noch die geistesschlichteste – genauso wie die gründlichste und gescheiteste – Überlegung in die Erkenntnis, daß dieses Pionierland, und mag es hundertmal nach einer sich pervertierenden pseudomarxistischen Theologie im Sündenstande technischer Hochentwicklung sich befinden, unter allen Staaten dieses geopolitischen Raumes das gefährdetste ist. Sieg, Sieg und nochmals Sieg: Es droht die Katastrophe, und ihr weicht man auch nicht aus, indem man direkt in sie hineinrennt und Israel zum Teilgebiet einer palästinensischen Föderation macht.
    Die arabischen Staaten, denen ich Glück und Frieden wünsche, werden den israelischen Entwicklungsvorsprung einholen, irgendeinmal. Ihr demographischer Überdruck wird das übrige tun. Es geht unter allen Umständen darum, den Staat Israel zu erhalten, so lange, bis Frieden, wirtschaftlicher und technischer Vorausgang die Araber in einen allgemeinen Gemütszustand versetzen, der ihnen die Anerkennung Israels innerhalb gesicherter Grenzen gestattet.
    Es geht darum. Wem? Die subjektive Verfassung, die zur geschichtlichen Objektivität werden will, hat hier ihre Dreinrede. Israels Bestand ist unerläßlich für alle Juden (Juden, Personen, die im Sinne … und so weiter), wo immer sie wohnen mögen. „Wird man mich zwingen, Johnson hochleben zu lassen? Ich bin bereit dazu“, rief am Vorabend des Sechs-Tage-Krieges der linksradikale französische Publizist und Sartre-Schüler Claude Lanzmann. Der wußte, was er meinte und wollte. Denn jeder Jude ist der „Katastrophen-Jude“, einem katastrophalen Schicksal ausgeliefert, ob er es erfaßt oder nicht. „Lauf, blasser Jude“, schreiben die Black-Panther-Männer an die Geschäfte und Häuser jüdischer Händler in Harlem und vergessen leichten Herzens die alte Allianz, die in den USA den Juden an den Neger kettete und die noch der mieseste bürgerlich-jüdische Händler nicht verriet.
    Wer garantiert, daß nicht einmal eine Regierung in den Vereinigten Staaten zum großen Versöhnungsfest den Juden dem Neger zum Fraß hinwirft? Wer verbürgt den einflußreichen und zum Teil reichen Juden Frankreichs, daß nicht eines Tages das Erbe der Drumont, Maurras, Xavier Vallat zu neuer Virulenz gelangt? Wer steht ein dafür, daß nicht Herrn Strauß, an die Macht gekommen, irgend was einfällt, worauf dann auch ein gewisser Zeitungs-Tycoon sich hüten würde, weitere schnöde Spenden einer schnöde zur Annahme bereiten israelischen Regierung zu geben? Niemand garantiert nichts. Das ist keine paranoide Phantasie und ist mehr als die menschliche Grundverfassung der Gefahr. Die Vergangenheit, die allerjüngste, brennt.
    Und nun wird jeder Freund von der Linken mir sagen, auch ich reihte mich ein in die große Armee derer, die mit sechs Millionen (oder meinetwegen fünfen oder vieren) Ermordeter Meinungserpressung treiben. Das Risiko ist einzugehen! Es ist geringer als das andere, welches die Freunde mir proponieren, wenn sie für die Selbstaufgabe des „zionistischen“ Israel plädieren.
    Die Forderung der praktisch- politischen Vernunft geht dahin, daß die Solidarität einer Linken, die sich nicht preisgeben will (ohne daß sie dabei das unerträgliche Schicksal der arabischen Flüchtlinge ignorieren muß), sich auf Israel zu erstrecken, ja, sich um Israel zu konzentrieren hat, Das Gebot hat für den nichtjüdischen Mann der Linken nicht die gleiche Verbindlichkeit wie für Juden, stehe dieser politisch links, mittwegs, rechts oder „irgendwo, Aus der Linken kann man austreten; das Sosein als Jude entläßt niemand, das wußte schon ein Früh-Antisemit wie Lanz-Liebenfels, Freilich hat die Linke ihre ungeschriebenen moralischen Gesetze, die sie nicht beugen darf, „Wo es Stärkere gibt, immer auf der Seite der Schwächeren“, welch unüberschreitbar wahre Trivialität! Und stärker wer wagte Widerrede? = das sind die Araber stärker an Zahl, stärker an Öl, stärker an Dollars, man frage doch bei der Aramco und in Kuwait nach, stärker, ganz gewiß, an Zukunftspotential.
    Die Linke aber offensichtlich schaut wie gebannt auf die tapferen palästinensischen Partisanen, die freilich ärmer sind als die Männer Moshe Dayans. Sie sieht nicht, daß trotz Rothschild und einem wohlhabenden amerikanischjüdischen Mittelstand der Jude immer noch schlechter dran ist als Frantz Fanons Kolonisierter, sieht das so wenig wie das Phänomen des anti-imperialistischen jüdischen Freiheitskampfes, der gegen England ausgefochten wurde. Am Ende ist es auch nicht die Schuld der Israelis, wenn die Sowjetunion vergaß, was 1948 vor der UNO Gromyko mit schönem Vibrato vorgetragen hat: „Was den jüdischen Staat betrifft, so ist seine Existenz bereits ein Faktum, das gefalle oder nicht (…) Die Delegation der UdSSR kann sich nicht enthalten, ihr Erstaunen über die Einstellung der arabischen Staaten in der palästinensischen Frage auszudrücken. Ganz besonders sind wir überrascht zu sehen, daß diese Staaten oder zumindest einige von ihnen sich entschlossen haben, militärische Maßnahmen zu ergreifen mit dem Ziele, die nationale Befreiungsbewegung der Juden zu vernichten. Wir können die vitalen Interessen der Völker des Nahen Ostens nicht identifizieren mit den Erklärungen gewisser arabischer Politiker und arabischer Regierungen, deren Zeugen wir jetzt sind.“
    So sprach, wie schon gesagt, die Sowjetunion, eine Großmacht, die Großmachtpolitik treibt und die wohl 4 la longue nicht absehen konnte von dem offenbaren Faktum, daß es mehr Araber gibt als Juden, mehr arabisches Öl all jüdisches, daß militärische Stützpunkte in den arabischen Staaten einen höheren strategischen Wert haben als in Israel, Die Linke im weiteren und weitesten Sinn aber, und ganz besonders die protestierende äußerste Linke, der ich mich auf weiten Strecken verbunden weiß, hat diese Großmacht? Ausflucht nicht, Sie ist, nach dem Gesetz, nach dem sie angetreten, zur Einsicht verpflichtet Sur Einsicht in die tragische Schwäche des jüdischen Staates und jedes einzelnen Juden in der Diaspora, zur Einsicht in das, was hinter den Kulissen eines jüdischen bürgerlichen Mittelstand des, Hinter dem Mythos des Geld= und Gold-Juden (von Jud Süß bis zu den kontemporären Rothschilds und ein paar jüdischen Hollywood-Größen) sich verbirgt. Die Juden manipulieren zeitweilig Kapitalien: Sie beherrschten sie niemals. Sie haben heute in Wall Street so wenig zu sagen wie einst im wilhelminischen Deutschland in der Schwerindustrie.
    Der Staat Israel ist heute so wenig ein Bollwerk des Kapitalismus, wie er es war, als die ersten Pioniere dort den Boden umgruben, so wenig wie die arabischen Staaten vernünftigerweise als progressistisch angesehen werden können. Die Linke macht, das ist der Jammer, die Augen zu. Der Zufall spielte mir gerade einen Text von Hans Blüher zu: „Eine wirkliche Geschichte Europas dürfte nicht so geschrieben werden wie das bisher geschah, daß nämlich ein Jude einmal hie und da anekdotenhaft vorkommt …, vielmehr müßte die Darstellung so sein, daß dauernd die geschichtliche Macht des Judentums als eines latenten und ständig mitspielenden Reiches sichtbar wird.“ Der Text könnte wörtlich in einer der zahlreichen pseudointellektuellen arabischen Veröffentlichungen stehen, mit denen die Presse überschwemmt wird. Und von Blüher – aber auch von Streicher, denn allerwegen ebnet der Antisemitismus die intellektuellen Höhenunterschiede ein – könnte stammen, was der Unterrichtsminister des progressistischen Staates Syrien an den Generaldirektor der Unesco schrieb: „Der Haß, den wir unseren Kindern einprägen, ist ein heiliger Haß.“ Es wäre das alles kaum der Aufnotierung wert, und der närrische Blüher könnte im Frieden des Vergessens schlafen, hätte nicht die intellektuelle Linke Westeuropas (einschließlich übrigens einiger vom Selbsthaß verstümmelter Juden wie Maxim Rodinson) sich dieses Vokabulars bemächtigt und das vom Wortschatz vermittelte Normensystem angenommen.
    Wenn aus dem geschichtlichen Verhängnis der Juden- beziehungsweise Antisemitenfrage, zu dem durchaus auch die Stiftung des nun einmal bestehenden Staates Israel gehören mag, wiederum die Idee einer jüdischen Schuld konstruiert wird, dann trägt hierfür die Verantwortung eine Linke, die sich selber vergißt, „Der Antizionismus ist ein von Grund auf reaktionäres Phänomen, das von den revolutionären progreslistischen antikolonialistischen Phrasen über Israel verschleiert wird“, sagte neulich Robert Misrahi, ein französischer Philosoph, der, gleich dem vorhin zitierten Claude Lanzmann, zur weiteren Sartre-Familie gehört.
    Der Augenblick einer Revision und neuen geistigen Selbstbestreitung der Linken ist gekommen! denn sie ist es, die dem Antisemitismus eine ehrlose dialektische Ehrbarkeit zurückgibt. Die Allianz des antisemitischen Spießer-Stammtisches mit den Barrikaden ist wider die Natur, Sünde wider den Geist, um in der vom Thema erzwungenen Terminologie zu bleiben, Leute wie der polnische General Moçzar können sich die Umfälschung des kruden Antisemitismus zum aktuellen Anti-Israelismus gestatten Die Linke muß redlicher sein, Es gibt keinen ehrbaren Antisemitismus,
    Wie sagte Sartre vor Jahr und Tag in seinen „Überlegungen zur Judenfrage“? „Was der Antisemit wünscht und vorbereitet, ist der Tod des Juden,“

  • Manfred Hellwig

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    Am 14. Juli 2014 hat der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB), der 176 Millionen Beschäftigte weltweit repräsentiert, einen Aufruf für einen sofortigen Waffenstillstand zwischen Israel und den Palästinenser_innen in Gaza veröffentlicht.

    Der IGB hat darin seine volle Unterstützung für die Erklärung des UN-Sicherheitsrates zum Ausdruck gebracht, in der die „Deeskalation der Situation, Wiederherstellung von Ruhe, und Rückkehr zum Waffenstillstand vom November 2012 sowie Respekt für internationale humanitäre Rechtsnormen, insbesondere den Schutz von Zivilpersonen“ gefordert werden.

    Unterschreiben kann mensch hier:

    http://www.labourstart.org/go/gazade

  • hf

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    @reinhard hanausch – ihr (möglicherweise böswilliger) denkfehler, sollten sie amerys argumentation auch heute noch gültigkeit zuschreiben:

    von einem sozialistischen antiisraelismus, einem antisemitismus der dummen kerle, kann keine rede sein.

    israel als staat steht nicht in frage, sondern dessen politisches handeln, mit dem er sich selbst im weg steht. wenn das gemeinsame ziel friede und sicherheit für das jüdische volk in einem eigenen territorium ist, wie es amery völlig legitim, so wie ich auch und alle menschen wachen gewissens fordern, und es deutsche staatsraison sein soll, dieser – notwendig – friedlichen koexistenz mit den nachbarn verpflichtet zu sein, dann darf sich diese verpflichtung nicht vor ihrer verantwortung drücken.

    wenn israels bomben und soldaten eben nicht den frieden bringen, sondern diesen verhindern, dann muss man es auch so sagen, ob „ehrbaerer antisemit“, katholik, muslim oder eben als jude. (siehe erich fried)

    einem freund, der sich zu tode säuft darf man auch nicht einfach nur zusehen, ebensowenig wie man ihn im stich lassen darf. man muss ihm helfen, sein problem einzusehen und sich in behandlung zu begeben.

    nochmal amery: „Die arabischen Staaten, denen ich Glück und Frieden wünsche, werden den israelischen Entwicklungsvorsprung einholen, irgendeinmal. “

    45 jahre sind ins land gezogen, alles ist eher noch schlimmer geworden, und wir streiten uns immer noch darüber, ob es antisemitisch wäre, dem staat israel etwas von den lehren zu vermitteln, die deutschland aus vier jahrhunderten krieg mit frankreich gezogen hat? was hat das mit sozialismus, katholizismus, humanismus und gesundem menschenvertand zu tun?

  • Friedensdemo bleibt dieses Mal friedlich | Regensburg Digital

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    […] mit der Forderung nach Frieden und „Freiheit für Palästina“ auf die Straße gegangen sind. Und während sich die „Friedensdemonstration“ am Sonntag vergangene Woche zu einem teils fanatis…, sind diese Töne am Mittwoch […]

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