Archiv für Juni, 2014

Seit vier Uhr morgens befinden sich die Fahrer der Regensburger Verkehrsbetriebe (RVB) in einem 24stündigem Warnstreik. Sie fordern von den kommunalen Arbeitgebern eine Erhöhung der unteren Lohngruppen um 120 Euro sowie eine weitere Steigerung um vier Prozent. Derzeit verkehren im Stadtgebiet nur die Linien 1, 6, 9 und 10 sowie die Schulbusse.

Ein Großteil der RVB-Busse blieb heute stehen. Fotos: pm

Ein Großteil der RVB-Busse blieb heute stehen. Fotos: pm

Nach ver.di-Angaben verdient ein Bus-, Tram-, oder U-Bahnfahrer aktuell 2.067 Euro Grundgehalt zuzüglich Schichtzulagen und Zulagen für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit. Im Zuge der Tarifauseinandersetzungen gab es in den vergangenen Wochen schon Warnstreiks in mehreren bayerischen Städten, darunter Nürnberg, München und Augsburg.

Im Stadtgebiet Regensburg befindet sich allerdings nur etwa ein Drittel der rund 250 Busfahrer im im Streik. Hintergrund sind unterschiedliche Beschäftigungsverhältnisse und Tarifverträge.

Zwei-Klassen-Gesellschaft bei Busfahrern

Bereits 1999 haben die Regensburger Verkehrsbetriebe mit der REBUS eine neue RVB-Schwestergesellschaft gegründet. Dort werden seitdem alle neuen Fahrer eingestellt und für sie gilt nicht der Tarifvertrag Nahverkehr (TV-N), sondern der – mit schlechterer Bezahlung verbundene – „Tarifvertrag für die Bediensteten der nicht bundeseigenen Eisenbahnen und von Kraftverkehrsbetrieben“ (E-TV). Hintergrund dieser Auslagerung seien „Wettbewerbsgründe“, hieß es seinerzeit. Um bei den Ausschreibungen für ÖPNV-Dienstleistungen weiter zum Zug zu kommen, wird an den Fahrern gespart.

WP_000043Für die E-TV-Beschäftigten (REBUS) war bei den Verhandlungen letzten Woche bereits eine Tarifeinigung erzielt worden, die Tarifverhandlungen zum TV-N (RVB) dagegen waren vor gut drei Wochen ergebnislos abgebrochen worden. Seitdem laufen Warnstreiks, die nun auch Regensburg erreicht haben. „Wenn es für die Fahrer der REBUS letzte Wochen keinen Tarifabschluss gegeben hätte, würde heute gar kein Bus fahren“, sagt ver.di-Gewerkschaftssekretär Clemens Küchner.

Polizeikontrollen in Parks

„Eine Konsumeinheit Marihuana“

Die Polizei räumt auf – mal wieder. Im Rahmen des „Projektes Sichere Altstadt“ sorgt man dafür, dass in städtischen Grünanlagen und „Problembereichen“ wie dem Bahnhofsplatz Recht und Ordnung herrschen. Die Ermittlungserfolge sind der Rede wert – findet zumindest die Polizei.

"Ich hasse Political Correctness"

General a. D. vom Raumschiff Erde

Von Langwellen-Hackern, dem „ALDI für Terroristen“ und davon, dass in Bad Reichenhall 2000 Jahre lang keine Moschee gebaut wurde, erzählte am Freitagabend Brigadegeneral a. D. Johann Berger im Kneitinger Salettl. Am Rande ging es auch um den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr.

Recherche Josef Engert: Letzter Teil

Entschlossene Geschichtsverdrängung

Der römisch-katholische Priester und ehemalige Rektor der Philosophisch-theologische Hochschule (PTH) Josef Engert gilt als Vater der Regensburger Universität. Ein Preis der Stadt Regensburg ist nach ihm benannt. Tatsächlich war Engert ein völkisch-katholischer Unterstützer und Propagandist des NS-Regimes. Im vierten und letzten Teil unserer Serie befasst sich Robert Werner mit der Gründung und Selbstdarstellung der Regensburger Universität und problematisiert die Gedenkpolitik um Engert.

Finanzierung: Wir setzen seit sechs Jahren auf unsere Leser

In eigener Sache: Die Crowd, die sich nicht traut?!?

Kennen Sie die Krautreporter? Das sind rund 20 Journalisten. „Der Onlinejournalismus ist kaputt“ sagen sie und wollen binnen eines Monats 900.000 Euro von der Crowd – den potentiellen Leserinnen und Lesern – einsammeln, um anschließend ein unabhängiges Online-Magazin auf die Beine zu stellen. Was für die Krautreporter die Crowd, ist für Regensburg Digital der Förderverein. Bereits seit sechs Jahren finanzieren unsere Leser freiwillig eine unabhängige Berichterstattung im Netz. Der Onlinejournalismus ist nicht kaputt! Er braucht nur Zeit, mutige Journalisten und eine Crowd, die sich traut…

Serie: Karriere eines städtischen Namenspatrons

Josef Engert: Vom NS-Propagandisten zum Nazi-Gegner

Josef Engert gilt als Vater der Regensburger Universität. Nachdem im ersten Teil seine Haltung als demokratiefeindlicher Monarchist dargestellt und im zweiten seine Entwicklung zum völkisch-katholischen Unterstützer und Akteur des NS-Regimes skizziert wurde, soll im dritten Teil Engerts Rolle bei der Wiedereröffnung der Philosophisch-theologischen Hochschule 1945 skizziert werden.