Mollath-Anwalt legt Mandat nieder und macht als Pflichtverteidiger weiter

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Zum ausführlichen Bericht geht es hier

 

Kurzmeldung aus dem Gericht:

Schon länger gab es Spannungen zwischen Gustl Mollath und seinem Verteidiger Gerhard Strate. Am Mittwochnachmittag hat Strate nun sein Mandat niedergelegt.

Auslöser war eine Erklärung Mollaths vor der mittäglichen Verhandlngspause. Er sei „nicht nur befremdet, sondern entsetzt über die Auswahl der Zeugen in diesem Verfahren“. Er selbst habe 30 Zeugen benannt, die ein anderes Bild auf den Fall geworfen hätten. Es gehe um die Motive seiner Ex-Frau. Das sei nicht berücksichtigt worden.

Offenkundig ging es Mollath dabei um die Aufklärung der von ihm erhobenen Schwarzgeld-Vorwürfe. Diese sind allerdings nicht Gegenstand des Verfahrens.

Nach der Pause erklärte Strate, dass es für Mollath angesichts der belastenden Situation offenbar schwer sei, „zwischen Freund und Feind zu unterscheiden“. Er teile Mollaths Kritik am Gericht nicht. Hier werde sehr genau und sorgfältig vorgegangen.

Mollaths Erklärung sehe er auch als Misstrauensbekundung gegen ihn.

Mollath zeigte sich in einer ersten Stellungnahme vor Gericht „am Boden zerstört“. Er habe nach wie vor Vertrauen zu Strate.

Just in einer Phase, wo sich abzeichnete, dass die Vorwürfe gegen Mollath wohl nicht bewiesen werden können, kommt dieses Zerwürfnis zu einem mehr als ungünstigem Zeitpunkt für ihn.

Derzeit ist die Verhandlung unterbrochen. Es wird über eine mögliche Bestellung Strates als Pflichtverteidiger diskutiert.

Das Gericht hat Gerhard Strate zum Pflichtverteidiger bestellt.

Mehr später.

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Kommentare (13)

  • Bronischewski

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    M scheint nicht kapieren zu wollen !!! Es geht nicht um Schwarzgeld sondern um seine Verurteilung. Also ist er doch krank fixiert auf das Thema Schwarzgeld…

  • Walter Wehpunkt

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    Wie kann man die Mandatsniederlegung nun in die Verschwörungstheorie einbauen?

    Was für Schlußfolgerungen müssen gezogen werden:
    – war Anwalt Strate ein Agent der Hochfinanz ?
    – warum ist Herr Mollath “am Biden zerstört” bzw. was hat er überhaupt mit dem amerikanischen Vizepräsidenten zu tun?
    – nimmt das Drama denn gar kein Ende ?

    Fragen über Fragen und ich warte auf Lösungsvorschläge ….

  • Nico

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    anderswo wird berichtet , seine beiden Verteidiger hat die Richterin als Pflichtverteidiger weiter bestellt…….der Prozess kann fortgesetzt werden , einen so integren RA wie Herr Dr. Strate es ist……ist anscheinend nicht zu übersehen, dass der Gustl ein eigentümlicher Mensch ist…schade…..vor allem für ihn…..

  • Tom

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    Es ist schon erstaunlich, dass es solange dauert bis dieses Verhandlung mit zwei Feststellungen enden wird:

    – Mollath ist ein sehr, sehr sonderbarer Kauz.

    – In unserem Rechtsstaat darf es keine Grundlage geben Menschen sieben Jahre lang in die Klapse wegzusperren nur weil sie sonderbare Käuze sind.

  • Alex

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    @Bronischewski

    will dich mal nach 7 Jahren Zwangseinweisung sehen, worauf du dann fixiert wärst

  • Bille

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    @Bronischewski

    Was ist falsch daran, wenn man den Grund für die Falschbeschuldigungen der Ex, nämlich die Schwarzgeldverschiebung, beweisen will?

  • Jürgen R.

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    @Walter Wehpunkt
    Erst denken – dann schreiben (und dann auch richtig)

  • Bronischewski

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    Ganz einfach:Es geht NUR um die angebl. KV an seiner Frau um nichts anderes.
    Dieses Verfahren ist der falsche Zeitpunkt um über Schwarzgeld zu reden.

    @ Alex

    Kennst du mich ? Hast du auch nur die leiseste Ahnung was ich durchgemacht habe ?
    Nein.

  • Wasdscho

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    Vielleicht interpretiere ich Mollath falsch aber nach meinem Eindruck hat Mollath keine Rachegedanken sondern versucht, anhand der von ihn immer wieder reklamierten Schwarzgeldaffäre, den ausserordentlichen Belastungseifer seiner Ex-Frau aufzudecken.
    Nur sie hatte einen Vorteil davon wenn Mollath zum Schweigen gebracht wird und sie dabei nicht in den Fokus geraten würde. Daher entwickelten sich die Vorwurfsszenarien auch erst allmählich (denn nach aussen hin war die Ex nur „besorgt“ um Mollath).
    Erst Körperverletzung (Variante 1), dann Freiheitsberaubung, dann wieder Körperverletzung (jetzt Variante 2) und schließlich Sachbeschädigung.
    Nichts von alledem wurde im ersten Prozess hinterfragt und nichts von diesen Vorwürfen lässt sich heute – trotz massivem Zeugenaufgebot – beweisen. Das ärztliche GA, die Sachbeschädigung wurden von neuen Experten pulverisiert. Die Erst-Psychiaterin entpuppt sich als eine Kundin der Ex, die Polizei wird erst durch einen Hinweis des Freundes der Ex auf den Reifenstecherpfad geschickt und glaubt trotz uneinheitlicher Tatszenarien fest an den Täter Mollath ohne dass dieser jemals direkt von einem Geschädigten beschuldigt oder erkannt worden wäre.

    Wie soll Mollath einen Nachweis führen, dass alle Vorwürfe gegen ihn aus der Luft gegriffen sind, wenn nur der Bekannten-, Freundes- und Abhängigenkreis der Ex-Frau zu Wort kommt.

  • blauäugig

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    @Bronischewski: Es geht entgegen Ihrer Vermutung auch um die ihm zur Last gelegte Reifenstecherei, woraus die „Gemeingefährlichkeit“ abgeleitet wurde.

  • Bronischewski

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    Gut dann geht es meinetwegen auch um die Reifen.
    Aber nicht um Schwarzgeld.
    Da muss er warten bis er im Verfahren gegen seine Ex als Zeuge geladen wird. M sollte besser den Mund halten und Strate machen lassen.
    Natürlich ist das schwierig… aber anders kommt er nicht weiter.

    Thema sind die damaligen Verurteilungen.

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