„Ein typischer Fall von Verschlimmbesserung“

Grüne kritisieren Vorgehen der Stadt beim NaBau-Projekt Die grüne Stadtratsfraktion stellt erneut fest: „Genossenschaftliches Bauen erlebt derzeit einen großen Aufschwung in Deutschland. In vielen Städten entstehen neue Zusammenschlüsse von Bürgerinnen und Bürgern, die nicht als ‚Schickimicki’ bezeichnet werden sollten, wie dies Norbert Hartl (SPD) zuletzt tat, sondern als Bürgerzusammenschlüsse, die Vorsorge für ihr Alter treffen und zeitgemäßes ökologisches Wohneigentum in Genossenschaftsform errichten wollen.“ Die NaBau Regensburg, eine Genossenschafts-Neugründung, war vor Wochen an dem Punkt, mit dem Projekt loslegen zu wollen, aber sie bekam ein avisiertes Grundstück von der Stadt Regensburg nicht zugesprochen. „Nachverhandlungen sollten dem NaBau-Vorstand eine letzte Gelegenheit geben, die Quadratmeterkosten unter 8 Euro zu senken. Nachdem dies von der NaBau wohl so erreicht wurde, herrscht Wohlgefallen im Rathaus und beim Fraktionsvorsitzenden der CSU, Christian Schlegl. Dass der Genossenschaft dabei die Verwirklichung eines Null-Energie-Hauses ausgeredet wurde, finden wir schon bemerkenswert“, sagen Fraktionsvorsitzender Jürgen Mistol und Stadtrat Jürgen Huber, die das Konzept der NaBau seit seinen Anfängen verfolgen. Jürgen Mistol: „Man muss das Neue auch zulassen, weil es unterm Strich für die Stadt gut ist.“ Wer habe denn vor wenigen Jahren gedacht, dass ein Wohnhaus nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter ohne Heizenergie auskommen könne. Um mit der Stadt ins Geschäft zu kommen, werden nun die Kosten vom Nutzungsentgelt (Mietäquivalent) auf die Energiekosten (Nebenkosten) verschoben und das bei einem viel schlechteren Energieverbrauchsstandard als ursprünglich geplant. „Das ist höchst unökologisch und ein Rückfall in alte Standards, aber kein zukunftsweisendes Konzept, wie es das ursprüngliche Nullenergiehaus-Konzept war. Ein typischer Fall von Verschlimmbesserung“, so Jürgen Mistol und Jürgen Huber. Aber dabei sei gewiss und allseits bekannt, dass die Energiekosten in Zukunft eher steigen als fallen werden, so die beiden Grünen-Stadträte. „Also werden bei dem KfW-40-Haus nach und nach höhere und nicht niedrigere Kosten auf die Nutzerinnen und Nutzer der Wohnungen zukommen.“ Jürgen Huber: „Diese Einigung als grünen Erfolg zu verkaufen ist wieder einmal eine ‚Sand-in-die-Augen-Strategie’ von Christian Schlegl, der sich zuletzt gern ein Öko-Mäntelchen umlegte, aber eher wenig Ergebnisse produzierte. Er ist halt nur ein grünes Sandmännchen“, so Huber lachend.

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