01 Feb.201317:24
Jahrespressekonferenz bei BMW Regensburg
„Dazu sagen wir nichts. Tut uns leid.“
Positive Nachrichten und höfliches Schweigen: Werksleiter Andreas Wendt und Pressesprecherin Martina Grießhammer. Foto: as
Das zweitbeste Jahr der Werksgeschichte
2012 war mit 300.307 produzierten Fahrzeugen das zweitbeste Geschäftsjahr in der 26jährigen Werksgeschichte. Rund 256 Millionen hat man in den Werksausbau investiert und in diesem Jahr will man diesen „Jahresinvest“ noch einmal um gut 50, 60 Millionen Euro erhöhen. 250 Fest- und insgesamt 600 Neuanstellungen soll es in diesem Jahr geben, darunter alle Azubis, die 2013 mit der Ausbildung fertig werden. Ein kleiner Werbefilm wird der Journalistenschar vorgeführt, diverse Auszeichnungen für Produkte und Werk reihen sich auf einem kleinen Tischchen und man philosophiert ein wenig über die Schönheit und Qualität aktueller und geplanter BMW-Modelle (zur Pressemitteilung von BMW Regensburg).Werkverträge: Das ist doch alles nicht so schlimm
Selbst auf das unangenehme Thema „Werkverträge“ kommt Wendt von selbst zu sprechen. Und wieder weicht er dazu vom Skript ab. Da habe es ja Berichte gegeben, dass über solche Verträge Teile der Produktion und Qualitätssicherung an Fremdfirmen vergeben worden seien (bei denen die Beschäftigten für etwas mehr als die Hälfte des regulären BMW-Lohns im BMW-Werk arbeiten). Das sei aber gar nicht so, sagt Wendt und widerspricht damit einem ehemaligen Beschäftigten, über dessen Fall Regensburg Digital und zahlreiche andere Medien berichtet hatten. Es seien nur fehlerhafte Teile eines Zulieferers auf diese Weise kontrolliert worden. Dafür sei eine ganz andere Firma zuständig gewesen und damit habe BMW – kurz gesagt – eigentlich nichts zu tun. „Wir haben nur die Räume zur Verfügung gestellt.“ Und so schlimm sei das auch gar nicht, das mit den Werkverträgen. So wie „ein gewisser Anteil“ Zeitarbeit (die darüber bei BMW beschäftigten Arbeiter erhalten immerhin denselben Grundlohn wie Festangestellte) ein wichtiges Instrument sei, um die Flexibilität in der Produktion zu gewährleisten, brauche man Werkverträge als „Element der Weiterentwicklung“. Da sei BMW keine Ausnahme. Das sei in der Fahrzeugproduktion gang und gäbe.Vieles sagen und nichts mitteilen
Man müsse eben prüfen, was extern vergeben werden könne (und damit erheblich billiger wird). Wendt spricht von Gebäudereinigung und Logistik, dezidiert nicht von irgendeinem Bereich, der auch nur am Rande mit der eigentlichen Produktion zu tun hat. Dann wendet er sich wieder den personellen Positivnachrichten zu. Am wichtigsten, so betont der Werksleiter, seien nämlich „die Menschen“, deren Kompetenz und Motivation. Ohne die ginge bei BMW nichts. Am Standort Regensburg und dem daran angeschlossenem Wackersdorf sind insgesamt 9.000 Menschen beschäftigt. Welche Rolle Zeitarbeit und Werkverträge dabei spielen, erfährt man trotz der langen Ausführungen Wendts nicht.Endmontage im BMW-Werk Regensburg. Wo und in welchem Ausmaß spielen Werkverträge bei BMW eine Rolle? Foto: BMW Regensburg