SOZIALES SCHAUFENSTER

Archiv für 11. Dezember 2018

Tag 26 im Wolbergs-Prozess

Neue Vorwürfe gegen Wolbergs-Ermittler

Vertrauliche Verteidiger-Post in großem Stil wurde offenbar sämtlichen Verfahrensbeteiligten im Korruptionsprozess zugänglich gemacht. Gefunden hat sie Rechtsanwalt Markus Birkenmaier im Rahmen einer Akteneinsicht. Er spricht von „einmaligen und einzigartigen“ Gesetzesverstößen durch die Staatsanwaltschaft. Derweil bestreitet am Dienstag ein Zeuge vehement, von Joachim Wolbergs unter Druck gesetzt worden zu sein. Doch unter anderem damit wurde der Haftbefehl gegen den früheren Oberbürgermeister begründet.

Staatsanwältin Christine Ernstberger und ihre Kollegin Ingrid Wein wurden am Dienstag mit neuen Vorwürfen konfrontiert. Erklären wollen sie sich dazu erst später.  Foto: om

Rechtsanwalt Markus Birkenmaier steht schon einige Minuten da, schaut erwartungsvoll zur Richterbank und lächelt. Mitten während der Verlesung eines eher kurzen Beweisantrags ist der Verteidiger des früheren Tretzel-Geschäftsführers Franz W. unterbrochen worden. Und nun diskutieren die Vorsitzende Richterin Elke Escher und die Verteidiger des Immobilienmagnaten Volker Tretzel darüber, ob Birkenmaier mit seinen Ausführungen fortfahren darf. Dabei wollte Birkenmaier nur die Verlesung einer E-Mail beantragen, die seinen Mandanten entlasten soll: vertrauliche Verteidigerpost zwischen Volker Tretzel und dessen Rechtsanwälten. Zugang erlangt hat Birkenmaier dazu, ebenso wie auf zahlreiche weitere Schreiben, die zwischen dem Bauträger und dessen Verteidigern hin und her gingen durch schlichte Akteneinsicht.

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