SOZIALES SCHAUFENSTER

Archiv für 18. Dezember 2018

Tag 28 im Wolbergs-Prozess

„…wenn der Ober den Unter sticht.“

Die konkreten Vorwürfe gegen die Angeklagten spielen am 28. Tag im Korruptionsprozess allenfalls eine untergeordnete Rolle. Die Vernehmung eines Bereichsleiters der Regierung der Oberpfalz mündet in eine Abrechnung der Verteidigung mit dem Vorgehen der Behörden gegen Joachim Wolbergs und Spekulationen über parteipolitische Motive. Und tatsächlich wirft die Zeugenaussage einige Fragen zur Rolle des Regierungspräsidenten auf.

„Das hat er so geschrieben und aus.“ Ein Bereichsleiter bei der Regierung über Axel Bartelt. Foto: Archiv/ Liese

Wolfgang S. lehnt sich lässig auf den Richtertisch. Fast so als stünde er am Tresen und warte auf das nächste Bier. Zum dritten Mal hat Richterin Elke Escher den Bereichsleiter bei der Regierung der Oberpfalz nach vorne gebeten, um ihn mit einigen Dokumenten zu konfrontieren, die der Kammer lediglich aufgrund eines glücklichen Zufalls vorliegen. Der Spitzenbeamte versucht zwar, die lockere Souveränität zu wahren, die er zuvor noch an den Tag gelegt hat, kommt nun aber zunehmend ins Schwimmen. Und auch wenn S. bei verschiedensten Fragen gebetsmühlenartig von einem „ganz normalen Vorgang“ spricht, steht am Ende der Verdacht im Raum, dass Regierungspräsident Axel Bartelt und dessen Vize Walter Jonas (der im Januar zunächst nach München ins Innenministerium befördert wurde und seit Juni Regierungsvizepräsident in Oberbayern ist) drei Wochen lang über einer Stellungnahme gegenüber der Kripo brüteten, um das Ermittlungsverfahren gegen Joachim Wolbergs negativ für diesen zu beeinflussen.

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