Appell: „Semester- und Sozialticket verbinden“

Semester- und Sozialticket Die Sozialen Initiativen appelllieren an Stadt und Verkehrsbetriebe, in die Diskussion um verbilligte ÖPNV-Tickets auch Regensburger Bedürftige einzubeziehen: Immerhin 10 000 Menschen sind im Stadtgebiet Bezieher von ALG II und Grundsicherung (entspricht der früheren Sozialhilfe!) oder mit kleinen Renten auf staatliche Hilfe angewiesen. Der von der Studentenschaft vorgelegte Kompromißvorschlag entspricht übrigens exakt einem bereits 2010 vorgelegten – und leider abgelehnten – Sozialticket-Antrag im Stadtrat, der von verschiedensten Sozialverbänden, Parteien und prominenten Regensburgern nachhaltig unterstützt wurde: Sie alle plädierten für ein „Sozialticket“ von 10 € pro Monat, um die allseits geforderte Mobilität auch für Einkommensschwache zu ermöglichen. Im sogenannten Sozialhilfe-Warenkorb sind dafür monatlich nur 24 € ausgewiesen, was nicht einmal für ein Ökoticket und schon gar nicht für Zugfahrten reicht. Die Schere zwischen reich und arm geht in unserer Gesellschaft erwiesenermaßen immer mehr auseinander (siehe Aktion „UmFAIRteilen“!) und es wäre ein wichtiges Signal bzw. Gebot der Gleichheit, bei der anstehenden Bezuschussung für den ÖPNV nicht zwischen Studenten und bedürftigen Mitbürgern Trennungslinien zu ziehen: Die Fronten scheinen verhärtet, vielleicht hilft dieser Hinweis, nochmals aufeinander zuzugehen?

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Kommentare (3)

  • arthur

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    Was geht den hier ab?

    Was wollen die Sozialen Initiativen jetzt? Ein VERPFLICHTENDES Sozialticket, dass alle kaufen sollen die Hartz IV haben?

    Oder geht´s nur darum eine Neiddebatte auf dem Rücken der Studenten zu führen.

    Hat der SozIn Sprecher Kellner, von dem stammt das doch sicherlich nicht geschnallt, dass alle 29000 Studenten ein verpflichtendes Zwangsticket namens Semesterticket zu bezahlen haben.
    Will er jetzt alle sozial Bedürftigen auch mit einem Zwangsticket beglücken und im nächsten Schritt vielleicht alle 150.000 Regensburg und die 180.000 Landkreisbrüger gleich auch noch?

    Wie durchgeknallt kann man denn eigentlich sein um solche Ideen zu produzieren. Was muss man sich dafür einwerfen um auf den Trip zu kommen.
    Die 10.000 Bezieher von ALG II und Grundsicherung (entspricht der früheren Sozialhilfe!) oder mit kleinen Renten auf staatliche Hilfe angewiesen werden sich für diese Zwangsbeglückung schön bedanken, vor allem die Grundsicherungsempfänger, die in Heimen leben und gar nicht mehr raus können.

    Merke der Student x kann nicht wählen Semesterticket ja oder nein, wenn es ein Semesterticket gibt, muss er es nehmen egal, ob er 100 Meter von der Uni entfernt wohnt oder in Neumarkt, er zahlt, jetzt 49 Euro zukünftig vielleicht irgendwas zwischen 59 und 72 Euro.

    Wollen die Sozialen Initiativen dies auch für die Grupper der Sozial Bedürftigen so haben?

  • habemusmamam

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    Die Neiddebatte haben die Studierendenvertreter angezettelt, die nicht verstanden haben, wie das beitragsfinanzierte Semesterticket bisher im Tarifsystem eingebettet war und in ihrer Selbstüberschätzung überzogene Forderungen gestellt haben.
    Für mich das Highlight: die Drohung, ein Verkehrschaos auf den Straßen zu erzeugen, um den Bahnen Druck zu machen, welche in der Regel in und um Regensburg nicht die Straße befahren.

    Freilich kann ein Solidarmodell nur funktionieren, wenn sich die Gruppe solidarisch zeigt und nicht von Unbetroffenen Solidarität oder finanzielle Unterstützung fordert. Dazu gehört, dass sich das Defizizt des RVV nicht erhöhen darf.

    Das Solidarmodell „Semesterticket“ ist vorläufig gescheitert am Gruppenegoismus in der Vollversammlung, nicht an RVV, Bus- oder Bahngesellschaften.

    Ein Solidarmodel zusammen mit den sozial Bedürftigen kann funktionieren, wenn es einen Zwangsbeitrag für die gesamte Bevölkerung gibt oder eben auch, wie von den SI gefordert, ein Zwangsbeitrag für den Teil der Bevölkerung, der auf Unterstützung angewiesen ist.

  • Studentin

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    Richtig so!!!! Das Sozialticket muss endlich her!!!

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