„Aus Gründen des Arbeitsschutzes“: Zulassungsstelle Regensburg machte an 26 von 73 Arbeitstagen früher dicht
Die Stadt spricht von einer „Ausnahmesituation“ in der Zulassungsstelle. Doch tatsächlich scheinen die Beschäftigten dort chronisch überlastet zu sein.

Dieselbe Botschaft an drei Tagen im September: in der Zulassungsstelle geht nichts mehr. Fotos: privat
War es eine Ausnahmesituation aufgrund von Umbauarbeiten oder liegt ein grundlegendes Problem bei der Zulassungsstelle der Stadt Regensburg vor? Am 21. September wurde der Automat für Wartenummern bereits um 8:10 Uhr geschlossen. Keine Stunde nach der Öffnung der Behörde in der Johann-Hösl-Straße um 7:30 Uhr konnten potentielle “Kunden” wieder nachhause gehen. „Wegen der Personalsituation“ sei leider nur ein eingeschränkter Betrieb möglich, hieß es auf einem Aushang, der sich rasch in den sozialen Medien verbreitete.
Die Pressestelle der Stadt Regensburg sprach gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung von einer „Ausnahmesituation“. Aufgrund mehrerer Schließtage wegen Umbauarbeiten habe es ein erhöhtes Besucheraufkommen gegeben. Doch das werde sich in den nächsten Wochen wieder „relativieren“.
Von neun Beschäftigten nmur drei einsatzfähig
Seitdem haben sich mehrfach Bürgerinnen und Bürger an unsere Redaktion gewandt, die vor und nach dem 21. September die Zulassungsstelle aufgesucht haben.
Sie schildern Szenen, in denen überforderte Mitarbeiter sich gegenseitig lautstark angingen. „Einen Vorwurf kann man den Leuten dort nicht machen“, so eine Quelle, die berufsbedingt häufiger die Dienstleistungen der Zulassungsstelle in Anspruch nimmt.
„An einem Tag waren sie dort nur zu dritt, und das sei kein Einzelfall, berichtete eine dort beschäftigte Person.“ Nach städtischen Angaben sind jedoch neun Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit für die Sachbearbeitung zuständig. Regelmäßige Überlastungsanzeigen hätten keine Konsequenzen. Die Vorgesetzten sähen weg, heißt es aus dem Umfeld der Beschäftigten.
Die Zulassungsstelle ist vor allem für „Spezialfälle“ zuständig: Neuzulassung fabrikneuer Fahrzeuge, Änderung technischer Daten, Oldtimer- oder Ausfuhrkennzeichen. Vor allem Händler und Autohäuser sind darauf angewiesen. Umschreibungen nach Umzug oder Wiederzulassungen können auch in den Bürgerbüros oder, bei Fahrzeugen ab 2015, online vorgenommen werden.
An mehr als einem Drittel der Öffnungstage: Nummernausgabe vorzeitig beendet
Dennoch scheint es in der Johann-Hösl-Straße ein Problem zu geben, das nicht erst seit dem 21. September und nicht nur ausnahmsweise besteht. Fotos, die uns zugeschickt wurden, belegen: Immer wieder wird die Nummernausgabe vorzeitig geschlossen – so zum Beispiel am 9., am 21., am 29. und am 30. September. Also vor und nach den Umbauarbeiten und der vorgeblichen Ausnahmesituation.
Eine genauere Nachfrage bei der Stadt Regensburg ergibt: Zwischen dem 30. Juni (vorher gibt es keine Dokumentation) und dem 8. Oktober 2026 wurde die Nummernausgabe an 26 Tagen vor Ende des offiziellen Parteiverkehrs gesperrt. An mehr als einem Drittel der 73 Arbeitstage.
Begründung: Arbeitsschutz. Anders ausgedrückt: Die verbliebenen Beschäftigten in der Zulassungsstelle waren heillos überlastet.
Stadt verweigert Auskunft zu Überlastungsanzeigen
Bemerkenswert: Die Stadt Regensburg verweigert jedwede Auskunft zu Überlastungsanzeigen, also schriftlichen Meldungen, mit denen Beschäftigte auf eine unzumutbare Arbeitsbelastung oder einen Personalmangel hinweisen. Diese unterlägen „als Personalangelegenheiten der Vertraulichkeit“.
Diese Vertraulichkeit in Personalangelegenheiten dient dem Schutz der Persönlichkeitsrechte und der Privatsphäre von Beschäftigten. Hier scheint sie jedoch vorgeschoben zu werden, um ein mögliches Organisationsversagen zu verschleiern.
„Normalisierung der Situation“ sollte jetzt eintreten
Offiziell heißt es gegenüber unserer Redaktion, dass das Besucheraufkommen in den Sommermonaten „ungewöhnlich hoch“ gewesen sei. Es habe besagte Umbaumaßnahmen gegeben, dazu „Urlaub, Krankheitsfälle sowie Fortbildungs- und Ausbildungsmaßnahmen“.
Nach Abschluss der Umbauarbeiten und dem Ende der Haupturlaubszeit erwarte man eine „Normalisierung der Situation“. Beides ist zwischenzeitlich schon vorbei.
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Mr. Baseball
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So ein Quatsch…im Januar 2024 wollte ich meinen neuen Wagen im Bürgerbüro Nord zulassen. Nach ein guten halben Stunde des Wartens hat mir die freundliche Mitarbeiterin erklärt, dass man allerdings im Bürgerbüro keinen neuen Leasingfahrzeuge zulassen kann und das nur in der J.-Hösl-Str. geht. Ich also um kurz nach 10 Uhr wieder ins Auto und einmal quer durch die Stadt zur Zulassungsstelle…alle Sitze gefüllt, stehe ich als um 10.20 Uhr vor dem Nummernautomaten will eine Nummer ziehen. Kommt aber keine ! Auf Nachfrage am Info-Schalter => alle Nummern für den Vormittag sind schon weg. Erst wieder ab 13.30 Uhr. Boah…nun gut. War dann um 13.00 Uhr wieder da, die Warteschlange reichte dann bis auf den Parkplatz…hab’ dann eine der letzten Nummern erwischt (zwei hinter mir wurde dann die Nummervergabe gestopt) und bin dann um kurz vor 15.30 Uhr drangekommen. Einen ganzen Tag für die Zulassung eines Auto !!! Das ist schon ne’ Topleistung. Und wie man hier auf RD liest ist das ja auch im Jahr 2026 noch so !!! Daumen hoch !!!