Es kommt doch auf die Größe an – Nur das richtige Kondom schützt!

PM der Stadt Regensburg

Zum Auftakt der 6. Aidspräventionstage für die Schüler der 10. Klassen der Städtischen Berufsschulen I und II konnten Anton Nenning, Schulleiter der BS II, und Josef Neumaier, stellvertretender Schulleiter der BS I, auch die zweite Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer am beruflichen Schulzentrum Georg Kerschensteiner begrüßen. Im April wurden HIV-Infektion und Aids-Erkrankung in den Fokus der Berufsschülerinnen und -schüler gerückt. „Es ist uns nach wie vor wichtig, die Informationen über Aids an die Schüler weiterzugeben, denn die Problematik besteht weiterhin“, betonte Nenning. Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer gab der Veranstaltung die notwendige Aufmerksamkeit.

„Ich bin froh hier zu sein. Aids ist immer noch ein wichtiges Thema und es gibt nach wie vor Neuinfektionen, auch bei uns in der Oberpfalz. Man glaubt immer, man weiß schon alles und dann erfährt man doch noch etwas Neues.“ Großen Dank richteten beide an Cornelia Meichel und Nicole Barth, beide Jugendsozialarbeiterinnen an Schulen (Amt für Jugend und Familie), die dieses Projekt auch in diesem Jahr wieder organisiert hatten. Als kompetente Ansprechpartner waren Annemarie Rödl vom Gesundheitsamt des Landkreises Regensburg sowie Simone Seebauer und Georg Sammüller von der Psychosozialen Aids-Beratungsstelle Regensburg an den fünf Tagen in der Berufsschule.

Über 340 Schülerinnen und Schüler der BS I und II nahmen an den Präventionstagen teil und konnten durch eine bunte Mischung aus Diskussionen, Gesprächen und Vorträgen ihre eventuell bestehenden Wissenslücken schließen. Am Infostand wechselten diverse Broschüren und „Hilfsmittel“ den Besitzer. „Nicht nur die Kondome sind der Renner, sondern vor allem die „Kondomometer“ werden uns fast aus der Hand gerissen“, berichtet Cornelia Meichel. „Vielen ist bis zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich bewusst, wie wichtig die richtige Größe des Kondoms und die entsprechende Handhabung ist, damit es nicht zum typischen Verrutschen oder Platzen kommt“, ergänzt Nicole Barth. Kondome schützen – außer vor unerwünschtem Kindersegen auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten, aber eben nur in der richtigen Größe. Wichtiger Aspekt ist nicht nur die Prävention und Reduzierung von Neuinfektionen, sondern auch ein eigenverantwortlicher und reflektierter Umgang mit der HIV-Infektion und den HIV-Infizierten. Dies beinhaltet auch Integration, Abbau von Vorurteilen und Erzeugung von Solidarität mit HIV-Positiven. Ende 2013 lebten weltweit laut Schätzungen von UNAIDS 35 Millionen Menschen mit HIV oder Aids.

Diese Zahl macht deutlich wie hoch weltweit die Neuinfektionen liegen. Sie zeigt aber auch, dass durch den verbesserten Zugang zu antiretroviraler Therapie die Zahl der Aids-bedingten Todesfälle in den letzten Jahren wesentlich reduziert werden konnte. Die Neuinfektionen konnten in den vergangenen Jahren weiter gesenkt werden – ihre Zahl lag 2013 bei 2,1 Millionen, dem bislang niedrigsten Wert in diesem Jahrhundert. 2010 lag die Zahl der Neuinfektionen bei 2,7 Millionen. Weitere Informationen zur weltweiten Verbreitung gibt es unter www.unaids.org Nicht nur im weltweiten, sondern auch im westeuropäischen Vergleich liegen die Zahlen in Deutschland auf einem relativ niedrigen Niveau. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lebten Ende 2013 rund 80 000 Menschen mit einer HIV-Infektion in Deutschland.

Die Zahl der geschätzten Neuinfektionen 2013 liegt bei 3 200 Fällen. Über 90 Prozent der Neuinfektionen in Deutschland werden auf sexuellem Weg übertragen. Nur noch fünf Prozent der Neuinfektionen gehen auf intravenösen Drogengebrauch zurück. Neuinfektionen durch Mutter-Kind-Übertragungen konnten in den vergangenen Jahren auf Einzelfälle reduziert werden. Nach Schätzungen des RKI befanden sich 2013 circa 67 Prozent der 80 000 Betroffenen unter antiretroviraler Behandlung. 550 Menschen starben 2013 an den Folgen von HIV und Aids. Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht im „Epidemiologischen Bulletin“ jährlich die Daten zu HIV und Aids in Deutschland – zu finden unter www.rki.de Jede einzelne Neuinfektion ist jedoch eine zu viel. Für ein geschärftes Bewusstsein über die Gefahren und den richtigen Umgang mit der immer noch bedrohlichen Krankheit war die 6. Aidspräventionstage ein echter Erfolg. Ungeachtet dessen stehen das Gesundheitsamt des Landratsamtes Regensburg sowie die psychosoziale Aidsberatungsstelle für allen Interessierten oder Betroffenen offen: Möglichkeit zum kostenlosen und anonymen Test, Information und Beratung.

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