Der OB zieht Bilanz

„Ich finde, wir haben es gut gemacht.“

Bei zwei Terminen zieht der Oberbürgermeister eine Bilanz seiner bisherigen Amtszeit. 

Setzt beim Wohnungsbau auf den Markt: OB Wolbergs. Foto: as

Setzt beim Wohnungsbau auf den Markt: OB Wolbergs. Foto: as


Gleich zwei Mal darf Joachim Wolbergs am Dienstag Bilanz ziehen. Mittags berichtet er im Degginger vor einer Runde von Journalisten, was in den letzten zwei Jahren alles geschafft worden sei. Am Abend hat der SPD-Ortsverein Stadtosten den Oberbürgermeister eingeladen, um Selbiges auch auch für interessierte Bürger zu bieten. Trotz des „denkbar ungünstigen Termins“ (Wolbergs), der FC Bayern spielt zuhause im Halbfinale der Champions League gegen Atletico Madrid, haben es zumindest 30 Zuhörer in den Brandlbräu geschafft. Und – im Gegensatz zu den Bayern, die am Ende des Abends aus der Champions League fliegen – gestalten sich für den OB beiden Termine zum recht erfolgreichen Heimspiel. Ein Anwohner aus der Bruderwöhrdstraße ist sogar extra gekommen, um sich bei Wolbergs für seine Bürgernähe zu bedanken. Etwas, das man als Sozialdemokrat doch nur sehr selten höre, wie der SPD-Ortsvorsitzende Heinrich Kielhorn etwas süffisant anmerkt. Einige Schlaglichter von beiden Terminen.

Die Opposition

„Die CSU ist eigentlich nicht der Rede wert“, so Wolbergs. Deren Partei und Fraktion hätten sich eine Führung gewählt, „die nur Fundamentalopposition macht“. Er sei froh, dass man „mit denen“ nicht zusammenarbeiten müsse. In der jetzigen Koalition klappe das alles reibungslos und im Übrigen bilde dieses bunte Bündnis „eindeutig den Wählerwillen“ ab.

"Führung der Fundamentaloppostion": Hermann Vanino und Franz Rieger. Foto: Archiv/ Staudinger

„Führung der Fundamentaloppostion“: Hermann Vanino und Franz Rieger. Foto: Archiv/ Staudinger

Die ÖDP sei kein Partner, um Politik zu machen. „Die setzen auf Nullwachstum.“ Mit so einer Partei könne man nicht regieren. Lobende Worte findet Wolbergs für die Linken, die in den vergangenen beiden Jahren eher den Eindruck einer Notfall-Mehrheit für den OB und die bunte Koalition hinterlassen haben. „Die haben wenigstens ein klares Profil, auch wenn es nicht das meine ist.“ Und oft genug ist es das ja doch.

Wohnen

Nicht viel gibt es zum einstigen Megathema im Wahlkampf zu berichten. Man habe noch nie so viel Baurecht geschaffen, wie in den letzten beiden Jahren. 2014 und 2015 seien jeweils rund 1.400 Wohnungen gebaut worden. Diverse neue Baugebiete – wie Candis II und Brandlberg – habe man auf den Weg gebracht. Und auch von dem kürzlich beschlossenen Maßnahmen, wie etwa einem Nahverdichtungsprogramm, erhofft sich Wolbergs eine zunehmende Entspannung auf dem Wohnungsmarkt. Diese sei im Übrigen schon jetzt zu beobachten, glaubt der OB. „Einige teure Wohnungen lassen sich schon jetzt nicht mehr ohne weiteres vermieten.“

Entsprechend lehnt Wolbergs eine Erhöhung der Sozialwohnungsquote auf 30 Prozent ab und setzt in erster Linie auf den freien Markt. Das sei zwar nur seine „private Meinung“, betont der OB, aber vor diesem Hintergrund dürften entsprechende Forderungen, die zuletzt in den nach wie vor laufenden Gesprächen über die Fortschreibung des Koalitionsvertrags diskutiert wurde, vom Tisch sein. Zur Beseitigung der Wohnungsnot sei ein Zeitraum „von sechs bis acht Jahren“ nötig, so die Prognose des Oberbürgermeisters.

Regensburger Befindlichkeiten

Schneepflug„Je besser es einem geht, desto mehr wachsen die Ansprüche.“ Und dieses Phänomen glaubt Wolbergs auch in Regensburg zu beobachten. Wenn es mal ein paar Tage schneie sei gleich vom „Schneechaos“ die Rede. Er bekomme Briefe, um bei Nachbarschaftsstreitigkeiten um die Äste eines Pflaumenbaums zu schlichten und bei der Polizei gebe es Strafanzeigen wegen einer weggeworfenen Zigarettenkippe. Und wenn seine Brüder, die beider außerhalb leben, Berichte über Regensburg läsen, dann hätten die den Eindruck, „hier ist alles ganz schlimm“. Man müsse doch auch mal sehen, „was in dieser Stadt ganz toll ist“. Hier lebe man weit besser, als in den meisten anderen Städten. „Es wäre schön, wenn wir uns weniger über Dinge aufregen würden, die echt Luxusprobleme sind.“

Das Bürgerheim Kumpfmühl

Nach wie vor spürbar verärgert ist Wolbergs über die Klage des „Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste“ gegen die städtischen Zuschüsse für die städtische Tochter „Regensburg Seniorenstift GmbH“, die das neu errichtete Bürgerheim Kumpfmühl betreibt. 2013 und 2014 musste die Stadt Regensburg insgesamt 3,5 Millionen Euro zuschießen. 2015 waren es rund fünf Millionen Euro. Der Lobbyverband wittert darin einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht und strengt deshalb eine Musterklage an. Die derzeit hohen städtischen Finanzhilfen für die RSG sei vor allem dem Neubau, der mit mindestens 23 Millionen Euro zu Buche schlägt, und den damit verbundenen Umstellungen geschuldet, so Wolbergs.

Langfristig rechnet der OB mit einem dauerhaften Defizit „zwischen 400.000 und 700.000 Euro“ jährlich. Verantwortlich dafür sei zum einen die 2015 eingeführte Bezahlung nach TVÖD, aber auch die personalintensivere Betreuung für die im Bürgerheim untergebrachten Demenzkranken. „Wir wollen das so. Wir haben keinen Renditedruck und wir sind durch die Wahl dazu legitimiert, uns auf diese Weise um alte Menschen zu kümmern“, ist Wolbergs überzeugt. Moralisch zumindest. „Wie das Ganze rechtlich beurteilt werden wird, kann ich nicht sagen.“

Verkehr

Entgegen mancher Berichterstattung sieht Wolbergs Regensburg nicht kurz vor einem Verkehrskollaps. „Regensburg ist keine Stadt des Dauerstaus. Fahren Sie mal in andere Städte. Dort ist das weitaus schlimmer.“ Probleme gebe es in Regensburg nur, wenn im Pfaffensteiner Tunnel ein Unfall passiere. „Dann ist binnen kürzester Zeit alles dicht.“ Das könne man nur durch einen sechsspurigen Ausbau der A3 lösen und das ist Bundesaufgabe.

Simulation der Westtrasse in einem Gutachten, das die Stadt Regensburg erstellen ließ. Fotomontage: Eisenlauer Voith

Simulation der Westtrasse in einem Gutachten, das die Stadt Regensburg erstellen ließ. Fotomontage: Eisenlauer Voith

Die Absage an die Westtrasse bezeichnet Wolbergs als „mutige Entscheidung“ der Koalition. „Die Frage war, ob wir diese Brücke wollen oder den Welterbetitel und wir haben uns für den Titel entschieden.“ Man habe nun einige Maßnahmen beschlossen, um die Situation zu verbessern (z.B. Schnellbuslinien über die Autobahn), einen adäquaten Ersatz habe man aber nicht. Die schlagzeilenträchtigen Wassertaxis seien übrigens keine Alternative zur Westtrasse, „sondern nur eine nette Idee“.

Flüchtlinge

„In dieser Stadt gibt es ein Klima des Zusammenhalts und das hat sich beim Thema Flüchtlinge gezeigt.“ Die Stadt sei daran gewachsen, glaubt der OB. Die Befürchtung, dass man angesichts der aktuell abgenommenen Flüchtlingszahlen nun für leerstehende Unterkünfte zahlen müsse, teilt Wolbergs nicht. Man werden diese Unterbringungsmöglichkeiten unter anderem für anerkannte Asylbewerber brauchen. „Außerdem werden weiter Flüchtlinge kommen. Menschen, die in Todesangst auf der Flucht sind, werden sich auf Dauer nicht von Zäunen und Grenzbeamten aufhalten lassen.“ Die größere Aufgabe aber beginne ohnehin erst jetzt – mit der Integration der hier lebenden Flüchtlinge.

Altstadt

„Ich bin der Meinung, dass im Vergleich zu anderen historischen Städten unsere Altstadt noch richtig gut läuft.“ Es werde eine Veränderung im Einzelhandel zu den kleinen individuellen Geschäften geben, glaubt Wolbergs. „Für einen großen Magneten fehlen uns die Flächen.“ Es gebe leider noch zu viele Leute in der Altstadt, „die horrende Mieten verlangen“ würden. „Man kann schon 40 Euro pro Quadratmeter verlangen und man findet immer wieder einen Deppen, der das zahlt, aber das ist nicht sachgerecht.“ Er sei im Übrigen der Überzeugung, dass es der Altstadt mit weniger Individualverkehr besser gehe. Diese, seine Meinung werde er aber nicht durchsetzen. Das sei ihm zu gefährlich.

Altstadt-Modell

„Die Wahlenstraße würde in meinen Augen total an Aufenthaltsqualität gewinnen, wenn wir die Autos raus nehmen. Davor hat aber ein Großteil der Einzelhändler Angst. Deshalb werde ich das nicht mit Gewalt durchsetzen, denn wenn ich nicht recht habe, bin ich der Totengräber.“ Was er nicht hinbekomme, sei mehr Livekultur in der Altstadt. „Es ist sehr schwierig, Leute davon zu überzeugen, dass Einzelinteressen manchmal etwas zurück stehen müssen.“ Das sei vor allem beim Thema Lärm der Fall. Natürlich gebe es umgekehrt auch Auswüchse. „Wenn die Hälfte der Leute, die nachts in der Altstadt rumlaufen, mal das Bewusstsein entwickeln würde: Da wohnen auch noch Menschen, dann wäre wirklich viel geholfen. Aber manchen ist eben alles scheißegal.“

Referenten-Posten

Macht er noch eine Amtszeit: Kulturreferent Unger. Foto: Archiv/ Staudinger

Macht er noch eine Amtszeit: Kulturreferent Unger. Foto: Archiv/ Staudinger

2017 endet die Amtszeit für drei städtische Referenten: Klemens Unger (Kultur), Christine Schimpfermann (Planung und Bau), Dieter Daminger (Wirtschaft, Finanzen, Wissenschaft). Wohl noch in diesem Jahr muss der Stadtrat diese neu wählen. „Entgegen Unkenrufen gibt es noch keinerlei Festlegungen, ob die Stellen neu ausgeschrieben werden oder nicht“, so Wolbergs. Tatsächlich galt Unger in der Vergangenheit als umstritten, bei Christine Schimpfermann wurde nach einer verwaltungsinternen Auseinandersetzung um die zulässige Größe eines Nahversorgers spekuliert, ob ihre Wiederwahl auf der Kippe stehen könnte. Als gesetzt darf der städtische „Superminister“ Daminger gelten. Es würden erst Gespräche geführt, ob die Betroffenen weitermachen wollten, so Wolbergs, dann werde politisch entschieden. Neu ausgeschrieben werde eine Stelle nur, wenn man auch einen neuen Referenten wolle. Wie es da aussehe, werde entschieden, wenn die Fortschreibung des Koalitionsvertrags abgeschlossen sei. Wann wiederum das der Fall sein wird? Wolbergs zuckt mit den Achseln und sagt schließlich: „As soon as possible.“

Sein persönliches Befinden

Selbstverständlich betont Wolbergs, dass ihm die Arbeit „unglaublich Spaß“ mache, wenngleich er manchmal etwas müde sei. Er lerne, das kennt man, jeden Tag dazu und neue Leute kennen. Er habe gehört, „dass manche sagen, ich bin schon jetzt so schlimm wie der Schaidinger in seinen letzten Jahren“. Er glaube das aber nicht. „Ich bemühe mich, nicht so zu sein. “ Sei Fazit nach zwei Jahren: „Ich finde, wir haben es gut gemacht.“

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Kommentare (37)

  • blauäugig

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    ‚Probleme gebe es in Regensburg nur, wenn im Pfaffensteiner Tunnel ein Unfall passiere. „Dann ist binnen kürzester Zeit alles dicht.“ Das könne man nur durch einen sechsspurigen Ausbau der A3 lösen und das ist Bundesaufgabe.‘
    Das muss man nach kurzem Blick auf den Stadtplan nicht glauben – die A3 (West-Ost-Verbuindung) ist keine Alternativroute zum Pfaffensteiner Tunnel (Süd-Nord-Verbindung). Hierfür wäre die Sallerner Regenbrücke erforderlich.
    Um die Pfaffensteiner Brücke zu entlasten, würde ich auch statt einer Parallelbrücke eine Donaubrücke bei Kneiting begrüßen.

  • Timmy Tsachd

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    Eigenlob stinkt? Warum werden nicht die Bürger befragt?

  • Dr. Otto

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    Richtung Kneiting im Westen eine Brücke bauen? Aber da wohnen doch die ganzen Ärzte, Rechtsanwälte und Oberstudienräte! Bevor da was gebaut wird, ist es wahrscheinlicher, dass die Konradsiedlung gesprengt wird! #Pruefening$wag

  • lil troll

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    „Man habe noch nie so viel Baurecht geschaffen, wie in den letzten beiden Jahren.“
    Gut gemacht Herr Wolbergs!
    Regensburg war mal eine lebenswerte Stadt, die sich in ihrer Individualität von den meisten anderen Städten abgehoben hat. Und heute? Mal ganz abgesehen von den seelenlosen Reißbrett-Neubauquartieren von Schlage Candis und Dechbetten und demnächst dem „Dörnberg“ : Es wird verdichtet, in einem Ausmaß, das einen schaudern lässt. Grün wird gleichzeitig in gigantischem Ausmaß vernichtet. Bestes Beispiel dafür ist Prüfening, das in den letzen zwei Jahren eine Veränderung erlebt hat, die ihresgleichen sucht. Alte, eingewachsene Grundstücke, meist um die 800 bis 900 qm Grundstücksfläche mit alten individuellen Häusern werden reihenweise zu Preisen jenseits der 1-Millionenmarke von Bauträgern aufgekauft, um anschließend mit mehr als nichtssagenden 0815-Neubauten (meist Doppelhaushälften – Preiskategorie 750 000 Euro aufwärts – mit Handtuchgärtchen zugepflastert zu werden. Das Alibi-Kugelbäumchen im Minigärtchen ersetzt die oftmals eigentlich geschützte ursprüngliche Bepflanzung (alte Obst- Zier- und Nadelbäume), aber Baurecht geht ja leider bekanntermaßen vor Baumrecht. Dazu natürlich – der SUV-Klientel entsprechend – pro Haus mindestens eine Garage plus Stellplatz. Oberflächenversiegelung vom Feinsten.
    Oh wie schön ist Regensburg!
    Wie stehen eigentlich die Grünen und die ÖDP zu diesen Entwicklungen? Kritik oder gar ein offensives Gegensteuern sind offensichtlich Fehlanzeige. Dabei könnte man die Aussage des OB „Die setzen auf Nullwachstum.“ durchaus auch als Kompliment verstehen.
    Quo vadis Regensburg?

  • pk

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    lil troll, ich will dir voll und ganz zustimmen.
    Viele der grünen Rückzugsorte für Tiere und den Blick der Menschen sind schon verschwunden, zubetoniert. Dadurch verliert die Stadt immens viel an Reiz und Charme. Aber was nützte der größte Charme, wenn der Geldbeutel leer ist. Andererseits brauchts mit einem Sack voll Geld keinen Liebreiz mehr.
    Die Neubauten sind auch zu teuer, nicht jeder in dieser ehemals schönen Stadt ist Ingenieur bei Conti und Co. Für mich als Eingeborenen verliert die Stadt von Jahr zu Jahr an Anziehungskraft, aber dafür kann ein OB wohl nichts.

  • Echte Zweschge

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    Welche Wandlung Regensburg vollzogen hat erkennt man vermutlich, dass es nur noch ‚Pflaumen‘ gibt.
    Die Echte Zweschge wird in Europa, Westasien, Nordamerika sowie Nord- und Südafrika als angebaut.
    Die Pflaume ist ein Hybrid.
    Einfach mal bei wiki googlen ;-()

  • Rentnerin

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    Herr Wolbergs und seine beiden Vertreter haben das mit ihren Teams bisher sehr sehr gut gemacht.

    Allerdings wünsche ich mir, alle diese nobelverseuchten Wohngebiete, in denen diese selbstgerechten Topverdiener leben, leider auch in Stadtbauwohnungen, mit mehr durchschnittlicher Bevölkerung zu durchsetzen.

    Da ich auch in dieser Ecke wohne und und imemr mehr miterlebe, wie hier Chinesen, Schotten, Polen, Russlanddeutsche, Araber mitwohnen, fällt mir auf, wie schön bunt und freundlich es wird.

    Erstaunlich ist, dass diese arrogante Gesellschaft, in der ich mich Jahrzehnte befand – die nur jammert und herumnörgelt – immer mehr in den Hintergrund tritt und man sich plötzlich unterhält, lacht, gegenseitig hilft und lachende Kinder sieht.

  • Mathilde Vietze

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    Zu „Timmy“ Tue Gutes und rede darüber!

  • Scio me nihil scire

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    Kommentar gelöscht. Bleiben Sie sachlich.

  • Tom

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    @ Fr. Vietze

    Tue viel Unwichtiges und rede wichtig darüber!

  • Tobias

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    @lil troll:
    Du hast so Recht. Genau dasselbe habe ich mir auch gedacht, als ich die MZ mit dem Interview im Pausenraum auf der Arbeit las. Es klingt so, als hätte jeder etwas davon, aber das, wie Sie es sagen, SUV-Klientel sind die einzigen, die davon profitieren.

    Ich habe meine Kindheit in Schwabelweis verbracht. 1994 bis 2007 hat sich in dem Vorort nichts getan. 2004 oder 2005 kam das LIDL, hier und da ein neues Haus. 2007 bin ich ausgezogen und habe mein Leben gestartet. Da Dr. Tümmler noch immer mein Hausarzt ist bin ich ab und zu mal „da unten“. Schockierend; in jedem freien Eck wird was reingequetscht. Das Sportinternat killt den Skatepark, 40 Minihäuser, in denen man dem Nachbar beim Toilettengang vom Fenster aus zusehen kann werden in die kleinste Lücke geschlossen. Da, wo früher ein kleiner Spielplatz und Garten war stellen Investoren Neubauten hin.

    Die Lebensqualität sinkt, das ist das paradoxe daran.
    Ich kenne Leute, die ziehen jetzt weg. Nicht wegen dem Preis! Meine Eltern sind nach Pettendorf…

    Das geniale Buch „Regensburg im Fokus“ für 30 Euro im Buchhandel ist ein gutes Beispiel der Stadtentwicklung. Mein Bruder sagte sofort, dass er das Regensburg von 1960 optisch attraktiver findet, wegen den ganzen kleinen Gassen und Straßen. Guckt man sich das RBO-Depot an – wie viel Platz und Freifläche zur Verfügung stand.. Und jetzt? Ähnliches in der Isarstraße. Da wurde noch darüber nachgedacht, ob das erste Hochhaus der Stadt (das WEO-Seniorenzentrum in Reinhausen) und das zweite Hochhaus der Stadt (Isarstraße 6-8) ins Stadtbild passen. Freiflächen, Struktur und viel Grün. Das Vergleichsbild von 2007.. Bebauung… Als das Landratsamt 1969 fertiggestellt wurde war massig Platz. Jetzt ist sogar der kleine, grüne Fleck für die Landratsamterweiterung draufgegangen.. Jetzt noch mögliche Parkhäuser am Unteren Wöhrd und Jacobi-Gelände…

    Manchmal habe ich das Gefühl, die Regensburger sind nix Wert. Die „Neu-Regensburger“ und Touristen wird der Hof gemacht.

  • Mathilde Vietze

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    Zu Tom: Da mir Ihre Meinung sehr wichtig ist, bitte ich Sie,
    mich aufzuklären, w a s in der letzten Zeit an Unwichtigem,
    das dann „wichtig geredet“ wurde, passiert ist. Sie sind doch
    sicher gerne bereit, meinen Horizont zu erweitern. Vielen
    Dank im voraus!

  • Pauline Bauernfeind

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    Den Regensburger interessiert wahrscheinlich weniger der Eindruck seiner zwei Brüder aus irgendwo, sondern was denkt sich die Familie Wolbergs dahier?

  • Wirtschaftler

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    @Timmy Tsachd:

    Warum befragt man nicht die Bürger(schaft)?
    Weil es die Bürgerschaft in R. seit über 20 Jahren nicht mehr gibt. Deren Rest findet man im BMW-Werk oder anderen Fabrikhallen.
    Da ist es schwierig Befragungen durchzuführen, weil die Personalbüros so viel zu tun haben, die können nicht auch noch für alle die Fragebögen ausfüllen. Bereits Kopien mit individuellen Namen wären zu umständlich. ;-)

    Was issn eigentlich mit dem „Candis“-Projekt? Hat sich das in Wasser aufgelöst? ;-)

    Unger macht sicher noch ne Amtszeit. Muß er ja wohl, sonst könnte Kultur ohne Dom und ohne Kittel stattfinden.

  • Wirtschaftler

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    Das Bürgerheim Kumpfmühl

    Nach wie vor spürbar verärgert ist Wolbergs über die Klage des „Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste“ gegen die städtischen Zuschüsse für die städtische Tochter „Regensburg Seniorenstift GmbH“,
    ———————————————————————————————————————
    Finde ich „megaoberaffengeil“, vor allem wegen dieser Passage:

    Langfristig rechnet der OB mit einem dauerhaften Defizit „zwischen 400.000 und 700.000 Euro“ jährlich. Verantwortlich dafür sei zum einen die 2015 eingeführte Bezahlung nach TVÖD, aber auch die personalintensivere Betreuung für die im Bürgerheim untergebrachten Demenzkranken.

    denn das kann privatwirtschaftlich genauso gut betrieben werden, im freien Wettbewerb und nicht gleich einem real existierendem „Herz-Jesu-Sozialismus“!
    Die EU wirds schon richten. Schliesslich lebt die Boomtown Regensburg gerade auch und vor allem vom ESF-Geld.

  • Richard Freunhuber

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    Apropos ESF. Hier eine Liste der Begünstigten in Bayern, wer will kann sie durchfieseln.
    http://www.stmas.bayern.de/esf/vorhaben/index.php
    Es gibt auch noch andere Fördermittel (zB: EFRE) die sehr gern genommen werden. Von der Durchführung und der Dokumentation der
    Projekte leben direkt oder indirekt ganze Wirtschaftszweige.
    https://www.regensburg.de/sixcms/media.php/121/nachhaltige-stadt-umland-entwicklung-im-efre-2014-2020.pdf
    http://www.stmwi.bayern.de/EFRE/Weitere_EU-Foerderprogramme/

  • Bund Kulturschutz

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    Sehr geehrte „lil troll“,

    auch ich finde Wolbergs‘ Äußerung, die ÖDP setze auf Nullwachstum als Kompliment auf. Als langjähriger ÖDP-Freund verfolge ich direkt alle Äußerungen, Forderungen und Stellungnahmen der ÖDP-Abgeordneten im Regensburger Stadtrat. Als einzige Partei äußern diese mit unglaublicher Kontinuität und Geduld bei jeder noch so kleinen (und großen) Bebauungsplan-Entscheidung und Flächenvergabe ihre Kritik an Flächenversiegelung, hässlicher 0815-Reißbrett-Bebauung und der Zerstörung natürlicher Umgebung. Leider sind hierzu 3 von 50 Stadträten nicht genug, um sich ausreichend Gehör zu verschaffen. Die Grünen in der Koalition haben sich bereits vor langer Zeit von Umwelt- und Naturschutz verabschiedet. Auch sie regieren ausschließlich wachstums- und Wolbergs-hörig, sind schon lange nicht mehr grün. Ich würde Sie bitten, Sitzungen der Ausschüsse auch selbst zu verfolgen (viele sind öffentlich), denn nicht alles wird in den Medien abgedruckt.

    Schließen möchte ich mit Gandhi: „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“

  • joey

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    eine attraktive Stadt ist auch was wert.
    Wer so viel Bildungsangebot, ÖPNV, Behörden, Wirtschaft, … und zum Schluß auch noch UNESCO haben will, der muß mit hohen Grundstückspreisen rechnen. Würde man nicht verdichten, wäre alles noch teurer.

    Auf einer Kasernenwiese ungedämmte Einfachwohnungen wie 1960 zu bauen, wäre genau wie damals eine günstige Lösung, billigen Wohnraum zu schaffen. Jedem aber ist klar, warum das nicht mehr geht (z.B. weil es keine Wiesen mehr in Regensburg gibt).

    Ich hab mein Haus rechtzeitig gebaut. Den Parolen vom Mieterschutz habe ich nie was geglaubt, weil Mathematik immer gilt, so lange Gott nichts anderes einfällt.

  • Mathilde Vietze

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    Zu „Wirtschafter“ – Natürlich können „die Privaten“ genauso ein Heim mit Dementen
    führen. Nur wollen die – im Gegensatz zur Kommune – Profit machen. Ist das soziale
    Politik?

  • Otto Gradewahl

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    Na ja, so sozial sind die Kommune auch nicht. Durch kreuz und quer Finanzierung und Subvention holt sie sich die Gelder vom z.B. Stromkunden oder Steuerzahler. Wirtschaften ist meist ein Fremdwort, der kleine Mann zahlt immer drauf.

  • Paul2

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    Lil Troll und Tobias haben vollkommen recht! Genau meine Meinung. Alles, was Regensburg einst liebens-/lebenswert gemacht hat, wird derzeit in erschreckend kurzer Zeit geplättet und mit potthässlichen 08/15-Einheitsbauten zugepflastert – aus einem netten Häuschen mit Garten drum herum mach drei gartenlose Reihenhäuser – Gewinnmaximierung, das zählt!
    Sieht hinterher dann aus wie überall und irgendwo: null Charme, null Identität, null Individualität.
    Die einzige hochheilige Ausnahme ist die Disneyland-Altstadt, die sakrosankt und wo jeder Pflasterstein denkmalgeschützt ist. Aber wer schützt eigentlich die „ganz normalen“ Stadtviertel vor der IKEAsierung? So wie’s derzeit aussieht, niemand. Ist der Stadtverwaltung sch…egal. Ich trage mich allmählich mit dem Gedanken, im Alter aus meinem geliebten, jedoch immer mehr verschwindenden Regensburg wegzuziehen – irgendwohin, in ein nettes kleines Städtchen mit einem weiter blickenden Bürgermeister als hier; irgendwohin, wo noch nicht alles durch Standard-Flachdachgebäude, Standard-Straßenlampen, Standard-Tiefgarageneinfahrten und Standard-10-Quadratmeter-Vorgärten verschandelt wurde…

  • altstadtkid

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    Jeder der zur Zeit mit offenen Augen durch die Altstadt geht sieht in welche Richtung sich alles verändert. Leerstände, Geschäftsaufgaben, wahrscheinlich wird dass dann alles durch noch mehr Cafes und Gastronomie ersetzt.
    Ein Touristen Disneyland am Tag und ein ungebremstes Feiern im Ostbayern Ballermann in der Nacht.(Oh Gott die Dult fängt an :o(, Misantropenalarm)
    Ich meine Wollbergs hat das alles nicht in die Wege geleitet, aber es wird leider immer schlimmer und extremer. Wie von den Anderen schon erwähnt, diese Stadt kümmert sich weniger um Ihre Bürger als um Touristen, Feierbiester und neu Zugezogene.
    Das merken die in München jetzt auch schon, die Regensburg immer sooo süß fanden.
    Lieber Herr Wollbergs das geht leider in keine gute Richtung.
    Tut mir leid!!!!

  • Lothgaßler

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    Wenn wir uns den Posten des OB sparen würden, es würde niemand merken, außer bei diversen Bierfest-Eröffnungen.
    Ich freue mich für Wolbergs, dass er auch was „richtig“ gemacht hat, was ja nicht allzu schwer war. Wenn er sich aufs Würfeln verlegt, dann hat er eine 50:50 Chance das „Richtige zu tun“. Wenn die Wirtschaft boomt, dann nicht wegen ihm oder irgend einer Partei.
    Seinen Marktglauben in Immofragen haben ihm seine Berater eingeflüstert, die offensichtlich in der Verwaltung gut verankert sind. Der OB scherzt darüber, dass nun teure Wohnungen nicht mehr so leicht vermietet bzw. verkauft werden können. Ja wer soll diese Wohnungen denn mieten oder kaufen?
    Als Bewohner der Altstadt sage ich: Dieser OB hat für uns noch nichts getan. Zwar ist ihm bewusst, dass die Altstadt nicht nur Wirtschafts- und Feierraum ist, aber im Zweifel motzt er lieber gegen die „Einzelinteressen“ jener Altstädter, die sich etwas zu sagen trauen. Und wehe dem, der eine eigene Meinung vertritt. Sollten die Einzelinteressen-Vertreter aber mit Argumenten aufwarten können, dann wird der OB auch gerne beliebig oder patzig.
    Ja, wir brauchen neue Referenten, denn die bisherigen teuer bezahlten Referenten haben der Stadt nicht nur gut getan. Wir brauchen aber auch ein politisches Konzept, das nicht nur auf ständiges Wachstum setzt, denn das gibt es nicht. Deshalb Lob allen, die auch für Mäßigung plädieren.

    @ blauäugig:
    Wer die Kneitinger Brücke bauen will, der wird eine Menge Menschen gegen sich aufbringen, denn diese Brücke würde ein wichtiges Naherholungsgebiet stark beeinträchtigen.

  • Mathilde Vietze

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    Zu „Lothgassler“ – und, was würden Sie, wenn Sie OB wären, besser machen?
    Sie haben doch sicher eine Fülle von guten Vorschlägen. Lassen Sie uns doch
    bitte daran teilhaben. Vielen Dank im voraus!

  • tom

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    @ Frau Vietze

    Lothgaßler bringt es auf den Punkt, es würde in keinem Fall negativ auffallen, wenn der OB durch einen Unterschriftsautomaten ersetzt werden würde. Wenn man die bisherige Arbeit des OBs ohne zahlreiche Boulevardauftritte beurteilen will wird’s schon schwierig.

    Die Wohnungs- und Städtebaupolitik in Regensburg ist eine Katastrophe! Man gehe nur mal mit offenen Augen durch die Stadt. Bauträger toben sich an allen Ecken unter reiner Gewinnmaximierung und zu Lasten einer adäquaten Stadtentwicklung aus. Da frägt man sich schon, inwiefern der OB als letzte Genehmigungsinstanz die notwendige kritische Distanz zum Bauträgerkartell in Regensburg wahrt?

    Gern und ausführlich spricht der OB auch über die Förderung der Kreativwirtschaft in Regensburg. Für teures Stadtgeld wurde ein 1a-Immobilie renoviert und wird der Kreativwirtschaft dann auch zu Lasten des Stadtsäckels zur Verfügung gestellt. Nennen Sie mir bitte einen Nutzen, den das Gemeinwohl aus diesem Aufwand zieht? Apropos bin ich sehr verwundert, dass sich noch kein Altstadtcafe- oder barbetreiber bezüglich der Zahlen interessiert hat, in welcher Höhe die Stadt, das von einem Privaten betriebene Cafe im Degginger direkt oder indirekt subventioniert?

    ……to be continued!

  • Mathilde Vietze

    |

    Zu „Tom“ – Warum posten Sie das hier und sagen es nicht dem Herrn Wolbergs
    bei passender Gelegenheit d i r e k t ? Haben Sie etwa Angst vor der Reaktion?

  • Jutta Reiber

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    Leider haben sich die Regensburger Oberhäupter in den letzten Jahren stetig als ziemlich beratungsresistent entwickelt. Der Bürger wird nur bei der Wahl benötigt, die restliche Zeit ist er lästig. Soviel zum Thema :Haben Sie etwa Angst vor der Reaktion?

  • tom

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    @ Fr. Vietze

    Ihr Zitat vom 5. Mai 2016:

    Da mir Ihre Meinung sehr wichtig ist, bitte ich Sie,
    mich aufzuklären, w a s in der letzten Zeit an Unwichtigem,
    das dann „wichtig geredet“ wurde, passiert ist.

    Ihr Zitat vom 9. Mai 2016:

    Warum posten Sie das hier und sagen es nicht dem Herrn Wolbergs
    bei passender Gelegenheit d i r e k t ?

    Liebe Frau Vietze,

    irgendwann müssen sie sich dann doch entscheiden was sie wollen!

    Herzliche Grüße!

    Tom

  • Lothgaßler

    |

    @Mathilde Vietze:
    Egal welche Vorschläge ich in diesem Forum platzieren würde, sie wären zu unbedeutend, zu speziell, zu allgemein, usw. Dieses Forum bietet nicht den Platz „bessere“ Politik-Vorschläge umfassend und für alle zufrieden stellend zu erarbeiten bzw. zu beschreiben. Ob Ihnen meine Vorschläge dann auch „besser“ gefallen würden, das bewerten Sie zu Recht nach Ihrem Gusto. Genau so halte ich es, und andere auch.
    Was mich am OB sehr stört ist, dass ich nicht erkenne wohin er diese Stadt entwickeln will. Diese Entwicklung privaten Investoren oder den Zufällen der Jahre zu überlassen ist schwache Politik. Diese Entwicklung gar der Verwaltung zu überlassen ist Verrat an der Demokratie. Aus meiner Sicht reduziert er sein Macheramt auf Repräsentation und Obervorsteherschaft der Verwaltung, dazu kommen noch ein paar Freunderl-Dummheiten (z.B. Fußball, Triathlon) und Überlegenheitsgefühle durch sein amtsgegebenes Herrschaftswissen. Das macht mir den extrem gut bezahlten OB halt nicht besonders sympathisch.

  • Mathilde Vietze

    |

    Um meinen geistigen Horizont zu erweitern, hätte ich mir Ihre Vorschläge
    erwartet. Stattdessen wiederholen Sie nur meine Zitate, die sich gegen-
    seitig nicht ausschließen. Ich weiß sehr wohl, was ich will, wüßte aber von
    Ihnen, der Sie doch ein kluger und weitsichtiger Zeitgenosse sind, was Sie
    wollen.

  • semmeldieb

    |

    bisher hat dieser ob nichts kapitales verbockt. keinen echten schaden angerichtet.

    das unterscheidet ihn von einigen, aber ist für sich alleine etwas wenig.

    im grunde muss er ja nichts tun. das nest ist gemacht, die kasse ist voll, krisen sind noch nicht in sicht.

    der andere kandidat wäre mir um welten lieber gewesen, der müsste jetzt sein versprechen mit den 10.000 (+x) wohnungen umsetzen.

  • Mr. T

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    Also ich sehe seine Amtszeit bisher sehr differenziert. Eine hervorragende Figur hat er bei der Aufnahme der Zuflucht Suchenden gezeigt. Der Wechsel in den TVÖD war auch etwas, das sich viele Wähler von ihm erwartet, ihm vielleicht aber gar nicht zugetraut haben. Ansonsten zeigt er viel zu wenig seine Handschrift, es ist kein Wechsel in der Politik zu sehen. Bei der Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt läuft es genauso wie zuvor, außer dass jetzt vielleicht andere Entwickler zum Zug kommen. Die besten Flächen der Stadt werden Bauträgern zugeschachert, damit diese möglichst profitabel Wohnungen bauen können, die sich sofort an Investoren versilbern lassen. Die wiederum vermieten sie dann an zahlungskräftige Zuzügler, die dann für einige Jahre hier leben. Niederlassen möchte sich in Siedlungen wie am Rennplatz oder in der Hochstraße sicher niemand. lil troll hat das ja schon gut beschrieben. In 20 Jahren sind das wahrscheinlich sogar soziale Brennpunkte. In der Kulturentwicklung hat man sich auch deutlich mehr von ihm erwartet. Die Tatsache, dass Lunger immer noch im Amt ist, bedeutet, dass diese gar nicht stattfinden kann. Sinnlose Projekte für die „Kreativwirtschaft“ zeugen davon, dass man versucht, dass Pferd von Hinten aufzuzäumen. Da hätt man gerne eine kreative Gründerszene wie in Berlin, überlegt aber dabei nicht, wie die sich dort entwickelt hat. Dort hat sich eine Subkultur mit vielen Freiheiten entwickeln können, die dann viele Kreative aus der ganzen Welt angezogen hat. Hier sieht man aber nur die sich daraus teilweise entwickelte Hipster-Kultur und versucht, diese in Regensburg zu etablieren, während man Subkultur so gut wie möglich verhindert. Das zieht natürlich nur die an, die eine ähnliche Vorstellung von „Kreativkultur“ haben und gerne dazu gehören möchten, aber keine kreativen Menschen. Die Verkehrsentwicklung ist sicher ein schwieriges Pflaster, auf dem man kaum schnelle Erfolge erzielen kann. Hier hat er zumindest mit der Liberalisierung des Verkehrs für die Radfahrer gute Ansätze gezeigt. Mittlerweile hat ein Radfahrer in der Fußgängerzone fast schon so viele Rechte wie ein Kraftffahrer. Sein Verhalten im Amt ist auch nicht gerade vorbildlich. Er lässt hier Souveränität vermissen. Er ist dünnhäutig, gereizt und bügelt andere oft Kraft seines Amts ab, ohne sich auf argumentativer Basis durchzusetzen. Das mag bei dieser Opposition auch durchaus schwer sein, ist aber kein guter Stil. Die bunte Koalition finde ich eigentlich ganz gut, da fehlen mir aber noch die Einflüsse der verschiedenen Farben in der Politik. Er macht seine Arbeit wohl immer noch besser, als sie der andere Kandidat gemacht hätte, hat aber noch viel Luft nach oben. Wolbergs vor der Wahl und Wolbergs nach der Wahl sind leder weiter voneinander entfernt als Jekyll und Hyde.

  • Lothgaßler

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    @Mathilde Vietze:
    Horizonterweiterung in Internetforen wird nicht klappen. Wenn so etwas sein soll, dann müssten sich geneigte Kommentatoren und Kommentatorinnen gelegentlich zu einer gesitteten Gesprächsrunde im Biergarten verabreden. Nur Auge in Auge und in Grundstimmung kultureller Heiterkeit lässt sich hinter den vernebelten politischen Alltagshorizont blicken.

  • „Abschied von gestalterischer Wohnungspolitik“ » Regensburg Digital

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    […] Erst kürzlich hatte OB Wolbergs einer Erhöhung der Sozialwohnungsquote auf 30 Prozent eine Absage … Er vertraue hier im Wesentlichen auf den freien Markt. Schindler kann darüber nur den Kopf schütteln. Was dieses bedingungslose Vertrauen angerichtet habe, könne man an dem überteuerten Wohnungsmarkt in Regensburg deutlich ablesen. Aber das passe ebenso wie die Ablehnung einer Zweckentfremdungssatzung ins Bild. „So einen Unfug habe ich noch von keinem sozialdemokratischen Oberbürgermeister gehört. Offenbar will sich der OB von jeder gestalterischen Wohnungspolitik verabschieden.“ […]

  • Bund Kulturschutz

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    @Paul2

    Sehr geehrter Paul2,
    ich glaub Sie haben weder meinen Kommentar gelesen, noch jemals die Äußerungen der ÖDP-Stadträte gehört. Die setzen sich nämlich genau gegen Ihre erwähnte „IKEAisierung“ ein.

    Zitat aus obigem Kommentar:
    „Als einzige Partei äußern die ÖDP-Stadträte mit unglaublicher Kontinuität und Geduld bei jeder noch so kleinen (und großen) Bebauungsplan-Entscheidung und Flächenvergabe ihre Kritik an Flächenversiegelung, hässlicher 0815-Reißbrett-Bebauung (!) und der Zerstörung natürlicher Umgebung. Leider sind hierzu 3 von 50 Stadträten nicht genug, um sich ausreichend Gehör zu verschaffen. „

  • Mathilde Vietze

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    Zu „Lothgaßler“ – Also, wann und wo schlagen Sie vor, daß wir uns treffen? Ich lade Sie
    gerne auf ein Glas Wein ein.

  • petry

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    Geh Herr Wolbergs als die neu Osttangente gebaut wurde, hat es geheißen alles wird besser ! Schauen Sie sich dass Chaos mal an, früh morgens und am Abend. Schlimmer als vor dem Bau für 65 Mio. Für was der Tunnel gebaut wurde erschließt sich mir nicht, aber unsere tollen Verkehrsplaner wissen das sicherlich. Stimmt mit Chauffeur bekommt man von dem Verkehr nichts mehr mit. Und um die Zeit sind Sie bestimmt noch im Büro. Sie sagen in anderen Städten ist es schlimmer – stimmt und in Rußland gibt es Landstriche ohne geteerte Straßen. Wenn unsere Kommunalpolitiker schon an Realitätsverlust leiden wie geht’s dann erst unseren Bundestagabgeordneten ?

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