Jusos Oberpfalz fordern sofortige Seenotrettungsprogramme und Fluchtkorridore

Zu den Todesfällen hunderter Flüchtlinge im Mittelmeer erklären die Jusos Oberpfalz:

„Hunderte von Menschen, die vor Krieg, Hunger und unmenschlichen Lebensumständen geflohen sind, sind in den vergangenen Tagen im Mittelmeer gestorben. Ihre vermeintliche Rettung nach Europa wurde zur Todesfahrt über das Mittelmeer. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer. Unser Unverständnis und unsere Kritik gilt den Spitzenpolitikern der EU und derjenigen EU-Staaten, die diese humanitäre Katastrophe seit Jahren geschehen lassen und somit auch der deutschen Bundesregierung“, so Carolin Hagl, Vorsitzende der Jusos Oberpfalz.

„Dass bereits tausende Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken mussten, ist der unmenschlichen Abschottungspolitik der EU und der verfehlten Flüchtlings- und Migrationspolitik zuzuschreiben. Dass tausende von Menschen überhaupt aus ihrer Heimat flüchten müssen, liegt auch an einer Wirtschaftspolitik, die auf maximalen Profit ausgerichtet ist. Minderwertige oder überproduzierte Fleischprodukte aus der EU überschwemmen die Afrikanischen Märkte und bringen die dortigen Kleinbauern in Bedrängnis. Umweltzerstörungen, die durch die Ausplünderung der Bodenschätze und das Ausfischen der Meere vor der Afrikanischen Küste erfolgen, bewirken ihr Übriges. Dort wo Kriege die Menschen aus ihrer Heimat fliehen lassen, tragen viele EU-Staaten aufgrund jahrelanger Waffenexporte ebenfalls Verantwortung für die Bewaffnung terroristischer Gruppen. Auf lange Sicht muss ein Umdenken stattfinden. Deutschland und Europa dürfen nicht länger auf Kosten der Dritten Welt leben und verdienen“, führt Hagl aus.

„Und auf kurze Sicht – also sofort – muss etwas für die vielen Menschen getan werden, die in den Krisengebieten keine Lebensgrundlage mehr haben“, so die Juso-Bezirksvorsitzende. Die Jusos Oberpfalz fordern sofortige Seenotrettungsprogramme und Fluchtkorridore auf dem Landweg. Deutschland ist das wirtschaftsstärkste Land der EU – in dieser Rolle trägt es auch Verantwortung. Die Bundesregierung muss jetzt an vorderster Stelle dafür eintreten und finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, um die Menschen an den Grenzen Europas zu schützen und nicht die Grenzen vor den hilfesuchenden Menschen zu schützen.

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