Morgen, Regensburg

Die Steilvorlage hat funktioniert. Nachdem sich Kurt Schindler (Ex-SPD, bald Ex-Stadtrat) über den „Namensmissbrauch” von Günther Riepl aufgeregt hat – Riepl hatte Schindlers Namen auf dem Antragsentwurf zur Sondersitzung mit Martin Daut in Sachen Stadtbau verwendet –, meldet sich nach langer Zeit des Schweigens CSU-Fraktionschef Herbert Schlegl zu Wort und haut auf Riepl und die Freien Wähler drauf. Ohne nun die Kritik Schlegls („zweifelhafte Methoden”, „Profillosigkeit”, „Trittbrettfahrerei”) inhaltlich bewerten zu wollen – a bisserl was ist vielleicht dran – will die CSU eigentlich, dass Daut kommt oder nicht? Da duckt man sich ja ganz schön weg, Herr Schlegl. Wäre ein solcher Antrag aus Ihrer Fraktion gekommen, müsste niemand sonst hausieren gehen, um mit „zweifelhaften Methoden” an Unterschriften zu kommen. Wer Transparenz nicht mag, ist selber schuld Klar kommt dieses Thema im Wahlkampf äußerst ungelegen. Aber: Dass die Stadtbau Wahlkampfthema wurde, hat sich der Herr Oberbürgermeister selber eingebrockt. Dafür, dass Transparenz ein Fremdwort zu sein scheint, kann kein Riepl was. Ebensowenig dafür, dass eine Reaktion auf die Bestechungsaffäre allenfalls in Spuren vorhanden war. Selber schuld! Wer solche Steilvorlagen liefert, darf sich nicht wundern, wenn der politische Gegner sie nutzen will. Aber vielleicht wird’s ja ein Eigentor. (Ent)spannende Lektüre!

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Kommentare (1)

  • Mathilde Vietze

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    Es waren Schindlers letzte, verzweifelte Flügelschläge, nocheinmal ins Gespräch zu
    kommen. Nach dem 2. März wird kein Hahn mehr
    nach ihm krähen und keine alte Katze nach ihm
    schreien. Gott sei Dank ist diese „Ära“ vorbei.

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