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„Unauffällig, beiläufig und nicht betriebsprägend“

Regensburg will „Musikdarbietungen“ in Bars und Kneipen einschränken

Vor vier Jahren schien die Debatte erledigt. Doch nun will das Ordnungsamt verstärkt gegen vermeintlich zu laute Musik in Bars und Kneipen vorgehen – nicht vornehmlich wegen Beschwerden, sondern aus genehmigungsrechtlichen Gründen.

Gefährlich: eine Disco-Kugel in einer Schank- und Speisewirtschaft. Foto: Archiv/Martin Meyer

„Was ist wichtiger?“, fragt Ex-Gastronom Phuc Huynh. „Den öffentlichen Angst-Raum wie Bahnhof, Parks oder den Neupfarrplatz abends durch die prophylaktische Präsenz vom KOS (Regensburgs kommunaler Ordnungsdienst, Anm. d. Red.) absichern und so Gewalttaten präventiv verhindern oder abends in den Bars kontrollieren, ob irgendwer seinen Hintern illegal zur Musik bewegt?“

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Ähnlich äußern sich mehrere Wirte und Barbetreiberinnen, bei denen unsere Redaktion nachfragt. Sie allerdings wollen sie sich durchweg nicht namentlich zitieren lassen. Man habe Angst, selbst in den Fokus des „Kommunalen Ordnungsservice“ zu geraten und Objekt von dessen „Willkür“ zu werden, heißt es. „Willkür“, die man bei der „Jagd“ der Ordnungshüter nach nicht adäquater, heißt: nicht von der Betriebsgenehmigung gedeckter Musik befürchtet. Diese hat in Schankwirtschaften laut städtischer Definition „unauffällig, beiläufig und nicht betriebsprägend“ zu sein.

Musik und Tanz: Ordnungsamt will verstärkt kontrollieren

Anlass der Ängste bei den Gastroleuten: Bei einer Zwischenbilanz des Bündnisses „Fair Feiern“ zur Abschaffung der Sperrzeit in der Regensburger Altstadt Anfang April hat das Ordnungsamt angekündigt, Bars und Kneipen verstärkt darauf zu kontrollieren, ob dort „Musikdarbietungen“ stattfinden und ob womöglich sogar getanzt wird. Das ist nämlich nur in Discos erlaubt. In den Gaststätten hat das Essen und Trinken im Vordergrund zu stehen.

Man kennt diese (eigentlich erledigt) geglaubte Debatte noch aus dem Jahr 2020. Gibt es zu viele „Veranstaltungen“ in einer Kneipe (weil ein DJ die Musik auflegt)? Steht nicht das Essen oder Trinken im Vordergrund, sondern die Musik? Was ist noch Hintergrundmusik und was nicht?

Debatte bereits 2020

Mit derlei Fragen im Kopf zogen die Außendienstler des Regensburger Ordnungsamts nächtens durch die Stadt und brachten manchen Gastronomen zur Verzweiflung – bis schließlich bei einem Krisengipfel per gemeinsamer Pressemitteilung von Stadt und Gastro-Vertretern klargestellt schien:

„Primär geht es um die Lautstärke. Der Stadt Regensburg geht es natürlich um den Schutz der Anwohner. Werden diese nicht gestört, spielt es zunächst keine Rolle, ob die Musik vom Band kommt oder ein DJ auflegt.“

So argumentiert auch Karin Griesbeck von der Alten Filmbühne. „Wenn es jemand übertreibt, dann ist selbstverständlich, dass das Ordnungsamt einschreitet. Aber es kann doch nicht sein, dass alle pauschal bestraft werden, weil es bei irgendjemand anderem Probleme gibt.“

Ruhestörung: Beschwerden seit Sperrzeitabschaffung „deutlich gesunken“

Doch eine solche pragmatische Lösung gemäß der Losung „Leben und leben lassen“ scheint beim städtischen Ordnungsamt nun wieder über Bord geworfen zu werden.

Dabei gibt es ausweislich einer Pressemitteilung der Stadt anlässlich der Sperrzeitzwischenbilanz ausdrücklich keine Zunahme der Beschwerden wegen Ruhestörung – im Gegenteil: „Dadurch, dass die Kneipen und Clubs nun zu unterschiedlichen Zeiten schließen, sei die Zahl der Ruhestörungen durch umherziehende Gruppen deutlich gesunken.“

Probleme mit Vandalismus, Müll, Automatenläden und an den Disco-Hotspots

Probleme gebe es hingegen mit Müll und Vandalismus. Das Obermünsterviertel und andere Bereiche im direkten Umfeld von Discos seien „Hotspots für Lärmbelästigung, Vandalismus, Vermüllung und Wildpinkeln“. Als weiteres Problem macht Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer „das Phänomen der Automatenläden“ aus, „die nicht nur im Bereich des Jungendschutzes gefährlich sind, sondern auch viele Feiernde regelrecht einladen, sich mit günstigem Alkohol und Snacks direkt auf der Straße niederzulassen und dort zu feiern.“

Ihr verstärktes Augenmerk allerdings sollen die Beschäftigten des Ordnungsdienstes laut Ordnungsamtschef Michael Bleckmann ungeachtet all dessen auf die verstärkte Kontrolle von „einschlägigen Bars und Kneipen“ richten.

Weil es eben „viele“ Bars gebe, „die von der genehmigten Betriebsart her als ‘Schank- und Speisewirtschaft’ angemeldet sind und daher eigentlich nur leise Hintergrundmusik spielen dürfen“, sich aber, wie es in der städtischen Pressemitteilung weiter heißt, die fehlende Sperrzeit „zunutze machen“ und bis in die frühen Morgenstunden „Musik in Disco-Lautstärke“ spielen würden.

Beschwerden wegen Musik in Kneipen: Stadt bleibt schwammig

Vermehrte Beschwerden deshalb werden ausdrücklich nicht angeführt. Auch auf mehrfach explizite Nachfrage zu diesem Punkt bleibt man bei der Stadt schwammig. Solche Beschwerden von Anwohnerinnen gebe es zwar „auch“. Im Vordergrund scheint aber zu stehen, dass von den Ordnungshütern „darauf geachtet“ wird, „ob die Lautstärke der gespielten Musik der jeweiligen gaststättenrechtlichen Erlaubnis entspricht“. Denn „lautere als nur Hintergrundmusik“ dürfe in Schankwirtschaften nur an jährlich 24 Tagen, bei angemeldeten Veranstaltungen gespielt werden.

An den restlichen 341 Tagen im Jahr muss in Bars und Kneipen das Trinken im Vordergrund stehen, bei unauffälliger Beschallung – zumindest im Lokal. Dazu, wie man den ausdrücklich benannten Problemen von Vandalismus und Vermüllung beikommt, benennt die städtische Pressemitteilung keine Strategie. Vermutlich fehlt es beim Ordnungsdienst dafür an Personal.

Pop-Beauftragter Wagner sagt: „Mir ist jede Kneipe, die sich auch über ihr Kulturprogramm definiert, lieber als eine Kneipe, die mit ‚zwei Cocktails zum Preis von einem‘ für sich wirbt.“ Doch aus städtischer Logik steht damit, dem Trinken, genau das Richtige im Vordergrund.

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Kommentare (27)

  • Der Stadtkritiker

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    Kommentar gelöscht. Bitte sachlich.

  • Spartacus

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    Da hat wohl jemand eindeutig zu wenig zutun,
    Eindeutiges Einsparpotential, Stadtrat bitte handeln.

  • Von Tronje

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    Nun ja, dieser blinde Aktionosmus lässt tatsächlich vermuten, der KOD könnte nicht ausgelastet sein. Zumal fehlende Beschwerden auch als Willkür interpretiert werden können.
    Gibt es dann demnächst in Kneipen und Bars einen „Sitzzwang“?

    Barbetreiber-innen werden so zu Kontrollettis die ein Tanzverbot durchsetzen sollen gemacht, ich seh schon die Schilder „(Swing)Tanzen verboten“ 😉

  • Lukas

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    Ohne Beschwerden oder Geschädigte alle Kneipen auf die “gaststättenrechtliche Erlaubnis” mehr als nur “unauffällige Hintergrundmusik” spielen zu dürfen zu kontrollieren, wird die einzigartige Stimmung in manchen “Schankwirtschaften” zerstören und aus ihnen wird genau das: Wirtschaften in denen Getränke ausgeschenkt werden, sonst nichts.
    Dieser blinde bürokratietreue Aktionismus zerstört die Musikkultur in Regensburg.

  • Lauberzehrling

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    Aus städtischer Sicht steht das Trinken im Vordergrund, weshalb Musik nur im Hintergrund laufen soll.

    Aus Sicht der Gastronomen steht das Trinken im Vordergrund, weil bei lauter Musik weniger geredet und häufiger zum Glas gegriffen wird.

    Ausnahmsweise kein Ziel-, sondern ein Wegekonflikt.

  • Sebastian Freyer

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    Ich möchte mich nicht zu krass ausdrücken aber ich ziehe mal den Vergleich mit dem Alkoholverbot der USA in den Dreißiger. Sinnlos und verlagert einiges ins Illegale und man fühlt sich als Schwerverbrecher wenn man Musik macht. Ausserdem zerstört es die Kultur. Sorry für meinen Vergleich

  • Ashley

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    Wir verkommen doch zu einer totalen Regelgesellschaft.

    Man kommt sich vor als dürfte man vor lauter Regeln schon garnicht mehr normal leben…..

    Als gäbe es nichts wichtigeres als sowas. Wie einige hier schon schreiben sollte man sich lieber um die Sicherheit dieser Stadt kümmern.

    Ich als Einheimischer meide es schon seit Jahren Abends durch die Stadt zu gehen.

    Diese Stadt ist einfach nicht fähig mal etwas Sinnvolles und überlegtes zutun.

  • Rndm

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    Tja, an den bekannten Brennpunkten für Ordnung zu sorgen scheitert wohl an der physikalischen Fähigkeiten der Möchtegernpolizisten. Dann muss man eben anderswo seine Autorität ausüben. Stadtrat bitte einmal Rationalisieren!

  • Andrea Mink

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    Schade, am liebsten wäre es mir, wenn mehr Live-Musik gespielt werden dürfte. Die Auftrittsmöglichkeiten sind rar und die alten, leider nie von mir erlebten, Fürstenhof-Zeiten mit Live-Acts mitten in der Stadt, sind schon lange Tempi passati. Eine lebendige Stadtkultur sieht für mich anders aus.

  • Charlotte

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    Bravo Stadt Regensburg. Das ist absolut richtig, denn einige Gastronomen halten sich eben überhaupt nicht an die Regeln. Und genau das weiß die Stadt, weil es eben genug Beschwerden von Anwohnern gibt oder der KOS selbst Auffälligkeiten festgestellt. Als Bürger und Bewohner sage ich Dankeschön dafür.

    Die Überschrift des Artikels führt meines Erachtens vollständig in die Irre. Die Stadt verbietet keine Musikdarbietung generell, sondern kontrolliert, ob für Konzerte und laute Club–Musik eine Lizenz mit erforderlichen baulichen und Lärmschutzmassnahmen vorhanden ist. Ein völlig normaler Vorgang. Jedes Unternehmen hat solche Vorschriften einzuhalten und wird sanktioniert bei Verstößen.

    Was soll überhaupt die Aufregung? Wer sein Unternehmen ordentlich führt, kann gelassen einer Überprüfung des KOS entgegen sehen. Sie werden nichts zu befürchten haben. Und wer sich aufregt, hat scheinbar Angst, ertappt zu werden.

    Wie immer ist das Gejammer in dieser Branche groß, ohne reflektiert zu sehen, dass sie im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen in Regensburg unglaublich bevorzugt und unterstützt wurden und werden: finanzielle Hilfen, Wegfall der Sperrstunde, massenhaft Ausweitung der Freisitze und damit Entzug der Fläche für alle anderen Bürger. Eine Gaststätten– und Schanklizenz ist eben keine Club–Lizenz. Und diese Lizenz ist für den Lärmschutz für Anwohner und Nachbarn auch sinnvoll. Leise Hintergrundmusik garantiert zumindest einigermaßen, dass die Nachbarn und Anwohner auch mit Gastronomie im Haus leben können. Wer Tanzen und Party haben möchte, geht in die Clubs. Und wer ein Club mit lauter Musik sein möchte, sucht sich bitte als Betreiber auch die passende Location außerhalb eines Wohnhauses, investiert in umfassende Lärmschutzmassnahmen und beantragt dann auch eine passende Genehmigung. Der Wegfall der Sperrstunde sowie der hohe Lärmpegel in den Bars führt selbstverständlich zu ständigen Beschwerden von Anwohnern und warten wir den kommenden Sommer ab: die belastende Zeit ist in der Beurteilung der Beschwerden noch nicht enthalten.

    Zur Aussage des Ex-Gastronomen Phuc Huynh: was für eine Polemik, die Sicherheit auf den Straßen und in Parks ist natürlich absolut wichtig, das rechtfertigt jedoch nicht, dass Gastronomen rechtswidrig ihre Kneipe betreiben auf Kosten der Nachbarschaft und des Lärmschutzes.

    Ein Wunsch an RD. Ich schätze RD sehr, aber bei diesem Thema fehlt mir eindeutig die Sicht der Anwohner. Wenn ich nur die Frösche frage, dessen Teich ich trocken legen möchte, ist das Stimmungsbild offensichtlich sehr subjektiv.

  • Mr. T.

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    Gibt es so eine Auslegung eigentlich auch in anderen Städten oder ist das wieder mal eine Regensburger Singularität zum Sanktionieren von Lebensfreude? Ich habe andernorts noch nie von so etwas gehört. Stellt man sich in Regensburg unter “Schankwirtschaft” nur so etwas wie Hofbräuhaus und Kneitinger vor, wo Druckbetankung statt Spaß zum Konzept gehört? Aber klar, wer tanzt hat keine Zeit zum Saufen.
    Wie schafft es Regensburg unter SPD-Führung noch viel konservativer zu wirken als die Bayerische Staatskanzlei? Ist da noch so viel rechtschristlicher Konservativismus in einer zügellosen Stadtverwaltung ohne Führung? Ich hätte nie geglaubt, dass ich jemals überlegen muss, ob ich mir nicht doch wieder Wolli trotz all seiner unsäglichen Ausfälle zurückwünschen würde.
    Bin gespannt, wann die Friedhofsatzung auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet wird …

  • Max

    |

    Im Sinne einer ausgewogenen Berichterstattung wäre es hier gut gewesen auch mal die rechtlichen Grundlagen zu recherchieren, wenn dazu der Autor nicht in der Lage ist, hätte die Stadt sicher gern mit einer entsprechenden Erklärung geholfen. Aber dem Autor war wohl mehr an einem polemischen Artikel gelegen. Die Stadt setzt hier nur geltendes Recht durch. Übrigens eine simple Google Suche hätte hier auch ein paar Erklärungen gebracht, z. B. haben in vielen Städten schon Diskothekenbetreiber*innen die Verwaltungen mit Klageandrohung zum Umsetzen dieser Vorgaben gedrängt.

  • Charlotte

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    @ Sebastian Freyer

    Ihr Kommentar ist leider nicht nur krass, sondern widerspricht jeglichem Expertenwissen und den Empfehlungen der Gesundheitsverbänden.

    Deutschland ist inzwischen Spitzenreiter im Alkoholkonsum und –missbrauch und das liegt daran, dass zuwenige Gesetze und Vorschriften im Vergleich zu allen anderen Ländern bestehen.

    Alle Länder, in denen besonders strenge Vorschriften herrschen, gibt es deutlich weniger alkoholbedingter Schäden.

    Vorschriften zerstören nicht sondern schützen jeden einzelnen und alle anderen. In diesem Fall wird kein Mensch zum Schwerverbrecher, aber es muss selbstverständlich sein, dass Bau– und Lärmschutzgesetze eingehalten werden.

  • Charlotte

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    @Spartacus

    Ganz im Gegenteil, es muss heißen: lieber Stadtrat, bitte den Ordnungsdienst mit mehr Personal ausstatten. Diese viel zu kleine Gruppe an Mitarbeiter:innen muss dringend aufgestockt werden, um alle Aufgaben zu stemmen.

  • Laudon

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    Kommentar gelöscht. Bitte sachlich.

  • Daniela

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    Es ist wie immer, es gibt die Einen und die Anderen. Die Einen leben und wohnen in der Altstadt, die Anderen genießen ihre Freizeit da und gehen zum Schlafen nach Hause.
    Es gibt die, die Ruhe beim Essen und Trinken genießen und Gespräche in ruhiger Atmosphäre mögen und es gibt die Anderen, die Musik und Tanz mögen und das Essen ist Nebensache.
    Und für alle gibt’s ein Angebot, es gibt Schank- und Speisewirtschaften und es gibt Bars und Diskotheken.
    Und Vorschriften gibt es auch für alle! Für die einen leise Hintergrundmusik , für die anderen Bauvorschriften zum Lärmschutz.

    Wenn ich nun aus meiner Speisewirtschaft eine Diskothek machen möchte, oder Tanz und Gaudi, dann brauche ich halt die entsprechenden Änderungen eben auch bauliche.

    Wenn man sich etwas tiefer in die Materie kniet, wird man sehr schnell merken, dass es eine Wettbewerbsverzehrung sein kann, wenn die Einen erheblichen Aufwand und Kosten haben, um die Auflagen zu erfüllen, während andere nur die vorgebenen Grenzen (Regeln) überschreiten… und Kosten und Aufwand sparen.

    Geht es nicht vielmehr darum, dass die Gastronomie sich selbst gegeneinander ausspielt?

  • Mr. T.

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    Daniela, es gibt aber auch die EinenAnderen, die leben und wohnen in der Altstadt und genießen auch ihre Freizeit da. Ersteres lassen sie sich sogar wegen zweiter etwas Aufpreis kosten. Die sollte man nicht vergessen!
    Wohl unabsichtlich haben Sie aber einen wichtigen Aspekt in Ihrer Aufzählung beleuchtet. Die Bars, die hier bei der Diskussion zwischen dem, was man sich unter Schankwirtschaft vorstellt, also dass die Leute an einem Tisch sitzen und unter leiser Hintergrundmusik, manchmal unterbrochen durch den lärmenden Kurzauftritt einer Blaskapelle, ein Bier nach dem anderen trinken und sich einen Haxen quer in die Gurgel stopfen, und einer Diskothek etwas untergehen. Hier geht man hin, um auch von Musik unterhalten zu werden, gerne auch kuratiert durch DJanes und DJs. Dabei kann einem sogar mal das Tanzbein kurz auskommen, wenn man nicht grad am Barhocker klebt. Trotzdem haben die meisten Bars überhaupt nichts mit einem Club oder einer Diskothek zu tun und können nie deren Auflagen unterliegen oder gar erfüllen. Man stelle sich vor, die Café Bar, in der bei guter Stimmung auch mal ein paar Leute tanzen und lautere Musik läuft, müsste als Diskothek gelten – maximal absurd.

  • tom lehner

    |

    Ich wäre für den Bau einer beschallten Stadtbahn mit Toiletten und angehängtem, aufpreispflichtigen Vandalismuswagen.

    Das Weltkulturerbe Museum Regensburg mit seinen massentouristischen Hafenanlagen, zigzehntausenden Studenten und einem riesen Einzugsgebiet macht sich mal wieder Gedanken um das Wildpinkeln und zu laute Musik.
    Liebe Leut, man kann nicht alles haben. Das ist schon ein bisschen wie in Malle. Geld haben wollen ja, aber bitte dann ganz leise sein und vor allem nicht aufs Trottoir kacken!

    Ein alter weiser Mann hat mal gesagt: “Wenn Du im Wald einen Weg für Reiter freigibst, wirst Du auch Pferdeäpfel finden!”

  • Daniela

    |

    @Mr. T.
    3. Juni 2024 um 07:54 | #

    Es mag so sein, dass es auch noch diese und jene gibt.
    Allerdings schreiben wir aneinander vorbei.
    Für das Merkmal einer Gastronomie- Speise- und Schankwirtschaft – mit Tanz und Musik, bei Ihnen Blasmusik, gibt es auch Begrenzungen, angemeldet und soweit mir erinnerlich 24 Tage pro Jahr.

  • tom lehner

    |

    @ Ashley:

    Liebe Ashley,
    dieses Thema ist ein immer Wiederkehrendes. Das gabs auch schon in meiner Jugend und war immer begleitet von mangelndem Verständnis und Intoleranz seitens der “Regierenden, ordnungsgebenden Vernunft” gegenüber einer das Tanzverbot verachtender Jugend. Getreu dem Motto: “Das Überdiesträngeschlagen ist schön und gut, aber bitte nicht bei uns”.
    Andererseits gibt es Regeln die ein Zusammenleben einfacher gestalten soll, was eigentlich gar nicht so schlecht gedacht ist. Leider misst man dabei oft mit zweierlei Maß.
    Stichwort Tourismus, mangelnde Infrastruktur für viele Studenten etc.
    Da ist es dann doch einfacher auf ein paar Kneipiers und deren Gästen rummzutrampeln. Das ist nix weiter als Stimmungsmache und der Versuch andere Versäumnisse zu vernebeln.
    Leider.

  • Andi

    |

    Ach schön wars, als wir in der Galerie die Musik bis 2 aufgedreht und getanzt haben!

  • Daniela

    |

    @ tom lehner
    3. Juni 2024 um 14:19 | #

    Was kann man sagen, wir leben in einer Gesellschaft, diese funktioniert mit Regeln und Gesetzen. Diese Regeln wurden in tausenden von Jahren eingeführt, weil sie für Gruppen von Menschen erforderlich waren…, das Ergebnis Zivilisation…, Das völlige Abhandensein von Regeln und Gesetzen wäre streng genommen Anarchie, jeder tut, was er für sich als richtig erachtet und es bilden sich im Normalfall nur Gruppen Gleichgesinnter…

    Ich denke, dass könnte ich nicht brauchen.
    Ob Sie das brauchen, einfach einmal für sich durchdenken.

  • Wolfgang Theine

    |

    Nun, die Regensburger Ordnungsbehörde hat sich in der Vergangenheit wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert, ist teilweise deutschlandweit sogar zu einer Lachnummer geworden. Man erinnere sich nur an den immer wieder aufkommenden, unsäglichen Konflikt bezüglich der Bestuhlung der Freisitze, für welche die Stadt einheitliche, in meinen Augen potthäßliche Möbel vorschreibt. Das führt dann zu der absurden Forderung an einen Wirt, die Armlehnen seiner Stühle abzusägen, weil diese nicht den Vorgaben entsprächen. der Hofbräuhaus-Wirt wird aufgefordert, seine, in dieser Form in Bayern seit Jahrhunderten gebräuchlichen, und von ihm seit Jahrzehnten benutzten Biergartenmöbel durch die von der Stadt vorgeschriebenen zu ersetzen. Klar, der Rathausplatz ist ja auch kein Biergarten…
    Oder der MA des KOS, welcher mit dem Zollstock überprüft, ob die Freisitze nicht einen Zentimeter zuviel an öffentlichem Raum einnehmen. und und und… Regensburg ist wahrlich kein Muster an Toleranz.
    Trotzdem muss ich bezüglich des aktuellen Problems Charlotte, Daniela und zu Teilen auch Max Recht geben. Grundsätzlich ist es erst einmal zu begrüßen, dass die Stadt die sowie schon hinreichend lärmgeplagten Bürger vor weiterer Lärmbelästigung schützen will. Die entsprechende Einschränkung für “Schankwirtschaften” ist m. E.also in Ordnung. Es kommt nun darauf an, ob dieses Vorhaben entsprechend großzügig und mit Fingerspitzengefühl umgesetzt wird. Das ist in Regensburg, zugegebenermaßen und erfahrungsgemäß nicht unbedingt gewährleistet.
    Was mir jedoch sauer aufstößt, sind die persönlichen Angriffe in manchen Beiträgen:
    So wie ein Teil unserer Community reflexhaft “Polizeigewalt und Faschisten” ruft, wennn die Polizei im Spiel ist, trampelt man hier boshaft und pauschal auf einer Berufsgruppe herum, die ja “zu anderen Berufen zu blöd sei und als Möchtegern-Polizisten ihre Machtphantasien ausleben” “Das sind die tapferen Männlein der Stadt Regensburg, die sich zu Corona-Zeiten todesmutig auf Kinder und Jugendliche gestürzt haben” … usw.
    Welch billige Polemik gegenüber Mitbürgern, die grundsätzlich erst einmal ihren Job machen. Welche Argumentation will man eigentlich damit stützen?
    Und was die Angriffe auf die “Schankwirtschaften”, stellvertretend hier Kneitinger und Hofbräuhaus und deren Gäste in einer Argumentation zu suchen haben, erschließt sich mir auch nicht : “die… ein Bier nach dem anderen trinken und sich einen Haxen quer in die Gurgel stopfen”….”Hofbräuhaus und Kneitinger… wo Druckbetankung statt Spaß zum Konzept gehört? Aber klar, wer tanzt hat keine Zeit zum Saufen…”
    Verstehe ich das richtig, beim Kneitinger also Tanz und Diskomusik, dann gibt`s nicht so viele Alkoholleichen?…
    Die Anwohner werden sich freuen.

  • tom lehner

    |

    @ Daniela

    Sie haben da was in den falschen Hals bekommen. Ich kann durchaus für Regeln sein, muß aber nicht alles gutheißen was der Mainstream fordert.
    Ich glaube Regensburg wurde in den letzten dreissig Jahren von der Entwicklung der Stadt völlig überrollt. Der Ausbau der Hochschulen, der Industrieansiedelung und auch des exorbitant gestiegenen Tourismus mit seinen Tagesgästen aus den schwimmenden Wohnsilos brachte einen enormen Zuwachs an Menschen. Das macht sich in vielen Bereichen bemerkbar. Wie hier bereits schon mehrfach geschrieben war das gewünscht, die Folgen wurden aber nur seltenst bedacht.
    Das mehr Menschen mehr Freizeitangebote nutzen wollen liegt in der Natur der Sache. Das zu ignorieren und viel zu spät mit Verboten regeln zu wollen ist naiv.
    Die Stadt und ihre Politik hat das über Jahre versäumt. Jetzt wollen sie mit Verboten rummdoktern. Siehe dazu auch die kontroversen Ideen zum Thema Sitzflächen im Freien. Die Form der Stühle etc.
    Vielleicht sollte man in Regensburg eine Arbeitsgruppe unter wissenschaftlicher Leitung gründen um allgemein die Lebensqualität anders zu gestalten. Die Ressourcen sind ja da.
    Und übrigens: Eine Stadtbahn wird das nicht leisten….

  • Daniela

    |

    Lieber @tom lehner
    4. Juni 2024 um 07:29 | #

    Es ist gut möglich, dass ich Ihren Kommentar falsch interpretiert habe. Sorry. In ein paar Punkten stimme ich vollkommen überein mit Ihnen, genau wie bei Wolfgang Theine
    3. Juni 2024 um 19:01 | #.

    Eine Überregulierung ist nicht zielführend, aber Grundsätzliches (Regeln und Verordnungen, siehe Lärmschutz, Brandschutz, Sperrzeiten, Inhalte zu den Gewerbegenehmugungen …)muss halt eingehalten werden.

    Zum Thema Aussenbestuhlung bin ich voll bei Ihnen. Es ist ein extremer Eingriff in die Gestaltungsfreiheit der Gastwirte. Was seitens der Stadt hier absolut nicht berücksichtigt ist, dass jede Lokalität ihre eigene Geschichte und Auslegung hat. Diese Form der Identität eines Lokals wird grundsätzlich von Gastronomen wohl überlegt, denn es ist fester Bestandteil der Küchenkultur, die jeweils gepflegt wird. Ich möchte als Beispiel die Wurstkuchel anführen. Die Wurstkuchel hat eine jahrhundertalte Tradition, Ausdruck dessen ist eben auch die Einfachheit der Aussenbestuhlung.

    Aussenbestuhlung ist auch ein Alleinstellungsmerkmal. In der Regel erkennen Gäste schon vor der Tür, welche Form der Gastronomie angeboten wird. Jetzt allen das ‘gleiche Gesicht’ auf zu zwingen, nur weil irgendwer in der Verwaltung meint, eine homogene Masse erzeugen zu müssen, ist absurd. Und nicht nur das, es nimmt Regensburg einen Teil des Charme und die Leichtigkeit des Seins.

    Einmal abgesehen von der Tatsache, dass Armlehnen an Stühlen nicht nur ein stilistisches Mittel sind, diese haben auch für viele Menschen einen Sicherheitsaspekt. Man kann sich ungezwungen zurück lehnen, erfährt Begrenzung zu den Seiten, kann diese beim Aufstehen und Setzen als Hilfe nehmen.

    Das Regensburg über Jahrzehnte mehr an der Industrie und Hochschulquantität bei anderen Angelegenheiten gemessen wurde, ist deutlich sichtbar in der Infrastruktur. Rein sachlich aus meiner Überzeugung bin ich auch bei Ihnen, dass die geplante Stadtbahn nicht das richtige Mittel ist, um die Autoflut ein zu dämmen.
    Aber da warte ich geduldig auf den 09. Juni und das Bürgervotum.

    Gegenteilig, die Stadt Regensburg verdankt ihre wirtschaftliche Stellung aber eben der Industrie und dem Tourismus, sowie der Attraktivität als Hochschulstadt. Das bringt Kapital für die Stadt und in Folge dessen wirtschaftliche Freiräume. Aber Regensburg ist halt auch keine Insel im Nirwana und eben auch abhängig von den Entwicklungen in Deutschland gesamt. Ob sich Regensburg als Wirtschaftsstandort so erhalten kann, wie bisher????

    Aber zurück zur Gastronomie und Hotellerie, das wird voraussichtlich weiter eine Konstante als Einnahme für Regensburg bleiben. Einfach deshalb, weil es Touristen anzieht und zwar aus allen Hergottsländern.

    Deshalb schon sollte man die Individualität der Gastronomie erhalten.

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