Mitbestimmung unerwünscht

SCHUMA Frucht: „Hausverbot“ für Betriebsrat

Der Streit um den Umgang mit dem Betriebsrat beim Regensburger Fürchtegroßhändler SCHUMA schlägt weiter Wellen. Am Freitag wurde der Betriebsrat durch die Geschäftsleitung offenbar von der Arbeit „frei gestellt“. Er muss/ darf nicht mehr im Betrieb erscheinen, hat damit auch keinen Einblick mehr. Erstaunlich: Auf seiner Homepage teilt das Unternehmen mit, dass man „laufend Bedarf an motivierten und zuverlässigen Mitarbeitern“ habe. Wie berichtet, erhebt die Gewerkschaft verdi massive Vorwürfe gegen das Unternehmen. Der erst im Frühjahr Betriebsratsvorsitzende werde „systematisch fertig gemacht“, lautet etwa eine Aussage des zuständigen Gewerkschaftssekretärs Reinhold Schiller. Er spricht von „Mobbing“. Dazu kämen massive Arbeitszeitverstöße im strafrelevanten Bereich. Mehrere Strafanzeigen gegen die Geschäftsleitung sind deshalb in Vorbereitung oder bereits gestellt.

Donnerstag: Prozesse vor dem Arbeitsgericht

Am Donnerstag stehen mehrere Verhandlungen vor dem Arbeitsgericht Regensburg an. Unter anderem geht es dabei um das öffentliche Abkanzeln des Betriebsrats vor versammelter Belegschaft und darum, dass dem Betriebsrat das Mitwirken bei der Erstellung von Dienstplänen verweigert wurde. Doch auch die Geschäftsleitung selbst hat Klage eingereicht und die Betriebsratswahl angefochten. Auch diese Klage wird am Donnerstag verhandelt.

Belegschaft ausgewechselt?

Der Betriebsrat steht im Unternehmen mittlerweile weitgehend alleine da. Nach Informationen, die unserer Redaktion zwischenzeitlich vorliegen, hat ein Großteil der Belegschaft, die noch im Frühjahr die Wahl eines Betriebsrats unterstützt hatte, die Firma zwischenzeitlich freiwillig verlassen oder wurde entlassen. Die Rede ist von 16 oder 17 Personen aus einer Gesamtbelegschaft von etwa 20. SCHUMA-Geschäftsführerin Margit Schuster-Lang will zu den Auseinandersetzungen gegenüber unserer Redaktion „angesichts der laufenden Verfahren“ keinen Kommentar abgeben.

„Entlassen, weil ich Teil der Betriebsratsgründung war“

Dafür tobt die Debatte in unserem Forum umso heftiger. Aktuelle und ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens haben sich in rund 80 Kommentaren zu Wort gemeldet und mehrheitlich kritisch über die Unternehmensführung geäußert. „Ich wurde entlassen als sie erfahren hat, das wir einen BR (Betriebsrat) gründen und ich ein Teil davon bin“, schreibt etwa Thomas Schmid. „Die Kündigung bekam ich am Dienstag, mit einer Kündigungsfrist von 14 Tagen. Als ich am Mittwoch in die Arbeit kam, hieß es um 4 Uhr früh ich habe ‚HAUSVERBOT‘ (das wurde mir von einem Lagerhelfer mitgeteilt) und durfte die Firma nicht mehr betreten. Mir wurde auch mitgeteilt, das ich für 14 Tage freigestellt bin.“ Ex-Mitarbeiter Ingo Schröder spricht davon, dass er aufgrund des betriebsinternen Drucks das Unternehmen verlassen habe.

„Ich wurde arbeitsunfähig“

„Ich habe selber gekündigt, weil ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe. Schlimmer noch… ich wurde arbeitsunfähig. Konnte nicht mehr schlafen, machte mir selber Vorwürfe. Suchte den Kontakt zu Geschäftsleitung. Mündlich so wie schriftlich. Vergebens. Nur ein verschwitztes Lächeln und habe dafür keine Zeit…. gab es zur Antwort.“

„Unprofessionelles Vorgehen der Gewerkschaft“

Einige Kommentatoren nehmen die Geschäftsführung aber auch in Schutz. „Wir, die Mitarbeiter, um die es ja schließlich in erster Linie geht, stehen mit über 90% hinter der Firmenleitung“, schreibt etwa Friedrich Seitz. Das „unprofessionelle Vorgehen“ von Gewerkschaft und Betriebsrat sei für ihn „nicht nachvollziehbar“. „Ich arbeite nicht Vollzeit in dieser Firma und bin auch mit der Inhaberin verwandt, das kann ich ruhig bekanntgeben, dennoch weiß ich was meine Kollegen und Kolleginnen wollen und sagen. Müssen wir uns von der Gewerkschaft und dem BR unsere Arbeitsplätze gefährden lassen und uns vorschreiben lassen, was und wie wir freiwillig Mehrarbeiten im Rahmen der Gesetzgebung ableisten wollen? Zählt der Mitarbeiter bei der Gewerkschaft nicht mehr als oberstes Gut? Ist ein branchenbedingter Betriebsablauf für die Führung von Verhandlungen unwichtig?“

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Kommentare (19)

  • Bernhard

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    „Erstaunlich: Auf seiner Homepage teilt das Unternehmen mit, dass man ‚laufend Bedarf an motivierten und zuverlässigen Mitarbeitern‘ habe.“

    Erstaunlich ist das nicht. Man wechselt das Personal eben einfach regelmäßig aus, um immmer „zufriedene Mitarbeiter“ zu haben. Unzufrieden dürfe gehen! Online-Bewerbung jetzt ausfüllen…

    http://www.schuma-frucht.de/bewerbung.php

  • Corelli

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    In dieser ganzen Angelegenheit kann nur noch einer helfen:
    Günter Wallraff, übernehmen Sie!

  • Dubh

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    Daran dachte ich auch schon.

    Da aber einerseits, die Sachlage ja ziemlich klar scheint, Walraff jedoch nicht mehr der Jüngste ist – nicht dass ihm was passiert – wie wäre es mit einem jungen, kräftigen Masochisten?

    Der lässt sich noch die tägliche Auspeitschung arbeitsvertraglich zusichern – dann hat er sicher ganz viel Spass an dem Job, und wenn er das noch mit den gesparten Besuchen im Dominastudio verrechnet, dann verdient der praktisch geradezu spitzenmäßig.

    Außerdem kann er anschließend einen Ratgeber herausgeben:
    „In der Niedriglohnarbeit Glück und Erfüllung finden!!
    Anleitung zum Glücklichsein in der a-sozialen von Regeln und Gesetzen absolut freien Marktwirtschaft.
    Vom Lagerhelfer zum Milliardär!

    Gut, jetzt ist mir die Phantasie etwas entglitten – und nicht jeder hat die Neigung, oder kann sie sich so einfach zulegen, die ihn dafür prädestiniert, aber so in etwa halt………….mit ein bisserl gutem Willen – positiv denken bis zum Umfallen……geht alles!

  • Bernhard

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    Eine erste Verhandlung vor dem Arbeitsgericht findet morgen um 10 Uhr statt.
    Der Termin ist öffentlich!

  • S.K.

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    Hatte gestern vom Arbeitsgericht einen anderen Zeitpunkt genannt bekommen (11:30 Uhr).

    Scheinbar finden mehrere Verhandlungen statt. Hat jemand eine Auflistung der unterschiedlichen Zeiten?

  • ehem. Mitarbeiter

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    Sachlicher und logischer Kommentar!

    Werte Leser,

    ist euch eigentlich nicht aufgefallen, dass von den Ex-Mitarbeitern, die angeblich aus Neid und Hass die Firma nur schlecht machen wollen, sehr viele schreiben, dass der Chef immer normal und korrekt zu ihnen war und nur die Chefin nicht!?!?

    Wenn die Ex-Mitarbeiter nur darauf aus wären, die Firma schlecht zu machen, hätten sie doch nicht explizit betont und würden nicht explizit betonen, dass der Chef immer normal und korrekt zu ihnen war!!!! Ist das denn keinem von euch aufgefallen, mir schon!!!!!!!!

    Ich hoffe, jedem von euch die Augen zu öffnen, zu sehen, was hier abgeht und es mit Verstand und Logik zu betrachten!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  • Insider live

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    Absolut unsachlich. Dass liegt alleine an der Sache, dass man in diesem Gewerbe halt früh Morgens anfangen muss. Dass ist wenigen gegeben. Sachlich bleiben und erstamal Denken bevor man schreibt wärre eine tolle Sache!!!

  • Insider live

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    Was für ein Chef? Hatt die Firma eine neue Leitung?

  • MHH

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    …ja ja, die Unsachlichkeit…
    … wegen des „früh Morgens“ wechselt also innerhalb eines Jahres nahezu 90 % der Belegschaft und es ist deshalb sinnvoll (bei 20 Beschäftigten) für 4 verschiedene Tätigkeiten blind Bewerbungsgesuche abzufordern. ..Ich kenne da eine ganze Reihe von Firmen, die bei ähnlichem Arbeitsbeginn keine Probleme mit ständigem Wechsel haben…
    Kann mir vorstellen, dass es bei dieser Wechselgeschwindigkeit (die kommen offenbar nicht aus der Branche, denn sonst wüßten sie ja,…) ganz schön schwierig ist, das abgegebene Schuma-Versprechen im Internet einzuhalten: geschultes Personal, Warenkenntnis, fachkundige Beratung im Innen- und Außendienst … ich würde bei solch „schwierigen“ Rahmenbedingungen jedenfalls versuchen, mit gutem Beriebsklima, vernünftigen Arbeits- und Lohnbedingungen Kontinuität bei den Beschäftigten zu erreichen, das käme sicher billiger…und wäre auf Dauer rentabler!…und das allgemeine Versprechen auch allgemein einzuhalten…

  • MHH

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    … weiss denn der „Insider“ nicht: Geschäftsführer ist lt. Homepage ein Hans Schuster, eine Tanja Schuster- Knook ist lediglich dessen Stellvertreterin…und eine Margit Schuster-Lang geschäftsführende Gesellschafterin…

  • H.B.

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    Anscheinend nicht sonst wüßten sie es ja,

    aber das wundert mich nicht bei den ZUSTÄNDEN

    das selbst Insider live nichts wissen.

    Bleibt am Ball bin schon auf die Fortsetzung gespannt.

  • Insider live

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    Ah so, Geschäftsführer ist der Chef bei Ihnen. Aha……. -:)))))))

  • MHH

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    ..Was ist denn bei Ihnen eine Leitung sonst? Wenn sie mit Leitung keine Wasserleitung meinen sondern die Betriebs- oder Geschäftsleitung dann ist das im Falle einer GmbH in der Regel der Geschäftsführer, Sie Schlauberger!

  • Insider Live

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    Hallo, danke für den Link.

    Es tut mir sehr leid, dass einige in diesem Forum evtl. gesundheitliche Schädigungen mitsich tragen müssen. Wenn man diese Beiträge und auch diesen Link verfolgt, dann kann ich nur noch sagen: Armes Deutschland!

    Dies ALLES hat nichts mehr mit dem Thema zu tun.

    Die Gewerkschaft schafft sich hier ein Umfeld, mit dem ich nichts, aber auch rein gar nichts mehr zu tun haben will!!!

    Ich werde hier keinen Kommentar mehr schreiben. Meine Worte und die Aussagen von mehr als 90% der Mitarbeiter werden hier sowieso verdreht und nicht ernstgenommen.

    Liebe Ex-Mitarbeiter und diejenigen, die sich als solche ausgeben, ich wünsche euch recht viel Erfolg bei euerer Arbeitssuche (falls ihr derzeit noch keine Neuanstellung gefunden habt oder was neues sucht). Möge euer zukünftiger Arbeitgeber mit den richtigen Wassern gewaschen sein, um eure Einstellungen und fragwürdige Denkweise zu Erahnen.

    Ich jedenfalls mache meine Arbeit und lasse mich nicht von euch aufhetzen!

    Bye

  • Steffen

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    Hallo Insider Live

    Sie verraten sich doch selber entweder sind Sie Leitender Angestellter oder gehören zur Geschäftsleitung

    mit diesen dingen die Sie behaupten und wie Sie schreiben.Aber das muss jeder für sich selber wissen

    wie tief er sinkt ! Unsachlich sind Sie selbst nehmen keinen einzigen bezug zu der ganzen Sache sondern

    feinden immer wieder Leute an die das ganze interessiert was da passiert .

    Sie sind bestimmt nicht in der GW das würde mich doch sehr wundern .

    Wer hier hetzen tut sieht man ja durch die anderen Beiträge schon ziemlich klar !

    So zurück zum Thema was sagen Sie denn zu den Gerichtsverhandlungen dazu kam bis jetzt kein

    einziger Beitrag ??(Hatte leider keine Zeit )Aber das was man liest ergibt schon ein richtiges Bild wie

    die Zustände in diesem Betrieb sind (armes Deutschland wie Sie schreiben)!

    Schönen Tag noch

  • Ex-Mitarbeiter

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    Für Insider Live zu kentnissnahme:
    Ich habe bei Schuma gekündigt und sofort im Anschluss einen andere Arbeitsplatz mit Handkuss bekommen. Jetzt bekomme ich das 1 1/2 fache an Stundenlohn und arbeite statt 240 nur noch 152 Stunden im Monat, dabei habe ich 1/4 weniger Verantwortung zu tragen.
    Endlich habe ich mein Leben wieder!

  • Mag. Harald Tröstl

    |

    Lieber Insider Live,

    was ich hier von Ihnen als generelle Kommentare lesen muss, verursacht bei mir einigermaßen größtes Erstaunen und erzeugt bei mir Genickstarre vor lauter Kopfschütteln. Ich frage mich wirklich, ob Sie Ihre Kommentare ernst meinen, oder ob Sie sich, weil Fasching ist, einen schlechten Scherz erlauben.

    Als Betriebsratsvorsitzender habe ich ebenfalls mit der Geschäftsleitung, Vorständen etc. zu tun. Es gibt Unternehmen, die wissen, welches Jahr wir haben und dass Betriebsräte grundsätzlich ein wichtiger Bestandteil eines Unternehmens sind. Betriebsräte vertreten die Interessen des Arbeitnehmers, denn, wie es Ihnen vielleicht entgangen ist, Arbeitnehmer haben auch Rechte und die Gesetzt sind schlicht und einfach einzuhalten. Das legitime Recht, das jeder Mitarbeiter hat, treten Sie mit Füßen und disqualifizieren sich damit selbst.

    Einerseits durch die Aussagen, die Sie tätigen und andererseits dadurch, dass Sie es noch gut heißen, wie bei Ihnen im Unternehmen agiert wird. Wollen Sie sich in eine Reihe mit Schlecker und anderen Märkten stellen?
    Der Betriebsrat hat kein Interesse daran, den Mitarbeitern zu schaden und auch kein Interesse daran, sich streitend mit der Geschäftsführung auseinander zu setzen.
    Absolut dreist ist es, mit der Angst der Mitarbeiter zu spielen und sie gegen den Betriebsrat aufzuhetzen, indem gesagt wird, dass die schlechten Zustände daher kommen, dass der BR so agiert, wie er im Interesse der Belegschaft agieren muss. Wenn 90% der Mitarbeiter behaupten es wäre alles toll bei Ihnen, dann wissen Sie genau warum. Angst vor Kündigung.
    Wer traut sich denn, Position zu beziehen?

    In meinem Konzern wissen alle, Betriebsrat und vor allem die Geschäftsführung und die Vorstände, wie sie sich zu verhalten haben. Es gibt daran überhaupt keinen Zweifel, dass der BR als voll integrierte Einrichtung respektiert und anerkannt wird und dass Verhandlungen und Gespräche mit dem BR gesucht werden. Und es gibt auch eine Unzahl an Betriebsvereinbarungen.

    Auch unter diesen Bedingungen ist BR-Arbeit nicht leicht und fordert viel Engagement seitens der Mitglieder des BR-Gremiums.
    Umso mehr kann ich nur den Hut vor Menschen ziehen, die sich aufopfern in solchen Unternehmen wie Ihres eines ist, einen Betriebsrat einzusetzen. Wer hat denn die Courage und den Mut, auf die Gefahr hin, dass er seine Existenz aufs Spiel setzt, diesen Weg zu gehen?

    Ehrbarer kann man gar nicht sein. Und mehr Courage kann man gar nicht haben. Zu handeln, auch wenn die eigene Existenz bedroht ist und man daran fast zerbricht, dass man sich für etwas einsetzt, das in jeder Firma gedanklich eigentlich längst etabliert sein müsste. Nämlich, dass es völlig normal ist, einen Betriebsrat zu haben.

    Schändlich ist es, die Kollegen und Kolleginnen gegen die eigene Vertretung aufzuhetzen. Ich kann die Belegschaft natürlich angesichts der massiven Drohungen und Einschüchterungen einerseits verstehen, dass Sie die eigene Haut retten will und sich dann distanziert. Aber andererseits muss ich die Belegschaft fragen, ob das nicht sehr kurzfristig gedacht ist. Will man sich denn alles gefallen lassen? Ist man denn zufrieden, wie es in der Firma läuft? Wünscht man sich denn nicht humane Arbeitsbedingungen etc? Wenn die Fragen mit ja beantwortet werden können, dann kann es keine andere Alternative geben, sich hinter den BR zu stellen. Nur gemeinsam kann man den Erfolg erreichen.

    Diejenigen, die es gewagt haben sich als Betriebsräte aufstellen zu lassen, verdienen die höchste Anerkennung und Respekt. Ich weiß nicht, wie ich selbst, bei aller Zivilcourage die ich habe, mich in Ihrem Unternehmen entschieden hätte. Hätte ich es mir angetan, das alles durchzustehen?

    Ich rate allen Mitarbeiter Ihres rückständigen Familienbetriebes, wo die Geschäftsleitung darüber traurig ist, dass die Sklaverei vor langer Zeit abgeschafft wurde, zu überdenken, ob sie überhaupt dort arbeiten wollen. Schlechtere Arbeitsbedingungen kann man wo anders ja wohl kaum antreffen.
    Umso mehr halte ich Ihre Aussagen, lieber „Insider Live“ deshalb für bewundernswert einfältig und ich wundere mich, dass Sie sich dafür nicht schämen. Aber wie heißt es so schön: “Ist der Ruf erst ruiniert, lebt’s sich völlig ungeniert“.

    Kommen Sie nicht mit dem Argument daher, dass es der Firma finanziell so schlecht ginge und man sich keine besseren Arbeitsbedingungen, Personal und Gehälter leisten könne etc.
    Es ist Aufgabe der Geschäftsleitung dafür zu sorgen, dass durch wirtschaftliche Maßnahmen, Planungen und Maßnahmen aus dem Marketing-Mix dafür gesorgt wird, dass das Unternehmen erfolgreich in die Zukunft blicken kann und dass man den Mitarbeiter den Respekt und die Achtung entgegen bringt, den sie verdienen.

    Wo wären Sie denn ohne Mitarbeiter? Wer schuftet denn für Sie und bringt die Umsätze?
    Besser wäre es für Sie, nicht die Leistung der Mitarbeiter in Frage zu stellen und die Belegschaft immer mehr auszusaugen, sonder Ihre eigene Qualifikation als Geschäftsleitung in Frage zu stellen. Besser wäre es, in Ihren Reihen einmal Menschen gegen solche auszutauschen, bei denen das 21. Jahrhundert bereits im Gehirn angekommen ist.

    Ihr Betrieb ist hinsichtlich der Mitarbeiteranzahl überschaubar, so dass jeder jeden kennt. Und da ist es nicht möglich auf einer humanen Basis zu agieren. Dafür müssen Sie sich schämen. Und lieber „Insider Live“, wer immer Sie auch sein mögen, Ihre Ansichten, die Sie auch noch trotzig und uneinsichtig von sich geben, zeichnen das Bild einer Denkweise, die ich explizit jetzt lieber nicht kommentiere, denn sonst schleppen Sie mich wegen Ehrenbeleidigung wahrscheinlich vor Gericht. Aber dort sind Sie ohnehin bereits Stammgast und hinterlassen sprachlose Richter, die sicherlich schon einiges gesehen und gehört haben.

    Abschließend stelle ich fest: Liebe Geschäftsleitung, es ist nicht schlimm, wenn man einen BR hat und sich ab und zu mit ihm austauscht. Der BR ist nicht böse und will das Unternehmen nicht zerstören, denn im BR sind Mitarbeiter, die in einem gesunden Unternehmen arbeiten wollen. Die Belegschaft ist nicht böse, denn sie will, dass es dem Unternehmen gut geht, weil sie ja dort arbeiten.
    Aber, die Belegschaft will auch, dass man sie nicht als Sklaven und als Ware betrachtet, die keine Bedürfnisse haben dürfen und deren Gesundheit man schamlos belastet. Die Mitarbeiter haben auch noch ein Privatleben, fall Sie das wissen, liebe Geschäftsführung. Das harmonische Miteinander zwischen Geschäftsführung und Mitarbeitern ist der Schlüssel in eine erfolgreiche Zukunft eines Unternehmens und die Mitarbeiter sind das Kapital auf das sie setzen sollten.
    Wenn Ihr Unternehmen allerdings nur dann funktioniert, wie Sie behaupten, wenn man geringe Löhne zahlt, zu wenig Personal hat und die Leute entgegen der Gesetzte zwingt lange zu arbeiten, dann wäre es besser die Firma zu schließen und sich selbst einmal eine Anstellung in einem Unternehmen zu suche, das Ihre Arbeitsbedingungen hat, nur damit Sie einmal sehen wie es ist, sich das anzutun. Sie werden aber wahrscheinlich schwer haben, einen Job zu finden, denn viele Unternehmen wird es nicht geben, die Ihre Arbeitsbedingungen haben.

    Ich wünsche Ihnen die richtigen Einsichten und ein für das Unternehmen sinnvolles Umdenken und dass Sie mit Existenzen mit Bedacht umgehen und nicht mittels Drohungen und Kündigungen dafür sorgen, dass bei Ihnen Bedingungen herrschen, die Ihrer nicht würdig sind und Sie als Unternehmen völlig disqualifizieren.

    Und dem Betriebsrat wünsche ich, Kolleginnen und Kollegen, die hinter ihm stehen, und den Respekt und die Anerkennung für die leidvolle Arbeit und Engagement.

    Grüße
    Mag. Harald Tröstl
    Betriebsratsvorsitzender der Generali Deutschland Services GmbH München/Augsburg

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