Semesterticket: „Angeblicher Durchbruch ist fauler Kompromiss“

Pressemitteilung der LAF/Juso-Hochschulgruppe der Universität Regensburg Regensburg, 16.11.2012 Semesterticket: Angeblicher Durchbruch entpuppt sich als fauler Kompromiss Die LAF/Juso-Hochschulgruppe gibt sich mit der Einigung zum Semesterticket nicht zufrieden. „Man sollte im Hinterkopf behalten, dass vom einen auf das andere Semester eine Preiserhöhung von rund 20% vorgenommen wurde – und das ohne Mehrleistung!“, so Marius Meier, Vorsitzender der LAF/Juso-Hochschulgruppe. Weiter fügt er an: „Ganz im Gegenteil. Durch die auf die Vorlesungszeit beschränkte Gültigkeit des verpflichtenden Semestertickets wurde die Leistung sogar noch auf die Hälfte gekürzt. Dies ist eine Frechheit und schamlose Ausbeutung!“ „Der springende Punkt ist, dass ein Großteil der Studierenden in der vorlesungsfreien Zeit Prüfungen und Hausarbeiten hat. Hierfür ist die Anwesenheit an der Universität notwendig, d.h. das Zusatzabonnement für die vorlesungsfreie Zeit wird in vielen Fällen,wenn nicht sogar für die Mehrheit der Studierenden, de facto verpflichtend sein.“, meint Heinrich Kielhorn, zweiter Hochschulgruppenvorsitzender. Folglich wird sich eine Preissteigerung von 49 auf 84 Euro ergeben. „Das entspricht einer Erhöhung von über 70 Prozent. Vor dem Hintergrund der bisher erfolgten Erhöhungen, die im einstelligen Eurobereich lagen, ist die Erhöhung um 35 Euro geradezu erschütternd.“, so Juba Akili, Juso-Unterbezirksvorsitzender Regensburg. Viele Studierende traten heute an Marius Meier, der Mitglied des Studentischen SprecherInnenrates ist, heran – zum Teil wütend, alle aber verwirrt. Eine befriedigende Antwort konnte der Hochschulgruppenvertreter leider nicht geben. „Obwohl ich Mitglied des AStA bin, war ich nicht an den Verhandlungen beteiligt. Ich sehe es jedoch nicht ein, wie eine Konsenslösung zwischen dem studentischen Angebot von 59 Euro und den Forderungen des RVV von 72 Euro plötzlich bei 84 Euro liegen kann. Die Möglichkeit einer Unterscheidung zwischen Vorlesungszeit und vorlesungsfreier Zeit wurde zurecht vorher nicht angesprochen, denn sie entspricht in keinster Weise der Lebensrealität der Studierenden!“ „Das vertraglich festgelegte Ansteigen der Preise über die ministerielle Obergrenze (150% des Studentenwerksbeitrages) innerhalb der kommenden zwei Jahre macht das Semesterticket für die kommenden Generationen rechtlich angreifbar.“, so Sebastian Koch, Juso-Kreisvorsitzender Regensburg. Trotz des Versprechens der studentischen Verhandlungsgruppe, welche ausnahmslos aus Mitgliedern der Grünen Hochschulgruppe und der Bunten Liste bestand, dass das Semesterticket nicht teurer als 59 Euro werden würde, sehen wir nun eine Preissteigerung von de facto 35 Euro, anstelle der versprochenen 10 Euro. „Wir verschließen die Augen nicht vor der Realität – ein Semesterticket muss her! Aber die Aussage von Ssaman Mardi, dass man zufrieden sein könne, spricht dem Anliegen der Studierenden Hohn. Das Semesterticket wird in dieser Form in zwei Jahren anfechtbar sein, da die Kosten für den Pflichtbeitrag die ministerielle Obergrenze überschreiten werden. Die Verhandlungsgruppe hat also das Semesterticket in absehbarer Zeit zum Abschuss freigegeben“, so Heinrich Kielhorn. Weiter meint er: „Dem kurzfristigen Imagegewinn, ein Semester länger von 59 Euro sprechen zu können, hat die Verhandlungsgruppe die langfristige Existenz des Semestertickets geopfert. Das Motto der Bunten Liste und GHG ist also: ,Nach uns die Sintflut!’“ Sebastian Koch ergänzt: „Dies gilt auch für Hans Schaidinger und Herbert Mirbeth die sich bekanntlich 2014 in den Ruhestand verabschieden werden.“ „Wenn die ministerielle Obergrenze sowieso gerissen wird, dann wäre es ehrlicher gewesen, dieses Risiko mit der 72 Euro-Lösung jetzt auf uns zu nehmen, anstatt es zukünftigen Studierenden aufzubinden. Billiger übrigens auch noch!“, fügt Heinrich Kielhorn an.

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