Stellenstreichungen am Universitätsklinikum Regensburg: „Die Lage ist ernst“ – und bleibt undurchsichtig
Auf Druck von Wissenschaftsminister Markus Blume lud der UKR-Vorstand am Donnerstag zur Pressekonferenz. Thema: die geplanten Stellenstreichungen. Vieles bleibt vage. Ein Sanierungsplan scheint noch ganz am Anfang zu stehen.

Äußerten sich auf Druck des Wissenschaftsministers: UKR-Vorstandschef Oliver Kölbl und Kaufmännische Direktorin Sabine Lange. Foto: as
40 Arztstellen am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) sollen wegfallen. Diese Zahl nannte UKR-Vorstandschef Oliver Kölbl am Donnerstag bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Damit bestätigt er Recherchen von regensburg-digital aus dem November 2025.
Damals hielten sich Wissenschaftsministerium und Vorstand bedeckt, während es in der Ärzteschaft rumorte. Anwälte wurden vorgeschickt. Es wurde dementiert und geschwiegen. Diesmal ist es anders.
Druck durch Anfragen, Berichte und die Freien Wähler: Blume macht Ansage an den UKR-Vorstand
Nachdem Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) durch mehrere SPD-Anfragen, kritische Berichte und Kritik des Koalitionspartners Freie Wähler am Kommunikationsverhalten des UKR unter Druck geraten war, gab es in der Aufsichtsratssitzung am Mittwoch eine klare Ansage an den Vorstand: Ein Sanierungskonzept muss her, um das Defizit – laut UKR 13,7 Millionen Euro im letzten Jahr – zu senken.
„Meine Erwartung an den Vorstand ist, dass er erstens selbst gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für Transparenz sorgt und erklärt, wie die Lage ist und was jetzt notwendig und für die Zukunft angedacht ist“, so Blume später vor der Presse. Zweitens müsse er die Öffentlichkeit informieren. „Das ist ureigenste Aufgabe des Vorstands.“
Vorstandschef des Unikliunikums: „In der Industrie wäre das kein Thema.“
Also luden Kölbl und die Kaufmännische Direktorin Sabine Lange am Donnerstag um elf zur Pressekonferenz, um über „die aktuelle Lage“ zu informieren – 16 Tage nach unserer ersten Veröffentlichung über die geplanten Streichungen am 9. Juni, dem eine breite überregionale Berichterstattung folgte.
Das habe er zunächst nicht ernst genommen, sagt Kölbl. Schließlich gebe es in der Industrie weitaus größeren Stellenabbau. Deshalb habe sich der Vorstand auch nicht geäußert. „Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen. Da ist es ganz normal, zu schauen, ob die Personalkosten refinanziert sind.“
„Die Lage ist sehr ernst.“
Zwischen 2019 und 2024 sei die Zahl der Beschäftigten am UKR um 430 gestiegen (von 3.600 auf 4.030). Die erwarteten Leistungssteigerungen und die daraus resultierenden Erlöse seien aber nicht im vorgesehenen Umfang erreicht worden. Jetzt müsse man „konsolidieren“, sagt Kölbl. Und: „Die Lage ist sehr ernst.“
Seit letztem Herbst gebe es Leistungsbemessungen in den einzelnen Abteilungen – daraus ergebe sich die Zahl von ungefähr 40 Vollzeitstellen im ärztlichen Bereich, die gestrichen werden müssten. Genau könne man das noch nicht sagen. Im Juli stehe die nächste Überprüfung der Abteilungen an.
Die Zahl 64, die Minister Blume ins Spiel gebracht hatte und die auch in einem internen Protokoll von 2023 auftaucht, bestätigt Kölbl ausdrücklich nicht. „Das ist ein Missverständnis, das sich verselbständigt hat.“
Defizit reduzieren mit Schlagworten
Im Verhältnis zur Gesamtzahl der Ärzte (680) sei die 40 auch nichts, „wo die Industrie ein großes Problem hätte“, so Kölbl. Überhaupt sei Stellenabbau „so ein unschönes Wort“. Selbstverständlich müsse man personell sparen, aber es gehe ebenso um „Effizienzsteigerungen“, „Prozessoptimierung“ und „digitale Unterstützungsangebote“. Mit Inhalt gefüllt werden diese Schlagworte weder von Kölbl noch von Lange.
Klar widerspricht Kölbl der Aussage von Wissenschaftsminister Blume, es gebe im Kürzungskonzept keinen Plan, in welchen Abteilungen Personal abgebaut werde. Jeder Klinikdirektor habe im Herbst vergangenen Jahres Vorgaben erhalten.
Er selbst müsse als Direktor der Klinik für Strahlentherapie eine Vollzeitstelle streichen, so Kölbl. „Das schaffe ich auch mit einem Arzt weniger. Das wird bei anderen auch so sein.“ Die Medizin wandle sich, sekundiert Sabine Lange und nennt die zunehmende Ambulantisierung als Beispiel.
Ein Konzept, das der Minister nicht hatte?
Warum Blume in einer Antwort an die SPD-Abgeordnete Ruth Waldmann etwas anderes gesagt habe, wisse er nicht. Der Minister „würde sich ja melden, wenn er etwas Detaillierteres haben wolle“. Nur weil Blume dieses Konzept nicht habe, bedeute das nicht, dass es das nicht gebe.
Kritik aus der Ärzteschaft am Kommunikationsverhalten des Vorstands weist Kölbl zurück. Es habe Gesprächsrunden und Klausuren gegeben. „Wenn jemand sagt, es würde nicht kommuniziert, dann war der entweder nicht dabei oder hat nicht zugehört.“
Beschäftigte werden am selben Tag per Rundschreiben informiert
Am Tag der Pressekonferenz verschickt der Vorstand auch ein Rundschreiben an die Beschäftigten. Man stehe vor der „Herausforderung, die Personalausstattung an die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anzupassen“, heißt es darin. Es sei „eine kritische Überprüfung der bestehenden Strukturen und Ressourcen erforderlich“.
Personalreduzierungen sollten „weiterhin über natürliche Fluktuation erfolgen, insbesondere durch das Auslaufen befristeter Arbeitsverträge sowie eine konsequente Prüfung jeder Nachbesetzung“.
Die qualitativ hochwertige Patientenversorgung bleibe „oberstes Ziel“ am UKR. „Gleichzeitig wird es notwendig sein, vorhandene Ressourcen noch effizienter einzusetzen und Prioritäten klar zu definieren. “
Das liest sich nach einem Konzept, das noch am Anfang steht.



Evi
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Ein Universitätsklinikum mit einer z.B. Schraubenfabrik zu vergleichen, enttarnt das Grundproblem für welches es nur eine Lösung gibt.
Shorty
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Zitat Vorstands-Chef Kölbl: “Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen. Da ist es ganz normal, zu schauen, ob die Personalkosten refinanziert sind”.
Das sehe ich nicht so.
Bei allem Verständnis für die Prüfung von Einsparmöglichkeiten:
Das UKR dient primär der Patientenversorgung. Dies muss oberste Priorität haben!
Und wenn durch zu starken Personalabbau das Patientenwohl leidet oder gar gefährdet ist (Überbelastung des Personals, höhere Fehlerquoten etc.), dann sind die Grenzen überschritten.
By the way: Was kommt als Nächstes?
Schliessen wir die Feuerwehr, weil sie defizitär arbeitet? Sperren wir THW, Wasserwacht, … zu, weil die keinen Überschuss erwirtschaften?
Gute und ausreichende ärztliche Versorgung ist ein Grundrecht!
Und was passiert, wenn der Staat im Übermass marktwirtschaftlich agiert, zeigt sich an der maroden Bahn!
tom lehner
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KI: Kommentar Ironiegestützt
@ Evi: “Mutter!”
@ Shorty: Schliessen wir die Politik und überlassen das Land der AfD. Bernd und seine Verwandten werden es richten.
xy
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Nach Adam Riese handelt es sich um eine ganz einfache Rechnung: von 2020 bis 2025 sind die Löhne und Gehälter im öffentlichen Dienst trotz aller Warnungen der Länder und Kommunen um 15 % gestiegen (https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Verdienste/Tarifverdienste-Tarifbindung/Tabellen/entwicklung-tarifverdienste-im-oeffentlichen-dienst-ab-2005.html). Das führt dann ziemlich logisch zu Einsparungen an anderer Stelle, z. B. eben hier bei den Arztstellen um moderate 6 %; der Rest muss anders ausgeglichen werden, z. B. durch höhere Krankenkassenbeiträge oder Steuern, was auch nicht viel besser ist. Man kann dagegen protestieren, wie gegen die aktuelle Sommerhitze; gegen die betriebswirtschaftlich-mathematischen oder die meteorologischen Grundbedingungen kann das aber nichts ausrichten.
Pflegewissenschaft
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Esi st wieder soweit:
“Oberender, übernehmen Sie!”
Der sich den Wolf schreibt
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Das UKR bildet einen wichtigen Schwerpunkt für die Versorgung bei schwierigen medizinischen Problemen und der Notfallversorgung der Bevölkerung in ganz Ostbayern.
Speziell wenn kleinere Krankenhäuser in der Region wegen fehlender Spezialisierung (Personal, Geräte) aufgegeben werden sollen, um die optimale Versorgung zu garantieren.
Ein Blick auf die Homepage des UKR https://www.ukr.de/medizin-pflege/zentren ,
zeigt den unverzichtbaren Spezialisierungsgrad des UKR.
Die KUNO Klinik St. Hedwig Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg ist Standort der KinderUniKlinik Ostbayern (KUNO), das größte Perinatalzentrum Bayerns.
Die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe St. Hedwig unter der Trägerschaft der Barmherzigen Brüder ist ein Perinatalzentrum Level1, d.h. eine Mutter-Kind-Klinik der höchsten Versorgungsstufe.
Zusammen mit dem Bezirksklinikum (MEDBO),
dem Caritas Krankenhaus St. Josef (Vollversorger)
und der Klinik in Donaustauf bei Regensburg (gehört zu den wenigen anerkannten Lungenzentren (G-BA) in Deutschland) bilden einen unverzichtbaren Schwerpunkt der medizinischen Versorgung in kooperativer Zusammenarbeit für die Menschen aus ganz Ostbayern. Noch!
Die Aussage des UKR-Vorstands-Chef Kölbl: “Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen“ ist im Zusammenhang mit der medizinischen Versorgung der Oberpfalz und Niederbayern, eine fragwürdige, kleinkrämerische Aussage. Es geht um Gesundheit, Leben und Tod.
„Die strategische Zukunft des Klinikums“ sollte wegen der überregionalen Bedeutung vom Ausschuss für Wissenschaft und Kunst im Bayerischen Landtag, neu bewertet und priorisiert und unterstützt werden.
Daniel
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Es muss im Gesundheitswesen gekürzt und eingespart werden, wenn die Krankenkassenbeitragslast stabilisiert werden soll. Wir werden ohnehin bis 2040 einen steigenden Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung von 24 % erreichen. Dazu kommt die Pflege, die künftig von den Familienangehörigen getragen werden muss, weil die Kommunen dies nicht mehr schultern können. Vielleicht haben wir einfach einen Zustand erreicht, in der die physikalische Traglastfähigkeit eines Systems, welches leistungslos Ansprüche verteilt, schlicht überstrapaziert ist. Die Folge davon sind dann eben auch mehr oder weniger sinnvolle Schrumpfungseffekte an vielen kleinen Schraubstellen, wenn die Bevölkerung nicht zu schmerzhafter Reformpolitik ist, die langfristig sinnvoll wäre. Künftige Generationen müssen jetzt eben mit weniger zurechtkommen. Es braucht einen neuen Realismus hinsichtlich eines allumfassenden Transfersystems und was es wirklich leisten kann, anstatt sich nur mit barmherzigen Lippenbekenntnissen aufzuhalten.
RS
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> Die erwarteten Leistungssteigerungen und die daraus resultierenden Erlöse seien aber nicht im vorgesehenen Umfang erreicht worden.
Read: Verwaltungsplanung hat versagt
> Überhaupt sei Stellenabbau „so ein unschönes Wort“.
> „Effizienzsteigerungen“, „Prozessoptimierung“ und „digitale Unterstützungsangebote“
Und das ganze dann mit viel Bullshit-Bingo versuchen zu vertuschen.
Mr. B.
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“Zu Der sich den Wolf schreibt
25. Juni 2026 um 20:09 | #”
Zustimmung.
Jedoch müssen in aller erster Linie alle einzahlen, welche gesund und im erwerbsfähigem Alter sind.
Hier kann es nur vereinzelt Ausnahmen geben, denn jeder/jede wird einmal Leistungen brauchen.
Zahlen bitte
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ein universitätsklinikum ist erstmal laut gesetz für die ausbildung von ärztinnen und ärzten da. Dass dann auch noch extrem- oder seltene fälle mitbehandelt werden, die mitunter schlecht vergütet sind, resultiert daraus zum teil auch. mit “industrie” hat das nichts zu tun, der vergleich verbietet sich also. ich hoffe, herr Kölbl weiss das in seinem herzen auch. meine frage ist, ob die nun nicht mehr ganz so neue kaufmännische direktorin nicht eigentlich zur rechenschaft gezogen werden sollte, ihre ureigene aufgabe wäre es ja, so ein fiasko zu verhindern, wie es aber schon seit mehreren jahren besteht. aktuell ist ja geplant, dass die anderen assistenzärztinnen und ärzte die gleiche arbeitslast tragen. “Das schaffe ich auch mit einem Arzt weniger.”, meint Herr Kölbl, meint vielleicht auch ärztinnen, aber sicher nicht, dass er direkt an patientInnen mitarbeitet. AssistenzärztInnen zum verheizen hat er ja genug, wenn man strahlentherapeuthIn werden will hat man ja gott sei dank nicht die grosse auswahl.
Kreisky
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“Überhaupt sei Stellenabbau ‘so ein unschönes Wort'” – hier sind Kommunikationsprofis am Werk.
Für die Betroffenen ist es auch echt “unschön”, gefeuert zu wer… äh, ich meine natürlich “möglichst prozessoptimiert eine spannende Phase der beruflichen Neuorientierung zu beginnen”.
Charlotte
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Danke @xy
Ich bin froh über jeden Mitkommentator hier, der die Ausgaben im öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen kritisch beleuchtet.
Alleine die Kostenexplosion durch die jüngsten Tariferhöhungen ist ein riesiges Problem. Leider fehlt sowohl im Gesundheitswesen als auch in den Verwaltungen des öffentlichen Dienstes oft das Bewusstsein dafür, dass dieses Geld von Steuer- und Beitragszahlern erwirtschaftet werden muss und nicht einfach vom Himmel fällt. Diese Ressourcen sind endlich – ob uns das gefällt oder nicht.
Und da kommt der Schwenk zur freien Wirtschaft: Auch dort gibt es Wünsche, Ideen und Innovationen, die das Leben erleichtern könnten. Trotzdem werden sie nicht umgesetzt, weil das Budget fehlt oder niemand dafür bezahlen will.
Wir alle werden den Gürtel enger schnallen müssen. Das kann Gehaltskürzungen, längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich, Personal- und Bettenabbau oder die Konzentration auf wenige Unikliniken bedeuten. Das wird selbstverständlich auch bittere Konsequenzen für die Patienten haben, denn der medizinische Fortschritt ist zwar enorm, aber kaum noch finanzierbar.
Deshalb ist es notwendig, Steuergelder und Krankenkassenbeiträge verstärkt in die Prävention zu investieren, damit Bürger gar nicht erst schwer erkranken. Und dann schließt sich der Kreis zur Effizienz.
Tim Ebert
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Industrie
Wäre das UKR in der Industrie, hätten alle 3 Vorstandsmitglieder schon letztes Jahr ihren Platz geräumt.
Wäre es ein wirtschaftlich geführt, würden Stellen gestrichen, die nicht in der “Produktion” angesiedelt sind.
Herr Kölbl bemüht hier einen Zweig, von dem er keine Ahnung hat. Er ist nur Arzt und eben kein Wirtschaftsexperte.
Wo war eigentlich der 3. Vorstand? Warum taucht der nirgends auf, wenn sich der Vorstand äußert? Lässt man ihn bewusst nicht an die Öffentlichkeit?
Zurück zum Thema.
Wenn ich meine Produktionslinie zerschieße, indem ich Stellen abbaue, hat das natürlich einen Effekt auf die Bilanz. Ich muss aber auch davon ausgehen, dass die Produktion geringer wird, was in dem Fall heißt, dass die Versorgung der Region (Kernaufgabe des UKR) nicht mehr in dem Umfang gewährleistet werden kann. Längere Wartezeiten oder gar keine Leistung sind die Folge und jeder der etwas anderes behauptet, ist einfach ein Lügner. Das Restpersonal wird sicher nicht juhu schreiend mehr Überstunden schieben, die dann wiederum gekappt werden, sprich, die werden weder bezahlt, noch abgefeiert. Durch die 40h Woche bei den Ärzten fallen eh schon Überstunden an. Ärzte stempeln aus und arbeiten dann weiter, weil die Arbeit nicht mehr zu schaffen ist. Jetzt nochmal 40 Vollzeitstellen weniger kann nicht ohne Folgen bleiben. Der “Supramaximalversorger” wird zum Minimarkt.
Das UKR wurde über Jahre hinweg kaputt gespart und es ist marode ohne Ende. Der Gesamtvorstand hat versagt und sollte so schnell wie möglich entlassen werden.
St.Flo
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“Zwischen 2019 und 2024 sei die Zahl der Beschäftigten am UKR um 430 gestiegen (von 3.600 auf 4.030)”
Tja, an was könnte es nur liegen? Dieser Selbstbedienungsladen ist ein Ärgernis sondergleichen. Da muss jetzt richtig hart saniert werden., (Teil)Privatisierung und Teilschließung muss dabei eine Option sein.
Luck
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Das UKR soll also ein Wirtschafts-Unternehmen seinund keines mit einem Versorgungsauftrag, was nicht ausschließt, dass man es wirtschaftlich führt?
Wenn das so ist, braucht das UKR einen anderen Auftrag (samt neuer Führung).
J. Walter
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Sehr geehrte Damen und Herren dieser öffentlich geführten internen? Diskussion,
dass die Gesundheitsversorgung auch unter ökonomischen Aspekten zu erfolgen hat, ist gesamtgesellschaftlich unbedingt erforderlich, deshalb ist aber die Gewährleistung einer Krankenversorgung in einer Universitätsklinik in Deutschland nicht zu vergleichen mit der Herstellung von z. B. Autos am Standort Deutschland.
Wenn es um den anteiligen Krankassenbeitrag vom Gehalt geht, dann dürfte man auch thematisieren wie sich die sonstigen Lebenserhaltungskosten und die Ansprüche an einen Standardhaushalt in Deutschland in den letzten 36 Jahren im Verhältnis zum Einkommen bestimmter Bevölkerungsgruppen verändert hat. Und das sollte dringend zu einer Anpassung der Steuerprogression führen, evtl. auch zu einer Anpassung des Spitzensteuersatzes sowie nur in Verbindung damit zu einer Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze.
Wenn sogenannte Reiche argumentieren, dass auf diesem Wege Unternehmen geschädigt werden, dann sollten sie eher über Reinvestitionen ins Unternehmen sprechen, welche nicht ausreichend abgesetzt werden können oder Sicherheitsrücklagen für das Unternehmen, welche steuerlich nicht geltend gemacht werden können. Alles andere ist privat genutztes Einkommen und da ist es einfacher von 10 Millionen 55 % abzugeben als von 500.000 etwa 45 % (um die Beträge des Jahreseinkommen für die eigene Tasche halbwegs hoch anzusetzen, aber muss man da vielleich nicht sogar an noch höhere Privateinkommen denken?). Und es mag schon sein, dass nach Anpassung der Steuerprogression und Anhebung des Spitzensteuersatzes vielleicht Menschen mit mehr als 250.000 € oder vielleicht auch erst ab 450.000 € hinterher weniger zur Verfügung haben auf Kosten aller, die weniger als 170.000 haben (gilt bisher für Familien), und einige sich aufgrund von vorangegangenen Finanzierungen mit Verschuldung, auch zu beruflichen Zwecken, sich hinterher bankrot erklären müssen. Daher bin ich der Meinung, dass man solche Anpassungen unbedingt hätte kontinuierlich seit 1990 vornehmen sollen und jetzt auch für die Kalkulierbarkeit für vermögende Menschen langsame Anpassungen vornehmen sollte, aber darin liegt unbedingt der Schlüssel dazu, die Gerechtigkeitverhältnisse in Deutschland nicht immer weiter von jenen von vor über 30 Jahren zu entfernen.
Wenn sich die deutschen ihre eigenen Produkte nicht mehr leisten können und gleichzeitig die Arbeitgeber sich die deutschen Angestellten nicht mehr leisten können, weil sie aufgrund der durch die Inflation faktisch immer früher einsetzenden Steuerprogression unangemessen hohe Gehälter zahlen müssen, dann werden sich die 1 % Superreichen vielleicht bald auch ohne eine vermehrte Besteuerung von Reichen immer seltener für eine Investition in Deutschland oder auch für einen Aufenthalt in Deutschland entscheiden, auch wenn es mit 10 % von jenen auf der Welt bis dato noch überverhältnissmässig viele sein sollen im Verhältnis der ca. 84 Millionen Menschen in Deutschland zur Weltbevölkerung, und sie in Deutschland “nur” etwa 1 % der Bevölkerung ausmachen. Das mit dem Wohnaufenthalt erschliesst sich nur indirekt, aber der Verfall wird natürlich langfristig nicht an den möglichen Gesamtlebensbedingungen vorbeigehen. Dem Gesundheitssystem fehlte es dazu an dieser Stelle jedenfalls bisher an einer entsprechenden Versorgung mit Privatkliniken wie in Amerika.
Jedenfalls, trotz dessen, dass die Gesundheitssysteme anderer Länder in Europa mit weniger Geld auskommen und einige davon eine bessere Versorgung als in Deutschland verfügbar gewährleisten sollen, muss doch klar sein, dass die 15 % vom Gehalt aufgrund der Inflation heute weniger Wert sind als die 12 % in den 90ern, auch wenn es Gehaltsanpassungen noch und nöcher gegeben hat, die Inflation hat diese fast immer übertroffen.
In Bezug auf das Gesundheitssystem wird die Argumentation des Staates mit einem Stellenabbau an einem Universitätsklinikum ad adsurdum geführt. Der Kostendruck sollte auf kleine Krankenhäuser ausgeübt werden, damit es zu einer Zentralisierung der stationären Versorgung und einer weiteren Spezialisierung der grossen Zentren kommen kann. Wenn alle Universitätskliniken auf den Kostendruck so wie das UKR reagieren würden und das Personal reduzieren würden, dann grenzte das an einen Staatsstreich im Gesundheitssystem …
Würde man jetzt hergehen und dem frei werdenden Personal eine Stelle in der Region anbieten, weil eine bisher kleinere Klinik in der Gegend sich nach Schliessung eines anderen kleinen Krankenhauses überverhältnissmässig vergrössern möchte und soll, mit auch Fachspezialisierung in einem bestimmten Bereich, dann wäre das vielleicht trotzdem im Sinne der grossen politischen Entscheidungen. Aber so wie es sich hier anhört …., einfach paradox! Es handelt sich um eine Schädigung der gesamten Region.
Allerdings sind die Kommunen ja mehrerlei finanziell geschwächt (Infrastrukturfinanzierung, Finanzausgleichsgesetz, Altschulden, Investitionsrückstand). Darin findet sich ein anderes Paradoxon, welches aber im Vergleich zu der Privatisierung von Universitätskliniken als minder zu betrachten ist. Unlängst wollte ein solches Privatunternehmen von der Kommune finanziert werden (Marburg/ Giessen).
Aber das UKR ist es nicht Wert?
Zu viele Fehlinvestitionen?
Natürlich darf im deutschen Gesundheitssystem im Vergleich zu anderen Ländern Geld eingespart und die Effizienz gesteigert werden, aber so geht es nicht. Das geht nur durch Reduktion finanzieller Fehlanreize und dementsprechend Anpassung der fachgesellschaftlichen Leitlinien an Realität der finanziellen Versorgungsmöglichkeiten jenseits von rein monetär gesteuerten Empfehlungen für die Kollegen nach dem Prinzip einer “Schweizer Käse Gesundheitsversorgung”.
Viele Grüsse,
J. Walter