Teure Dritte Liga: 425.000 Euro fürs (alte) Jahn-Stadion

Foto: H. MirwaldEin Neubau ist erst für das Jahr 2010 geplant. Doch schon vorher muss die Stadt tief in die Tasche greifen, damit der SSV Jahn die Vorgaben von DFB und Polizei für die Dritte Liga erfüllen kann. Unter anderem wird es neue Sitzschalen anstelle der Bänke auf der Zuschauertribüne geben; das bedeutet gleichzeitig weniger Sitzplätze. Die Polizei hätte gerne eine Videoanlage, um eventuellen Randalierern besser herr werden zu können und entsprechende „Verwahrräume“. Während mit der Polizei nochverhandelt wird, müssen die Auflagen des DFB auf jeden Fall erfüllt werden.

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Kommentare (7)

  • stefano

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    Laut OB liegen die Pläne für das neue Stadion bereits in der Schublade. Also warum beginnt man nicht mit dem Bau? Die jetzt anfallenden Ausgabe für die DFB-Auflagen hätten vermieden werden können, wenn die Stadtspitze nicht nach dem „Schau ma mal“-Prinzip gehandelt hätte.
    Obwohl der Jahn die Vorgaben für ein neues Stadion erfüllt hat, geht die Stadt weiter zögerlich vor. Wahrscheinlich wird erst mal abgewartet, wie der Saisonstart abläuft, dann wird man schauen, ob der Jahn überhaupt den Klassenerhalt schafft. Da das zweite Jahr erfahrungsgemäß schwieriger ist als das erste, wird auch hier noch abgewartet. Dann gehen die Steuereinnahmen zurück, der Jahn steigt wieder ab usw.
    Mit dem Stadion wird es nichts, solange Zauderer an der Spitze der Stadt stehen. Dies trifft ja auch auf andere Maßnahmen zu.

  • Joachim Datko

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    Ein eigenartiger Vorschlag zur „Teilfinanzierung“!

    Schade, man hätte gestern Nacht sammeln können. In der Begeisterung über den Halbfinal-Sieg der Nationalmannschaft wäre wahrscheinlich viel Geld für das Jahn-Stadion zusammengekommen.

    Vielleicht kann ein Fanclub des Jahn schnell reagieren und eine Sammlung nach dem Endspiel organisieren.
    – Dann bleibt auch weniger Geld für das sinnlose Rumfahren mit den Autos.

  • Joachim Datko

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    Zu „stefano am 26. Jun 2008, 07:11“

    Ich schätze es, wenn mit öffentlichen Mitteln vorsichtig umgegangen wird. Finanzieren Sie sich doch Ihr Hobby selbst.

    Es sind letztlich die Bürger, die dafür aufkommen müssen. Was geht mich der Jahn an? Ich möchte gerne wissen, wieviel Geld der lokale Erdgasversorger als „Sponsor“ in den Jahn steckt. Da war wahrscheinlich schon so mancher Euro auf meiner Erdgasrechnung gestanden.

    Wer ein Hobby hat, soll es selbst finanzieren. Sonst passiert es, wie beim Stadttheater, dass die Subventionen eine veraltete Unterhaltungsform aufrecht erhalten.
    Stadtheater:
    http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=3090&pk=29029
    „77 Euro Zuschuss pro Karte“

    Joachim Datko
    webmaster@monopole.de

  • Michael Thomiczny

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    Ich finde es durchaus legitim, mit dem Neubau eines Stadions zu warten, bis man weiß, wie es mit der sportlichen und finanziellen Konsolidierung des Jahn weitergeht. Diejenigen, die jetzt von „Zaudern“ sprechen, wären doch die ersten, die zu jammern beginnen würden, wenn ein neues Stadion aufgrund mangelnder sportlicher Perspektive in unteren Ligen bei jedem Heimspiel quasi leer wäre. Beispiele in größeren Städten gibt es da ja genügend (Leipzig, Düsseldorf, Magdeburg). Deren Steuerzahler zahlen für diese Fehlplanungen vermutlich noch Jahrzehnte…

  • Hannes Eberhardt

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    zu Herrn Datko „Wer ein Hobby hat, soll es selbst finanzieren. Sonst passiert es, wie beim Stadttheater, dass die Subventionen eine veraltete Unterhaltungsform aufrecht erhalten.“

    So? Ist das Theater eine veraltete Unterhaltungsform? Dann fühlen Sie sich sicher von der lebendigen und modernen Schauspiel-, Tanz- und Opernszene, sowie reihenweise Urauführungen in Regensburg gestört. Ohne das Theater wäre die gesamte Kunst- und Kulturszene nicht vorhanden. Die Subventionierung ist nun einmal notwendig um Arbeitsplätze zu erhalten und Inszenierungen zu ermöglichen. Ich möchte mich hier gar nicht mehr darüber auslassen, jedoch scheint mir hier Ihre Formulierung unangebracht. Ich möchte auch dass mit öffentlichen Geldern vorsichtig umgegangen wird und das Theater ist ein Unternehmen „fürs Volk“, sonst wäre es wie beim Unternehmen Bahn, welches eigentlich auch „im Dienste fürs Volk“ und erschwinglich sein sollte, jedoch in die eigene Tasche wirtschaften „muss“ und so gegen die Wand fährt.

    Das Theater hat einen hohen Stellenwert und bedeutet für viele Menschen Lebensbereicherung und ist für viele der Inbegriff kulturellen Lebens. Dass es subventioniert werden muss, hat nun eben auch seine Richtigkeit, dort muss dank schwarzer bayerischer Regierung an allen Ecken und Enden massiv gespart werden.

  • Joachim Datko

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    Zu „Hannes Eberhardt am 28. Jun 2008, 00:39“
    ====
    1) „Ohne das Theater wäre die gesamte Kunst- und Kulturszene nicht vorhanden.“

    – Es ist gerade umgekehrt, Subventionen töten ab. Stark subventionierte Bereiche führen zu Wettbewerbsverzerrungen und töten andere Aktivitäten ab.

    2) „… und das Theater ist ein Unternehmen „fürs Volk““

    Bei Subventionen von „77 Euro Zuschuss pro Karte“ (MZ 26.07.2006) ist das Theater ein Subventionssumpf. Für mich sind 77 Euro viel Geld. Die Menschen sollen selbst entscheiden, was für sie einen Wert hat und was nicht. Eine Bevormundung durch Kulturbürokraten lehne ich ab.

  • Mike a.R.

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    Das die Stadt für 280.000 Euro die Räume der Touristeninformation im Alten Rathaus umbauen möchte oder das man für den Ausbau des Baseballstadions das Dreifache investieren will, weil ein Tournierspiel mit einer Nationalmannschaft dort ausgetragen wird, finde ich da schon um länger verschwenderischer ausgegeben von der Stadtverwaltung.

    Attraktiver Fussball in der Stadt – und der beginnt mit Liga Drei – bringt viele Gäste aus ganz Deutschland in die Stadt, und davon profitiert die Stadt und vor allem die Gastronomie der Stadt.
    Da rentiert sich dann sogar auch ein Umbau der Touristeninformation der Stadt, wenn auch eine Ausgabe von 280.000 Euro hierfür mir nicht erklärlich ist.

    Wer fest glaubt, dass der Jahn ja eh nicht den Aufstieg schafft, oder falls doch, dann eh nicht die Lizenz bekommt, der braucht sich dann auch nicht zu wundern, wenn man dann vor vollendeten Tatsachen steht.
    …wenn auch abgesehen davon, der DFB schon sehr dominant/unverschämt mit seinen Forderungen ist.

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