Hugo Höllenreiner und der Film "Dui Rroma"

„Unsere Toten können das nie verzeihen“

Vergangene Woche verstarb Hugo Höllenreiner, der das KZ Auschwitz und die Experimente des Lagerarztes Josef Mengele überlebte. Der Film „Dui Rroma“ setzt sich auf besondere Weise mit der Leidensgeschichte Höllenreiners auseinander.

Hugo Höllenreiner (7. v. r.), hier beim „Zug der Erinnerung“ mit Schülern der Hans-Herrmann-Schule, verstarb vergangene Woche. Foto: Archiv.

Hugo Höllenreiner schreitet die Schienen entlang, die auf das Tor des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz zuführen. Für den rüstigen Mann mit dem nachdenklichen Blick ist dieser Ort nicht einfach nur ein zwar unheimliches, aber abstraktes Mahnmal für den abgrundtiefen Menschenhass der Nazis. Auschwitz ist Teil von Höllenreiners Lebensgeschichte – dass es gegen seinen Willen dazu gemacht wurde, diese Bürde musste er zeitlebens tragen.

Vergangenen Donnerstag, am 11. Juni, verstarb Hugo Höllenreiner im Alter von 81 Jahren in Ingolstadt. Seit den 1990er Jahren berichtete er als Zeitzeuge von den NS-Gräueln. Staatliche Entschädigungszahlungen für das ihm und seiner Familie angetane Leid erhielt er zeitlebens nicht.

Nach Auschwitz deportiert und von Mengele gefoltert

Die eingangs beschriebene Szene stammt aus dem Film „Dui Rroma“, der einen besonderen Blick auf das schrecklichste Kapitel im Leben Hugo Höllenreiners wirft. Der Sinto aus Deutschland, der als neunjähriges Kind mitsamt seiner Familie 1943 ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert und dort von Josef Mengele auf grausame Weise gefoltert wurde, widmete sein Leben dem Kampf gegen und dem Erzählen vom Hitlerfaschismus. Für ihn war er kein abstraktes, bedrohliches Szenario in historischer Ferne, sondern persönliche Erinnerung.

„Dui Rroma“ von Regisseurin Iovanca Gaspar ist ein nichtkommerzieller Film und greift die Eindrücke und Erinnerungen, die Höllenreiner schildert, eindrucksvoll auf. Dabei hilft dem Film die Musik von Adrian Gaspar, dem zweiten der titelgebenden „dui Rroma“ (zwei Roma). Der junge Komponist wuchs in Rumänien und Deutschland auf und zog mit seiner Familie 1996 nach Wien. Höllenreiners Leidensgeschichte nahm er als Vorlage für ein Oratorium für Bass, gemischten Chor und Orchester. Das Werk mit dem Titel „Synphonia Romani – Bari Duk“ ist neben den Bildern von Höllenreiner und Gaspar, die gemeinsam die Gedenkstätte in Auschwitz besuchen, Hauptbestandteil des 45-minütigen Films.

Musikalische Konfrontation mit den grauenhaftesten Momenten

Die musikalische Konfrontation mit den grauenhaftesten Momenten in Höllenreiners Leben ist gleichzeitig fesselnd, bestürzend und von besonderer Erhabenheit. Sie stellt die einmalige Qualität künstlerischer Auseinandersetzungen mit dem Nationalsozialismus unter Beweis.

Episoden wie das Warten von Höllenreiner und seinem Bruder vor dem Raum in Auschwitz, in dem Josef Mengele sein Unwesen trieb, und die Angst, dort „zum Mädchen umoperiert“ zu werden – davon erzählte man sich unter den KZ-Häftlingen – werden durch Gaspars Komposition und das aus Höllenreiners Erinnerungen bestehende Libretto schier unerträglich präsent, ohne je ins plakativ-dramatische abzugleiten.

Adrian Gaspar (l.) und Hugo Höllenreiner auf dem DVD-Cover von Dui Rroma. Bild: DVD "Dui Rroma"

Adrian Gaspar (l.) und Hugo Höllenreiner auf dem DVD-Cover von Dui Rroma. Bild: DVD „Dui Rroma“

Dass der Film in wesentlichen Teilen in Rromanes, der Sprache der Roma, gehalten ist, ist als Botschaft des Bewusstseins für die ethnische und kulturelle Identität der beiden Protagonisten zu verstehen. So verwundert auch das Ziel des Films nicht, das auf der Rückseite der DVD-Hülle zu lesen ist: „Bewusstsein schaffen, um selbstbewusst die eigene Identität zu stärken.“ Schließlich ist es auch ein Stück Vermittlungsarbeit von einer Roma-Generation zur nächsten, die Iovanca Gaspars Werk leistet.

„Diese Ideologie ist nicht tot. Sie schläft nur.“

Ergänzt wird „Dui Rroma“ durch Interviews mit dem Historiker Prof. Dr. Gerhard Baumgartner und dem Linguisten Prof. Dr. Marcel Courthiade, die einen wissenschaftlichen Blick auf die Situation der Sinti und Roma in der Nazi-Zeit werfen. Insbesondere Courthiade warnt davor, die NS-Verbrechen als vergangen abzutun. „Wir müssen Augen und Ohren offenhalten“, verlangt er, „und alles was gesagt wird, was passiert, beobachten. Denn diese Ideologie ist nicht tot. Sie schläft nur. Und kann jeden Augenblick wiederkehren.“

In einer Sequenz von „Dui Rroma“ tanzt Höllenreiner ausgelassen auf einem Fest und unterhält sich lächelnd mit Freunden und Bekannten. Von Adrian Gaspar erfährt man, dass dieses Fest „nur wenige Schritte von diesem grauenhaften Ort, der ihn (Höllenreiner, A. d. Red.) sein Leben lang verfolgt hat“ am Abend der alljährlichen Gedenkfeier für Sinti und Roma in Auschwitz stattfand.

Nie verzeihen, nie vergeben

Kurz darauf, am Ende des Films, hört man Hugo Höllenreiner zum ersten Mal in deutscher Sprache sprechen. „Von unseren Sinti und Roma fehlen über 500.000 Leute, die bestialisch umgebracht worden sind“, sagt er. „Unserer Familie alleine fehlen über 100. Ich leb ja. Aber unsere Toten können das nie verzeihen, können das nie vergeben. Und ich möchte, dass so etwas, was nicht nur uns Sinti und Roma, Juden, Polen in allen Nationen (passiert ist, A. d. Red.), dass so etwas nie mehr wieder passiert. Dafür kämpfe ich.“

Dui Rroma, Regie: Iovanca Gaspar, mit Hugo Höllenreiner, Adrian Gaspar, Marcel Courthiade, Gerhard Baumgartner, Jose Arean, Theodore Coresi. Laufzeit: 45 Minuten. Filmproduktion ANI / AMARI MUZICA

Bitte unterstützen Sie eine unabhängige Berichterstattung in Regensburg.

 
Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.
IBAN: DE14750900000000063363
BIC: GENODEF1R01

Kommentare (11)

  • Luise Gutmann

    |

    Danke, David Liese!
    Der Film und die Geschichte, die Jovanca Gaspar über Hugo und Adrian erzählt ist sehr ungewöhnlich. Gerade bei uns sollte sie verbreitet werden.
    Hugo Höllenreiner hat Regensburg, aus dem seine Familie herstammt, seit 2003 mehrfach besucht, auch anläßlich der Verlegung der Stolpersteine für seine Cousinen in Reinhausen. Wir werden ihn nicht vergessen.

  • Mathilde Vietze

    |

    Ich werde immer wieder wütend, wenn ich höre, „man solle
    doch endlich aufhören über die Nazi-Vergangenheit zu be-
    richten“.
    Die Erinnerung an diese Greueltaten muß für immer im Ge-
    dächtnis unserer und der folgenden Generationen bleiben,
    damit sich so etwas nicht mehr wiederholt.
    Und deshalb muß auch hart durchgegriffen werden, wenn
    die Neu-Nazis in Erscheinung treten und ihre menschenver-
    achtenden Parolen herumspucken.

  • Franz Mahler

    |

    Selbstverständlich ist diese Ideologie nicht tot. Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus, Autoritätsgläubigkeit, antidemokratische, rechtsextreme und sozialdarwinistische Einstellungen gab es auch vor dem Holocaust und diese Einstellungen sind mit dem Ende des Dritten Reiches 1945 natürlich nicht ausgestorben. Nationalsozialistische Tendenzen gab es in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts zum Beispiel auch in den USA. Die deutsche Besonderheit ist allerdings, dass diese Ideologie in Deutschland ab 1933 unter Hitler zur Staatsdoktrin erhoben wurde, mit der die ganze Welt „beglückt“ werden sollte.

    Daran zu erinnern und zu mahnen ist eine Sache. Wer wirklich verhindern will, das sich das wiederholt, muss vor allem die sozialen und ökonomischen Ursachen für diese Ideologie bekämpfen. Hitler und die NSDAP sind 1933 nicht einfach so vom Himmel gefallen, auch dann nicht, wenn viele Konservative das immer behaupten.

    MfG
    Franz

  • Silvia Gross

    |

    Solange noch ein Opfer und ein Täter leben, ist nichts von diesem Grauen zu Ende.

  • menschenskind

    |

    Leider spielte unser Bayern nicht nur bei der Judenverfolgung eine führende (negative) Rolle in Deutschland und Europa, sondern auch bei der Verfolgung von Sinti und Roma.

    München war 1899 der Gründungsort der Zigeunerzentrale gewesen, die die systematische Registrierung und Jagd auf Angehörige der Minderheit verantwortete. Die Nationalsozialisten brauchten sich eineinhalb Generationen später nur der Akten und Dossiers der Zentrale bedienen, um so effektiv wie nur möglich gegen „Zigeuner“ vorzugehen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Reichszentrale_zur_Bek%C3%A4mpfung_des_Zigeunerunwesens

    Was besonders traurig ist, ist die Tatsache, dass das Schicksal der bayerischen Sinti und Roma heute so gut wie niemanden interessiert. Dabei ist gerade die Geschichte dieser Minderheit in Bayern in einer umfangreichen Chronik detailliert beschrieben und seit 2008 allgemein zugänglich.
    Sein Phlegma müsste man halt mal besiegen und hineinlesen:
    http://www.sinti-roma-bayern.de/Robert-Schlickewitz-Sinti-Roma-und-Bayern_index74.htm

    Besonders erschütternd sind die Einträge dieser Chronik zu den Jahren nach 1945, also die zur Nachkriegszeit. Sie zeigen, dass weder unsere Politik noch unsere Gesellschaft je ein Unrechtsbewusstsein entwickelt hat und, dass Unverständnis, Ablehnung und Hass bis heute weiter wirken.

    Übrigens, bayerische „Zigeuner“ sind seit nahezu einem Jahrhundert sesshaft! Sie leben oft sozusagen unerkannt unter uns und sind in den verschiedensten Berufen tätig. In Straubing sind etwa ein Prozent der Stadtbevölkerung Sinti, in Deggendorf sogar drei Prozent (das ist jeder dreißigste Deggendorfer!). Nur noch ganz wenige sind unterwegs, etwa als Schausteller tätig. In München leben Sinti verteilt übers Stadtgebiet, im Westen, im Norden und im Osten. Der Familienzusammenhalt ist meist noch intakt und daheim wird Romanes gesprochen.
    In München gibt es zahlreiche kleinere Sintiensembles, die die verschiedensten Musikstile pflegen. Nahezu für jeden Interessenten wäre was dabei:
    Rap, Django-Reinhard-Stil, Akkordeon-Swing, Schlager auf Romanes etc.

    https://www.youtube.com/watch?v=sr16l1fDTkI

    https://www.youtube.com/watch?v=kThwsSGQu7E

    usw.

  • menschenskind

    |

    Bei der Suche nach den Ursachen für die beispiellose bayerische Intoleranz gegenüber Minderheiten wie Juden oder Sinti und Roma kommt derjenige, der wissbegierig ist und keine Scheu auch vor unpopulären Antworten hat, nicht an den Spitzen (Eliten) der bayerischen Gesellschaft vorbei.

    Bayern war von 1806 bis 1918 bekanntlich ein Königreich. Max Joseph I., Ludwig I., Maximilian II., Ludwig II. und Ludwig III. hießen seine Könige und zwischen 1886 bis 1912 gab es noch einen Prinzregenten, den Prinzen Luitpold. Der letzte Bayern-Kini, der Ludwig-Drei, hatte einen Sohn, der viel rumgekommen ist, die ganze Welt bereist hat und drei, mit sehenswerten Fotos versehene, Textbände zu seinen Fahrten verfasst hat.

    Dieser Sohn mit Namen Rupprecht, Kronprinz Rupprecht von Bayern, wäre, wenn Bayern nicht 1918 zu einer Republik erklärt worden wäre, Bayerns König geworden.
    Es lohnt sich sich einmal das Weltbild dieses Wittelsbachers und seiner Verwandten zu erlesen, anhand dieser Reisebücher, oder kürzer, hier in einem zusammenfassenden Artikel.

    Auch Sinti und Roma ist übrigens darin ein Paragraph gewidmet:
    http://www.hagalil.com/archiv/2012/11/04/rupprecht-von-bayern/

    Um es vorweg zu nehmen, unser bayerischer Royal Rupprecht hat seinen Namen nicht mit Ruhm überhäuft, sondern gehörig mit Schande bekleckert, indem er diese Bücher herausgab. Sein, und seiner hochherrschaftlichen Verwandten, Rassismus wäre eine Erklärung für die weit verbreitete, bayerische Abneigung gegen Minderheiten und Fremde, weil wir ja wissen, „wie da Herr, so as Gscherr.“

    Jedoch machte man es sich zu einfach, würde man allein diese Erklärung gelten lassen.
    Eine weitere Erklärung liegt im so ausgeprägten Interesse der (kathol.) Kirche die Bayern dumm und gefügig zu halten. Eine Liturgie, die sehr lange nur auf Lateinisch gehalten wurde, ein Bildungssystem, dass nur Adeligen und dem Klerus offenstand, ein hartes Leben (für die meisten) ließen keine Muße aufkommen, sich zu informieren, etwa darüber, wer denn Juden oder Sinti überhaupt waren, woher sie kamen usw.. Eine extrem minderheitenfeindliche kirchliche Propaganda tat ein Übriges. Die Juden galten noch bis weit ins 20. Jh. hinein als die Mörder „unseres Heilands“, wenngleich es tatsächlich die Römer waren, die Jesus auf dem Gewissen hatten. Aber die Kirche hatte kein Interesse an aufgeklärten Bürgern und sie brauchte ein Feindbild, eben Juden und „Zigeuner“.
    Was die Kirche gegen „Zigeuner“ hatte, bzw. warum sie sie ebenso wie die Juden als Feinde ansah? – Ganz einfach – das freie, scheinbar unbeschwerte, sich um keine Regeln und keine Ordnung kümmernde Leben der Sinti, war der Kirche (und dem Adel sowie dem Fürst bzw. König) ein Dorn im Auge. Denn, woher wären wir denn hingekommen, wenn die braven Bürger sich an den „faulen Zigeunern“ ein Beispiel genommen hätten? – Aus wär’s gewesen mit dem Reichtum und dem Luxus der bayerischen Eliten, wenn Bauern und Bürger weniger rangeklotzt hätten. Das durfte nicht sein, deshalb hetzte die Kirche, ebenso wie die anderen, die das Sagen hatten, auch gegen Sinti.

    Nein, das kann noch nicht die vollständige und endgültige Antwort darauf sein, warum wir Bayern wurden wie wir sind, aber es ist eine vorläufige Teilantwort.
    Hat jemand unter den ehrenwerten Lesern eine bessere Erklärung ?
    Bitte, nur raus damit!

  • menschenskind

    |

    Das Thema Sinti und Roma in Bayern möchte ich gern erneut aufgreifen.

    Fragt man gebildete Bayern, welcher bayerische Schriftsteller ihnen so als erster in den Sinn kommt, kann man als Antwort zum Beispiel hören:
    Bert Brecht, Hans Magnus Enzensberger, Alfred Andersch, Oskar Maria Graf, etc.
    Seltener wird man Jakob Wassermann oder Lion Feuchtwanger, oder gar Martin Walser (ja auch letzterer wurde in Bayern geboren) genannt bekommen.

    Stellt man die gleiche Frage in weniger gebildeten bajuwarischen Kreisen, so fallen schnell die Namen Ludwig Thoma und Ludwig Ganghofer. Der Ganghofer war nicht nur in Bayern viele Jahrzehnte über ein gern gelesener Autor, sondern auch der Lieblingsschriftsteller des Kaisers (Wilhelm II.) gewesen.
    Thoma galt lange, spätestens bis 1989, als Wilhelm Volkert in einem wunderschön detaillierten Band „Sämtliche Beiträge aus dem „“Miesbacher Anzeiger““ 1920/21″ des Genannten edierte und fachlich kompetent kommentierte, als ‚der‘ bayerische (Vorzeige-)Schriftsteller schlechthin. Seit dem Buch von Volkert wird des Namens Ludwig Thomas von seinen Fans allerdings nur noch mit Wehmut und von gut informierten, kritisch denkenden Bürgern mit, im günstigsten Falle Zurückhaltung, aber auch, je nach Temperament, mit regelrechter Abscheu gedacht.

    Hintergrund sind die inzwischen sattsam bekannten antisemitischen Ausfälle des Dramatikers und Schriftstellers aus dem Passionsspielort Oberammergau in dem Rechtsextremen-Blatt.

    Wie aber standen die beiden Ludwige mit der flotten Feder, die übrigens miteinander ‚befreundet‘ waren, Sinti und Roma gegenüber?

    Nun, auch hier bleibt dem fragenden Bürger nichts anderes übrig als sich mit dem Gesamtwerk der Genannten auseinanderzusetzen, denn eine mehr oder weniger wissenschaftliche Arbeit, auf die wir uns stützen könnten, liegt noch nicht vor.

    Fangen wir mit Thoma an:
    In den Artikeln aus dem Miesbacher Anzeiger werden „Zigeuner“ nur einmal genannt, und dies höchst abschätzig. Thoma bezeichnet die damals in relativ kleiner Zahl in Bayern, vor allem in München, lebenden Ostjuden als „die Zigeuner mit ihren Schlampen“. Er offenbart sich also nicht nur als Antisemit, sondern ebenso als Antiziganist. Auch gegen Homosexuelle, Preußen, Slawen und Franzosen hetzte Thoma auf naziähnliche Art und Weise.

    Bei Ganghofer sieht die Situation etwas anders, subtiler, aus. Juden (präziser ein Jude) spielen nur in einem seiner Hauptwerke eine bedeutendere Rolle. Dieser eine Jude wird positiv geschildert, jedoch als Ausnahmeerscheinung (unter der übrigen Judenschaft) dargestellt. Es wird schnell klar, Ganghofer mochte auch keine Juden.
    „Zigeuner“ als die damals übliche Bezeichnung für die Angehörigen der Minderheit, konnte ich bisher keine bei ihm ausmachen, jedoch neigt der Bestsellerautor von einst dazu seine Negativfiguren „zigeuner“-artig zu beschreiben; besonders dunkler Teint, dunkle Augen, schwarze Haare sind so seine Lieblingsattribute in mehreren Romanen für die Erzbösewichter.

    Dieser knappe Überblick zeigt uns, dass also nicht nur die bayerische Königsmischpoke der Wittelsbacher, dass auch die gern gelesenen bayerischen (Volks-)Autoren juden- bzw. „zigeuner“-feindlich gesinnt waren.

    Die bayerische Gesellschaft bekam somit, lange vor Hitler und seinen Nazis, eine Menge schlechter Beispiele ‚vorgelebt‘.

  • menschenskind

    |

    Die neuesten Zahlen zu Antiziganismus (und Antisemitismus) in unserem Land veröffentlichte die Süddeutsche im April:

    Zitat:
    Mehr als die Hälfte der Befragten (55,4 Prozent) stimmte der Aussage zu: „Ich hätte Probleme damit, wenn sich Sinti und Roma in meiner Gegend aufhalten.“

    Beim Antisemitismus führen wir Bayern die Liste der Bundesländer nach wie vor an:
    Zitat:
    Aber auch die Zustimmung zu antisemitischen Aussagen fällt laut „Mitte“-Studie in keinem anderen Bundesland höher aus als im Freistaat (Bayern). Jeder achte Befragte (12,6 Prozent) stimmte den drei Aussagen zu: „Auch heute noch ist der Einfluss der Juden zu groß.“ „Die Juden arbeiten mehr als andere Menschen mit üblen Tricks, um das zu erreichen, was sie wollen.“ „Die Juden haben einfach etwas Besonderes und Eigentümliches an sich und passen nicht so recht zu uns.“

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/2.220/mitte-studie-auslaenderfeindliche-einstellungen-in-bayern-weit-verbreitet-1.2423644

  • que?

    |

    Wow, gleich 4 extreme Hass-Kommentare in Folge von „Menschenskind“ (ob du wirklich noch ein Mensch bist?) gegen die Bayern.

    Dein Hass geht ja ins Unendliche. Lass dich mal behandeln, du scheinst echt ein ernsthaftes Problem zu haben – oder geh einfach raus aus Bayern, wäre das nicht eine Lösung? ;-)

  • „Erinnern ist Auftrag für unser heutiges Handeln“ » Regensburg Digital

    |

    […] Hugo Höllenreiner, Zbigniew Kolakowski und Tadeusz Sobolewicz – diese Namen stehen für drei Überlebende des Nazi-Terrors, die Regensburg stets verbunden waren, mehrfach zu Besuchen hier waren und denen ein gemeinsames Erinnern der Stadtgesellschaft an die Verbrechen und deren Opfer ein wichtiges Anliegen war. Zum Teil mehrfach nahmen sie am Gedenkweg für die Opfer des Faschismus teil, der jedes Jahr am 23. April stattfindet und der 2015 zum ersten Mal unter gemeinsamer Ägide der Stadtspitze, Kirchen und jüdischer Gemeinde sowie verschiedener zivilgesellschaftlicher Gruppen wie der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und des DGB gemeinsam organisiert wurde. […]

  • menschenskind

    |

    Que? meinte:
    „Wow, gleich 4 extreme Hass-Kommentare in Folge von „Menschenskind“ (ob du wirklich noch ein Mensch bist?) gegen die Bayern.“

    Nö, nicht gegen die Bayern, sondern für die Bayern!
    Noch dazu, nichts als die Wahrheit und die auch noch ordnungsgemäß belegt.
    Die Zeit der Geschichtslügen in Bayern ist vorbei.

    Wer das nicht wahrhaben will, ist Kandidat für den Jurassic Park.

Kommentare sind deaktiviert