Wer steckt hinter Pegida?

PM des SPD-Ortsvereins Kumpfmühl/ Königswiesen/ Ziegetsdorf

Wer steckt hinter Pegida?
Großes Interesse bei SPD-Veranstaltung / Thomas Witzgall vom Fachportal Endstation Rechts analysierte das Phänomen PegidaP1030288_mod_small2

Besorgte Bürger oder neue Rechte – wer steckt hinter dem Phänomen Pegida? Dieser Frage ging der SPD-Ortsverein Kumpfmühl/Königswiesen/Ziegetsdorf in einer Informationsveranstaltung nach. Referent Thomas Witzgall vom Fachportal Endstation Rechts gab zwar keine eindeutige Antwort, skizzierte aber die Richtung in die er tendierte: „Hinter blumigen Formulierungen und keiner generellen Absage ans Asylrecht steckt oft der Grundgedanke: Fremde raus.“

Stadtrat Dr. Thomas Burger, der als Ortsvereinsvorsitzender zum dem Vortrag geladen hatte, stellte die Beweggründe dafür dar: „Das Thema ist trotz abnehmender Präsenz in den Medien immer noch brandaktuell, und bis dato ist die Frage für viele, wie man mit der Bewegung umgehen soll, nicht geklärt.“ Aus diesem Grund habe sich der Ortsverein für die Veranstaltung entschieden, wo man gleichzeitig auch der Bevölkerung die Gelegenheit geben wollte, sich selbst ein Urteil zu bilden. Mit Thomas Witzgall habe man dafür einen Referenten gefunden, der nicht nur als ausgewiesener Experte gelte, sondern die Szene auch deshalb so genau kenne, weil er häufig als Beobachter und freier Journalist bei den Demos vor Ort sei. Er überprüfte die Thesen und Aussagen von fachlicher Seite und untermauerte seine Erkenntnisse zudem mit zahlreichen Fotos. Gleich zu Beginn machte er deutlich: „Viele halten die Bewegung für harmlos, weil sie nur aufs Äußere gehen. Sie sehen dort kaum oder nur wenig Menschen mit Springerstiefel und Glatze. Dass die Aussagen von vielen Pegida-Vorrednern sich aber inhaltlich nur wenig von denen derer unterscheiden, die sich auch äußerlich an den rechten Rand stellen, hören sie nicht.“ Deshalb warnte er davor, die Bewegung zu verharmlosen. Auch wenn sie nicht mehr deutlich mit rechten Symbolen unterwegs seien, finde man bei Pegida, Wügida und Co ganz häufig bekannte Funktionäre der rechten Szene mitlaufen. „Die neue Rechte gibt sich nur oft sehr bürgerlich, so dass man sie eben nicht auf den ersten Blick erkennt.“ Sehe man sich aber die Plakate auf den Demos genauer an, könne man genau erkennen, welch Geistes Kind sie seien: Sie seien häufig mit Sprüchen wie „Muslime sind nur Gäste“ ausgestattet.

Im Anschluss an die Veranstaltung entspann sich unter den zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern eine rege Diskussion darüber, wie unabhängig von Pegida mit den Ängsten und Sorgen umgegangen werden könne. Dr. Thomas Burger zeigte sich über den Verlauf des Abends erfreut: „Der volle Veranstaltungsraum sowie die rege Beteiligung der Gäste zeigt, dass wir mit der Veranstaltung einen Nerv getroffen haben und das Thema immer noch Diskussionsbedarf liefert.“

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